Rational begründeter christlicher Religion und so öko-logischer Vernunft steht nichts mehr im Wege

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Angestoßen durch Vorlesungen über das Auseinanderbrechen von Wissen/Vernunft und Glaube am Beginn der Aufklärung, ebenso über Markus als grundlegende Jesus- und Kirchengeschichte wird hier deutlich gemacht: Der Hoffnung, die frühe aufklärerische Freidenker von einer in Wissen rational begründeten, von Aberglaube befreiten universalen Religion und somit schöpfungsgerechten (heute ökologischen und humanistisch-sozialen) Lebensweise freier Menschen hatten, steht wissenschaftlich nichts mehr im Wege. Denn der historische Jesus Christus war die „schöpferische Vernunft“ und damit eine in natürlicher Schöpfung begründete Sinnhaftigkeit/Vernünftigkeit, wie sie in antiker Wissenschaft und ebenso den neuzeitlichen Aufkärern galt, heute in Ökologie, Evolution begründet und gepredigt wird.

Ökologische Weisheit/gemeinsame Sinnhaftigkeit kann wieder zum Kult(ur)grund werden

Während man nach der Historien-Hypothese der Hochschullehre, wonach nur ein junger Mann in psychologisch erklärter Vison herrlicht wurde, sämtliche Bücher, Bibelauslegungen, Predigten… über die die Bedeutung Jesus als „Christus…“ verbrennen müsste und so jedes Glaubensbekenntnis nur reines Bla, Bla wäre, lässt sich aufgeklärt verstehen: Die in Natur begründete Sinnhaftigkeit/Weisheit (schöpferische Vernunft) war der Christus, der im Westen als Jesus Geschichte machte.

Die ganzen Bücher und Belege, wie es bei Jesus um ein hoheitliches Wesen, den Christus, Judenkönig als David- und Gottessohn ging oder Jesus das lebendige Wort, der neuen Tempel, die Weisheit in Person und damit der lebendige Logos (schöpferische Vernunft) war, werden nicht mehr benötigt. Die gesamte Christologiebezeichnungen waren keine Titel, die einem jungen Mann angeheftet wurden. Vielmehr lässt sich geschichtlich nachvollziehen, wie im Denken des Diasproajudentums, bei dem die in Vernunftlehre als prophetisches Wort verstanden wurde, die Voraussetzungen geschaffen waren, damit diese in Natur/Schöpfung begründete Weisheit die Rolle des Gottkaisers und weiter Gottessöhne einnehmen konnte und nach Konstantin auch nahm. Wie die die bereits in David verkörperte Weisheit im römischen Westen zum einen Gottessohn wurde, um die Kultfunktion des Gott-Kaisers einnehmen zu können, ist auch in Markus beschrieben.

Denn was im Westen in der Rolle eines Gottessohnes, in kirchlicher Lehre, wie dann in verschrifteter Form bis zur Aufklärung als Christus die Kultur bestimmte, war die im hellenistisch-aufgeklärten Judentum im natürlicher Werden begründete Vernunft/Weisheit. In der kirchliche Lehre und dann in verschrifteter Form war diese Vernunft bis zur Aufklärung nicht nur als Christus lebensbestimmend, sondern war in ihrer kulturellen Verekehrung neben dem politischen Kaiser auch die Grundlage der Staatskultur, die so über die Zeiten getragen hat. Da durch die Aufklärung die Christologie buchstäblich abgeschrieben ist, die christologischen Visionen, die die Anhänger eines angeblichen Gurus hatten, weder maßgebend, noch Verehrungsgrund sein können, müssen wir jetzt nicht dern Kaiserkult wieder einführen. Dessen Funktion bis Konstantin darin bestand, die kosmische Ordnung/Vernunft zum Staat zu machen.

Durch die Aufklärung ist nicht nur verständlich geworden, wie die in Vernunft/Natur begründete Weisheit, die heute als „Ökologie des Menschen“ oder „Weltvernunft“  gilt, der wahre historische Jesus als Christus war. In einem aufgeklärten Christentum, kann diese in Ökologie und Evolution begründete Sinnhaftigeit wieder die Kultrolle der alten Gottessöhne einnehmen, so die gemeinsame Vernunft/Weisheit zur Kult(ur)bestimmung mündiger Menschen werden lassen.

Und in diesem Sinne wird hier auf den Grundlagen frühaufklärerischer Freidenker nach dem Modell des aufgeklärten antiken Judentums ein christlicher Glaube beschrieben, der das „höhere Wesen-entliche“, wie „dessen Verehrung“ rational begründet. Der dann die in Vernunft/Natur (Ökologie/Evolution) begründete Sinnhaftigkeit, wie sie heute als Ökologie des Menschen vergeblich gepredigt wird, nicht nur bestimmend, sondern im christlichen Sinne zum Grund der kulturellen Verehrung (prophetischen König, Gesalbten, Christus) macht. So eine über die eigene Lebenszeit hinausgehende „menschliche Verant-wort-ung“ für ein natur-/schöpfungsgerechtes, damit auch menschlich-soziales Verhalten im Gemeinsinn lebendig werden lassen könnte.

Ein zum Christus gemachter junger Mann kommt weder in der Geschichte, noch den biblischen Geschichten vor

Die Zeit, in der einem jungen Mann nach und nach logischerweise sämtliche christologische Bedeutung genommen werden musste, hat ihre Aufgabe erfüllt. Auch die Mühe, jetzt aufgrund massenhafter antiker Bezeugungen, sämtlicher Bibeltexte, frühkirchlicher Lehren sowie der kulturellen Entwicklung nachzuweisen, dass das historische Wesen kein junger Mann, sondern nach allem Wissen die in Natur/Schöpfung begründete Vernunft (Logos) gewesen sein muss, ist nicht mehr notwendig. Die Kritiker, die nachzeichneten, wie das biblische christliche Wesen mit Haut und Haar den alten Gottessöhnen, dem Kaiserevangelium oder den hebräischen Mythen nachgestellt wurde, können einpacken.

Heute lässt sich erkennen, wie in vielfältigen Erkenntnis-/Reformbewungen der Zeitenwende, besonders deutlich im philosophischen Judentums Alexandriens, die in Natur/Schöpfung begründete Vernunft zum Christus, damit die Wirklichkeit Josua, lat. Jesus gesehen wurde. Und auch deutlich zu machen, wie dieser neue weltgültige jüdische Bund ein heilsamer Fortschritt in der Geschichte war, einen Mehrwert gegenüber den alten Kultformen oder rein philosophischer Vernunftlehre war, wäre Aufgabe einer historisch-wisschenschaftlichen Theologie.

Denn wie auch in den vorherigen Beiträgen deutlich gemacht, war Jesus kein junger Mann, der durch Halluzinationen seiner Anhänger oder spätere Verherrlichung zum Heiland wurde, wie es heutige Lehrhypothese ist. Als am Anfang der Kirche über das Wesen, den Sinn der Natur und damit die rechte Lebensweise in Vernunft (Logos) heiß diskutiert wurde oder auch dualistische Vorstellungen verworfen wurden, kann dies keine philosophische Hülle gewesen sein, um einen heilspredigenden Handwerksburschen für Bildungsbürger schmackhaft zu machen. Wie heute die Hochschullehre die gesamte bisherige Kritik übertrifft. Die begründete bisher nicht nur die christologischen Aussagen in Mythen, sondern zog die gesamten Jesusgeschichten,  in Zweifel und stritt damit ein historische Wesen ab.

Denn bei einem jungen Mann, der alles nicht war und wollte, was über ihn gesagt wurde und wo so alle Bedeutungaussagen als theologische Märchengeschichte erklärt werden müssen, die aufgrund der Visionen von Sektenahängern entstanden, muss sich niemand mehr an Blindenheilungen oder dem Wasserlauf Jesus abarbeiten. Was als wurzelkritische, damit als Radikalkritiker geltende Neutestamentler bereits beim über das Wasser laufenden Herakles nachwiesen. Wobei sie bereits vor Jahren in vielfacher Weise deutlich machten, dass kein historischer junger Mann, sondern die der Antike geltende Vernunft das Wesen Jesus war.

Doch nicht nur weil der Logosbegriff wie eine philosophische Spekulation gehandelt wurde, der Blick auf die Ökologie, den Sinn des natürlichen Ganzen fehlte oder die Natur im biologischen Kurz-schluss noch als das „Böse“ gesehen wurde, war vor hundert Jahren die Zeit noch nicht reif. Die antike Lehre einer Weltverunft- und Weltverbundenheit, wie sie heute selbstverständlich ist, war noch nicht auf die natürliche Realität zu übertragen, die die Antike in der Logoslehre zu Ausdruck brachte. 

Währen in Zeiten der Radikalkritiker das hoheitliche Wesen Jesus noch Gesetz war, selbst theologischen Lehrer wie Bultmann sich für den guten Jungen nicht mehr interessierten und das christlologische Wesen als Grundlage sahen, ist dies bei heutiger Hypthese unmöglich. An der Frage, ob die in Schöpfung/Natur begrüdete Sinngebung/Vernunft menschlicher Kultur auf kulturell kreative Weise zum Ausdruck gebracht wurde oder nur ein häretischer Landstreicher war, führt kein Weg vorbei. Denn aus dem, was man als Massensuggestion nach dem Tod eines Wanderradikalen erklärt, eine Theologie machen zu wollen, ist Wahnsinn.

Wo zurecht Jesus Christus steht, ging es um die in Schöpfung/Natur erkannte Sinnhaftigkeit/Ratio, in der letztlich auch die mythischen Kultformen, dann die philosophischen Weisheitslehren und großen Weltreligionen, die im Wandel vom Mythos zum Logos entstanden, ihren Grund haben. Nur so ist vernünftige Rede über den Grund des Glaubens möglich.

Der Grund der Religionen, menschliche Kulturwesen nicht durch weitere politische Moralpredigten, sondern im gemeinsamen Kult zu einer ganzheitlich-schöpfungsgerechten, damit auch gemein-sinnigen, sozialen Lebensweise zu bewegen, ist angesichts der heutigen Herausforderungen mehr denn je gefragt. Zukunft lässt sich nicht allein im Wissen um das was weltvernünftig ist, sondern durch einen kult(ur)ell bestimmenden und emotional die menschliche Psyche bewegenden gemeinsamen Sinn/Grund gestalten. Doch so, wie sich im halbaufgeklärten Kurz-schluss der christliche Glaube an den Hochschulen begründet, bewirkt er das Gegenteil. So ist Missbrauch und Gewalt im Namen des Glaubens vorprogrammiert.

Christus, der bis zur Aufklärung unbestritten galt und in dieser Form am Beginn der Aufkärung bedachten Vernunftreligion im Wege stand, ist einem rationalistischen Kurzschluss zum Opfer gefallen, als historische Größe „abgeschrieben“. Und der junge Mann, der heute als der historische Grund des christlichen Glaubens gelehrt wird, aber weder in der Geschichte, noch den biblischen Geschichten vorkommt, kann einer rationalen Begründung des Christentums nicht weiter im Wege stehen. Vielmehr ist jede urchristliche Bewegungen, jeder anfängliche Denker, jeder Kirchenvater oder Kaiser, jeder Text, selbst die wenigen außerbiblischen Zeugnisse, ebenso wie die jahrhundertelange Diskussion über das christliche Wesen, jetzt auch noch Markus als Grundlage der Jesusgeschichten ein eindeutiger Belege dafür: Die gemeinsame Vernunft, die auch den neuzeitlichen Aufklärern wesentlich wurde, heute offensichtlich ist, war das Wesen Jesus. Was zur Zeitenwende als Sinn des Seins in Natur/Vernunft verstanden, in Sokrates ausdiskutiert wurde, im Platonismus maßgeben für das menschliche Leben und Recht war, galt dem aufgeklärten Judentum, dessen Tempel der Kosmos war, als Bestimmung/Thora, war als lebendige königliche Weisheit die historische Wirklichkeit Josua, lat. Jesus als Christus.

Die in Natur erkannte Sinnhaftigkeit/Vernunft galt im Diasporajudentum der Zeitenwende als die von Moses-Propheten (als frühe Philosophen gesehen) bekannte gottesbildfreie Bestimmung: Wort. Dies war in neuem prophetisch-bildfreiem Bund auf weltgültige Weise der Gesalbte: König. Der aufgeklärte Verstand antiker, in Natur begründeter Vernunftlehre als das durch Moses bekannte Wort (schöpferische Bestimmung im Verstand des Volkes) hat so vom Aberglaube an jüdische Gesetzlichkeit, wie der römisch-griechischen Göttermysterien befreit. Dies gab Hoffnung auf eine neue Zeit, was  als Wirklichkeit Josua, lat. Jesus gesehen wurde. Die Herkunft und Verurteilung der vereinzelt Jesus genannten christlichen Vernunftbestimmung durch die alte Obrigkeit, die Missverständnisse bei den eigenen Jüngern auf dem ewigen Weg nach Jerusalem und wie dabei die in allem natürlichen Werden begründete Vernunft als der wahre Pantokrator, Gottessohn und König der Juden erkannt wurde, hat nichts mit dem heute gelehrten Guru zu tun. All das, was in der Theologiegeschichte Markus in alten Bildern im Stile eines Kaiserevangelium berichtet wird, war keine Hallunzination nach dem Tod eines Heilspredigers, sondern begründete sich im neuen Verstand schöpferischer Bestimmung.

Was zu einem neuen Bund führte, der das Prophetentum weltgültig machte, Juden und Römer versöhnte und so Hoffnung auf ein Leben in Weisheit und Friede gab, war ein umfassender denkerischer Erkenntnisprozess, bei dem es um die Natur, deren Sinnhaftigkeit in Vernunft ging. Der Reformprozess, bei dem in Betrachtung der gesamten Kultur- und Weltgeschichte der von hellenistischer Philosophie in Natur bedachte menschliche Sinn „schöpferische Vernunft“, als die den Propheten geltende Bestimmung/Wort in Wirklichkeit Josua, lat. Jesus verstanden wurde, lässt sich zwar bei Philo von Alexandrien, damit dem philosophischen Diasporajudentum nachlesen. Doch ging dieser Reformprozess weit darüber hinaus. Er liegt dem Manichäismus als damals bedachte alle Religionen aufnehmende Weltglaubensform ebenso zugrunde, wie anderen jüdischen Erneuerungsbewegungen. Die Suche nach neuem jüdischen Bund lässt sich selbst in Qumran und in vielfältigen, teils auch vergeisterten oder wie der Marcionismus die alten Gottheiten verwerfenden Reform-/Erkenntnisbewegungen beobachten, die als „falsche“ Wege der Erkenntnis (Gnosis) von der Kirche abgelehnt wurden. Dieses Frühchristentum und seine Mission lässt sich nicht in Halluzinationen erklären, die Anhänger eines Handwerksburschen hatten, sondern war eine in Natur/Schöpfung begründete menschlich-soziale Sinnhaftigkeit. Was damit weit über die alte Naturvergötterung, Gottessöhne hinausging und mehr als die philosophisch abstrakte Lehre kulturbestimmend wurde.

