Markus: Geschichte der Vernunftbestimmung/Wort als Josua/Jesus

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Hier ist es die Markusvorlesung die endgültig belegt: Ein junger Mann aus Galiläa, wie er absurder Weise weiter als „historischer Jesus“ gelehrt wird, so dem Verstand im Wege steht, war nicht das Thema der Geschichte. Das Neue Testament hat heute seinen Grund  völlig verlorgen, wenn nicht in aufgeklärter Weise nach dem Geistes-, damit jüdischen Paradigmenwechsel gefragt wird, der sich in den Texten dieses echt neuen Testamentes ausdrückt. Wie er nun auch in der Theologie-Geschichte bei Markus hinter den literarischen Bildern deutlich wird.

Und der lässt sich heute in dem von philosophischer Vernunftlehre (Logos) ausgehenden Diasporajudentum der Zeitenwende ganz konkret geschichtlich beobachten.  Der dort zur sog. Zeit Jesus begründete echt neue Bund/Testament hat so wenig wie Markus etwas etwas mit der Geburt des blindwütig weiter als „historisch“ vorangestellten jungen Guru zu tun. Noch ist er in einem heute an den Hochschulen vermittelten „christologisch-nachösterlichen“ Hirngespinst des Glaubens zu erklären. Dahinter steht ein umfassener Erkenntnis- und Denkprozess, bei dem in Synthese mit hellenistischen Kultvorstellungen in grundlegender jüdischer Reform die im natürlichen Werden begründete Vernunftlehre (Logos) als schöpferische Bestimmung (Wort) vestanden wurde. Was im Sinne/Stamme David/Moses nun weltgültig war und auf kreative Weise in hebräischen, wie hellenistischen Kultur(vor)bildern zum Ausdruck gebracht wurde, so als Josua/Jesus geschichtliche Wirklichkeit war.

Denn was vor 2000 Jahren im philosophischen Diasporajudentum den neuen Bund/Testament begründete, als verjüngter, jetzt weltgültiger Moses, damit friedlicher Josua/Jesus zeit- und kulturgemäß im Stile eines Weisheitslehrers als David- und Gottessohn zur Welt gebracht wurde, ist das, was aufgeklärten Juden die jetzt lebensbestimmende philosophische Vernunftlehre war.

Dabei ging es im Grunde um das, was wir in Ökologie/Evolution begründete „Ökologie des Menschen“, „Weltvernunft“, „zukunftsgerecht“ oder „ganzheitliche Lebensweise“… nennen. Aufgabe der historisch-wissenschaftlichen Theologie wäre es daher, das, was wir heute meist vergeblich gegenseitig fordern, in aufgeklärter Weise für mündige Menschen wieder so bestimmend zu machen, wie es bis zur Aufklärung Jesus Christus dem Buch nach war.

In den folgenden Abschnitten wird die Markusvorlesung ausgewertet.

Es sind Bitten (nicht nur) an Professor Lampe zu einer neuen Betrachtung aus geschichtlicher Perspektive (Geisteswende im Diasporajudentum, das seine Bestimmung/Wort, Verhaltenslehre im Namen Josua/Jesus in Natur begründte), Beiträge, die sich aus heutiger Deutung des Markusevangeliums ergeben. Und die eindeutig machen, dass es nicht nur bei Johannes um die Weltvernunft ging, sondern auch Markus die Geschichte der im natürlichen Werden begründeten Vernunftbestimmung im jüdischen Sinne (Wort) beschreibt, die auch der Theologie der Paulusliteratur, wie aller frühchristlichen Bewgungen und Lehren zugrunde liegt.

