Wie kein Trottel zum Gottessohn „wurde“, weil Weltvernunft Christus „war“ und aufgeklärt wieder kult(ur)bestimmend werden könnte!

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„Die Amerikaner haben ja auch einen Trottel zum Präsidenten gemacht“, so die Antwort von Professor Lampe auf meine Aussage in der Vorlesungspause, dass es nach dem, was er auch heute wieder auf hervorragende Weise als theologisches Thema der Markusgeschichte schildere, historisch-wissenschaftlicher völlig unmöglich sei, dass es dabei um den gegangen wäre, der heute als historischer Jesus gilt und nicht um das, was damals als Weltvernunft und Diasporajuden als prophetische Bestimmung/Wort galt: In der von hellenistischen Juden Roms verfassten ersten umfassenden Geschichte des christlichen Wesens wäre daher ein wundersam heilender Handwerksbursche aus Galiläa, der in nachösterlichen Visionen seiner Anhänger auferstand, wie sie heute von ihm als psychologische Erscheinungen erklärt werden, das Thema gewesen. Damit wäre ein Gehirngespinst von Sektenanhängern zur Grundlage der Kirche und der gesamten christlichen Theologie (vernünftigen Gottesrede) geworden.

Der Neutestamentler, der auf exzellente Weise die Theologie der Markusgeschichte deutlich machte, wollte mit seiner Antwort den von ihm als „einzig wissenschaftlich“ vorausgesetzten jungen Mann keineswegs als Trottel bezeichnen. Er wollte nur zeigen, was im Gegensatz zu meiner Aussage in der Geschichte alles möglich sei. Doch genau damit hat er ins Schwarze getroffen, die Unhaltbarkeit heutiger Hypothese bewiesen.

Denn auch wenn man all das verurteilt, was auch die Engländer veranlasste die EU zu verlassen, Deutsche und Franzosen nationalkonserativ wählen lässt und die Persönlichkeit des Präsidenten höchst fragwürdig ist. Dass die Amerikaner keine umstrittene, wenig charismatische Altpräsitentenfrau aus dem politischen Establishment, sondern einen  Wirschafts-Macher wählten, der das versprach und jetzt auch umsetzt, was sie aus vielerlei im Geschichtsgeschehen logisch nachvollziehbaren, wenn auch national-kurzsichtigen Gründen mehrheitlich wollten, ist das Normalste auf der Welt. Ähnlich sind selbst Hitler und Stalin nicht vom „nachösterlichen“ Himmel gefallen, sondern logische Folgen der Geschichtsentwicklung und dabei damals entstandener Weltbilder. Und genau die Geschichtsentwicklung, wie die antiken Weltbilder, die sich im Mythos zum Logos wandelten und zu einer kulturellen Auseinandersetzung, vielfätigen neuen Kultformen führten, sind es, die das Argument für die nachösterliche Verherrlichung eines Gurus ins Gegenteil verwandeln. Wenn die Kulturgeschichte psychol(logisch) verläuft, dann lassen sich so die Kultbilder, Geschichtgen und Gestalten im erfüllten Erbe hebräischer, wie hellenistischer Vorbilder erklären. Doch genau die schließen es völlig aus, dass ein Guru zum Gottessohn der Markusgeschichte im Stamme Davids wurde.

Denn dass jüdisch-hellenistische Römer (oder andere Diasporajuden in Zeiten hellenistischer Hochzivilisation), denen Bildung und Vernunft heilig waren, die den Sinn allen Seins und so das Recht jetzt in Natur begründeten, den Kosmos als neuen Tempel sahen und hier so das bisher nur Beschnittenen geltende Wort/Thora verstanden, Halluzination kleingläubiger Anhänger eines heilspredigenden Handwerksburschen zum Thema ihrer neuen Theologie machten, das ist völlig undenkbar. Auch dass theologisch und literarisch hochgebildete Denker Hirngespinste des Glaubens, die Anhänger eines Handwerksburschen hatten, an die Stelle der alten, von ihnen als mythische Verkörperungen des Werdens jetzt aufgeklärt verstandene, jedoch in alter Form abgelehnte Gottessöhne zum Herrschaftprinzip und Maß aller Dinge in einem neun Staatskult machen wollten, ist ausgeschlossen. Ebenso, dass gebildete hellenistische Juden damit auch die taub gewordene jüdische Gesetzlichkeit auf gegenwärtige, weltgültige Beine stellten. Doch wer wie gelernt einen jungen Mann als den historischen Jesus voraussetzen will, der muss nach heutiger Logik nicht nur erklären, warum und in welcher Halluzination ein häretischer Landstreicher die so beschriebene theologische Dimension einnahm, zu all dem „wurde“. Der muss zu allem Übel auch noch die Psychologik erklärten, wie das zu all den geschichtlichen Folgen führte und dann in seiner Argumentation zu diesem in Wirklichkeit völlig falschen Beispiel greifen .

Solange ein angeblich historischer junger Mann namens Jesus noch als der leiblich wiedererweckte Gottessohn und das schöpferisches Wesen mit kosmischen Dimensionen gesetzt war, woran  viele aber „Gläubige“, wie auch der vor wenigen Jahren in Heidelberg lehrende Neutestamentler Klaus Berger heute von seinen Nachfolgern zurecht milde belächelt festhalten will, stellte sich die mit Blick auf die mit den Amerikanern beantworte Frage nicht. Da musste das Wesen des Neuen Testamentes noch nicht zu etwas „gemacht werden“. Da „war“ noch das, was die Markusgeschichte als christliches Wesen vorstellt als historisches Wesen Jesus vorausgesetzt. Auch wenn dieser Jesus kaum noch Bedeutung hatte, so die Säkularisierung des Westens nach scheinbarem „Gottestod“ nicht aufhielt, die wörtlich verstandenen Wunder diese eher befeuerten. Davon ging die wissenschaftliche Lehre noch aus und war so logisch. Selbst, als sich die christliche Lehre nach Bultmanns Entmythologisierung dann nicht mehr für einen historischen Jesus und dessen Geschichte interessierte, musste keine Antwort gegeben werden. „Gott sei Dank“ wird heute nicht nur einfach ein Christus dem Buch nach vorausgesetzt, sondern auf wissenschaftliche Weise nach dem historischen Wesen/Grund gefragt. So erst ist das Wissen gegeben, den Grund des Neuen Testamentes in Vernunft und damit in seiner heutigen Bedeutung als das, was heute als Ökologie und Weltvernunft gegenseitig (m heutigen Jesusverständnis kult(ur)bestimmungslos vergeblich) gegredigt wird, zu verstehen.