Auch der Koran weist Jesus als Wort/Vernunft aus, die dort der Prophet verkündete

Die aufgeklärte Sicht des christlichen Wesens wirft auch ein völlig neues Licht auf die Enstehung des Islam. Denn dort galt das christliche Wesen nicht als römisch-griechischer Gottesssohn. Als sich im Rahmen der christologischen Diskussionen sowie aufgrund anderer kultureller Vorprägung und politischen Umstände die Wege trennten, ging es um das Wesen und die Ausdrucksweise der Vernunft. Die Kritik von Wissenschaftlern, die in Mohammed nicht nur aufgrund der Schriften, sondern auch nach numismatischen Funden ein „Ummünzen“ Jesus nachweisen, greift zu kurz, wenn dabei im Christentum nur ein junger Mann an den Anfang gestellt wird. Als im Neuen Testament die Weltvernunft als Pantokrator oder in Latein dann in Christologiekürzeln oder Gottesnamen beschrieben wurde, war im Koran schon von Josua/Jesus zu lesen, wie Ersamus von Rotterdam erstmals einheitlich übersetzte. Doch „Isa ibn Maryam“, der bei den Arabern kein Gottessohn war, nicht am Kreuz starb und dessen Mutter im Koran auf eine die Kirche übertreffende messianische Weise (nicht als jungen Frau) dargestellt wird, galt dort bekanntlich als Wort: die in arabischer Aufklärung damals noch lebendige, dem Denken der Kalife und Gelehrten zugrunde liegende Sinn-/Vernunftlehre. Wo der arabische Prophet sprach, die Juden und Christen als Besitzer der Schrift, damit als „Buchgläubige“ angesehen wurden, ging es um eine in Natur/Schöpfung begründete Vernunft, nach der heute alle aufgeklärte Menschen rufen. Und sich heute die monotheistisch genannten Geschwister nur noch auf ihre Bücher/Schriften, statt die gemeinsame in Natur/Ökologie, wie in kultureller Geschichte/Evolution begründete Weisheit/Weltvernunft berufen. 

Da es haarsträubend ist, jetzt nicht nur den Kirchenvätern, sondern auch noch den Kalifen und Verfassern des Koran unterstellen zu müssen, sie hätten einen häretischen Heilsprediger als das gesehen, was ihnen in wissenschaftlich-philosophischer Vernunft als Wort/Logos heilig und maßgebend war, kippt allein das Wissen um die Bedeutung Jesus im Islam und die gemeinsame Geschichte, die heutige Hypothese (unter http://www.jesus-lebt-wirklich.de weiter begründet).

Die Weltvernunft: in natürlichem Werden/Welt begründete, für alle Welt maßgebende Vernunft/Sinnhaftigkeit war das christliche Wesen

Die auch bei Johannes als christliches Wesen vorgestellte und in vielen antiken Denkweisen diskutierte in Natur begründete Vernunft/Sinnhaftigkeit (Logos) wurde als lebendiges Wort/Weisheit verurteilt, sagte statt der Traditionsgesetzlichkeit und Orakeln was Recht ist. Die in Natur begründete Sinngebung/Vernunft stand in Diskussion mit jüdischer Schriftgelehrtheit und römischer Herrschaft, hat von Blindheit geheilt, wurde im Prozess der Zeit und wird von den eigenen Anhängern/Jüngern bis heute als Wesen Josua/Jesus missverstanden.

In Person (kulturelle Rolle/Aufgabe) eines zeitgemäße Philosophie, wie jüdische Weisheit verkündenden Gottessohnes auf dem Weg nach Jerusalem (so jüdischer, wie römisch-griechischer Kultur gerecht werdend) hat dies nicht nur den heutigen Humanismus sowie Verantwortung begründet, bis zur Aufklärung getragen. Dank dadurch gegebenen Wissens wird hier ein aufgeklärtes Christentum als eine universale, erneut natur- und kulturwissenschaftlich begründende Vernunftreglion weitergedacht. Deren Zweck eine globaler Verant-wort-ung und schöpfungsvernünftige, damit auch ganzheitliche, dem eigenen Wohl dienende Lebensweise ist. Wofür sich ein im Westen erwachsener mündiger Mensch aus rationalen Gründen einsetzen müsste.

Vorweg: Natürliche Ratio als Grund und Aufgabe aller Religion

Wo sich Religionen auf die Buchstaben ihrer Bücher, Gurus als Gründer oder inzwischen gar persönlichen Halluzinationen bei deren Anhängern oder sonstige Hirngespinste persönlichen Glaubens völlig fern aller philosphisch-naturwissenschaftlichen Erkenntis begründen, kann kein gemeinsamer Nenner bedacht werden. Noch können diese dazu beitragen, dass sich aufgeklärte Menschen im schöpferischen Sinne und sozial gemein-sinnig verhalten. Da hilft auch die gemeinsame Berufung auf den Gott Abrahams oder Moses nicht weiter, sondern ist Gewalt und Missbrauch die Folge. Doch wo nach heute gegebenem Wissen nach dem Grund der Gottesbegriffe, der Gründergestalten und Schriften gefragt wird, beginnt friedliche Versöhnung der Kulturen. Auch wenn die in aufgeklärter Weise zurecht ihre kulturelle Verschiedenheit behalten, sich aus rational einsichtigen Gründen weiter auf ihre Gründer berufen, zeigt sich: Was heute als „Ökologie des Menschen“ allseits gepredigt wird, in der Antike als „schöpferische Vernunft“ galt, war nicht nur Grund des Christuskultes in neuer Wirklichkeit Josua, lat. Jesus, sondern der verschiedenen Philosophien, Weisheitslehren und ihrer Kulturausprägungen.

Nicht erst bei den ein Kult- und Rechtssystem ausbauenden Babyloniern, sondern bereits in steinzeitlichen Kulturen ging es um eine in der Natur, ob im Sonnenverlauf oder Sternensystem, in Europa, wie auch an Euphrat und Tigris oder in der Fruchbarkeit der Nilschwemme beobachtete Sinnhaftigkeit/Vernünftigkeit.

Bei den Äyptern wurde das ihre Hochkultur tragende, in Natur begründete Vernunft-Modell für menschliche Gerechtigkeit und Ewigkeit „Maat“ genannt und in menschlicher Gestalt, auch Gottessöhnen verehrt. Wo das Prophetentum die Opfer an die menschlichen Gottes-/Mittlergestalten durch das Wort, Weisheit im Volk ersetzte, dann das Christentum erwuchs, galten keine jungen Männer als Christus oder gar nur Halluzinationen ihrer Änhänger und sonstige Hirngespinste. Allein das Wissen um die gesamten Vorgänger, auch die römisch-griechen oder jüdischen Brüder Christi wie die Kabbala (die in Zahlen- und Buchstabenmystik alter kosmischer Wirklichkeit treu blieb), macht die heutige Historien-Hypothese völlig unwissenschaftlich.

Die natürlich-kulturelle Kreativität/Vernünftigkeit wurde in einer Vielzahl von oft austauschbaren Gottessöhnen mit den bekannten Namen wie der ägyptischen Isis oder dem dann in Europa noch in langer Konkurrenz zu Christus stehenden persischen Mithras auf mysteriöse Weise verehrt. Diese dann im philosophischen Monismus in Jupiter/Zeus als Pantokrator und Göttervater zusammengefassten Söhne, standen für veschiedene Wesentlichkeiten im kosmischen Werden, wie der Kultur. So sollte die persisch-europäische Christus-Konkurrenz in noch mysteriösen Männer-Zermonien, bei denen viel Stierblut floss, Vernunft im Volk bewirken. Auch die Rolle der zweibeinigen Gottesöhne, wie des Pharo und der Könige und Kaiser war es, die im Kosmos begründeten Vernunft-herr-lichkeit zum Staat zu machen. Wozu auch die Orakel und der Kaiser-Opferkult dienten. Für die nicht nur wegen Nero und der folgenden Soldatenkaiser die Zeit als göttliche Herrlichkeit abgelaufen war. Denn der Sinn des Seins und so des richtigen Verhaltens wurde nicht mehr in Leberschau, Tierdärmen und Göttermythen begründet, sondern auf philosophische Weise in Natur/Vernunft erklärt. So dass immer mehr Frauen und Männer den alten Gottessöhnen und dem Kaiser die Kultopfer verweigerten, daher als staatsgefährende Atheisten verfolgt und wegen Verehrung der Vernunft/Weisheit als  Christen beschimpft wurden.

Denn das in Himmelsbeochtung, wie Werden (nat. Schöpfung) begründete Wort (hebr. auch Vernunft), das den sich in sog. Exilszeit von Gottesbild-Opfer befreienden Hebräern als Weiseit des Volkes der wahre König war, galt dann in seiner weltgültigen Begründung (Vernunftlehre früher Natur- und Kulturwissenschaft: Logos) durch hellenistische Juden der Zeit Jesus, auch Unbeschnittenen. Die als lebendige Thora verstandene frühwissenschaftliche Natur-/Vernunftlehre (Logos) wurde so in ihrer weltgültigen Kulturbestimmung als die Wirklichkeit gesehene, für die Josua, lat. Jesus stand.

Dabei ging es um die natürlich begründete schöpferische Vernunft, wie sie auch der Indianerhäuptling Seattle in der berühmten Rede „Wir sind ein Teil der Erde“ vor dem amerikanischen Kongreß dem „Weißen Mann“ vorhielt. Der „Weiße Mann“ sah sich 1855 jedoch nicht mehr als natürlicher Teil eines von den alten Kulturen, wie von den Indianern in Sternen, Blumen, Tieren, wie dem Jahresverlauf beobachtenden sinnvollen Geschehens, sondern berief sich dem Buch nach auf Christus. Der jedoch damals bereits der in natürlicher Schöpfung begründeten Weisheit, die er auch laut theologischer Lehre verkörpern würde, kaum mehr gerecht wurde. Doch mit der Aufklärung ist nicht die Bedeutung Christi und der Schrift genommen, sondern kann deren grundlegende Weisheit wieder in aufgeklärter Weise wieder dort verstanden werden, wo sich auch der Indianerhäuptling  begründete.

Die im natürlichen Werden begründete Weisheit, wie sie im Norden Eurpos vormals auch den Kelten galt und letztlich allen großen Religionen zugrunde liegt, war im Judentum nicht nur Maß rechten menschlichen Lebens, sondern ohne göttlich-menschliche Mittlerwesen kulturbestimend. So begründete auch die antike Philosophie (nicht nur in Griechenland) ihre Lehren in nun vernünftig erklärter Natur und sah darin einen Sinn und somit eine Bestimmung. Und die war Juden als Wort statt Göttergestalten/-söhnen kulturbestimmend.

Was nach Erklärung der Natur in kausalen Gesetzen die Stoa als „schöpferische Vernunft“ und so als sozial-naturgerechten Lebensweise lehrte, dann in jetzt weltgültiger prophetisch-christlicher Religion kulturbestimmend wurde, gilt heute als eine in Ökologie und auch in kultureller Evolution begründete kulturgerechte Lebensweise. Dies geht weit über grünes Benzinsparen… hinaus, umfasst das gesamte menschliche Sein. Die kreative Ratio in menschlicher Kultur wird nicht nur auf Weltklima-, wie Friedenskonferenzen diskutiert. Die schöpferische Vernunft, die Bendedikt XVI. in intellektuellen Reden oft als mit Verstand einsehbares Wesen des christlichen Glaubens im Weiterdenken der Philosophie bezeichnete, hat er in seiner letzten großen Rede vor dem Bundestag mit Blick auf die „Ökologie“ als Grund des menschlichen Rechtes zu bedenken gegeben.

Die allen Religon zugrunde liegende Ratio wurde somit vom Kirchenoberhaupt nicht mehr in der Schrift, sondern gegenwärtig/weltgültiger Schöpfung begründet. Und wird so auch von Franziskus in seiner „Umweltenzyklika“, wie von aller Welt, als „Ökologie des Menschen“ gepredigt. Was im Aberglaube (an einen angeblichen jungen Mann und seinen Vater) sowie in Folge auch kulturell verherrlichter Ersatzgötter, wie den Konsum, weitgehend vergeblich bleibt.

Was die Häuptlinge der Kirche dem „Weißen Mann“, Benedikt XVI. philosophisch in seiner ökologisch begründeten Rechtsrede vor dem Bundestag, Franziskus als Praktiker in seiner  Umweltenzyklika und Reden rund um die Welt zu bedenken geben, verweist auf die Weisheit, die auch Juden, wie Griechen in Natur begründeten. Und darin sah der Indianerhäuptling die irdische Wirklichkeit Manitus und anfängliche Christen die der Vätergottheiten, die für Juden unvorstellbar, unaussprechbar war.

Die konsensfähige Wahrheit, die den Religionen, auch der in neuzeitlicher Aufklärung buchstäblich „abgeschriebenen“ christlichen Religion zugrunde liegt und die so den unzähligen Denkern, von den anfänglichen Aufklärern bis Monisten, dann Materialisten, marxistischen Sozialisten oder modernen Denkern verdeckt blieb, ist offenbar. Sie wird heute dort erklärt, wo die Welt auf naturwissenschaftliche Weise als Evolution oder Ökologie und so der gesamte Mikro- und Makrokosmos beschrieben wird. Bis zur Aufklärung war Christus dem Buch nach Bestimmung. Und auch wenn er so bedeutungslos und unhaltbar wurde, machte das hoheitliche Wesen Jesus, das vor wenigen Jahren Klaus Berger in Heidelberg noch als historische Wahrheit lehrte, seine Christologie noch halbwegs schlüssig. Heute ist es einzig noch die unwissenschaftlich gewordene Hypothese von einem in Halluzination zum Christus gewordenen jungen Mann, die einer nicht nur in Ratio begründeten, sondern die Menschen zur ökologisch-sozialen Vernunft führenden universalen Religion (im Westen im Namen Jesus) im Wege steht.

  1. Der Vision schöpferischer Vernunft,

heute in Ökologie sowie auch kultureller Evolution begründeter, ganzheitlicher, zukunftsgerechter, ökologisch und sozialer gerechter Lebensweise

        steht nichts mehr im Wege.

Wie sich in der Geschichte beobachten lässt, ist die Gestalt einer in Natur/Schöpfung begründeten Vernunft in vielen Schritten kultureller Transformation erwachsen. Es war ein ewiges neu Entdecken und kreatives weiterdenken alter Erkenntnisse sowie der Auferstehung (aufgeklärten Verstand) der alten Kultbilder. Dahinter steht eine Sinnhaftigkeit/Vernünftigkeit, die die erstmals ein Weltbild entwickelnden und auch als Gesetz formulierenden Babylonier im kulturellen „Ur“ (Abraham), die Ägypter (als deren Hochkultur tragend in Maat und ihren Vergötterungen), die sich vom Pharonen-/Königs- und Götterkult befreienden Hebräer (frühphilosophische Propheten in Moses) in der Ordnung des Sternenhimmels, in Mond- und Sonnenverlauf, wie in der Fruchtbarkeit und Kreativität allen Werdens beobachteten. Was von Hebräern als Wort/Thora verschriftet an Stelle des Königskultes, der Opfer an menschliche Götter getreten war, die von den Priesterfamilien verspeist wurden.