Markus-Vorlesung, Heidelberg, Wintersemester 2017/18

Auch die heutige Hochschullehre, nach der selbst in Markus, der Grundlage unseres Jesusbildes, der bisher als historisch angenommenen junge Mann nicht vorkommt, belegt, dass anfänglich nicht die Leere war, die bei heutiger Lehre-Hyothese vom jungen Landstreicher herauskommt. Die heutige Lehre zeigt vielmehr: Bei Jesus Christus ging es um das, was für aufgeklärte Diasporajuden der Zeitenwende die philosophische Vernunftlehre (Erklärung des Werdens und menschlichen Lebens in Vernunft: Logos) als nun weltgültige schöpferische Bestimmung  (Wort/König/Christus) und damit Grundlage eines neuen Bundes/Testamentes im Namen Moses, verjüngt die Funktion Josua, lat. Jesus war.

Um daher das, was wir heute in Ökologie begründen, als Weltvernunft oder Friede gegenseitig fordern, gemeinsam so bedeutend zu machen, wie es nicht nur am Anfang, sondern noch für Denker, die so die Grundlage heutigen Humanismus oder der Leben und Gesellschaft tragenden Zukunfts- und Gesamtverantwortung legten, Jesus Christus der nach Schrift noch war, ist ein aufgeklärtes Verständnis gefragt.

I.) Vorlesung über die Forschungsgeschichte zur ersten Jesus-Biografie

Die Vorlesung über die Forschungsgeschichte zur Jesus-Biografie, die auch über Lukas und Matthäus unser Bild von einem jungen Heilsprediger prägt, zeigt erneut: Der heute aller Lehre vorangestellte Weisheit verkündende Wanderlehrer war zwar die kultur- und zeitgerechte kreativ wirksame Ausdrucksweise, ist so kein Scheinwesen.  Aber der junge Mann, wie er heute übrig bleibt oder ein diesem nachösterlich aufgesetztes Hirngespinst, ist als grundlegendes historisches Wesen ein Hirngespinst von Halbaufklärung. Der kommt weder in der Geschichte, noch den biblischen Geschichten vor. Dem literarisch und theologisch hochgebildeten Gelehrten des Diasporajudentums Roms, der zur Zeit des jüdischen Aufstandes und Beschneidungsverbotes, damit der Existenzbedrohung des traditionellen Judentums durch Kaiser Hadrian, der auch den Jerusalemer Tempel zu einem römischen machen wollte, ging es in dieser Geschichte nicht um einen jungen Mann. Noch hat er in seiner Biografie eines jüdisch-griechischen Pantokrators, der erst später nach dem alttestamentlichen Josua Jesus genannt wurde, nur hellenistische und hebräische Mythen aufgebacken und einem christologischen Glaubenskonstrukt umgebunden. Wie es nicht ganz so zugespitzt die Bultmannschule vertritt, bei einem vorangestellten jungen Mann jedoch logischerweise die heutige Lehre sein muss.

Denn der  in der Einführungsvorlesung „Der historische Jesus“ im Gegensatz zur „Theologie des Neuen Testamentes“ stehende Handwerksbursche, der all das nicht war und wollte, was seine Anhänger in Trauerbewältigung theologisch aus ihm gemacht hätten, ließe auch bei Markus nur den Kurz-Schluss zu: Da wäre ein christologisches Glaubensgespenst zur Geschichte der Kirche geworden.

Doch wie diese kreative Geschichte nur so Geschichte machte, notwendig war, um nach dem Wandel vom Mythos zum Logos in Synthese  hellenistischer und hebräischer Kultur für das so erneuerte, jetzt weltgültige Judentum die Kirche zu bauen. Und wie diese Geschichten nicht nur unsere Kultur bis zur Aufklärung getragen hat. Wie sie es vielmehr heute ermöglicht, in aufgeklärter Weise die Geschichte kreativer Vernunft-Bestimmung (derzeit als Gotteswort in Schrift statt natürlicher Schöpfung begründet) zu verstehen. Um so das natürliche Werden und die Weltvernunft, nach der alle rufen, wieder zur mündigen Bestimmung zu machen. Das wird im Weiterdenken der Markus-Vorlesung beschrieben.