Denn die bei der Hypothese eines jungen Mannes heute notwendige Unterstellung, dass ein nachösterliches Gehirngespinst, das einem Landstreicher, der nicht nur nach Professor Lampe sonst ein häretisch Krimineller geblieben wäre, in der Psyche seiner Anhänger aufgebunden wurde, kann nicht der Weisheit letzter Schuluss sein. Wie jüdisch-theologisch Gebildeten Roms darin die  Alternative zur Kaisergottheit oder den ebenso in Frage gestellten mythischen Gottessöhnen sahen, kann nicht allen Ernstes als Wissenschaft gelten. Zumal wir wissen, wie Diasporajuden (bei Philo von Alexandrien, damit dem geistigen Vorbild der Kirche in einer heute rein philosophisch gedeuten „Josefsgeschichte“ nachzulesen), ihre im neuen Bund/Testament nun weltgültige, damit jetzt auch für Griechen offene Vernunftbestimmung des gesamten Volkes (Wort) als Alternative zur Kaisergottheit und Maß gerechter Politik vorstellten. Auf heute übersetzt: Aufgrund ihres neuen Bundes, der die in Natur/dem Weltganzen begründete menschliche Vernunftlehre als jüdische Bestimmung verstand, eine Demokratie ökologischer Vernunft in Diskussion brachten. Und auch, wie diese nicht nur Moses und Josua, lat. Jesus allegorisch verstanden, sondern die griechisch-römischen Gottessöhne im Sinne zeitgemäßer Vernunftlehre als mythische Verherrlichungen des jetzt in Vernunft erklärten sinnhaften Werdens aufgeklärt verstanden (auferstehen ließen), ist bekannt.

Und wer sich wie Professor Lampe darüber im Klaren ist, wie die Markusgeschichte ein hochtheologisches Märchen ist, das für eine Gemeinde geschrieben wurde, bei der die  Gottessöhne der Mythen bisher den Ton angaben. Wer in „Die Wirklichkeit als Bild“ nicht nur beschreibt, wie Bilder im Kopf eine Wirklichkeit darstellen, sondern in der den Diasporajuden Roms geltenden stoischen Epistemonlogie die menschliche Vernunft, an der in aller Wirklichkeit wahrgenommenen Weltvernunft (heute sagen wir Ökologie) Teil hatte. Der kann es doch nicht weiter als einzig wissenschaftlich hinstellen: Römische Bildungsbürger, die jetzt im Rahmen der philosophischen Lehren das Recht in einer heute als Ökologie erklärten vernünftigen Wirklichkeit (Weltvernunft) begründeten, darin als Juden das verstanden, was bereits seit Moses als Wort/Bestimmung galt, die bisher nur Beschnittene vom Pharaonenkult befreite, hätten nun plötzlich eine „Glaubenseinbildung“ nach dem Tod eines handauflegenden Handwerksburschen als Heilswesen eines universalen Bundes/Testamentes als neues Staatsmodell hingestellen wollen.

Es stellt alles Wissen um den geschichtlichen Hintergrund, wie die heute in der Vorlesung vorgestellt Theologie der Markusgeschichte auf den Kopf, dabei nicht das bedenken zu wollen, was im hellenisitischen Judentum jetzt in Folge Moses und dem bedenken sämtlicher bekannter philosophischer Lehren, der alten Kultvorstellungen oder der damals entstandenen neuen Weltreligionen als Sinn im vernünftig erklärten Werden/Weltganzen wahrgenommen wurde. So Wesen eines neuen Bundes und seiner daraus entstandenen vielfältigen Kult(ur)texte wie auch Markus war. Und damit geschichtliche Wirklichkeit des die Geister des alten Aberglaube vertreibenden, erlösenden und befreienden alten Hoffnungsträgers Josua, lat. Jesus auf Erden war. Wie damit Erasmus von Rotterdam und Luther zu Recht den für das monistisch-natürliche Weltganze in den Urveangelien stehenden griechisch-römischen Pantokrator und dann die lateinischen Gottesnamen und Christologie-Titel entsprechend jüdischer Weisheit übersetzten.

Doch das Verbrechen an der Menschheit besteht nicht darin, dass so der christliche Glaube als Schwachsinn einer Sonntagspredigt für ewig Gestrige, zur Befriedigung persönlicher religiöser Gefühle gesehen, völlig unrelevant für das Verhalten wird und in seiner heutigen Lehre gleichzeitig auch weltweiten Aberglaube befeuert. Denn wenn es aufgrund der Verweigerung des gegebenen Wissens versäumt wird, die wissenschaftlichen Voraussetzungen für einen Verstand des letztlich allen Religionen, insbesondere den prophetischen Geschwistern zugrunde liegenden Grundes in Vernunft zu bedenken, so die Möglichkeit einer friedlichen Versöhnung der Kulturen jenseits ihrer erstarrten Glaubensgesetze und jeweiligen Gründergestalten, damit auch zwischen heutigem Wissen und altem Glaube zu schaffen, dann ist das unentschuldb. Wenn die angeblich einzig wissenschaftliche Hypothese von einem in nachösterlicher Halluzination zum Heiland erhobenen Häretiker verhindert, dass die Vernunft/Sinnhaftigkeit, die alle engagierten Weltbürger heute gegenseitig meist vergeblich fordern, in aufgeklärter Berufung auf Moses, Jesus oder Mohammed wieder von mündigen Menschen gemeinsam als das verstanden und so gefeiert und kult(ur)bestimmend werden könnte, wie Christus im Westen bis zur Aufklärung in Verant-wort-ung nahm. Dann wiegt das weit schwerer, wie wenn der amerikanische Präsident Weltklimaziele kippen oder im Konflikt mit Nordkorea Atombomben einsetzen würde.