Was so die vorsokratischen Naturphilosophen bedachten, im Namen Sokrates ausdiskutiert wurde, die Pythagoräer berechneten, der Platonismus indealistisch lehrte, die Hellenisten in Vernunft erklärten und die Stoa abstrakt zum Lebensmaß machen wollte, ist als Grund christlichen Glaubens kulturbestimmend geworden. Denn dies galt Juden der Diaspora in vielfältigen Reformbewegungen zur sog. Zeit Jesus bekanntlich als gottesbildfreie, kulturbestimmende irdische Wirklichkeit Josua, lat. Jesus. Das neue Verständnis wurde als schöpferische Gabe/Hilfe gesehen. Es begründete so die Hoffnung auf ein Leben in Vernunft und kulturellen Friede. Wie sie Kalife noch dort hatten, wo die Vernunft dann nicht als Gottessohn mit Kreuz galt, sondern in einem Propheten zum Ausdruck gebracht wurde.

Die schöpferische Natur, die bei den Mayas oder in Stonhenge Maß der Dinge war, auch Grundlage östlicher Philosophien, ihrer Weisheit sowie Religionen ist und heute als eine in Ökologie begründete gerechten Lebensweise oder ganzheitlich, weltvernünftig-humanistische Weisheit gepredigt wird, war und ist auch das christliche Wesen. Diese urspünglich in Mythen und Gottessöhnen vermittelte universale Instanz menschlichen Rechtes, rechten Lebens und sittlichen Verhaltens wurde von Religionen in Gottesgestalten verehrt, verschriftet (Wort), hat so auch als Rechtsnorm volksgerecht über die Tiefen der Zeiten getragen. Sie ist jedoch nicht von Religionen vorzugeben, sondern ging von einem denkerisch erfassten wesentlichen Sinn/Grund des Ganzen aus. Die so begründete Vernunft war in den verschiedensten Kultur-Modellen und meist menschlichen Gestalten zu vermitteln, kulturgerecht einzuverleiben.

Wie ohne einen gemeinsamen Kult auf Dauer kein Staat zu machen ist, lässt sich nicht nur in kultureller Entwicklung erkennen, sondern war auch der antiken Bildung bewusst. Die Aufgabe zum neuen Judentum konvertierter, wegen Opferverweigerung als staatsgefährende Atheisten verfolgter und als Christen beschimpfter Römer war groß. Sie hatten die im prophetischen Sinne gottesbildlose, als kulturbestimmendes Wort verstandene neujüdische Vernunflehre nicht nur als die Funktion zu vermitteln, die die griechisch-römischen Gottessöhne, so auch der Kaiserkult bisher hatte. Wie in Markus zu erkennen, musste diese Vernunft (das christliche Wesen) nach Verurteilung durch alte Obrigkeit, wie unter Missverständnissen der eigenen Jünger in römisch-griecher Kirche als menschlich-kulturgerechte Person (Rolle/Aufgabe) das Kreuz der Gottesssöhne auf sich nehmen. An der Achse der Zeiten/Kulturen wurde die in Schöpfung begründete Vernunft/Sinnhaftigkeit nur als Gottessohn dann nicht nur vom römischen Hauptmann in der Kultfunktion des neuen Weltkönigs gesehen. Im volksgerechten Kult im Erbe der aufgeklärt verstanden Vorbilder (Auferstehung) konnte sie nur so zur Mission und messianischen Wirklichkeit für die westliche Welt werden, die so bis zur Aufkärung trug. (Ein junger Häretiker, den die Obrigkeit „um die Ecke brachte“, wie er heute als in Halluzinationen seiner Anhänger auferstanden gelehrt wird, kommt weder in der Geschichte, noch in der Theologie der Passionsberichte vor.)

Die Aufgabe der Religion ist es, im Rückgriff auf die kulturellen Vor-Bilder die in natürlicher Schöpfung begründete Ratio in emotionaler Weise, über die kognitive Seite hinausgehend ganzheitlich einzuverleiben (Fleisch werden zu lassen). Die Religion muss so auch der inzwischen selbst von den Päpsten gepredigten „Ökologie des Menschen“ zum wahren Leben verhelfen. Denn was wir heute geschichtlich als Anfang der christliche Religion beobachten können, war ein denkerisch in Natur/Vernunft begründeter Glaube, der auch die Kultfunktionen und -praktiken rational bedachte. Ebenso, wie er hierfür auf höchst kreative Weise neue Kultleseexte verfasse, die die im aufgeklärten Verstand (Auferstehung) erfüllten Vor-bilder aufleben ließen. Dem christlichen Glaube liegt weder ein Hirngespinst des Glauben, noch ein als Christus vergötterter Guru zugrunde, sondern ein aus antiker Aufklärung hervorgegangeness jüdisches Sinn-/Vernunft-Verständnis, wie es in den Beiträgen vorher beschrieben ist. Dort, wo das Christentum und seine Texte entstanden, galt der frühwissenschaftlich beschriebene Kosmos jetzt als Tempel und Thora. Bei hellenenischen Juden, auf die sich die Kirche berief und hier auch die Kulttexte eines Neuen Testamentes bezog, war bekanntlich nicht mehr die Traditions-, sondern die Vernunftlehre früher Natur- und Kulturwissenschaft (Logos) das offenbarte weltgültige Wort, neuer König. Die natürliche Ratio sagte was Recht ist. Dies war die irdische Wirklichkeit eines neuen Josua, lat. Jesus und wurde so auch im philosophischen Judentum (wenn auch vereinzelt) benannt. Die bereits im Namen Abraham, wie auch Mayas oder im TAO, in griechischen, wie östlichen Philosophie im natürlichen Ganzen begründete und so maßgebende Vernunft war der wahre Christus.

Der aufgeklärte Verstand des hellenistischen Judentums begründete in einem nun nicht nur Beschnittenen geltenden Bund eine universale Religon. Was zur Zeitenwende Aberglaube vertrieb, jüdische taub gewordene Schriftlehre/Traditionsgesetzlichkeit überwand sowie die Funktion der Gottessöhne übernahm und Hoffnung auf eine „Goldene Zeit“ (gelobtes Land) gab, war so als Josua, lat. Jesus eine historische Wirklichkeit, die weiterlebt.

Die christliche Offenbarung in Jesus Christus, die den neuzeitlichen Aufklärern der Schrift nach noch buchstäbliches Gesetz war und sich auch auf ihre wundersame Weise mit einer in Naturwissen/Vernunft rational begründeten Religion nicht vereinen ließ, war damit in ursprünglicher Wahrheit das, was auch die antiken Aufklärer wollten. Was heute von Neutestamentlern nur noch als „von der menschlichen Psyche konstruierte Massensuggestion“ beschrieben wird, ist historisch als Grund weder haltbar, noch würde dieses „Nichts“, in dem inzwischen das Christentum an der Hochschule begründet wird, einem aufgeklärten Christentum als Vernunftreligion entgegenstehen. Vielmehr lässt sich der ursprüngliche und wahre Grund des christlichen Glaubens im bildhaften Verstand der theologischen Geschichten sowie der realen Geschichte genau in der Vernunft belegen, die nach dem von Nietzsche beklagten „Gottestod“  wesentlich wurde. Und die heute auf ihre säkulare Weise, ohne Kult(ur)bestimmung, allseits weit vergeblich gepredigt wird.

Der junge Mann, der in den als „nachösterlich“ bezeichneten, psychologisch erkärten Visionen zum Offenbarer einer jetzt universalen jüdischen Glaubens- und Lebenslehre  gemacht worden sein soll, ist unhaltbar. Der ist, wie in vielen Beiträgen belegt, mit der Herkunft, dem Verlauf der Kulturgeschichte und dem, was wir über die Hochzivisation der Zeitenwende, insbesondere Diasproajuden und die Kirchengeschichte wissen, völlig unmöglich zu machen. Denn dort wurde über das Wesen der Natur/Vernunft heiß diskutiert, ein neuer grenzenloser, auch Unbeschnittenen geltenden Bund in Vernunft bedachten, sowie für dieses Neue Testamentes neue Texte zur Kult-lese verfasst. Ein vergötterter junger Mann kommt weder in der Geschichte, den biblischen Theologie-Geschichten oder gar den eindeutig vom Logos/Vernunftlehre ausgehenden frühen Diskussionen und kirchlichen Lehren vor.

Es ist einzig noch die unwissenschaftlich gewordene Hypothese, die den historischen Jesus als einen in Halluzinationen seiner Anhänger herrlich gewordenen Guru lehrt, die verhindert, dass das Christentum im Grunde als eine globale Vernunftreligion erkannt wird. Nur ein historisch nicht haltbares Hirngespinst als Grund des Christentums schließt damit aus, dass die im Diasporajudentum als neue Bestimmung (Wort) verstandene frühwissenschaftliche Natur-/Vernunftlehre (Logos) als historisches Wesen des christlichen Glaubens bedacht und Christen ihren Kult wieder in Vernunft rational einsichtig begründen.

Dass nach mittelalterlichem Verfall der katholischen Lehre die Schriftnorm notwendig war, die Aufklärung so den Christus bisher auf einen Wanderradikalen verkürzte, lässt sich verstehen. Auch wie der ins Herz geschlossene Gutmensch, den Theologen lernten und nach dessen Spuren viele selbst gruben und darauf ihre Forschungen und Lehren, wie den Glaube gründeten, alles Wissen ausblendete, ist verständlich. Doch heute kann niemand mehr einen historischen Fakt nennen, der dagegen spricht, den Grund des christlichen Glaubens dort zu bedenken, wo die Natur/Vernunft als neue jüdische Bestimmung/Wort, damit die Wirklicheit Josua/Jesus verstanden wurde. Denn dass geschichtlich etwas war, steht außer Zweifel. Dies lässt das Abstreiten des historischen Wesen Jesus Christus, seine Reduktion auf aufgewärmte jüdische und griechische Mythen als unwissenschaftlich erscheinen. Aber mit dem, was heute an den Hochschulen als Notdürftigkeit hinten herauskommt, sind die Anfänge nicht mehr zu erklären.

So gibt es keinen einzigen vernünftigen Grund mehr, der dagegen spricht, die wissenschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen, um die zur Zeitenwende geltende Stimme der Vernunft/Natur als den zurecht Josua/Jesus genannten Grund des Christuskultes zu verstehen. Damit das, was in aufgeklärter Weise als Sinn machend, im öko-logischen Sinne wesentlich, weltvernünftig, humanistisch-ganzheitliche Lebensweise, Ökologie des Menschen… gefordert wird, von mündigen Menschen (von Christen im Namen Jesus) in einer rational begründeten „christlichen“ Religion kult(ur)bestimmend gefeiert und gehalten werden kann.

     2. Auferstehung der Vernunft in Religion

Edward Herbert von Cherbury, John Locke oder David Hume, Jean-Jacques Rousseau, Leibnitz, Hegel und Kant wacht wieder auf. Wenn die Neutestamentler ihre Aufgabe erledigen und das heute gegebene Wissen um die christlichen Anfänge auswerten, ohne alles auf eine völlig unhaltbar geworde Weise auf die gelernte und gelehrte Hypothese zurechtbiegen zu wollen, kann die gedachte Vision wahr werden. Im aufgeklärten Verständnis der Anfänge steht der Vision einer natürlichen, von Aberglauben befreiten, Kulturgrenzen überschreitenden, mit Wissen und Verstand versöhnten, rational begründeten Religion nichts mehr im Wege. Für das, was sich bereits am Anfang der Aufklärung als unumgänglich zeigte, muss keine neue Religion erfunden werden. Es genügt die konsequente Auswertung des in Aufklärung gegebenen Wissens über die historischen christlichen Anfänge. Was dann auch bei den Geschwistern zur Aufklärung führen wird.

Eine Religion, die völlig unbedeutend geworden ist, über die man heute mit kaum einem vernünftig denkender Menschen noch reden kann und die längst wisssenschaftlich „abgeschrieben“ ist, kann so mündige Menschen im aufgeklärten Verstand bedeutend werden. Sie kann ihnen in natürlich-vernünftiger Begründung zur  Kult(ur)bestimmung werden, zu einer global verant-wort-lichen, auf kreative Weise zukunftsgestaltenden Lebensweise und einem über das Christentum hinausgehenden kulturellem Frieden führen.

3. Die Vision der Aufklärung im 17. Jahrhundert kann wahr werden

Am Beginn der Aufklärung begründeten sich in Deutschland der noch die peußischen Tugenden prägende Pietismus, in einer persönlichen Frömmigkeit und tugendhaften Lebensweise. Da auch sich auch hier mit Beginn der Aufklärung die Erkenntnis durchsetzte, dass das protestantisch-buchstäbliche Glaubensverständnis nicht mehr zu halten war, beriefen sich zahlreiche Denker in der Kritik der kirchlichen Entwicklung auf frühchristliche Lebensgemeinschaften.

Doch gleichzeitig suchten in England Aufklärer bereits einen neuen, rationalem Verstand einsichtigen Grund für den Glauben. Von dem lange vor Luther beginnenden Reformdenken, das Roms Autorität abstritt, den politischen geschichtlichen Belgeitumständen im Wandel der Zeit, bis zu vielfältigen Denkweisen nach dem Ende päpstlicher Lehrautorität, ließ sich in der Geschichtsvorlesung der Nachreformationszeit ein umfassender Prozess denkerischer Auseinandersetzung erkennen. Ein Prozess, wie er auch in antiker Aufklärung, bei der Entstehung des christlichen Glauben in vielfältigen Bewegungen und ihrer Verurteilung durch die alte Obrigkeit zu beobachten ist. Was allein die Hypothese von einem gegen die alten Obrigkeiten aufbegehrenden, in Halluzinationen seiner Anhänger zum offenbarendenen Maß aller Dinge geworden Heilsprediger ebenso absurd macht, wie ein reines Hirngespinst zu unterstellen. Dass dies dann von römischen Bildungsbürgern, denen Bildung und Vernunft heilig und im jüdischen Sinne bestimmend waren, als Grund der Kirchengeschichte theologisch ausformuliert worden sein soll, ist unmöglich. Ein Guru, der nach Verfall traditioneller jüdischer, wie römischer Autoritäten durch Visionen seiner Anhänger zum neuen jüdischen Glaubensgrund und Lebensmaß, gar als Erfüllung der Thora konstruiert wurde, ist völlig unhaltbar. Das ist so wissenschaftlich, wie die aus den politischen Umständen der Zeit und unzähligen Denkern hervorgegangene Reformation, samt die übersetzte, zur Autorität erhobene antike Schrift, allein in der Psyche von Luther besoffener Protestanten begründen zu wollen. Wobei die selbst im größten Suff keinen egal wie gebauten Menschen als die Maßgabe gesehen hätte, wie es für gebildete Römer, die in Straßennachbarschaft Senecas die Markusgeschichte verfassten, das christliche Wesen war.

Es schein eine ewige „Reise nach Jerusalem.“ Denn ähnlich, wie sich in der Antike nach dem Wandel vom Mythos zu Logos und dem zunehmenden Verfall alter Autoritäten vielfältige Neuerungsbewegungen, nicht nur im Judentum bebachten lassen, war dies auch am Beginn neuzeitlicher Aufklärung, als das in den Mythos zurückgefallene Mittelalter zu Ende ging. Man muss sich die ganze, aus vielen Begleitumständen und von unzähligen Denkern getragene Entwicklung, das Ringen um das wahre Wort, die richtige Lehre nach Ende päpstlicher Autorität und die so entstandenen vielfältigen Irrläufer der Geschiche vor Auge führen. Um dies dann mit den auch nach dem Wandel vom Mythos zum Logos entstanden, sich bitter bekämpfenden Erkenntnis-/Erneuerungslehren zu vergleichen. Allein dann wird die Absurdität heutiger Heilsprediger-Hypothese mehr als deutlich.