  1. Bei heutiger Hypothese vom jungen Mann bleibt nur ein Hirngespinst des Glaubens

Auch wenn Professor Lampe Bultmann widerspricht, so wird auch in der Markus-Vorlesung jeden Mittwoch immer mehr deutlich: Bei dem von ihm weiter als allein wissenschaftlich vorausgesetzten jungen Mann, kann bei Markus heute nur das einer geheimnisvollen „Christologie“ in die Schuhe geschobene Hirngespinst des Glaubens herauskommen. Damit wäre ein „Glaubensbekenntnis“ ohne denkerischen Grund, das den theologisch und literarisch gebildeten Römer bei seiner hochliterarisch-theologischen Biografie geritten haben müsste. Die mit dem Leben des blindwütig trotzdem weiter vorausgesetzten Guru aus Galiläa letztlich nichts zu tun haben kann.

Und wie auch die angeblich „authentischen Jesusworte“ nicht die nächtlichen Eingebungen eines Zimmermannes waren, die heimlich mitgeschrieben, überliefert und dann von dem theologisch gelehrten Römer in seine Geschichte eingebaut wurden, sondern  in einer jetzt  in Vernunft erklärten Schöpfung/Natur begründet waren, ist ebenso logisch. Auch das dürfte rational denkenden Menschen, die sich nicht von Bildern in Dokumentarfilmen, nach denen ein hübsches Grupie aus Magdala einem charismatischen Guru doch auf den Mund küsste, den Verstand verbauen lassen, klar sein. Wobei sich sicher auch die Rolle der Maria aus Magdala bildhaft verstehen lässt. Die noch vor Petrus/dem Papst in Rom die Vernunftlehre im Sinne Josua/Jesus als den Auferstandenen Moses erkennt: Nicht nur die allseits bekannte Ablehnung durch die Hohepriester wurde vorgestellt. Auch der Missverstand der Jünger Jesus (des in philosophisch-wissenschaftlicher Vernunft begründeten jüdisch-hellenistischen Pantokrators, der in Griechisch noch nicht Josua/Jesus hieß), und wie diese Jünger, nicht die um den See Genezareth ziehenden Anhänger eines Guru waren, sondern bei Markus „bis zur Kirche in Rom“ reichen, war Thema. Auch wenn dabei immer von klein Jesus gesprochen wurde, wie wenn dann das Christologiegebilde der Markusgeschichte in Dikussion  gestanden hätte, Anlass zum Missverstand gab.

Wo die kosmische Ordnung, wie alles Werden auf sinnvoll-vernünftige Weise gelehrt wurde (Logos), waren meist wandernde Philosophen, Weisheitslerher an die Stelle von Leberschau sowie Orakeln und sonstigen Mysterien getreten. Wenn daher die in Natur bzw. allem jetzt in Vernunft erklären Werden aus dem Mund von Philosophen, wie den Kynikern, Stoikern und sonstigen Weisheit verkündenden Wanderpredigern kamen. Dann hat der Verfasser, auch wenn er noch andere Bezeichnungen gebrauchte, Josua zurecht in Gestalt eines Wanderphilosophen, statt römische Orakelkünder oder jüdische Gesetzeshörigen (Schriftgelehrten) sprechen und mit jüdischer Traditionslehre (Hohepriester) diskutieren lassen. Und so können wir bei ihm lernen, wie die alten Kultvorstellungen nicht über den Haufen geworfen wurden. Wie sie vielmehr auf kreative Weise nicht nur verstanden und literarisch aufgegriffen, sondern so im Kult weitergefeiert, besungen wurden. Und wie damit die rein philosophisch-abstrakte Vernunftlehren, wie sie beispielsweise die Stoa lieferte, zur bestimmenden Lebensweise im so kulturell verankerten freiheitlich-christlichen Frühsozialismus bei Gütergemeinschaft zu mündiger schöpferischer Verant-wort-ung erster Gemeinden wurden.