Selbst in der Nationalökonomie, die derzeit die Amerikaner vor die Weltökonomie (ökologische, zukunftsgerichtete Weltvernunft) stellen (wie sie bei Johannes als Logos, aber auch beim Gottessohn des Markus und in der gesamten frühen Lehre das christliche Wesen war) wird deutlich: Mündige Christen, die sich auf wissenschaftlich aufgeklärte Weise über den wahren Grund des Glaubens im klar sind, müssten sich an das halten, was als Weltvernunft sinnvoll für die gemeinsame Zukunft ist, vor 2000 Jahren als Bestimmung/Wort im Namen Josua/Jesus lebendig war, statt einer sonntäglichen Rhetorik charismatischer Wiedererweckter oder sonstigen Schwachsinn zu glauben, wie es nicht nur in Amerika zu beobachten ist. Wie es jedoch nach der angeblich historischer Begründung heutiger Hochschullehre folgerichtig wäre und damit auch dem Aberglaube mit allen mörderischen Gefahren Tür und Tor öffnet.

  1. Markus: Theologische Biografie der in Vernunft verstandenen prophetisch-schöpferischen Bestimmung

Wie bereits in den vorgegangenen Beiträgen aufgrund der bisherigen Vorlesungen deutlich gemacht, ging es bei der Theologie des Markus weder um die Lebensgeschichte, die Erlebnisse und Taten, noch die Reden eines jungen Gurus aus Galiläa. Was jetzt nicht nur in christologischen Einzelaspekten/-traditionen, Weisheitslehren, sondern im Erbe der auch literarisch erfüllten Kult(ur)vorbilder im Gesamtzusammenhang als theologische Biografie des christlichen Wesens zum Ausdruck gebracht wurde, kann jedoch nicht einfach einem heute rein psychologisch erklärten Hirngespinsten entsprungen sein, das die Anhänger eines Heilspredigers hatten. Zumal dessen Namen anfänglich im Texte noch gar nicht auftaucht. Und doch ist es die Geschichte des Moses-Nachfolgers Josua, lat. Jesus, der in der Geschichte so wenig wie der als frühe prophetische Philosophie gesehene Moses ein durch Meeresteilung den bildlosen Kult begründender Zweibeiner war. Der jedoch als Mosesnachfolger nicht nur als Führer in eine neue Zeit, das gelobte Land, Vertreiber von Aberglaube, sondern auch als Fährmann/Übersetzer zwischen den Ufern/Weltbildern gilt und in dieser Funktion geschichtliche Wirklichkeit und so berechtigte Heilshoffnung war.

Um die Probleme, die Unhaltbarkeit der Hypothese deutlich zu machen, spreche ich entsprechende der heutigen Deutung des historischen Jesus überzeichnend oft von einem „Landstreicher“. Doch jetzt, als Professor Lampe die ganze Theologie der Markus-Geschichte deutlich macht und auch ihre Unterscheidung zu anderen Evangelien, will mir einfach sein „Trottel“ nicht aus dem Kopf.  Bei jeder Darlegung und ihrer theologischen Bedeutung denke ich an die Antwort, dass im geschichtlichen Verlauf die absurdesten Dinge sein könnten, die Amerikaner ja auch einen Trottel zum Präsidenten gemacht hätten.

Dass man einen Menschen versehentlich zu etwas macht, zu was er nicht taugt oder was er, wie der angeblich historische gute Junge gar nicht war und wollte, das lässt sich noch machen. Auch wenn die Amerikaner keinen Trottel, sondern das wählten, was die Mehrheit derzeit will. Während die Diasporajuden der Zeitenwende (wie bereits eingangs gezeigt) mit Sicherheit nicht ihre Hoffnung auf einen im Geist seiner Anhänger wiederwerwachten Heilsprediger setzten. Und es sich in der christlichen Geschichte mit Blick auf die kulturelle Vorgeschichte, die logische Entwicklung, das Wissen um einen echt neu bedachten jüdischen Bund und seine Unmenge an konkurrierenden urchristlichen Bewegungen und verschiedenartigen Texten, bei der die von Neuplatonikern aufgegriffene römische Markusgeschichte nur ein winziger Baustein ist, völlig ausschließt, dass es hier um einen jungen Mann oder ein diesem aufgesetztes nachösterliches Hirngespinst gegangen sein kann.

Allein mit dem, was der Neutestamentler heute wieder als  Theologie der Markusgeschichte deutlich macht, kippt sein Argument. Selbst wenn die Amerikaner nicht großteils noch von Trumps nationalistischen Maßnahmen überzeugt wären, sondern eine nächtliche Massen-Vergeisterung dazu geführt hätte, keinen nur auf Amerika eingestellten Wirtschaftsboss, sondern einen wahren Trottel zu wählen, so wäre das geschichtlich möglicherweise noch zu erklären. Doch die hinter der Markusgeschichte stehende Theologie lässt sich selbst mit einer solchen Massenvergeisterung unmöglich machen. Wie soll durch das, was auch Professor Lampe in „Die Wirklichkeit als Bild“ als von einem Heilsprediger ausgehendes psychologisches Wiederwerweckungserlebnis seiner Anhänger, wie er es dann als Wirklickeit bedenkt, dann auch noch der Markusverfasser bei all seinen Bedeutungsaussagen und der theologischen Auseinandersetzungen von einer psychologischen Glaubenseinbildung ausgegangen sein?  Wollten der römische Bildungsbürger allen Ernstes einen im Geist seiner Anhänger wiedererweckten Guru, damit ein Hirngespinst gegen den Kaiser- und Götterkult eintauschen und die jüdische Gesetzeslehre damit auf weltgültige gegenwärtige Beine stellen? Wer die  Markus-Theologie auch nur halbwegs ernst nimmt und nicht wie die Kritiker des Glaubens als fiktives Märchen zur Manipulation der Menschheit betrachtet, der muss auf neue Weise nach deren Grund fragen.