Lange bevor sich in Deutschland die Aufklärung durchsetzen konnte, waren in Holland die Umstände gegeben, entwickelte sich ein aufgeklärtes, in Wissen und Vernunft begründetes Bild der Welt. Wofür Namen wie Rene Descartes oder Baruch Spinoza stehen. Und wer in der Vorlesung über die nachreformatorische Entwicklung auf die kirchenkritischen französischen Aufklärer wie Voltaire oder deutsche Denker wartete, war dann überrascht: Englische Aufklärer, denen damals noch ein Christusverständnis als Schrift gewordene „Offenbarung“  im Weg stand, wie es heute in wissenschaftlicher Konsequenz obsolet ist, haben genau das bedacht, was heute mehr denn je notwendige ist: Eine in Natur/Vernunft rational einsichtig begründete Kultform, die mündige Menschen in aufgeklärter Kulturgemeinschaft zur ökologisch und kulturwissenschaftlich begründeten Weltvernunft bringen könnte.

Doch heute steht nicht die damals zum Materialismus, der Realsäkularisierung, somit sinnlosen Ersatzgöttern (von Konsum, Kapital, Freizeitvergnügen bis zum Fußballgott) führende Naturwissenschaft einer vernünftigen Kult(ur)bestimmung im Wege. Es ist einzig die inzwischen unhaltbar gewordene, aber weiter an den Hochschulen vertretene Hypothese von einem in der Psyche seiner Anhänger oder durch die Kirchenlehre herrlich gemachten Handwerksburschen. Nur die verhindert, was in England oder Frankreich von Rousseau, dann auch von deutschen Philosophen und Idealisten bedacht wurde.

4. Edwart Herbert of Cherbury: freidenkerischer Beginn rational begründender natürlicher Religion

Was später ausformuliert, im Deismus, damit einem verstandsbegründeten Gottesverständnis noch in den Gegensatz zu „Offenbarungsreligionen“ mit heiligen Schriften gestellt werden musste, wurde von einem quereinsteigenden Baron, Soldat, Diplomat, Historiker, Dichter und Religionsphilosoph (Wiki) am Beginn des 17. Jahrhunderts bedacht.

Die Prinzipien einer rational begründeten Religion, wie sie der weitgehend vergessene Herbert of Chrerbury formulierte und die sich nach der Aufklärung als unumgäglich zeigen, heute mehr als notwendig wären, sind bei Wikipedia nur kurz, aber ähnlich wie von Professor Strom vorgestellt:

Die Religion ist ganz Sache der Vernunft (Deismus). Diese zielt darauf ab, primär im Dienste der Moral zu stehen. Nach der Argumentation des englischen Freidenkers kann der Mensch nur dann den Fokus auf das individuelle Menschsein legen, wenn die Moral/Ethik den Mittelpunkt des Lebens darstellt. Und diese Wahrheit aller Religionen wurde von Herbert dort begründet, wo die Stoa ihre Tugend-/Lebenslehre in einer „schöpferischen Vernunft“ nach früher Naturwissenschaft begründete. Wo wir aber heute, wie es Herbert noch nicht möglich war wissen, auch hellenistische Juden die gegenwärtige Bestimmung (Wort/Thora) in Wirklichkeit Josua, Jesus verstanden.

Die Wahrheit beruht auf Facultes, auf einem der menschlichen Vernunft eigenen, von der schöpferischen Vernunft gegebenen „Instinctus Naturalis“, der als höchste Norm der Wahrheit zugleich auf die „Communes ilege Notitiae“ hinweist, die der Prüfung und Ordnung bedürfen. Eine solche „lex“ fördern alle Völker.

Dies wurde von Herbert von Cherbury, der damit der christlichen Offenbarung in einem jungen Juden als Christus und der Schrift kritisch gegenüber stehen musste, als Konsens aller Religionen gesehen. Die Aufklärung  begann erst später an den hoheitlichen Aussagen über Jesus zu zweifeln, diesen kurzschlüssig zu rationalisieren, sich als einen einfachen Menschen vorzustellen. Doch so konnte damals noch weniger erkannt werden, wie die Vernunft, wie sie die griechische Philosophie bedachte und in die Stoa zur Lebenslehre machte (worauf sich der Religionsphilosoph zurecht als Konsens aller Religionen berief), das offenbarende, in der Vernunft/Sinnhaftigkeit allen natürlichen Werdens begründete christliche Wesen war. Eine Wesentlichkeit, in der hellenistische Juden in Folge Moses die Wirklichkeit Josua, lat. Jesus verstanden, war so auch für freidenkerische Monisten wie Ernst Haeckel nicht zu denken. Der sich damals zum Gegenpapst ausgerufene Naturwissenschaftler prägte in Bezug auf die frühwissenschaftliche Vernunft-/Logoslehre für den empirschen Nachfahre der Antike den Begriff „Öko-logie“. Mit einer philosophischen Vernunftspekulation lässt sich das daher nicht abtun, was wir heute in naturwissenschaftlicher Begründung und Diskussion gegenseitig als Weltvernunft oder Ökologie des Menschen fordern. Und dass mit dem Logosbegriff ein in Halluzination herrlich gewordener Handwerksbursche nur apologetisch eingewickelt wurde, um Bildungsbürger hinters Licht zu führen, was als heutige Lehre letztlich einzig noch aufgeklärtem Verstand im Wege steht, ist unhaltbar geworden.

Der im Gegensatz zu den ihm folgenden Aufklärern weitgehend unbekannt gebliebene freidenkende  Historiker Herbert von Cherbury hat in seiner Religionsphilosophie die Grundlagen für einen Vernunftglaube, besser eine auch in ihrer Kultform die Emotionen/Gefühle ansprechende rational begründeten christliche Vernunftreligion bedacht. Damit hat er, ähnlich wie das auch im antiken Judentum, damals mit Blick auf alle Weltreligonen bedachten Suche nach neuem Bund zu beobachten ist, eine der Zeit gerechte Kultform entworfen. Eine Religion, wie sie nach der naturwissenschaftlichen Aufklärung unumgänglich wurde, wenn sie ihrer auch von Herbert bedachten Aufgabe gerecht werden will: Die Menschen zu einer gemeinsamen Moral/Ethik  (wir sagen Weltvernunft, Ökologie des Menschen, humanistischen, sozial gerechten, zukunftsweisenden Lebensweise) zu bewegen.

Wenn eine Religion nicht nur persönlich-beliebigen Glauben, menschliche Götzen oder gefährlichen, gar mörderischen Aberglauben hervorbringen will, muss sie im inhaltlichen Grunde, wie in der Begründung ihrer kulturellen Funktion auf Sachverhalte gründen, die jedem Menschen mit Verstand einleuchtend sind. Genau das wurde am Anfang der neuzeitlichen Aufklärung bedacht. Und genau das wäre in Aufklärung der christlichen Religion dann weiterdenkend auch bei anderen, heute als monotheistisch geltenden, sich bisher in Gründergestalten und alten Büchern  begründenden Geschwistern möglich.

Der Vorwurf, den man auch den auf Herbert folgenden Deisten machte, sie würden die Rolle des offenbarenden Jesus verwerfen, lässt sich auflösen, wenn die Neutestamentler nicht weiter nur einen inzwischen völlig unbedeutend gewordenen jungen Mann an den Anfang stellen. Ihre Aufgabe wäre es das zu bedenken, was sich geschichtlich in den vielfältigen Reformbewegungen des antiken Judentums und nach heutiger Auslegung auch hinter den Theologiegeschichten wie Markus erkennen lässt.

5. Der christliche Anfang ist mit offenen Augen in Natur/Vernunft zu erkennen

Auch die heutige theologische Lehre ist eine Folge der Aufkärung, hat zu einer rationale Erklärung geführt. Die sich, wo ein junger Mann an den Anfang gestellt wird, jedoch nur in Halluzinationen von dessen Anhängern oder einer späteren apologetischen Einfärbung, Hellenierung für Bildungsbürger begründen kann. Der in derzeitiger Lehre auf einen Handwerksbursche, Wanderradikalen, Weisheitslehrer… rationalisiete Christus hat zwar kaum noch etwas Übernatürliches an sich. Selbst als handauflegender Wanderprediger beweist er seine Hoheitlichkeit inzwischen nicht mehr in übernatürlichen, naturbrechenden Heilungen und Taten. Im Rahmen der Rationalisierung wurden die Wunder nicht nur als eine alten Mythen entnommene Verherrlichungsrede oder wie bei Drewermann in tiefenpsychologischer Wirkung eines galiläischen Geistheilers erklärt. In der Markusvorlesung wurden die Wunder Jesus nun in ihrer realgeschichtlichen Wirklichkeit deutlich: „Immer, wenn etwas Wesentliches zum Ausdruck gebracht werden sollte, lässt Markus einem Blinden die Augen öffnen“. So stehen die Wunder nach Professor Lampe auch als Bilder für theologische Debatten, Missverständnisse und christologische Diskussionen in früher Kirche. Und dort waren keine Geistheiler unterwegs, die Armen halfen, die kein Geld für den Arzt hatten. Wie das gegen alles selbst freigelegte Wissen aber weiter Thema der Markus-Vorlesung war. Denn wo buchstäblich nur ein junger Mann an den Anfang gestellt wird, bleibt keine keine andere Wahl, als diesen dann doch noch handauflegen zu lassen. Doch wo der Markustext Wunder berichtet, werden die Augen geöffnet, wird bei Lahmen Forschritt bewirkt. Und wo auch in den Wundern die Verstockung die Missverständnisse in früher Kirche Roms zum Ausdruck gebracht worden sein soll, ist klar, um was es geht: Denn dort wurde, wie dann auch bei den anhaltenden Missverständnissen in neuzeitlicher Aufkärung wieder, über das Wesen der in Natur begründeten Vernunft (Logos) und deren Verhältnis zu den Vätergottheiten gestritten. Es ist ein völliges Unding, bei der gesamten Diskussion, wie wir sie in den ersten Jahrhunderten in ihrer vielfältigen Form als Streit über das Wesen der Natur/Vernunft, auch mit dualistischen Denkweisen bebachten können, weiter an heutiger Hypothese festzuhalten. Solange Klaus Berger in Heidelberg den jungen Mann noch als Gott mit zwei Beinen lehrte, mich bei meiner Bitte, die Vernunft als Wesen Jesus zu bedenken, auf die Bible verwies, musste keine Erklärung gegeben werden. Wo ein das historsiche auch mit Haut und Haar das hoheitliche Wesen war, war der gesamte christologische Streit logisch. Doch mit dem, was heute als historischer Grund gilt, ist auch nicht eine der vielfältigen Diskussionen und Denkweisen, wie wir sie aus den ersten Jahrhunderten kennen zu erkären.

Der hat in keiner Weise etwas mit der gesamten Diskussion über das Wesen der Natur und damit der Vätergottheiten oder mit der Ablehnung eine dualistischen Denkweise zu tun, die (ähnlich wie im biologischen Kurzschluss neuzeitlicher Aufklärung wieder) der Natur eine negative, böse Seite unterstellte, der eine positive, gute, damit kreative gegenübersteht. Ein handauflegender Handwerksbursche, der zum Logos/Vernunftlehre erklärt wurde, die Rolle der alten Gottheiten einnahm oder gleichen Wesen war, diese jedoch offenbarte/erkärte, war mit 100%iger Sicherheit auch nicht das Thema der Konzile und philosophischen Kaiser. Bei der dann jahrhundertelang anhaltenden philosophischen Christologie-Diskussion ging es völlig unmöglich um einen hochgejubelten Landstreicher. Wo alexandrische Denker die Hauptkontrahenten waren, auf unzähligen Versammlungen von kirchlichen Intellektuellen, sowie im ganzen Volk Debatten über das christliche Wesen geführt wurde, ging es um die Rolle der schöpferischen Vernunft. Das, was die griechische Philosophie in Natur begründet hatte und so statt menschlicher Gottesbilder und Glaubensgesetzlichkeit als kulturbestimmendes Wort verstanden wurde.

6. Rationale Bezeugung in natürlicher Schöpfung: Jungfräulichkeit ist gefragt

Auch die Jungfräulichkeit ist nur im Kurz-schluss rationalisiert. Obwohl auch die alten Gottessöhne, Kaiser, gar östliche Lehrautoritäten wie Buddha ihre Autorität als Repäsentanten kosmischer Sinnhaftigkeit (schöpferischer Kreativität/ Vernunft), in nichtmenschlicher Zeugung begründeten, so allesamt als „jungfräulich“ geboren galten, wird heute auf halbem Wege der Aufklärung von einem Übersetzungsfehler gesprochen. Es sei bei der Mutter Jesus nur um eine „junge Frau“ gegangen. So muss einen jungen Mann voraussetzend, heute logischerweise argumentiert werden. Gleichwohl die Jungfräulichkeit, damit die Begzeugung der Lehre in der natürlichen Schöpfung, wie sie die neuzeitlichen Aufkärer als notwendig zeigten und jetzt möglich ist, auch genau dort geschichtliche Tatsache war, wo sich der Christuskult entwickelte. Denn die Juden der Diapora, denen der Kosmos der Tempel, das in Vernunft erklärt Werden Sinngebung, Weisheit des Volkes und Thora war und wo dann auch die Texte dieses Neuen Bundes/Testamentes entstanden, bezeugten sich in kreativer Natur.

Diese „jungräuliche“ Bezeugung in natürlich-schöpferischer Realität war genau das Gegenteil einer Berufung auf vorgesetzte menschliche Gottesbilder und Schriften. Der fälschlicherweise „Kreationismus“ genannte „Buchstabe“glaube, der nicht in natürlicher Kreativität denkt, meist im Abstreiten der Evolution ein vorgesetztes Monsterwesen als Designer oder sonstige Buchstaben beweisen will, ist das Gegenteil von einem natürlich begründeten Vernunftglaube. Auch wenn die Kreationisten scheinbar noch die Einzigen sind, die den christlichen Glaube in Natur begründen wollen, so jedoch die natürliche Schöpfung „buchstäblich“ auf den Kopf stellen. Eine solche Denkweise ist jedoch weder im Natur/Vernunftverstand des nicht buchstäblich, sondern bildhaft verstehenden Diasproajudentums zu erkennen, noch wäre er im Sinne neuzeitlicher Aufklärer gewesen.

Doch wie die sich die dann von der Naturwissenschaft abgrenzende, völlig naturfreie (damit kreative/schöpferische Wirklichkeit verleugende Lehre) so ihre „Unschuld“ völlig verloren hat, lässt sich in Vorlesungen über eine völlig naturfreien Gotteslehre ebenso beobachten, wie bei den Neutestamentlern. Der Bezug in natürlicher Schöpfung, wie er seit Anfang aller Kulturen, gerade auch in Ägypten zu beobachten ist und himmelbeobachtenden, Schöpfung in Schrift/Wort fassende Hebräern, wird ausgeblendet. Wer von einem Handwerksburschen ausgehend heute in Halluzinationen begründen muss, muss auch den himmelbeobachtenden Hebräern, auf die sich die frühchristlichen Denker zurecht beriefen, menschliche Hirngespinste unterstellen. Dem sich bekanntlich in Natur/Vernunft, in Natur- und Kulturwissenschaft begründen Diasprajudentum wird dann unterstellt, bei den dort verfassteten Schriften des Neuen Testamentes den neuen Bund in Visionen von Anhängern eines Guru gesehen zu haben.