Wie Markus, so wurde jedoch auch Q als die den Evangelien mit zugrunde liegende „Spruchquelle“ inhaltlich  von A-Z bereits in dem Denk-/Reformprozess begründet, der sich historisch im hellenistischen Judentum der Diaspora der Zeitenwende (stellvertretend Philo von Alexandrien) nachvollziehen lässt: www.jesus-lebt-wirklich.de . Allein in Alexandrien wurde im Bedenken sämtlicher bekannter wissenschaftlich-philosophischer Lehren, wie auch der allegorisch verstanden alttestamentlichen Literatur und ihrer Theologie, Moses in Josua verjüngt, auf neue, nun weltgültige Beine gestellt. All das, was wir über das aufgeklärte hellenistische Judentum der Diaspora wissen, ist neben die kirchlichen Schriften heute meist nur noch im Namen „Philo von Alexandrien“  bekannt. Oder wird nach der Säuberung weiter Literatur durch die Kirche heute wieder in den Texten frühchristlicher Erkenntnislehren ausgegraben. Wobei logischerweise auch all das, was wir beispielsweise über Cicero, Seneca und sonstige Denker wissen, Einblick über das Denken des römischen Diasproajudentums und damit des Markus-Verfassers oder der kirchlcihen Vordenker gibt, die seine Geschichte im Kanon aufgriffen.

Auch wie in einer umfassendem denkerischen Synthese der Zeiten (dem Wandel vom Mythos zum Logos), wie der hellenistischen und jüdischen Kulturen der neuen Bund, damit das Neue Testament entstand, das den dort verfassten Kultlesetexten wie Markus und der Christologie-Lehre der Kirche zugrunde liegt, ist bereits Namen Philo von Alexandrien, damit der philosophischen Bildung des gesamten Diasporajudentums dargelegt. Denn ohne den sich heute erst wieder langsam durchsetzenden bildhaften Verstand des Alten Testamentes, die Erkenntnis der Propheten im Namen Moses als frühe Philosophie/Vernunftlehre, würden wir heute nicht über Josua, Jesus reden. Das, was wir an Weihnachten feiern, wäre dann nicht gewesen.

Während  die erste deutschen Professorin für Theologie, Uta Ranke-Heinemann, noch vor wenigen Jahren vom Dienst suspendiert wurde, weil sie die Jungfräulichkeit Jesus leugnete, ähnlich Gerd Lüdemann als Auferstehungsleugner, wird heute den die Jungfrauengeburt oder Auferstehung begründen Geschichten gleich ganz ein Glaubensgespinst unterstellt. Wie sich heute in der Vorlesung zeigt, ist vom angenommenen historischen Jesus bei Markus, der ja von einem David- und Gottessohn schreibt, den der sonderbarerweise weiter vorausgesetzte gute Junge nicht sein konnte, war und wollte, weit und breit nichts zu sehen. Und wo heute ständig zu lesen ist, dass die (jedoch bereits für alle in Natur/Werden bezeugten mythischen Gottessöhne stehende) jungfräuliche Zeugung ein Schreibfehler, es eine „junge“ Frau war. Und wo die Auferstehung zur Gemeindebildung geworden, jetzt dem Markusverfasser als Glaubensgespinst unterstellt wird. Da lässt sich selbst das jedoch alles bildhaft in aufgekärter Weise verstehen. Denn wie die mit der Jungfrau umschriebene Be-zeugung einer nicht vom Menschen gezeugten, sondern in Natur/Werden bezeugten Vernunftbestimmung (ähnlich wie bei den Vor-bildern) war und wie der aufgeklärte Verstand der alten Gottessöhne oder Moses, damit Auferstehung Josua/Jesus war, ist historischer Fakt.

Solange in der Lehre der biblische Jesus mit dem historischen identisch war, dieser letztlich ja auch dort abgeleitet wurde, war die gelehrte Heilsprediger-Hypthese noch halbwegs logisch. Doch jetzt wird es höchste Zeit, in neuer Weise zu fragen. Nicht allein, um den christlichen Glauben nicht völlig lächerlich zu machen, sondern den Logos, der heute Ökologie, Weltvernunft heißt, wie bei Markus im alten Stile zu bekennen und so zu Vernunft in kulturellem Friede zum Leben zu bringen.