Wenn Markus einen Gesamtrahmen gibt, durch den man nicht wie in anderen urchristlichen Texten den Wald und nicht nur einzelne, teils auch vergeisterte Bäume anderer Erkenntnislehren sieht, dann muss diese Grundlage der Kirche neu bedacht werden. Als die Geschichte des neuen, in Vernunft begründeten jüdischen Bundes und damit christlichen Wesens im römisch-griechischen Sinne. Geschrieben wir Menschen, denen es bekanntlich um das ging, was die Philosophen als Sinn/Logos im vernünftigen Werden, aller Natur begründeten. Was in seiner geschichtlichen Bedeutung, auch durch die in der Markusgeschichte erfolgte Inkarnation im Erbe der Vor-bilder auf kreative Weise zur geschichtlichen Wirklichkeit wurde, so kein Scheinwesen war. So machen die Ausführungen in der Vorlesung erneut mehr als deutlich, dass die Zeit reif ist, nicht einfach nachösterliche Halluzinationen an den Anfang stellen zu wollen und die Hörer im Glauben zu lassen, es wäre dabei um einen jungen Guru aus Galiläa gegangen.

Während bei den Vorlesungen bis Ende 2017 Einzelaspekte behandelt wurde, die sich (wie bereits in vorgegangenen Beiträgen dargelegt) allesamt jedoch nur in dem begründen lassen, was im Diasporajudentum als Josua irdische Wirklichkeit war, wird jetzt die Markusgeschichte in ihrer Chronologie durchgegangen.

Und wie bereits Philo von Alexandrien als Stellvertreter des hellenistischen Judentums eine aktuell vom Katholischen Bibelwerk herausgegebene Exegese der „Ältesten Jesusgeschichte“ (Vorlage der weiteren Synoptiker) aufgriff und dort alle theologische Aussagen im neuen Bund begründet, der sich heute historisch nicht allein in Alexandriens Philosophie/Theologie (denkendem Glaube) beobachten lässt: http://www.jesus-lebt-wirklich.de, Philo. Ebenso lassen sich alle in der Vorlesung vorgestellten theologischen Inhalte völlig unmöglich in einem jungen Guru, dessen nachösterlicher Herrlichkeit oder Apologetisierung für Bildungsbürger erklären. Sie sind nur so zu verstehen, wie die Verfasser dieser Texte auch Moses begriffen. Denn ohne deren Verständnis der prophetischen Lehre vom schöpferisch maßgebenden Wort als frühe philosophische Vernunftlehre, die jetzt auch Unbeschnittenen galt und so die Rolle der menschlichen Gottesssöhne übernehmen konnte, würden wir nicht von Jesus sprechen. Möglicherweise hätten wir Stierblutmysterien, Leberschau, Orakelglaube, Mithras & Co. oder die Kaiseropfer auf andere Weise hinter uns gelassen. Doch ohne den allegorischen Verstand des Alten hätte es sich ausgeschlossen, die den Griechen geltende Vernunftlehre im Sinne Moses zu verstehen. Da wäre weder ein neutestamentlicher Kanon, noch die zeitgemäße Vernunft im Sinne des Alten als Wort eines Propheten auf arabische Weise (statt als Gottessohn der Kirche) zur Welt gebracht worden.

  1. Der Gottessohn des Markus

Anders als Johannes, der die weltgültige Vernunft bzw. in Natur/Schöpfung begründete Weltvernunft (Logos) als den Sohn Gottes vorstellt, zeigt die römische Geschichte des christlichen Wesens im Eingang 1.1.-1.13 nur, dass er die Geschichte vom wahren Gottessohn schreibt. Und schon die Evangelienform macht deutlich, dass hier dem Kaiserkult und seinen Gottessöhnen eine Alternative geboten wird. Auch wenn diese von jüdischer Gesetzeshörigkeit verteilt wurde, das Kreuz der Gottessöhne zu tragen hatte.

Selbst wenn wir dann alles außen vor lassen, was vormals die Pharonen und Götter, dann Römern bisher als Gottessöhnen (incl. kosmische Vernunft inzwischen immer weniger zur Herrschaft bringender Kaiser) bestimmend war. Wenn auch in der Vorlesung mit keinem Wort erwähnt wird, wie Gottessöhne als Verkörperungen der Vegetation/des Werdens auch in den bekannten Göttergestalten wie Mithras & Co. auf mythische Weise kreative Vernunft vermitteln mussten. Die alten Gottessöhne von Geburt über Wunder bis Tod und Auferstehung auch das Leben Jesus abbilden. Wie Isis, die den hellenistisch für Weisheit stehenden Horus, wie Maria das Jesuskind auf dem Arm hält noch als solche in christlichen Kirchen anzutreffen ist. Isis dann im Rahmen der französischen Revolution für die Vernunft stehend im Kult gegen die kath. Kirche ausgetauscht werden sollte. Oder wie inzwischen in Serapis, Zeus oder Jupiter bereits monistisch-philosophisch zusammengefasst wurde und nicht nur inhaltlich, sondern auch literarisch von Geburt, über Wunder bis Tod und Auferstehung aufgeklärt verstanden (auferstanden) im christlichen Bruder/Nachfolger im Neuen Testament aufging. Selbst dann muss dann doch der Groschen fallen. Um einen handauflegenden Heilsprediger und seine nachösterliche Herrlichkeit bei seinen Sektenanhängen, der dann von den Kritikern des Glaubens als völlig fikives, nur den Mythen nachgestelltes Wesen ausgegeben wird, in der Theologie der Markusgeschichte völlig unmöglich gegangen sein.