Auch wenn ein Weisheitslehrer an den Anfang gestellt wird, kann so nicht über die im natülichen kosmischen und kulturellen Werden begründete Weisheit nachgedacht werden, wie sie im Judentum galt. Und auch wenn Gerd Theißen seinen „Galiläer“ als Wanderkyniker vorstellt, ist nichts von der Natur zu sehen, nach der auch die neuzeitlichen Aufklärer riefen. Gleichwohl bekannt ist, wie sich so antike philosophische Denkern (Diogenes), damit antike Aussteiger (aus der konventionellen Lehre/Lebensweise) zynisch (kynisch) in den Gegensatz zur Traditionslehre stellten. Die in Natur begründete Kynik war eine Denkweise, aus der sich auch die in schöpferischer Vernunft begründete Stoa entwickelte. Die dort galt, wo die Kult-Geschichten im Stile von Kaiserevangelien und theologischen Texte des jüdischen Paradigmas, wie in der Paulusliteratur zu lesen, dann verfasst wurden. Dass kynisches Gedankengut einfloss ist ebenso klar, wie die geschichtliche Gestalt eine Wanderpredigers. Doch so wenig wie einer der antiken Philosphen hat Diogenes, den im größten Suff keiner als Christus neuen Bundes gesehen hätte, hat nicht aus sich gesprochen, sondern die Natur/deren Sinn (Christus) sprechen lassen.

7. Aufgeklärter Verstand des Alten in gegenwärtiger Vernunft: Auferstehung

Und auch die wundersame leibliche Wiedererweckung nach dem Tod steht der Vernunft nicht mehr im Wege. Während immer deutlich wird, wie damit ein Neuentdecken oder Wiederverstand des Alten beschrieben ist, muss einen jungen Mann voraussetzend, die Auferstehung als eine Massensuggestion erklärt werden. Und so wir die Konstruktion des Christentum und seine Lehren in der Psyche von Sektenanhängern begründet, die ihren Guru als Gott sahen und denen dann die neuplatonischen Kirchenväter gefolgt wären. Absurd. Doch nicht allein, dass dies kulturgeschichtlich mit Blick auf die gesamten damalige Kultformen und ihre Herkunft nicht machbar ist. Dieser Guru kommt weder in der Geschichte vor, noch handelt der in den Theologiegeschichten des Neuen Testamentes. Dass aber das Diasproajudentum, dem die Kirche folgte, die Thora Moses nicht ablehnte, sondern aufgeklärt in der Natur/Vernunft verstand, Josua auferstehen ließ, ist historischer Fakt. Auch wie so der David- und Menschensohn oder König begründet war, lässt sich logisch erklären.

Während es die Spatzen von den Dächern pfeifen, dass auch die alten Gottessöhne gestoben und wieder auferstanden sind, erklärt die heutige Lehre den Wesenskern des Christenums zwar als „nachösterlich“. Doch auch dies in einem zwar rationalisten, jedoch historisch unhaltbaren Kurzschluss: als Halluzination von Sektenanhängern, die dann Disaproajuden in Rom zur Kirche gemacht hätten. Wer einen Wanderguru an den Anfang stellt, kann dann weder bedenken, wie am Beginn der Christenheit nicht nur Moses in aufgeklärter Weise als frühe Philosophie/Vernunft damit Josua, lat. Jesus verstanden wurden. Noch kann der dann bedenken, wie auch die mythischen Gottessöhne als Verehrung der Vernunft aller Natur, im antiken Monismus bereits in Zeus als Pantokrator auferstanden, so austauschbar waren. Ein Pantokrator wie Zeus, wie wie er uns auch als Christusbild geläufig ist, ist übrigens auch auf modernen exegetischen Evangelienkommentaren als Titelbild zu sehen.

Denn das, wonach die neuzeitlichen Aufklärer damals noch vergeblich riefen, war im philosophischen Judentum, dem die Kirche folgte gegeben. Der aufgeklärte Verstand der ägyptischen, dann römisch-griechischen Gottheiten als weitgehend austauschbare Vegetationsverherrlichungen, aber insbesondere die Erkenntnis der sich in den Moses-Propheten frühe Vernunftlehre/Philosophie war die Voraussetzung, ohne die es den neuen weltgültigen jüdisch-christlichen Bund, die Wirklichkeit im Namen Josua/Jesus nicht gegeben hätte.

Dass alles mit rechten Dingen zugeht, damit auf natürliche Weise erklärt werden muss, wie die Aufklärer vertraten, das hat sich auch bei der Theologielehre, die so nur einen jungen einfachen Mann an den Anfang stellt, durchgesetzt. Da sich aber in nächtlichen Visionen, die Groupies nach dem Tod ihres Gurus hatten, weder die Geschichte, noch die Theologiegeschichten es Neuen Testamentes erklären lässt, wäre es Aufgabe neutestamentlicher Theologie und Geschichtsforschung, die christlichen Anfänge dort zu suchen, wo auch der „unkonventionelle Typ“ am Beginn der neuzeitliche Aufklärung eine Vernunftreligion begründen wollte.

Herbert berief sich auf die „schöpferische Vernunft“ der Stoa, auf die auch schon Melanchthon oder Erasmus von Rotterdam bei ihrer Reformation zurückgriffen. Und in deren Weiterdenken Benedikt XVI. in seinen intellektuellen Reden das mit Verstand einsehbare Wesen des christlichen Glaubens benannte. Auch wenn er in seinen drei Jesusbüchern, ungeachtet aller Kritiik, sich ähnlich wie der vor wenigen Jahren noch in Heidelberg für das Neue Testament maßgebende Klaus Berger nur auf den biblischen, damit keinen Handwerksburschen, sondern hoheitlichen Jesus berief.

Da Benedikt XVI., wie Berger die Welt noch im Glauben ließen, dass es um einen jungen Mann gegangen wäre, ist der Kurz-schluss vorprogrammiert. Als sich dann Matthias Schulz im Spiegel in seinem Ostertitel „Als Jesus noch kein Guru war“ bei einem durch die Levante laufenden lebenslustigen Landstreicher dann auf Benedikt XVI. berief, war jedem Leser klar: Der gute Junge war ein Heilsprediger, der dann… Doch damit ist der christliche Glaube nicht nur bedeutungsloser Humbug, sondern wäre ein Vorbild für alle Scharlatane, den gesamten Aberglaube der Welt. Daher wäre es die Aufgabe heutiger Theologie, die historische Wirklichkeit des christlichen Wesens Jesus zu bedenken.

Denn spätestens als Bendikt XVI. nicht nur von der auch durch Herbert in Bezug auf die Stoa benannten, in natürlicher Schöpfung begründeten Vernunft als das mit Verstand einsehbare Wesen des christlichen Glaubens im Weiterdenken griechischer Philosophie sprach. Als er dann auch noch das menschliche Recht nicht in biblischer Lehre, sondern in Bezug auf die Stoa und jüdische Weisheit in schöpferischer Vernunft zu bedenken gab, dabei  vor dem Bundestag von der „Ökologielehre“ als Rechtsgrund sprach. Auch wenn er nicht wie ihn vor dem Deutschlandbesuch erneut gebeten, den historischen Jesus neu zu bedenken gab. Spätestens als er den Rechtsgrund mit Bezug auf die Stoa und jüdische Weisheit in Natur zu bedenken gab, hat er von dem mit Verstand einsehbaren historisch wirklichen Wesen des christlichen Glaubens gesprochen. So hat er den Weg zu einer christlichen Vernunftreligion aufgezeigt, bei der man ihn beim in Natur/Vernunft (Ökologie) begründeten „Wort“ hätte nehmen müssen.

Denn wenn nach Herbert auch Aufklärer wie John Locke, David Hume und unzählige deutsche Denker den alten Glaube in Frage stellten, ohne heutigen Atheismus zu vertreten, dann haben sie in Wirklichkeit bereits genau das gemacht, was sich in der Geschichte der Zeitenwende im Judentum der Diaspora, wie den dort entstandenen theologischen Geschichten, heute im Namen Jesus beobachten lässt.

8. Die fünft Grundprinzipien der natürlich begründeten Vernunftreligion

(nach Wiki, gleichzeitig mit den Gottes-Begriffen der Vorlesung diskutiert und auf heutige Zeit/Wissen übertragen):

Fünf Grundwahrheiten, die die „orginelle Gestalt“ des historisch gebildeten, querdenkenden und so in die Theologie einsteigenden Herbert von Cherbury als „veritates catholicae“ bezeichnete und ähnlich folgenden Denkern galten. Diese sind nach der Aufklärung unumgänglich, nicht nur aktueller denn je, sondern wären in heutiger Weise zu definieren. Was hier ansatzweise versucht wird.

8.1. Die Annahme eines höheren Wesens

Wo ein junger Mann in der Halluzination seiner halbstarken Freunde zum höheren Wesen wurde, das zu glauben sei, ist logischer die Annahme  eines ebenso menschlicher Psyche entsprungenen Gottesbildes höchst gefährlich.  Der steuerfinanzierte Schulunterricht müsste schnellstens verboten werden. So ist auch die Kritik des neuen Atheismus, der in seiner Überzeichnung die Probleme auf den Punkt bringt, in England bei einem polemischen Kult ein Spagettimonster auf kirchliche Weise verherrlicht wird, verständlich.

Doch wo die in Vernunft erkärte kreative Wirklichkeit auf eine höhere Wesentlichkeit, einen Sinn/Grund des Ganzen verweist, ist das logisch. Auch wie diese gleichen Wesen ist, wie die Vätergottheiten und diese in ihrer Person (Rolle/Aufgbabe) offenbart, lässt sich nachvollziehen und diskutieren.

Ob Herbert an die „Realität Gottes“ dachte, wie einen im biblischen Gottesbild vorgesetzten, dem Deismus unterstellten nicht weiter eingreifenden Uhrmacher, sei dahingestellt. Wer ein mit Verstand in Vernunft begründetes Wesen bedenkt, wie es der Deismus in Wirklichkeit vertrat, kann auf jeden Fall keinen Gott im heutige Sinne absolut gesetzt haben, worauf der in der Vorlesung gebrauchte „Gottes“begriff verweisen würde. Dass aber die sich in Vernunft begründenden Aufklärer nicht an einer höheren Wesentlichkeit zweifelten, die nicht der menschlichen Psyche, Massensuggestionen entspringt, lässt sich verstehen.

Doch ging das prophetische und dann das philosophische Judentum, das zur Kirche wurde, überhaupt von einem Gott aus, wie er heute als zu glaubend wie selbstverständlich voraus-gesetzt ist? Stellte der sogenannte Monotheismus in historischer Wirklichkeit sein Gottebild als absolut über andere Gottesvorstellungen. Oder ging es um eine „gewaltige Unterscheidung“, bei der alle menschlichen Gottesbilder als Götzendienst gesehen und eine in natürlicher Schöpfung begründete Wesentlichkeit allein Seins angenommen wurde, die unsagbar, unvorstellbar war: JHWH? Hatte damit das höhere Wesen mehr mit dem zu tun, was heute jedem vernünftig und verantwortlich denkenden Menschen wesentlich ist, als mit vorgesetzten meist menschlichen Gottesbildern, Gottesbegriffen?

Wer die christlichen Anfänge beobachte, stellt fest, dass auch dort Denkweisen, wie der Markionismus waren, die nur die Vernunft/Sinnhaftigkeit allen natürlichen Werdens als höhere Wesentlichkeit gelten ließen, das vorgesetzte Verständnis der Thora ablehnten. Und ebenso waren Denkweisen, die in ihrem aufgeklärt bildhaften Verstand des Alten an Moses anknüpften, in der Vernunft die offenbarende Rolle auch der griechischen Vätergottheiten sahen, die als gleichen Wesens wie JHWH gesehen wurden. (Was im Beitrag vorher beschrieben wurde.)

Die aufgeklärten Juden, denen die Kirche folgte und die dann auch die Texte des neuen Testamentes verfassten, im neuen weltgültigen Bund von Aberglaube, Götter- und Kaiseropfer, wie tauber Gesetzlichkeit befreiten, haben nicht an einen zu glaubenden Gott als Uhrenhersteller gedacht, der sich dann zu Ruhe setzte. Wo der Kosmos als Tempel galt, jetzt im vernünftig erklärten Lebensfluss der Sinn/das schöpferisch Wesentliche verstanden wurde, das bereits den Alten maßgebend war, da war kein Gott, der mit dem weiteren Geschehen nichts mehr zu tun hatte. Dort galt auch kein Pantheismus, bei dem das maßgebende Wesen in der Welt selbst aufgeht, mit dieser identisch ist.

In der natürlichen, in Vernunft beschriebenen Wirklichkeit des in früher Naturwissenschaft jetzt logisch erklärten Lebensflusses, der in Evolution nur empirischer beschrieben ist, haben Sie das Wesentliche/den Grund und Sinn wirken gesehen, der alles aus sich hervorbringt, aber unsagbar, unvorstellbar war und sein wird: JHWH. Dass sie im Kult von „Herr“lichkeiten und in anderen, auch alten Gottes-Namen sprachen, war im kreativen Sinne kultur-vernünftig.

In diesem frühchristlichen „Sinn“ bräuchte sich der moderne Mensch nicht über einen naturwissenschaftlich nicht mehr notwendigen Erklärungsgrund, andere menschliche Gottesbilder, wie einen arbeitslosen Designern, ein Leid zulassendes, nicht eingreifendes geheimnisvolles Monsterwesen oder einen geheimnisvollen Aufpasser (heute in theologischen Meisterkursen als evolutionäre Begründung diskutiert) zu streiten.  Auch der abgeschriebene Gott, der dann völlig fern von allem natürlichen Grund nur eine Projektion menschliches Kopfes ist, in der modernen Gotteslehre (auch frei von Jesus) als eine für das Verhalten unrelevante, unerklärliche letzte Hoffnung gelehrt wird, entspricht in keiner Weise den Anfängen.

„Gott sein Dank“ steht so einem Vernunftglaube an eine nicht von Menschen zu bestimmende Wesentlichkeit, einen heute in seiner irdischen Wirklichkeit wissenschaftlich offenbaren kreativen Grund/Sinn, der vernünftigerweise auf persönliche Weise angesprochen wurde und wird, nichts mehr im Wege.

Dass es etwas Wesentliches, einen Sinn gibt, der nicht von Menschen persönlich zu bestimmen oder zu vereinbaren ist, scheint in Ökologielehre inzwischen völlig selbstverständlich. Die Natur wird nicht mehr als „Böse“ gesehen, der ein gutes Prinzip als Gott gegenüber stehen muss. Alles Werden wird in sinnvoll-kreativer Bio- oder Physiologik erklärt. Und während der Kurz-schluss vor wenigen Jahren in der Natur nur das Recht des Stärkeren oder Hitlers Rassenlehre biologisch begründete, richtet sich heute der Blick aufs Ganze.