Die Radikalkritiker, die vor Jahrzehnten bereits nachwiesen, dass kein historischer Jesus im alten Sinne war, jedoch im aufgezeigten Josua bei Philo oder dem allem zugrunde liegenden Logos damals („noch“) nur eine Jesus-Mythe (so der Karlsruher Philosoph Arthur Drewes) als „Leugnung des Leben Jesus“ hinterlassen konnten, sind durch die Hochschullehre längst links überholt. Der junge Mann kommt nicht nur nach Bultmann in der Markusbiografie gar nicht vor. Doch Philo von Alexandrien, der heimlich bereits bei der einem jungen Mann angeblich in Trauerbewältigung aufgesetzten „Theologie des Neuen Testamentes“ in der Eingangsvorlesung zum „Historischen Jesus“ mithörte, hat dort Mittwoch für Mittwoch Professor Lampe bereits schriftlich aufgezeigt www.jesus-lebt-wirklich.de, wie diese Theologie das denkerische Werk des Diasporajudentums war. Wie die Logos genannte Vernunftlehre (d.h. die gesamten frühen Wissenschaften) als Wort/Bestimmung verstehend, so Moses als frühe Philosophie sehend, im aufgeklärten Diasporajudentum im Namen Josua lebendig war. Wie damit die in früher Wissenschaft in sinnvoller Vernunft erklärte Natur/Schöpfung begründete Weisheit der historische David-, ebenso wie Gottessohn und damit neue, nun im Kult weltgültige König war. Der nach Konstantin ja auch zur Grundlage des Staates wurde.

Wie es daher heute, wo das alles keine Jesus-Mythe, sondern vernünftig begreifbar ist, die Natur nicht mehr als Böse, sondern als schöpferisches biologisches Ganzes (Öko-Logos) selbst bei den Kirchenführern, die nach einer „Ökologie des Menschen“ rufen, maßgebend ist. Und auch der damals noch seltsame, bei Philo von den Radikalkritikern wie Bolland nachgewiesene Josua, lässt sich heute erst aufgeklärt verstehen. Auch Moses ist heute kein volksbefreiender, meeresteilender Vielschreiber mehr. Und dass nicht die Posaunen vor Jericho eines blutigen Eroberers die alten Mauern zum Einsturz brauchten, ist ebenso klar. Vielmehr wird heute die Enstehung des sich von menschlichen Gottheiten und altem Opferkult befreidenden prophetisch-bildlosen Kultes für Beschnittene, dem das maßgebend, aber unsagbar war, was kreativ wesentlich war und sein wird JHWH, in Vernunft beschrieben. Beispielsweise als ein Weiterdenken ägyptischer Kosmo-Theologie, wie unter Zarathustra bekannte persischer Philosophie vom kreativen Ganzen. Was dort, wie bei den Ägyptern die so in allem natürlichen Verlauf/Werden begründete Maat für Gerechtigkeit im menschlichen Leben maßgeben war. Was dann himmelbeobachtenden, Natur/Schöpfung in Schrift fassenden Hebräern als Bestimmug, Wort (hebr. Vernunft) und Gesetz galt. Was allerding zur Zeitenwende weitgehend zur Gesetzlichkeit als Selbstzweck geworden war, vom hellenistischen Judentum der Diasproja, bei dem die Vernunftlehre jetzt Gesetz, der Kosmos der Tempel war, im Namen Josua auf weltgültige Beine gestellt wurde, der neue Bund/Testament war. All dies ermöglicht heute ein aufgekärtes Verständnis, das den historischen Jesus nicht verleugnet, sondern nicht nur seinen Grund im dem, was wir Ökologie/Evolution nennen verstehen lässt, sondern die kulturelle Ausdrucksweise, die kreative geschichtliche Wirklichkeit war, wurde.