Wir wenn wir wissen, wie der Pharo als Gottessohn von schöpferischer Autorität kosmischer Ordnung adoptiert war, um natürliche Ordnung auf Erden zu vertreten, die himmlische Herr-lichkeit (Vernunft) zu vermitteln und zu herrschen, so spricht dies Bände. Zumal wir wissen, wie sich die Juden vom Pharonen- und Opferkult, nicht jedoch von der natürlichen Ordnung befreiten. Wie an Stelle der alten Königsgottheiten die Weisheit im Namen David stellten, den Propheten das Wort (Vernunft allen Werdens) dann bildfrei der König/Pharao war und in Folge Moses (als frühe Philosophie) dann von Josua gesprochen wurde. Der in die neue Zeit führen sollte und in seiner Person (Wirklichkei/Funktion, Rolle hinter dem Bild) irdischer Hoffnungsträger (Messias) war. Auch wenn das christliche Wesen in der für die römische-griechische Gemeinde geschriebene Kult(ur)geschichte ein neues Judentum, damit den jetzt in Vernunft verstanden Bestimmung (Wort/Weisheit) verkörpert und dessen Geschichte bebildert wird. Es erscheint im kreativen Sinne logisch, dass dabei nicht von Josua/Jesus, sondern ein Pantokator als Gottessohn aufgestellt wurde. Nur so war Welt-Geschichte zu machen. (Auch wie nur im Sinne eines Kaiser-Evangeliums und auch dem literarischen Erbe der Göttergeschichten die Markusgeschichte, mehr als Einzellogien die kreative Voraussetzung für die christliche Weltmission war, wurde bereits in den vorhergegangenen Beiträgen verdeutlicht.)

Ja, im Judentum waren alle Hörer des Wortes auch Menschensöhne und an die Stelle der menschlichen und mythischen Gottessöhne getreten. Doch dieser Herr war hier bisher nur Beschnittenen per Gesetz in seiner Herrlichkeit in allem kreativen sinnvollen Werden erschienen und inzwischen zur starren Gesetzlichkeit geworden. Und dies war nun in weltgültiger Vernunft erklärt, damit auch offenbarer Sinn/Bestimmung.

Doch in einer psychologischen Erscheinung von Sektenanhängern den Gottessohn der markinischen Gemeinde Roms wissenschaftlich begründen zu wollen, weil „die Amerikaner…“ das ist geschichtlich unhaltbar. Das stellt alles historische Wissen auf den Kopf. Gerade mit Diasporajuden Roms, die wie Seneca & Co. den Sinn des Seins in Vernunft/Natur bedachten, darin als hellenistische Juden die jetzt weltgültige Bestimmung/Wort, frei aller allzu menschlichen Gottessöhne und so die Wirklichkeit Josua/Jesus sahen, ist das nicht zu machen.

Wo wie dargestellt der Anfang einer neuen Welt und das christliche Wesen in kosmischen Dimensionen bedacht wurde, können diese theologischen Denker nicht einer Vergeisterung aufgesessen sein. Was Professor Lampe in „Die Wirklichkeit als Bild“ als wahre psychische Erscheinung nach dem Tod eines jungen Mannes beschreibt, der sonst ein Krimineller geblieben wäre. Wer die in den Augen der Verfasser die seit Adam, damit dem bewusst gewordenen Menschen gegebene Trennung zwischen der natürlichen Ordnung und seiner Lebensweise aufzuheben hatte, war kein junger Mann oder eine psychologische Phantasie von Sektenanhängern, die von den jüdischen Bildungsbürgern Roms zum Christus erhoben wurde. Das kann nur die Stimme der in Natur/Schöpfung begründeter Vernunft gewesen sein, die heute wieder mehr denn je gefragt ist. Die heute nicht nur politische Tagesordnung ist, sondern auch in der Kirche. In der sich im zweifachen päpstlichen Ruf: Benedikt XVI. theoretisch das christliche Wesen im Weiterdenen griechischer Vernunft, auch vor dem Bundestag das Recht in Ökologielehre begründend, Franziskus in seiner „Umwelt-Enzyklika“ auch praktisch nach ökologischer Weltvernunft rufend. Wobei der jetzt auch kirchliche Ruf nach „Ökologie des Menschen“ eine leere Predigt bleibt, solange sich die theologische Wissenschaft weigert, hier die Bestimmung zu bedenken, die auch bei Markus als Gottessohn das Thema war. Wie hier letztlich die Inkarnation stattfand, die im Namen Philo nicht vorliegt.

Man kann doch nicht allen Ernstes wissen, wie nicht nur die griechischen Philosophen, dann die Stoiker auch in Rom diese seit Adam beklagte Trennung zwischen Mensch und natürlicher Ordnung aufheben wollten, dazu Lebenslehren entwarfen und wie die von Diasproajuden an Stelle der alten Gottessöhne zur jetzt universal gültigen Bestimmung im Sinne Moses wurde. Dann weiter seine Hörer im Glauben lassen, die Markusverfasser hätten einen Heilsprediger oder ein nachösterliches Hirngespinst als Wesen eines neuen jüdischen Bundes/Testamentes ausgegeben.

  1. Die christliche Mission ging von Galiläa, dem Heidenland jenseits der Grenze/Jordan aus

Wer Galiläa als eine „mit theologischem Sinn aufgeladene Geografie“ darstellt, der macht sich doch selbst unglaubwürdig, wenn er es mit dem Verweis auf Trump dann als einzig wissenschaftlich ausgibt, ein im nachösterlichen Geisteblitz zum Gottessohn gemachten jungen Galiläer sei als einzig wissenschaftlich an den Anfang zu stellen.

Denn auch die theologische Topografie lässt sich mit einem psychologischen Auferstehungserlebnis nicht erklären. Wissen wir doch, wie im Heidenland, das deswegen in harter Auseinandersetzung mit der traditionellen jüdischen Gesetzlichkeit stand, die Vernunftlehre neue Bestimmung war, der Kosmos der Tempel, die Vernunftlehre die Rolle der Thora/des gesetzlichen Gotteswortes eingenommen hatte. Hier war das schöpferische Wirken und dessen Sinn/Grund offenbar geworden, in Vernunft erklärt.