Heute ist es logisch, dass sich der Mensch an das halten muss, was sich aus schöpferischen Gründen für die gemeinsame Zukunft sinnvoll erweist, nicht von Menschen zu bestimmen ist. Und damit ist auch schon etwas über den „Sinn“ und „Grund“ des Ganzen, das bereits den Hebräern geltende höhere, unbenannte, unvorstellbare Wesen gesagt, von dem alle Bestimmung ausging. Es war eine Wesentlichkeit, die in himmlischer Ordnung, wie allem Werden gesehen, JHWH geschrieben oder als Herr angesprochen wurde. Das war seit den prophetischen Lehren des Exils statt des Gott-Pharao und der anderen menschlichen Gottheiten als Grund allen vernünftigen Werdens, wie menschlicher Weisheit kulturgerecht zu ver“herr“lichen. Es war die von den von Hebräern verschriftete Schöpfung/Natur, die zum Wort/Thora wurde und dann im Namen Josua, lat. Jesus in früher Naturwissenschaft in Vernunftlehre wieder lebendig war.

Und wenn heute auch atheistische, kinderlose Umweltaktivisten, die damit auch nicht nur ihre Gene weitergeben wollen (was die Evolutionsbiologen inzwischen als „Sinn“ der Natur bestätigen) in ihrem Tun einen „Sinn“ und „Grund“ sehen. Dann sagt das viel über das „höhere Wesen“ der Vernunftreligion, die am Anfang neuzeitlicher Aufklärung, aber bereits vor 2000 Jahren in Folge antiker Aufklärung in der Wirklichkeit Josua, lat. Jesus neu bedacht wurde.

Der kreative Sinn/Grund allen Seins geht nicht pantheistisch in der Sache auf, hat sich nicht als Uhrmacher zur Ruhe gesetzt oder ist durch Naturwissenschaft arbeitslos geworden. Ganz im Gegenteil.  Was philosophische Denker des Diasporajudentums in der medizinischen Arztes als „herrlich“ erkannten, hat in kultureller  Entwicklung „Gott sei Dank“ auch zur neuzeitlichen Aufklärung geführt. Dieser muss jetzt auch der Kult gerecht werden.

Jeder Chemiker setzt einen aktiven kreativen Sinn bei seinen Versuchen voraus und jeder Mikrobiologe bei seiner Beobachtung. Ohne den kreativen Sinn oder „schöpferisch-vernünftigen Grund, der alles aus sich hervorbringt“ (so unsere Pfarrerin bei jeder Beerdigung) wären keine Wetterberechnungen oder keine Modelle über die Dimensionen der vom menschlichen Geist schon nicht mehr erfassbaren Galaxien im unendlichen Universum möglich. Denn alle wissenschaftlichen Beobachtungen und Berechnung wären sonst nicht denkbar. Selbst der Zufall ist heute in seiner kreativen Fuktion klar und die Chaos-Theorie zeigt in ihren Mustern einen höchst kreativen Sinn und kein Chaos.

Dieser wissenschaftlich offenbare Sinne und Zweck, den die atheistischen Darwinisten beim (versehentlich als rein egoistisch eingestuften) menschlichen Gen, bei der Funktion unseres Körpers, bei jeder Krankheit oder für uns auch katastrophalen Naturgegebenheiten, ebenso wie beim Blinddarm, dem weiblichen Orgasmus oder anderen Gefühlsregungen, wie Trauer oder dem steinzeitlich sinnvollen Hunger auf Süß und Fett inzwischen erst wieder offenbar machen, muss bei Menschen von Vernunft geleitet werden. Nicht nur die Gier, die sich bei Männern beim Anblick bruttauglicher, Fruchtbarkeit versprechender weiblicher Formen selbst biologisch sichtbar sinnvoll zeigt, muss (allein schon in einem für die Brut/eigene Gene vernünftigen Sinne), einer Vernunft unterstellt werden, die nicht zwischen den Beinen sitzt.

Wie Kulturwesen in menschlichen Gemeinschaften ihre vielfältige Gier und Kurzsicht unter die Herrschaft einer höheren Vernünftigkeit oder Sinnhaftigkeit stellen müssen, was auch jede Umweltpolitik voraussetzt, war Thema der Stoa, die weder ein Naturalismus, noch ein Naturrechtsglaube war. Was dann im Neuen Testament kult(ur)bestimmung, zum neuen jüdisch-christlichen Kult wurde, war daher eine Vernunft und Sinnhaftigkeit, nach der heute alle sozial denkende, zukunftsorientierten Weltbürgern rufen.

Wer den Film „blue planet“ betrachtet, in dem auf sehr beeindruckende Weise mit Blick von außen die Lebendigkeit unseres blauen Planetes, die Zusammanhänge, Abhängkeiten eines kreativen Organismus auf wissenschaftliche Weise vor Augen geführt werden. Der hat nicht nur eine sinnmachende schöpferische Wesentlichkeit gesehen, die nicht dem menschlichen Kopf entspringt. Dem ist auch offenbar geworden, wie es heute mehr denn je einer verant-wort-lichen Lebensweise bedarf, die den Sinn des natürlichen Ganzen im Blick hat. Und wer sich die Kulturgeschichte vor Augen führt, dem wird klar, wie es dazu einer im herr-lich beschrieben kreativen Ganzen begründeten, dann auch global ausgereichteten Religion bedarf, die so eine entsprechden Bestimmung und gemeinsame Verant-wor-ung erzeugt.

Denn wenn die atheistischen Evolutionsbiologen belegen, wie  hierzu die Verehrung dieses nicht von Menschen zu vereinbarenden, sondern vorgegebenen Sinnes/Grunde notwendig ist, wie ein Kult erst einen Superorganismus ausmacht. Dann haben Sie schon die zweite Grundwahrheit der Vernunftreligion wissenschaftlich offenbart.

8.2. Die Pflicht seiner Verehrung

Wer dabei an eine Gottesanbetung denkt, bei der ein Monsterwesen gebeten wird einzugreifen, damit es Oma Morgen wieder gut geht oder endlich Regen kommt, der bewegt sich nicht nur völlig neben dem, an was die frühen Aufklärer dachten, sondern von philosophischen Juden am Anfang des christlichen Glaubens in aller „Herrlichkeit“ als wesentlich verehrt wurde.

Auch das hellenistisch-christliche Judentum sah die Pflicht der Verehrung eines höheren Wesens, das in Vernunft der Zeit erklärt war. Im aufgeklärten Verstand des Alten hat Philo von Alexandrien die alten Gottesbegriffe/-vorstellungen nicht abgelehnt, sondern auf kulturell-kreative Weise gebraucht, was dann auch zu Missverständnissen führt. Doch das Buch „Wie man über Gott nicht denken soll“, das mich vor über 20 Jahren auf Philo von Alexandrien aufmerksam machte, lange bevor klar wurde, wie hier der neuen Bund, der Christuskult mit Blick auf alle antiken Wissenschaften, die Weltgeschichte und ihre Religionen bedacht wurde, zeigt: Als aufgekärter Menschen kann man einzig nur so denken „Gott sei Dank“.

Denn was das philosophische Judentum, das nicht wie der Markionismus aufgrund der Vernunftlehre die Verehrung der alten Gottheiten ablehnte, sondern sie in Vernunft aufgeklärt verstand und was im aufgeklärten Sinn des Alten als wesentlich verhert wurde, war keine Logos/Gott-Spekulation. Es war rational begründete „christliche“ Religion, die einen für uns wesentlichen Sinn verehrte, den heute jeder denkende Mensch sieht.

Wie kann man die Christologie, die sich besonders deutlich in Alexandrien beobachten lässt, bei der Frage nach dem historischen Wesen Jesus völlig ausblenden. Und dann unterstellen, der zu verehrende Christus wäre eine Vision von Groupies nach dem Tod eines Handwerksgesellen gewesen, der weder ein Davidsohn, damit König der Juden, noch ein Gottessohn gewesen war und sein wollte. So blieb auch die Frage nach der Christologie Philo von Alexandrien, bei der mich Professor Lampe auf den Schluss der Vorlesung vertöstete, unbeantwortet. So kam es zur Frage des künftigen Theologen „Wieso hat dann Petrus seine Freund, der das doch gar nicht war und wollte, zu all dem gemacht?“

Denn auch wenn Philo, der heimlich die Vorlesung über den historischen Jesus mithörte, nach jedem Mittwoch deutlich machte (www.jesus-lebt-wirklich.de), wie die vorgestellte Theologie des Neuen Testamentes nur im Denken, dem Neuverstande des philosphischen Diasproajudentums zu begründen ist, kam er nur am Rande vor. Wenn über die Öffnung des Judentums für Andersgläubige gesprochen wurde, wurde auch Philo erwähnt. Wie die Versöhnung der Kulturen und alles, was die Theologie des Neuen Testamentes ausmacht, nur in einem nicht allein in Alexandrien zu beobachtenden umfassenden Denkprozess, damit einem neuen Verständnis dessen zu begründen ist, was statt der Kaisergottheiten, Götter oder tauber Gesetzlichkeit als Grund/Sinn allen Seins zu verehren war, kann bei heutiger Hypothese an der Hochschule kein Thema sein. Was hat das Denken, dem die Kirchenlehre folgte und das nicht nur in den jüdisch-philosophischen Schriften besonders gut erhalten ist, sondern wo nach heutiger Lehre auch die Texte des Neuen Testamentes entstanden, auch mit den Visionen von Sektenanhängern zu tun?

Es ist ein Wahnsinn, wie die heutige Hypothese diese weit über Alexandrien hinausgehende Denkprozesse, die die Voraussetzung für die friedliche Versöhnung der Kulturen waren, Grundlage für ein Weltjudentum schafften und Diskussion der verschiedenen Sichtweisen ausblendet. Dann selbst dem ein erstes Evangelium und Paulustexte herausgebenden Marcionismus, der die Verehrung der Vätergottheiten ablehnte, unterstellen muss, den blindwütig vorausgesetzten Handwerksguru dann nicht als zweibeiniges Wesen, sondern nur als Sinn/Vernunft gesehen zu haben.

Denn auch wenn im aufgeklärten Verstand des Alten, nicht nur von Moses als frühe Philosophie, sondern auch der in den Gottessöhnen verehren Vegetation/Vernunft allen Werdens, damit einer nicht von Menschen gemachten Wesentlichkeit auf personale Weise gesprochen wurde. Es ging um einen auch in seiner Funktion, für das Verhalten relevanten Verehrung um einen philosophisch bedachten Sinn/Grund, wie er ähnlich auch in Herbertes Vernunftreligions-Theorie beschrieben ist.

Allein die Auseinandersetzung mit diesen Gedankengängen über das schöpfersich(e) Wesen-tliche, die sich zur Zeit Jesus nicht nur in Alexandrien nachvollziehen lassen, mach die heutige Historien-Hypthese von christologischen Hirngespinsten antiker Groupies, nachdenen dann meist persönliche Bauchgefühle als Glaube verherrlicht werden, völlig lächerlich. Was so verehrt wird, ist sind menschliche Götzen.

Denn was die alten Propheten als Götzendienst sahen, für die Probleme der Kultur verantworltich machten, war nicht einfach die Anbetung einer anderen Gottheit. Wo menschliche Gebilde und Vorstellungen in Opfern verehrt wurden, die nicht dem entsprachen, was für alles Sein schöpferisch wesentlich war und sein wird, wurde dies als Götzendienst angeprangert. Und so verehrt auch eine neuzeitliche Vernunftreligion nur, was sich in Vernunft als wesentlich für das menschliche Sein erklären lässt.

Ein meist menschlich vorgestelltes Wesen zu verehren, das gar der Halluzination antiker Sektenanhänger entsprungen sein soll, ist ein größerer Götzendienst, als Fußballartisten und sonstige Idole zu vergöttern. Doch warum eine Sinnhaftigkeit, ein unsagbarer Grund aller Kreativität und damit das, was Hebräern und später hellenistischen Judenchristen schöpferisch wesentlich war und sein wird, zu verehren ist, ist logisch. Dies wird heute psychologisch, neurologisch, natur- und kulturwissenschaftlich erklärt. Es müsste so einen wissenschaftlich redlichen mündigen Menschen zur Verehrung einer höheren Wesen-tlichkeit bewegen.

Die alten Religionen waren sich bewusst, dass menschliche Wesen irrgeleiteten Trieben folgen (heute von Evolutionsbiologen beispielsweise auch als sinnvolles Überbleisel der Jägerzeit erklärt) und sich meist nicht an das halten, was der Verstand als vernünftig erkennt. Sie sahen, wie erst eine Verehrung dessen, was für das eigene Wohl und die Gemeinschaft als wesentlich erkannt wird, für eine gemeinsame Kultur notwendig ist. Sie bedienten sich daher der kultureller Werkzeuge, deren Einsatz heute in wissenschaftlicher Vernunft erklärt wird. Auch wo die Hebräer erwuchsen, die Ägypter das Naturprinzip der Maat in Göttergestalten verehren oder die persiche Philosophie einem Weltgeist als aller Weisheit mit Ahura Mazda ansprach, ging es nicht um menschliche Geistegebilde, sondern das, was als schöpferisch wesentlich für die Gesamtheit, wie das Selbst erkannt war.

So wie die gesamte antike und auch jüdische Philosophie die seelsorgerische Funktion (wir reden von Psyche, kollektiver Vernunft) des Kultes auch in seinen alten Formen auf vernünftige Weise bedachten, war auch für die neuzeitlichen Vernunftbegründer die Verehrung  einer höheren Wesentlichkeit eine Grundvoraussetzung menschlicher Kultur.

Warum der Grund allen Seins, von dem dann auch die heute diskutierte Weltvernunft oder vielfach geforderten „Ökologie des Menschen“  ausgeht, verehrt werden muss, ist aus natürlich-vernünftigen Gründen einsehbar. Nicht allein die Tatsache, dass alle die Stimme der Vernunft predigen, ohne sich in Lebenswirklichkeit daran zu halten, macht dies bewusst. Und wer es eine wesentliche Berufs-Aufgabe darin sah, in Unternehmenskultur den Mitarbeitern den gemeinsamen Sinn zu vermitteln, weil eine intrinsische Motivation wesentlich gesünder und zielführender ist, als Vorschriften, Zwang und gegenseitig manipulierte Zahlen, die oft das gemeinsame Ziel auf den Kopf stellten, dem ist eh klar, warum dies auch in Gesellschaft Sinn macht.

Ähnlich wie bei der Entstehung des Christentums macht es aber auch heute einen Riesenunterschied, ob Menschen im Götzendienst alten Mysterien und Gottesbildern opfern, moderne Ersatzgötter, wie Konsum, Kapital, das Selbst,  Freizeitvergnügen oder den Fußgallgott an-himmeln oder das, was für die kreative Gestaltung von Zukunft schöpferischen Sinn macht und für das menschliche Sein wesentlich wäre.

Und so, wie es in der Antike auch einen Unterschied ausmachte, ob Menschen, die auf philosophische Weise die weltvernünftige Lebensweise philosophisch predigten, aber mysteriöse Gottheiten oder den Kaiser verehrten. So macht es auch heute einen  Unterschied, ob vorgesetzte oder persönliche Gottesbilder besungen, gleichzeitig meist moderne Ersatzgottheiten zum Kult werden oder das, was als wesentlich/sinnvoll für die gemeinsame Zukunft erkannt ist.

Die Notwendigkeit das kreativ Wesentliche allen Seins, das war ist und sein wird JHWH, auf kulturelle Weise zu verehren, zu feiern, zu besingen, so die für die Entscheidungen und das Verhalten emotionale Seite des Selbst wachzurufen, ist heute psychologisch, neurologisch oder kommunikationswissenschaftlicher offensichtlich. Wie nicht der Verstand entscheidet, sondern die Emotion, ist Alltag aller Kommunikation.