Wie in vielen Briefen und Bitten um neue Deutung verdeutlicht, ist es daher ein Verbrechen an der Menschheit, weiter einen völlig bedeutungslos gewordenen jungen Mann durch die Hochschule zu jagen. Weil es so versäumt wird, das, was Intellektuelle gar in Berufung auf den antiken Logos-Begriff als lebensnotwendig herbei beschwören wollen, in Aufklärung wieder so bestimmend zu machen und dann gemeinsam in der Kirche zu feiern, dass es in gemeinsamer mündiger Verant-wort-ung gehalten wird.

  1. Die bisher den historischen Jesus leugnende Kritik ist durch die Hochschule im doppelten Sinne „überholt“

In dem die NT-Forschung alle bisher den historischen Jesus abstreitende Grundlagenkritik längst „eingeholt“ hat, ist auch die Hypothese vom jungen Mann, der doch scheinbar die Grundlage aller Literatur und Bewegungen, wie des Kulturwandels sein müsste „überholt“. Wo der selbst bei Markus als „Archäa“ der Kirche oder unseres Jesusbildes wegfällt, wird es höchste Zeit aufgeklärt zu fragen, was geschichtlich war, zur Geschichte führte.

Die meist holländischen Neutestamentler, die Radikalkritiker genannt wurden, weil sie nach den wahren Grundlagen des christlichen Glaubens fragten, einen historischen Jungen Mann gegen den Logos der Antike oder vereinzelt auch bereits den Josua Philos austauschten, wurden unbeantwortet vom Tisch gewischt oder nicht weiter beachtet. Dies jedoch nicht nur, weil man meinte, im Abstreiten des bisher angenommenen (inzwischen allerdings kaum noch maßgebenden jungen Mannes) als dem historischen Jesus,  würde dem christlichen Glauben oder der eigenen theologischen Lebenslehre die Grundlage genommen. Auch weil sich im spekulativen Nichts, als das das man („noch“) den „Logos“ der neuplatonischen kirchlichen Lehre wie eine philosophische Spekulation oder den „Josua“ bei Philo ansah, all das „noch“ nicht begründen ließ, was historisch war. Sich so nicht nur die gesamte frühchristliche Literatur, sondern auch der Geisteswandel, der zu einer neuen Lebensweise führte, („noch“) nicht erklären ließ. Weil sich im Nichts oder dem literarisch-poetischen Aufbacken alter hebräischer, wie hellenistsicher Mythen, was viele Kritiker im Kurz-schluss auch heute unterstellen, all dies nicht begründen lässt, was historisch war.

Doch heute hat die Hochschul-Theologie selbst dieses Argument auf den Kopf gestellt. Wo nun selbst die Markusgeschichte mit einem jungen Mann nichts mehr zu tun hat, eine kreative literarisch-christologische Komposition hochtheologischer Inhalte im Stile antiker Biografien und Märchen gelehrt wird, die ganz bewusst antike jüdische und hellenistische Vorbilder aufgreift, ist nicht nur jedes Argument für einen Wanderprediger aus Galiläa weggefallen, sondern muss neu nach dem Grund gefragt werden.

Wer die Vorbilder mit aufgeklärtem Verstand betrachtet, damit als Ver“herrlichung“ der Vegetation des Werdens, die im Hellenismus in Gestalt von Gottessöhnen oder Hebräern als Wort Vernunft im Volk bewirken sollten, der muss sich bei der heutigen Hypothese geradezu an den Kopf greifen. Doch heute verkehrt sich das Argument, das bisher gegen die Kritik aufklärerischer Grundlagenforscher sprach ins Gegenteil: Mit dem zum Zwerg gewordenen Jesus heutiger Hochschullehre, wie er bei einem jungen Mann unumgänglich ist, oder einem „nachösterlich-christlologischen“ Hirngespinst, lässt sich weder die Markusgeschichte, noch weit, weit weniger die Geschichte erklären.