Die Offenbarung/Erklärung dessen, was den Vätern Bestimmung gab, als schöpferisch wesentlich seinend, aber unaussprechlich und unvorstellbar gesehen wurde (JHWH), ist nicht einer psychologisch erklärbaren Halluzination aufgrund eines gehängten Galiläers entstanden. Sie ging vom Heidenland in Opposition zum alten Jerusalem aus. Diasporajuden haben  die Grundlage zu einem denkerischen, in Vernunft begründeten Glauben gelegt. Der Erkenntnis eines kreativen Sinngrundes im natürlichen Geschehen, bei dem die natürlich begründete medizinischen Hilfe des Arztes und die frühe Naturwissenschaft/Logik den Gott der Väter nicht entbehrlich machte, an seiner Macht zweifeln ließ, sondern offenbarte/erklärte.

Wenn ich der Markusverfasser wäre, würde ich Josua (auch wenn ich in Rom aus Vernünftgründen von einem römisch-griechischen Pantokrator schreiben würde) logischerweise auch im Grenzgebiet zum heidnischen Tyros und Sidon beschreiben. Ihn dann den Jordan überqueren oder hier seine Gottessohnschaft von einer anderen Form neuer jüdischer Christologie (ob Johannes auf die Mandäer verweist, wäre exegetisch Aufgabe) bestätigen, ihn dann Wunder wirken, mit gesetzeshöriger, damit den Hellenismus bekämpfender Obrigkeit diskutieren und dort auch auferstehen lassen.

Aber wenn die anderen Evangelienverfasser Jerusalem als hauptsächliche Wirkungsstätte wählten, so haben sie sich weder geirrt, es nicht so genau gewusst, als sie den einen in pychischer Umnatung entstandenen Gottesohn (der Trottel will mir einfach nicht aus dem Kopf) zum Thema ihrer Evangelien machten. Wahrscheinlich haben sie bei der nächstlichen psychologischen Erscheinung (weil es ja dunkel war) nicht so genau aufgepasst. Quatsch. Allein die an vielen Stellen auftretende verschiedene Deutung der Geschichte, die auf verschieden theologische Perspektiven verweist, zeigt, dass kein heute psychologisch erklärtes Wesen, das Thema war. Vielmehr ein Denkprozess über den Sinn allen Seins als jüdische Bestimmung zu beobachten wäre, wie er nicht nur aus dem Diasporajudentum und den vielfältigen früchchristlichen Erkenntnislehren.

-Ja, die Kirche fängt in Galiläa an, sie gründet auf die Christologie des Heidenlandes, von der diese Offenbarung geschichtlich bekannt ist, berief sich in ihrer Christologie insbesondere auf Philo von Alexandrien. (Wobei darin der Denkprozess des Diasporajudentums nur zusammengefasst ist.)

-Das philosophische Diasporajudentum und kein Guru oder ein nachösterliches Gespenst stand mit seiner neuen Vernunftbegründeten Bestimmung/Wort im Gegensatz zur traditionellen Gesetzeslehre, wie sie von Pharisäern, Schriftgelehrten und Hohepriestern Jerusalems vertreten wurde. Was im Prozess der Zeit angeklagt und bei den eigenen Anhängern, aber auch noch von römischer Autorität missverstanden wurde, war kein Guru, sondern die neue prophetische Vernunftbestimmung als weltgültiges Wort.

-Auch wo die Radfiguren, wie der römische Hauptmann den Judenkönig mehr als die eingenen Anhänger erkannten, kann dieser theologische Deutung nicht einer psychologische Erscheinung nach dem Tod eines jungen Mann unterstellt werden, der das in seiner heute gelehrten Zwergenform ja alles gar nicht war und wollte.

-Da ging es nicht um einen Guru der mit Fremden soff oder ein nachösterliches Geistwesen, dem ein gemeinsames Mahl angedichtet wurde. Im Judentum der Diaspora wurden die Gegensätze denkerisch aufgehoben, hat das stattgefunden, was für das traditionelle Judentum undenkbar war und so auch nicht zum wilden Synkretismus, sonder denkerischen Versöhnung der Kulturen in einem neuen jüdisch-christlichen Kult, dem gemeinsamen Mahl führte.

-Das Land der Parusie lag in der „theologischen Topografie“ zurecht im Heidenland, im philosophischen Verständnis des Judentums, das im Auferstand des Alten und damit der gegenwärtigen, weltgültigen Vernunftbestimmung auf dem ewigen Weg nach Jerusalem war.

-Wer dabei nicht wie der Marcionismus das alte Jerusalem verwarf, sondern in allegorischem Verstand daran anknüpfte, sich so auf die irdische Wirklichkeit Josua/Jesus berief, muss nicht ständig betont werden. Und diesem Judentum, wie es in der jüdischen Philosophie Alexandrien stellvertretend beschrieben ist, sind die Neuplatoniker gefolgt, die als Kirchenväter gelten.

  1. Wunderberichte als Fortsetzung theologischer Auseinandersetzung

Ja, die Menschen waren dort abzuholen, wo noch Dämonen selbstverständlich und die alten Gottessöhne als Wundermänner/Gottessöhne standen. In diesem Sinne sind die Wunder nicht einfach bei den griechischen Gottessöhnen abgekupfert und einem jungen Guru oder einem Gehirngespinst angedichtet worden. Die Vernunft war als neue Bestimmung an Stelle der Orakel und Göttermysterien getreten. Sie war im Erbe jetzt „auch“ literarisch zu erfüllen, konnte nur so Geschichte machen.

Wenn doch selbst in den Wundern auch die Auseinandersetzung mit dem Gesetzestreuen Judentum alter Autorität das Thema war. Dann ist auch hier kein Heilsprediger in psychologisch-nachösterlicher Erscheinung zum Heiland geworden, weil ja auch die Amerikaner… Oder wie ähnlich die Kritiker unterstellen, nur ein völlig fiktives Konstrukt mit alten Mythen eingewickelt worden. Oder ist die damals Logos genannte, im natürlichen Werden begründete Ökologielehre, damit das, wir als Weltvernunft fordern, nachweislich für hellenistische Juden neue Bestimmung/Wort war und so in seiner weltgültigen Heilswirkung und geschichtlichen Auseinandersetzung in Markus bebildert wird, auch nur eine philosophische Spekulation?