Wissenschaftlich redliche Atheisten müssten sich so aus Vernunftgründen der Verehrung dessen anschließen, was als höhere Vernunft oder Sinnhaftigkeit und damit auch das Wohl des Selbst in einer Vernunfeligion gilt. Aber da man abstrakte Prinzipien, philosophische Erkenntnisse nicht verehren, nicht besingen, nicht in notwendiger Weise lieben kann, wird hier auch klar: Menschen müssen in der „Evolution der Phantasie“ (so atheistische Evolutionsbiologen wie Thomas Junker) im Kult aus vernünftig einsehbaren, natürlichen Gründen immer wieder altbekannte Namen und zumindest Schriftbilder gebrauchen. Allein das Betrachten abstrakter Kunst bringt dabei nicht weiter.

8.3. Moralische Lebensführung

Der Kult ist kein Selbstzweck, sondern muss einen ethischen Charakter haben, das Verhalten auf vernünftige Weise beeinflussen, so Herbert von Cherbury. Und umgekehrt, ist das Leben ein Gottesdienst. Es muss dem gerecht werden, was im schöpferischen Sinne, damit aus vernünftigen Gürnden auch für die Gesamtheit und die Zukunft wesentlich ist. Und dazu soll der Kult führen.

In einer Vernunftreligion wird die richtige Lebensführung nicht durch Traditionen, alte Glaubensgesetzlichkeit, Institutionen, Gefühle oder Meinungen und ihre Mehrheiten vorgegebenen, die sich beliebig bestimmen und vereinbaren lassen. Wo der Sinn/Grund des Seins in Natur/Vernunft als höhere Wesentlichkeit maßgebend ist, gilt auch nicht einfach ein Naturrecht. Mit Blick auf das kreative Ganze wird bedacht und nach bestem Wissen ausdiskutiert, was danach für menschliche Kulturwesen verünftig ist. Nicht ohne Grund hat Benedikt XVI. in seiner letzten großen Rede vor dem Bundestag das Recht in Ökologie zu bedenken gab. Und als er sich dabei auf die Stoa oder jüdische Weisheit bezog, hat er zum Ausdruck gebracht, dass auch am christlichen Anfang die gegenwärtige, heute in Evoluition/Ökologie begründete schöpferische Vernunft maßgebend war.

Was heute im ökologischen, ganzheitlichen Sinne oder als sozial gerecht, vernünftig für den eigenen Körper, wie die Gesamtheit und Zukunft, damit als Weltvernunft oder als Ökologie des Menschen auch in der Kirche meist nur vergeblich gepredigt wird, wäre in einer Vernunftreligion zur emotional tiefgreifenden Kult(ur)bestimmung zu machen. Hierzu muss der aufgeklärte Kult, der keine Naturvergötterung ist, sondern den Sinn, das Wesen des natürlichen kreativen Ganzen verehrt, beitragen.

Wie auch im philosophischen Judentum, aus dem die Christenheit erwuchs, hat beispielsweise John Locke, der damit mit die Grundlage für die spätere amerikanische Verfassung legte, das Recht nicht in Obrigkeit begründet, sondern den Untertanen und damit der natürlichen menschlichen Vernunft-Erkenntnis das Recht auf Widerstand eingeräumt.

Und während in Frankreich durch die Verbindung von König und kath. Kirche der christliche Glaube ausgekippt wurde, hat dort Jean-Jacques Rousseau mit seinem „Zurück zur Natur“ nicht nur die Stimme für eine christliche Vernunfreligion erhoben. Rousseau hat in seinen philosophischen Schriften erkannt, wie der Mensch das Paradies verlassen, sich aus der Natur entfernt hat. Wie seine Zivilisation mit dazu führte, dass er nur seinem Ego, eigener Gier dient und selbstverant-wort-lich mit Hilfe seines Kultes sich wieder in die natürliche Schöpfung einfügen muss.

Wie die kosmische Grechtigkeit (Maat) in ägyptischer Hochkultur die Aufgabe des Pharao war, der die Herrschaft schöpfersicher Vernunft an die römischen Kaiser weitergab, ist bekannt. Auch wie für die Hebräer das Wort/Vernunft allen Werdens statt menschlicher Herrscher Maßgabe des menschlichen Lebens für beschnittene Gesetzestreue war und im Christentum weltgültig wurde. Was Philo von Alexandrien in einer heute rein philosophisch gelesenen Josefsgerschichte dem römischen Senatat als eine Demokratie der Vernunftherrschaft/Weisheit im Volk vorstellte oder zumindest in Rom zur Diskussion stellte, zeigt sich nach wie vor als notwenige Voraussetzung einer Demokartie freier Menschen: Nicht menschliche Herrscher, Parteien oder Institutionen müssen Vernunft vorgeben, sondern der Wähler muss selbst im Sinne der Schöpfung weise sein.

Die Vernunftreligion ist es so, die die Voraussetzungen für eine Leben mündiger Menschen in Demokratie und gemeinsamer Verant-wort-ung schafft. Wie es bei Paulus oder im „Ich aber sage Euch“ bei Johannes beschrieben ist, sagt nicht eine Institution, eine Tradition, sondern die in Natur/Schöpfung begründete Vernunft was Recht ist. Die richtige Lebensweise wird in gegenwärtiger Vernunft bedacht, wie es heute in Wissenschaft, auf Weltkonferenzen oder ganzheitlicher, in Natur und Geschichte begründeter Lehre geschieht.

Die in Natur/Schöpfung begründete Vernunft und nicht menschliche Kurzsicht, totalitären Herrschern oder die Medien des Kapital-Marketing, so meist der Konsum oder sonstige Unsinnigkeiten, geben die Maßgabe des rechten Lebens vor.

Während zu Zeiten der antiken Denker, wie auch in neuzeitlicher Aufklärung das Verhalten zwischen den Menschen im Mittelpunkt der Moral stand, ist heute eine globale, ökologische Denkweise und Verant-wort-ung gefragt. Wo die Welt nicht nur aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtungen und der modernen Kommunikation zum Dorf geworden ist, kann der Gemein-Sinn nicht bei der eigenen Religonsgemeinde und deren Nachbarn aufhören. Eine rational begründete Religion muss heute das Weltganze im Blick haben. Und wo die Bedrohnung zwar auch im menschlichen Miteinander liegt, aber die modernen Möglichkeiten der Technik, wie unsere Lebensweise durch Eingriffe in die ökologische Vernunfordnung oder das massenhafte Fressen der Energievorräte die  Zukunft in Frage stellen, ist eine rationale global begründete und ausgerichtete Religion gefordert. Ihre Aufgabe ist es, eine Verant-wort-ung zu erzeugen, durch die Menschen Lust auf eine Lebensweise bekommen, die auf kreative Weise Zukunft schafft, statt diese zu vernichten. Nur eine Religion, die im Öko-logos (schöpferischer/kreativer Vernunft) gründet, statt in menschlichen Hirngespinsten, wie sie heute gelehrt werden, kann dieser Aufgabe gerecht werden.

Denn wie zurück zur Natur und Vernunft nicht reicht, auch die Gefühle angesprochen werden müssen, die Emotion meist die Entscheidene Seite des Menschen ist, hat gerade auch Rousseau aufgezeigt.

8.4. Sünde und Vergehen müssen bereut und gebüßt werden

Auch hier geht es bei einer Natur- bzw. Vernunftreligion nur mit vernünftig einsehbaren, natürlichen Dingen zu. Aber dass man ein Fehlverhalten bereuen und die Folgen tragen muss, dürfte verständlich sein. Und das nicht nur im ökologischen Fehlverhalten, sondern auch im täglichen Leben, bei der Ernährung, im Miteinander… Wer auf die Stimme der Vernunft nicht hören will, muss büßen, das ist logisch.

Auch wenn Freud in seiner aufgeklärten Ausformulierung noch nicht geboren war, so war auch den antiken Aufklärern klar, wie der menschliche Hirn (damals galt noch das Herz als Ausgangspunkt) funktioniert. Gerade das philosophische Judentum, das dabei die aus dem Wandel zum Mythos zum Logos hervorgegangenen neuen Weisheitslehren auch des Ostens und die Weltreligionen bedachte, wie es bis zur neuzeitlichen Aufklärung undenkbar war, hat sich auch als Seelsorge, die Psyche ansprechend verstanden. Wie in der modernen Psychoanalyse vesucht wird, die alten Fehlsteuerungen auszumerzen, so lässt sich auch die Sündenlehre lesen. Und so ist klar, dass Sünden (auch wenn sie kulturell geerbt sind) bereut werden müssen. Auch wie die Schuld eines kulturellen Wandels der Zeit eingelöst werden muss, weil sonst die Kinder die Folgen zu tragen haben, ist klar.

8.5. Belohnung und Bestrafung des Guten wie des Bösen nach dem Tod

Wie unsere Lebensweise die Zukunft bestimmt, unsere Kinder nicht nur für öko-un-logische, sondern auch so entstandene kulturelle Sünden büßen müssen, muss heute nicht mehr in Mythen erkärt werden.

Auch diese Grundwahrheit kann bei einer Vernunftreligion nur im natürlichen Sinne betrachtet werden. Wenn daher dieses Grundprinzip einer Vernunftreligion auch als eine „göttliche Vergeltung im Diesseits und Jenseits“ beschrieben wird. Dann kann auch das nur in Logik betrachtet werden. Eine Logik, nach der wir wissen, dass unsere Kinder die Folgen heutigen Fehlverhaltens, nicht nur in ökologischer Hinsicht, sondern auch falscher Denkweisen zu tragen haben.

„Maat: Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im alten Ägypten“ so nennt Jan Assmann das Buch über ein im Verlauf der Natur begründetes Prinzip, das nicht nur für Gerechtigkeit in menschlicher Gesellschaft steht, sondern auch die Unsterblichkeit, das Morgen. Und wer sich vergegenwärtigt, was das für das menschliche Leben maßgebend Naturprinzip der Maat damals bedeute und dies auf heute überträgt, dem kommt  das alles logisch vor. Denn aufgrund der Grabbeigaben, ist sicher schwer zu sagen, ob es sich dabei um eine Jenseitsvorstellung handelt, nach denen die alten Ägypter dachten, dass sie die in den Pyramiden eingemauerten Vorräte in einem Leben nach dem Tod aufzehren konnten. Oder ob auf diese Weise nur eine frühzeitliche Zukunftserwartung und -verantwortung  deutlich gemacht wurde. Aber das ist auch egal, wir leben weder im alten Ägypten, noch den Tagen früher Aufklärung, in denen dieses im Sinne der Verunftreligion rational einsichtige Grundprinzip der „Bestrafung nach dem Tod“ definiert wurde.

Wichtig scheint, dass bereits bei den Äyptern galt, was heute selbstverstänlich ist, in Evolution erkärt wird. Das Leben geht weiter. Und warum es daher im täglichen Verhalten nicht nur um die Gerechtigkeit in der Gegenwart geht, sondern die Ewigkeit, das setzt beispielsweise jeder voraus, der sich für die Zukunft engagiet. Und wer sich über die Einlagerung von ewig strahlenden Atomabfällen Gedanken macht, der denkt in Ewigkeit. Der kann sich dann auch denken, warum es möglicherweise bereits in ägyptischer Hochkultur wichtig war, kein tödlichen Abfälle, sondern die Verantwortung für die Ewigkeit zum Ausdruck gebracht wurde, wie sie heute wissenschaflich erklärt wird .

Dass etwas bleibt, gilt für das täglichen Leben, die sinnvolle, tugendhaften Lebensgestaltung, wie auch das, was wir Denken, an kulturellen Vorstellungen erarbeiten oder hinterlassen. Selbst die Liebe, die wir mit jedem Lächeln den Mitmenschen schenken, aber auch jede Böswillkeit, lebt ebenso weiter, wie die Gedanken, die die frühen Aufklärer hatten und weiterzuführen wären.

Wenn wir es versäumen, das Wissen zu nutzen, um in neuer Weise eine Synthese von Wissen und Glaube herbeizuführen, im kulturellen Wandel die Rolle einer rational in Natur/Vernunft begründeten Religion zu bedenken, so muss sicher niemand ein ein Höllenfeuer fürchten. Aber wo notwendig gewordene Aufkärung versäumt wird, bleibt dies nicht ungestraft.

8.6. Zurück zum Anfang

In einer vernunftbegründeten Religion, wie sie Aufklärer bedachten und wir sie auch als Anfang des Christentums, dem Weiterdenken der Stoa zur prophetisch-kulturellen Kult(ur)bestimmung, einer gemein-sinnigen Lebensweise beobachten können, lassen sie die  genannten Grundprinzipien der Vernunftreligion beobachten.

Der „Denkende Glaube“, der Philo von Alexandrien und damit dem Judentum der Diaspora nicht nur vom Alttestamentler Otto Kaiser bestätigt wird, das sich auf Josua, lat. Jesus berufend die Voraussetzungen, Grundlagen für die christlichen Theologie und Christologie bedachte, beinhaltete ähnliche Grundprinzipien und univeralen Wahrheiten, wie sie auch für den neuzeitlichen Aufklärer galten. In den antiken religionswissenschaftlichen Abhandlungen sind, ausgehend von allen naturphilosophischen Denkrichtungen, griechischer, wie östlicher Weisheitslehren, umfassende Überlegungen über die alten kulturellen Vorstellungen, Bilder, die Notwendigkeit der Kultpraktiken und deren Umsetzung in antike Aufklärung nachzulesen

Auch dann und dort, wo das Christentum entstand, lässt sich erkennen, wie es die antike Aufklärung notwendig machte, die Annahme eines schöpferischen Gemein-Sinnes oder Grundes (höherer Wesentlichkeit), die Pflicht dessen Verehrung in einem der vernünftigen Lebensweise dienenden Kult in Vernunft neu zu bedenken. Dies lässt sich in vielfältigen Bewegungen der Erkenntnis beobachten, die weder blind allein der Jerusalemer, noch der römisch-griechischen Tradition folgten.

Im Wandel der Weltbilder, wie sie der Antike und nach dem Rückfall ins Mittelalter dann der erneute Wandel vom Mythos zum Logos in neuzeitlicher Aufklärung erneut brachte, scheint es erneut unumgänglich geworden zu sein, den Kult auf vernünftige Beine zu stellen.

9. Die Voraussetzungen für eine Vernunftreligion sind heute gegeben

Die Vorstellungen, wie sie im 17. Jahrhundert noch galten und eine Vernunftreligion verhinderten, sind durch den Fortgang der Aufklärung, das heute gegebene Wissen um die Entstehung der christlichen Kultur und ihrer Glaubenstexte aufgehoben.

Der Arzt und Naturwissenschaftler John Locke, der die Thesen zur Vernunftreligion theoretisch weiter ausformulierte, seine Lehre auf Verstand, die Einsicht und Erfahrung der Sinne begründete, stand  noch im Gegensatz zur schriftbegründeten Offenbarung. Auch wenn Locke aufgrund seiner intensiven Auseinandersetzung mit der Paulusliteratur die Vernünftigkeit des christlichen Glauben in der Heiligen Schrift belegt sah, ging er von der wörtlichen Eingebung der biblischen Texte aus. Der historische Jesus war für ihn noch Heiland, Christus und göttliche Selbstbekundung.

Und während Locke noch beklagen musste, dass die katholische Kirche das von ihm Vertretene Recht des Einzelnen auf ein naturgemäßes Denken, Glauben und Handeln in Freiheit verhindere, sind auch dafür die Voraussetzungen geschaffen. Aber wo die Freiheit des Einzelnen gegeben ist, ist umso mehr eine kulturbestimmte mündige Verant-wort-ung gefragt.

Eine die Emotionen ansprechende und einbindende kulturgerechte Verehrung eines gemeinsamen Sinnes, wie er heute auf Weltkonferenzen vorausgesetzt oder als „Ökologie des Menschen“ gepredigt wird und als Weltvernunft gilt, was dann nach Locke erst zum vernünftigen Handeln führen würde, wäre möglich.

Wo die christliche Offenbarung in der Hochschullehre auf Halluzinationen zusammengeschrumpft ist, die die Anhänger eines häretischen Handwerksburschen nach dessen Tod hatten, ist der Weg frei. Und wenn sich auch die Päpste nicht mehr in der biblischen Offenbarung oder der Kirchenlehre begründen, sondern den Grund des Rechtes im natürlichen Werden zu bedenken geben (Benedikt XVI. vor dem Bundestag: Ökologielehre) oder in einer „Umweltenzyklika“ (Franziskus) auf praktische Weise nach der Ökologie des Menschen rufen, wie sie ähnlich viele engagierte, zukunftsorientierte Weltbürger vertreten. Dann dürfte einer Religion, die nicht alten Glaubenlehren/Büchern oder Gestalten gegen ander Relgionen stellt, sondern sich und ihre Kultpraktiken auf rationale, dem Verstand zugängliche Weise in einer weltweit geltender Vernünftigkeit begründet, wie sie ich auch in anderen Glaubensformen erkennen lässt, kaum was im Wege stehen.

Als der Locke folgende Denker eines vernünftigen, machtvollen, von Mysterien befreite christlichen Glaubens, John Toland, im holländischen Leiden studierte,  war dort von der im 19. Jahrhunderts einsetzenden Radikalkritik noch nichts zu sehen. Und auch als dort dann Neutestamentler die Grundlagen des christlichen Glaubens bedachten und bereits die Existenz eines Menschen mit Namen Jesus bestritten, war es noch zu früh. Der von diese Neutestamentlern und Philosophen als Ursprung nachgewiesenen Logos war noch nicht als genau die Vernunft zu erkennen, nach der die Aufklärung rief und auf die auch die Natur-/Vernunftreligionen ihre Grundlagen bauten.

Doch heute lässt sich ganz konkret erkennen, was dann auch ein Aufklärer wie Matthev Tindal 1730 als natürlicher Vernunftgrund im Ursprung der Religionen als einen gemeinsamen Nenner bedachte, dem das Judentum und das Christentum folgten. Die verschiedenen Vorstellungen, Riten und Verschriftungen, die in ihrer Erstarrung zum Aberglauben führten, waren jedoch keine Fehlentwicklungen. Auch das Christentum ist auf der in Markus beschriebenen ewigen „Reise nach Jerusalem“ erst aus der Auseinandersetzung mit überkommen Vorstellungen, Ablehnungen und Missverständnissen hervorgegangen. Die Evolution ist wie ein Labyrinth, bei dem der richtige Weg ewig zu suchen ist.

Doch was die freidenkerischen Religionsaufklärer als Deisten erscheinen ließ, vom Offenbarungsglaube des Christus trennte, ist längst aufgehoben. Wo in der modernen Gotteslehre eine für das Verhalten nicht mehr relevante letzte Hoffnung, völlig ohne Jesus oder gar einen natürlich-philosophisch bedachten Grund vermittelt wird, greift zwar kein Gott im Alten Sinne mehr ein. Aber die schöpferischen Gaben, in neuer Weise den Ursprung  und Sinn, insbesondere der monotheistischen Religionen, in der Verehrung des natürlichen Sinnes allen Seins zu sehen, ist im Fortgang der Aufklärung „Gott sein Dank“ gegeben.

Denn wie die Naturbeobachtung, die dann in Kalendern zu den Kultfesten gewordene kosmische Ordnung, die Vernunft allen kreativen Werden von Anfang auch die theologischen Lehren bestimmte, steht außer Frage. Wie sich bereits in der die ägyptischen Hochkultur tragenden Maat, dann den daraus erwachsenen Propheten oder der Paulusliteratur beobachten lässt und es auch Sinn der Verehrung von die Vegetation verkörpernder Gottessöhne war, bleibt es Aufgabe des Kultes, ein in Natur begründete Vernünftigkeit kulturgerecht und zeitgemäß zur Welt zu bringen. Heute mehr denn ist dabei eine globlae Denkweise gefragt, die zum Kult(ur)gut werden könnte. Und nur so sind auch die wissenschaftlichen Voraussetzungen für den kulturellen Frieden zu schaffen. Hierzu ist die nicht allein die neutestamentliche Wissenschaft aufgefordert.

 10. Was wäre wenn

Ob sich mit Durchbruch der Vernunftreligion die Lebensweise der Menschen verändert hätte, ob sich die Menschen heute an das halten würden, was sie in Ökologie/Evolution begründet als wesentlich für das Wohl der gemeinsamen Zukunft (schöpferisch vernünftig) sehen, ist offen. Das Paradies hat sicher geschlossen. Und auch der Blick zurück auf die christlichen Anfänge, wo sich eine soziale, gemeinsinnige Lebensweise erkennen lässt, wie sie die Stoa predigte, ist kein Beweis.

Aber der Abfall in den Materialismus, den säkularen Sozialismus (Marx) mit seinem vergeblichen Versuch, die Menschen ideologisch, gar kultartig zum Gemein-sinn zu bewegen, der Stalinismus, wie der ebenso mit Millonenmorden das gelobte Land (Dritte Reich) versprechende Nationalsozialismus und die heutige Konsum- und Kapitalvergötterung wären ohne das Auseinanderbrechen von Wissen/Vernunft und Glaube erspart geblieben.

Auch gegen den Aberglaube hilft nur Aufkärung, die die Verschiedenheit der Kulturen versteht und begründet, so auf friedliche Weise versteht. In einer globalen Welt durch Abschottung oder sonst untaugliche Weise den sich auf Grüdergestalten wie tradtionellen Lehren berufende und politisch missbrauchten Aberglaube bekämpfen zu wollen, ist eine Utopie. Die vielbeklagte Gefahr des Glaubens, lässt sich nur durch Aufklärung bekämpfen. Eine Vernunftreligion, die sich auf für jedermann mit Verstand einsichtige Gründe beruft, unterscheidet sich zwar ganz gewaltig von vielen heutigen Glaubensformen, ist aber das Gegengewicht zur Gewalt des Glaubens.

Wenn heute weltweit eine Neoreligiöität zu beobachten ist, dann kann auch diese Suche der Menschen nach Sinn nicht in Verneinung bekämpft werden. Auch die absurden Wucherungen einer Neoreligiöität des Westens, vor der der junge katholische Priester als Dogmatiker die Lehramtsanwärter in seine modernen natur- und dogmenfreien Gotteslehre bewahren wollte, weil die noch gefährlicher werden kann, als die heute beklagt Glaubensgefahr, ist nur in Vernunftbegründung zu begegnen.

Und wem der Kosmos wieder Tempel ist. Wer sich in weltgültiger Vernunft begründet und es in rationaler Weise als Aufgabe/Grund des Kultes sieht, die Menschen zu einer weltvernünftigen Handlungsweise zu bewegen, dessen Vernunftreglion hat heute eine ganz neue Dimenion. Ohne dass sie dazu beiträgt, Menschen nicht nur zur ökologischen Vernunft zu führen, sondern eine Weltverbundenheit, ein Gefühl der Verbundenheit mit dem Rest der Welt und dem gesamten Kosmos/der Schöpfung bekommen, hat eine Vernunftregligion ihre Aufgabe nicht erfüllt.

11. Der Weg aus dem Labyrinth ist offen

Wie deutlich gemacht, hat sich auch die heutige Theologielehre, die so den christlichen Glauben auf die Halluzinationen nach dem Tod eines religionsradikalen Heilspredigers reduziert, der Aufkärung gebeugt, versucht im Kurz-schluss alles vernünftig zu begründen. Doch wenn sich auf der „ewigen Reise nach Jerusalem“, im Labyrinth der Welt diese Hypothese als untauglich erweist. Wenn so der christliche Kult im „Nichts“ landet. Wenn er weder die Stimme der Vernunft bestimmend machen kann, noch als wissenschaftlich wahrgenommen wird und auch in seiner Arumentation nicht mehr historisch-wissenschaftlich ist. Dann wird es höchste Zeit, über die Anfänge nachzudenken, um den richtigen Weg zu finden.

Ein Religion, die für das Verhalten nicht mehr relevant ist, deren evoluitonär-gesellschaftlicher Nutzen von Religionswissenschaftler an katholischen Akademien nur noch in der Kinderzahl von im gestriger Kultur verharrenden Gläubigen, wie der Amischen nachrechen, hat keine Bedeutung mehr.  Auch wenn sie den im gestrigen Glauben verharrenden Herzerwärmung und Hoffnung ist. Wenn dies nach der Hochschullehre in Halluzinationen von Sektenanhängern nach dem Tod ihres Gurus begründet wird, müsste man diese Religion schnellsten verbieten. Doch gegen eine in weltgültiger Vernunft, auch in seiner kulturellen Wirkung und Bedeutung rational begründetes Christentum, gibt es keine Argumente. Vielmehr müssten sich, wie gezeigt, alle wissenschaftlich redlichen Denker, die denen die Zukunft am Herzen liegt, dafür einsetzen.

Es geht nicht um ein Zurück zur guten alten Zeit. Weder ein Kosmotheismus, noch ein Pantheismus, sondern ein aufgeklärtes Christentum ist wegweisend. Die Babylonier, die an Euprath und Tigris in Beobachtung einer Himmelsordnung eine erste Religionsform schufen, in der Rationalismus und Utilitarismus in der Weltanschauung herrschte und die nach neuzeitlichen Philosophen nichts gelten ließen, was ihnen zu dumm und unnütz war, liegen längst hinter uns. Auch die in Wind, Wetter wie der Fruchtbarkeit der Nilüberschwemmungen und aller Natur begründete, von Jan Assmann als das die ägyptische Hochkultur tragende Maat, der im Weiterdenken die Propheten und Paulus folgten, kommt nicht zurück. (Gleichwohl heutige Theologen, nicht nach der der in Assmanns Buch über eine vertikale, nicht menschlich, sondern in Natur bestimmter Gerechtigkeit als Maat forschen würden. Entsprechen der auf Seite Zwei als Göttin in sinnlicher Schönheit abgelbildeten Maat, würden sie wahrscheinlich, ähnlich wie bei beim jungen Mann als angeblich historischen Jesus, die Halluzination nach dem Tod einer jungen Frau unterstellen.)

Dabei wäre es Aufgabe der heutigen Theologie, heutiges Wissen über die Herkunft des Christuskultes auszuwerten. So deutlich zu machen, wie auf der Spur der alten Kulturen, damit auch sich im Weiterdenken der persischen Philsophie vom kreativen Weltgeist im Namen Zarthustra (Exilszeit), wo die Propheten erwuchsen, ebenso ägyptischer Kosmotheologie und der Befreiung von Pharonen-, damit Kaiser- und Götteropferkult im hellenistischen Judentum und bei frei denkenden Römern das Christentum aus einem neuen jüdischen Verstand/Bund erwuchs. Angesichts all diese Wissens, auch wie in Nachbarschaft von Seneca & Co. diese Juden dann die heute als Theologiegeschichte gelesene Texte von Markus als grundlegende Jesus- und Kirchengeschichte entstanden, die Halluzination nach dem Tod eines heilspredigenden Handwerksburschen zu unterstellen, das grenzt an Wahnsinn. Doch genau deswegen ist der Weg zur Vernunft der christichen Religion frei.

Der junge Mann, der in den Halluzinationenen von Radikalen zum Heiland und christlichen Gott geworden sein soll,

-der auch Teihhard de Chardin scheitern ließ, jeden Versuch einer Begründung des Christuskultes in Natur/Vernunft bisher verhinderte,

-der nach wie vor der Versöhnung von Wissen und Glaube, wie sie derzeit auch in zahlreichen kirchlichen Bildungseinrichtugen verscht wird, im Wege steht,

-der so zurecht dem Monotheismus den Vorwurf der Gewalt einbrachte, ebenso wie er verhindert, dass Jan Assmanns kulturgeschichtliche Erkenntnisse über eine universale, gobale Grundlage aller Religionen zu einem aufgeklärten Christentum führen können,

-der es nach Ansicht der heutigen Theologielehre völlig unwissenschaftlich machen würde, die der Stoa geltende in Natur/Schöpfung begründete Weltvernunft als das Wesen zu bedenken, das bei hellenistischen Juden ein universaler Bund in Wirklichkeit Jesus war,

der ist ein Hirngespinst von Halbaufklärung, das einem aufgeklärten Verstand nicht weiter im Wege stehen kann.

Das Wissen über die alten, in vertikaler Vernunft begründeten Religonen, deren Wandel, wie die Befreiung von Götter- und Kaiserkult, sowie die weltgültige Begründung des bisher nur Beschnittenen geltenden gottesbildlosen Bundes im hellenistischen Judentum im Namen Josua, lat. Jesus weist den den Weg. Der Ausgang zu rational begründenden, so die Emotion einbindenden christlichen Religon im Namen Jesus, die ihrer Aufgabe gerecht wird, mündige freie Menschen zum globalen Denken, einer ökologischen, sozial und zukunftsgerechten Lebensweise bewegt, ist offen.

12. Gegen eine vernunftbegründete christliche Religion gibt es keinen rationalen Grund

Selbst wenn die kulturelle Wirkung bezweifelt wird. Gegen ein sich auf weltgültige Weise begründendes Christentum, das auch die kulturelle Bedeutung und Wirkung wissenschaftlich einsichtig begründet und den Gefahren des Glaubens entgegenwirkt, gibt es keinen rationalen Grund mehr.

-Wer den Sinn/Grund der wissenschaftlich zu beobachtenden Kreativität, Fruchtbarkeit nicht abstreitet,

-wer nicht die neurologisch, psychologisch, kultur- und kommunikationswissenschaftlichen Gründe wiederlegen kann, die dafür sprechen, das auf kulturbedeutende, so auch die Emotion einbindende Weise zu verehren, was als wesentlich, Sinn machend, weltvernünftig erkannt wird,

-wer nicht wiederlegen kann, dass die menschliche Lebensweise nicht allein durch beliebige Meinungen und zufällige Mehrheiten zu bestimmen ist, der Mensch nicht automatisch dem Folgt, was in seinem, wie im Sinne der Gesamtheit ist. Und wie auch nicht allein der freie Wille, sondern auch die Weltbilder, damit die kultuerellen Vorstellungen über unsere Lebensweise entscheiden,

der muss sich aus wissenschaftlichen Gründen für ein aufgeklärtes Christentum entscheiden, das in seiner universalen Erklärung auch den Grund anderer Religonen, deren Aufklärung liefert.

 

 

 

 

 

 

   

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