Wer „Stürme des Lebens“ stillte, Nahrung schaffte, von Krankheiten heilte, liegt auf der Hand. Auch in der medizinischen Hilfe, damit Vernunft allen natürlichen Werdens, sah das Diasporajudentum damals die schöpferische Wirklichkeit. In Vernunft wollten die Mittelplatoniker der Stoa die in der Vorlesung genannten „Stürme des Lebens“ stillen, die Gier und Kurzsicht des Menschen am Sinn der natürlich-kreativen Ordnung ausrichten. Was dann geschichtlich im jüdischen Sinne Kult(ur)bestimmung im Namen Josua/Jesus wurde.

So hat auch die Dämonenaustreibung, ob hinsichtlich der Göttermysterien oder der taub gewordenen Tempelgesetzlichkeit im Diasporajudentum in geschichtlicher Realität stattgefunden. Drei Mal darf geraten werden, wie der Name für diese irdisch-geschichtliche Wirklichkeit war, die nicht zuletzt in Markus inkarinierte: Zur westlichen Welt gebracht wurde.

Auch wenn Geistheilungen von Indischen Gurus, die bei Operationen von Europäern verständlicher Weise mehr rote Brühe brauchen, ebenso wie die Wirkung von Placebos logisch sind. Bitte Herr Professor Lampe, nicht so. Denn wenn Sie weiter mit tiefenpsychologischen Ticks bzw. Geistheilungen nach Drewermann argumentieren, die ein handauflegender Handwerksbursche als Beweis seiner Göttlichkeit bei armen Familien vollbrachte, weil die sich keinen Arzt leisten konnten, was dann in Rom in nachösterlicher Manier theologisch aufgemischt wurde, scheint ein neuer Exorzismus unausweichlich. Nicht allein, weil so heute allen Scharlatanen und Aberglaube die Tür geöffnet wäre. (In Berlin wurde heute einem Gottesboten aus der Ukraine verboten, in seinen Veranstaltungen begeisterte Besucher durch Gott heilen zu lassen, weil diese so den Arztbesuch versäumten.) Wer heute mehr denn je gefragt ist, damals von Blindheit heilte, das Erlahmte zum Fortschritt brachte, Tode erweckte, das alles lässt sich theologiegeschichtlich dort nachvollziehen, wo die Vernunft zur neuen, jetzt weltgültigen jüdischen Bestimmung wurde. All diese theologischen Geschichten lassen sich nicht mit dem Verweis auf einen jungen Guru und die Amerikaner erklären.

Auch dass die Speisungen im Heidenland stattfanden, hier die ersten Tischgemeinschaften waren, ist historische Tatsache. Die denkerische Versöhnung der Kulturen, wie sie heute mehr als notwendig wäre und die vom schriftgelehrten, gesetzeshörigen Judentum verurteilt wurde, hat historisch im Heidenland stattgefunden. Dies braucht nicht damit erklärt zu werden, dass in der Geschichte alles möglich sei, auch ein Trottel bzw. eine nach dem Tod des Guru stattgefundene Geisterscheinung gutgläubiger Galiläer nicht nur zum Präsident, sondern Messias geworden sei.

Wie dieser Messias mit dem dazu vom Spiegel ausgerufene Obama so wenig zu machen war, wie vor 2000 Jahren mit dem echten Friedenskaiser Augustus (25 Jahre ohne Krieg) haben bereits die Juden der Disapora nicht erst bei Nero gewusst. Die nicht allein in einer Josesfgeschichte ökologische Vernunft im Volk (und kein psychologisches Hirngespinst von einem wiedererwachten Wanderprediger) als wahren Herrscher in die Diskussion brachten. Wo in einer politischen Josefsgeschichte, die kein seichtes Märchen, sondern heute hohe Philosophie ist, selbst die sich mit den Eunuchen einlassende Herrin, die Josef zu verführen suchte, als „unfruchtbare Denkweise im Volk“ dem der jüdischen Vernunftbestimmung im Volk und damit einer Demokratie ökologisch (in Natur begründeter) gerechten Politik gegenüber gestellt wird. Da haben andere Verfasser dieser Zeit, die in Evangelienform eine Alternative zum römischen Kult darstellten, keine psychologische Erscheinung zu etwas gemacht, wie es nun mit Verweis auf die Amerikaner erklärt werden soll. Und so wenig wie ein keuscher Junge mit Namen Josef das Thema der Geschichte war, ging es beim Pantokrator der Evangelien des Markus um klein Jesus.

Wobei der Reformprozess sicher nicht auf Alexandrien beschränkt blieb. Denn wo von Damaskus gesagt wird, wie Nomaden im Nabatäerreich als Händler zwischen Ost und West unterwegs waren. Dann haben auch die nicht nur Parfüm getauscht, sondern auch philosophisch-theologisches Gedankengut. In einem Sektenverfolger, dem ähnlich wie den nachösterlichen Römern eine Halluzination unterstellt wird (über einen Pferdesturz vor Damaskus, der zu einem Geisteswandel führte wird dann spekuliert, ähnlich der nachösterlichen Erscheinung eines Guru), lässt sich das neue jüdische Paradigma, das zu den Paulustexten und zur christlichen Mission führte, nicht begründen. Die Paulustexte haben – wie auch die Markusgeschichte – ihren Ursprung in urchristlichen jüdischen Reform-/ Erkenntnislehren, die erstmals von dem einzig von Vernunft ausgehenden (die Thora verneinenden) Marcionismus als Kulttexte eines neuen Bundes/Testamentes herausgegeben wurden.

Wie dann ein junger Jude, der das alles nicht war und wollte, seinen Anhängern verboten haben soll, über seine wundersame Bedeutung zu reden, ist mit einer noch so großen nachösterlich-psychologischen des Glaubens Massentäuschung nicht zu erklären. Doch klar ist, dass auch die Thematik, des öffentlichen Wunderwirkens und das Gebot, nicht darüber zu reden bzw. die Wunderkritik oder Wunder nicht als Beweis zu bringen, eine theologische Aussage ist. Die lässt sich jedoch nicht mit dem einer nachösterlichen Vergeisterung erklären, die dann wie Trump…

Es greift auch zu kurz, die Wunder einfach aus alten hebräischen oder hellenistischen Mythen wie den Gottessöhnen ableiten zu wollen, die einem Guru übergestülpt wurden. Auch hier lässt sich die geschichtliche Wahrheit nur dort begründen, wo die Augen geöffnet wurden, bekanntlich Erkenntnis war und Fortschritt bewirkt wurde. Es erübrigt sich, ständig nach dem Namen zu fragen, den diese geschichtliche Wirklichkeit bei hellenistischen Juden hatte. Damit bei Denkern, denen wir auch die Texte des Neuen Testamentes verdanken.

5. Forschungsgeschichtliche Vorfragen verweisen zwingen zu neuer Forschung

Die Forschungsgeschichte greift sicher weit über die Frage hinaus, nach der heute meist nur ein jungen Mann und seine Umwelt hinterleuchtet wird. Und dann mühlsam erklärt werden muss, wie der zu einem Wesen mit kosmischen Dimensionen erhöht biblischen Wesen gemacht wurde. Doch wenn in diesem Rahmen bereits Wilhelm Wrede Überlegungen hinsichtlich der Geheimhaltungsgebote zum Messias anstellte, dann zeigte sich bereits dort: Da war kein Guru, der seinen Anhängern verbot über etwas zu reden. Was er im Sinne des heute gelehrten historischen Jesus nicht war und wollte, dann nach einer psychologisch erklärte nachösterliche Geisterscheinung als auferstanden erklärt wurde, um dann später in Rom zum Gottessohn zu werden.

Die gesamte Kreuzestheologie lässt sich gerade in Markus erklären. Die in Vernunft begründete Bestimmung (Wort) musste das Erbe der Göttersöhne tragen, in deren Erbe ausgedrück werden, wie es in Markus erfolgte. Nur in dem sie auch die kultrolle der Gottessöhne übernahm, konnte sie in westlicher Kulturentwicklung zum Christus werden. Erst in auch literarischer Erfüllung konnte sie volkswirksam werden, Geschichte machen. Nur so konnte sie zum neuen jüdischen Verstand im Heidenland führen. Mit einem jungen Mann, der dann gar erst nach seinem Tod, auch noch gegen seinen Willen zu etwas gemacht wurde, was er nicht war und wollte, ist die christliche Geschichte, die zur Kirche wurde, nicht weiter zu erklären.

Vielmehr wäre die gesamte chrisltiche Kulturgeschichte zu betrachten. Eine Geschichte, die von der die Hochkultur Ägyptens tragenden Maat als Modell kosmisch begründeter Gerechtigkeit, der Geschichten ähnlich das Werden zur Kultverehrung verkörpernde Gottessöhne, über die prophetische Befreiung vom Götteropfer- und Pharonenkult, das philosophische Judentum und die neuplatonische Kirchenlehre bis zur Reformation und der folgenden Aufklärung reicht.

So wurde in der kirchengeschichtlichen Vorlesung, die Markus vorausging, sehr gut deutlich, wie bereits am Beginn der Aufklärung Wissen und Glaube auseinandergebrochen sind. Wie im Zuge der unzähligen Denker, die nach dem Verfall der Kirchenlehre, dem Verlust deren Autorität um das wahre Wort gerungen wurde. Nicht allein, weil die Reformation zahlreiche Verirrungen auslöste, gegen die sich dann Denker wie Luther wehren mussten.

Schon in der Vorlesung über die Reformation hatte Professor Strohm mehr als deutlich gemacht, wie vielfältige Zeiterscheinungen, politische Rahmenbedingen, kulturelle Entwicklungen und daraus hervorgegangene vielfältige Denker in ganz Europa zur Reformation geführt haben. Wozu neben unzähligen anderen Vordenkern und Mitdenkern auch Luthers Leistung gehörte. Doch waren es nicht die Eingebungen Luthers, sondern die Umstände der Zeit, die vielfältigen kulturellen Entwicklungen, die zum Reforpropzess führten, wie er sich in noch umfassenderer Weise in der Kulturumwälzung der Antike beobachten lässt. Die heutige Hypothese von einem jungen Mann, der in nachösterlicher Glaubenspsychologie als auferstand und dann in Rom zum Gottessohn wurde, ist so wissenschaftlich, wie die Reformation in einem mittelalterlichen Möch zu erklären zu wollen, der nächstliche Eingebungen als seine Thesen an die Tür schlug und dann Protestanten zu Kopf gestiegen ist.

Es waren vielfältige Gründe, die zur Scheidung von Vernunft und Glaube führten, die Vernunft vielmehr im Rahmen der Aufklärung voll in den Gegensatz zum Glaube gestellt wurde. Dann eine Bestimmung und so das richtige Lebensmaß allein in Bezug auf die Buchstaben der Schrift oder persönlicher Frömmigkeit gesucht wurde.

Doch durch eine Aufklärung über den historischen Grund des Neuen Testamentes könnte diese Trennung, die mit der Lösung von der päpstlichen Autorität und kirchlich missbrauchter scholastischer Philosophie begann, überwunden werden.

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„Minerva, die römische Göttin der Weisheit, spendet das Licht der Erkenntnis, wodurch die Religionen der Welt zusammenfinden“ (Daniel Chodowiecki, 1791)

So ist bei Wiki unter „Auflärung“ mit Blick auf die Göttin zu lesen, in der der lebendige Geist vor Jesus verehrt wurde und die auf alle blickt, die die Neuen Universität Heidelberg betreten.

Es bleibt die Hoffnung, dass die Göttin der Weisheit dort die Erleuchtung bringt, hier in Fortsetzung ewiger Reform des Religionsverständnisses und Aufklärung ein Silicon Valley der Geisteswissenschaft zu machen.

 

 

 

 

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