Historisch wissenschaftliche Aufgabe ist es danach zu fragen, was in historischer Wirklichkeit Josua, lat. Jesus war, damit auch in der Markusgeschichte und damit die Grundlage der Kirche kein „christologisches“ Hirngespinst war. Ein Glaubenszeugnis, das einem Heilsprediger, der wegen etwas angeklagt und hingerichtet wurde, was er gar nicht war und wollte (erst nachösterlich wurde) kann von Denkern, die die Grundlage und die kulturelle Bedeutung der alten Lehren/Kulturen in Verstand bedachten, nicht in jetzt in „nachösterlicher“ Trauerbewältigung und einem Zusammenklauen alter Mythen als Biografie aufgesetzt worden sein.

Und mit diesem heutigen „Nichts“ ist auch nicht das zu erklären, was historisch war. Jedes  täglich erscheinende neue theologische Werk, wie jede historische Erkenntnis spricht gegen die heute vertretende Heilsprediger-Hypothese. Was sollen all die Bücher über die Besonderheiten des christlichen Glaubens, die Bedeutung Jesus Christus, seine Funktion als Gottessohn, die frühchristlichen Güter- und Lebensgemeinschaften, die theologische Aufarbeitung nicht nur der biblischen, sondern der massenhaft in dieser Zeit entstandenen Texte, auch das zigtausenfach beschriebene Wissen über den Hellenistmus und eine Hochzivilistation, der die Vernunft heilig und maßgebend war …?  Und selbst die theologischen Werke, wie sie die Dekadenz heutiger Glaubens-Hypothese beschreiben, ob die Kritiker von Lug und Trug sprechen oder Hochschullehrer die Theologie völlig bar aller im zeitgemäßen kreativ-schöpferischen Wirklichkeit im rein Zwischenmenschlichen begründen, sind Belege: Es muss auf historisch-wissenschaftliche Weise neu gefragt werden.

Auch wo das Handeln heutigen Gottes(bildes) in der Welt hinterfragt oder dieses bezweifelt wird, was entsprechend der Markusvorlesung bei geheimnisvoller „Christologie“ als Glaubensprodukt und so dem heutigen Gottesbild kein Wunder ist, bereits Nitzsche als Tod Gottes analysierte, werden die Anfänge auf den Kopf gestellt. Denn dort ging es nicht um ein zu glaubendes Gottesbild von einem menschenartigen Desigern oder Aufpasser, sondern eine wesentlich sein werdene, sinnmachende schöpferische Bestimmung im Sinne der alten Gottesbilder. Und wenn so Europa als säkulare Insel inmitten blühendem und teils mörderischen Aberglaubens lebt, dass einem Angst und Bange werden kann. Dann zwingt auch das zur Aufklärung, die nachweist, dass es in kirchlicher Christologie nicht um einen in geheimnisvoller „Christologie“ zum Gott gemachten jungen Mann geht. Es muss in neuer Weise gefragt werden, was Grundlage des anfänglichen Glaubens war. „Gott sei Dank“ ist es nicht die „Christologie“ der Markusgeschichte, sondern die heutige Hypothese vom charismatischen, zu Gott gewordenen Heilsprediger, die sich als Hirngespinst erweist.

  1. Ein echt „neues Testament“ wird heute nicht bedacht – doch mit Nix lässt sich die Geschichte nicht erklären

Die im Diasporajudentum zu beobachtende Geisteswende war nach heutiger Hypothese gar nicht bzw. wird bei der Heilsprediger-Hypthese nicht beachtet. Die Römer, die als „Christen“ beschimpft, als Atheisten verfolgt wurden, weil sie den bisher staatstragenden Vegetationsverkörperungen, die vormals Vernunft/Gerechtigkeit in menschliche Kul(ur) bringen mussten, aber nicht nur in Gestalt Neros, sondern auch der Stierblutrituale für eingeweihte Männer die Opfer verweigerten, müssten so einer Glaubens-Fiktion aufgesessen sein. Da kann nach heutiger Lehrhypothese nur frommer Glauben: „nachösterliche Christologie“ in Trauerbewältigung beim gewaltsamen Tod eines Landstreicher gewesen sein. Der zu allem Übel auch noch für etwas gehängt wurde, zu was er logischerweise erst nach seinem Tod gemacht worden sein kann.

Auch wenn das nicht der Wortlaut von Professor Lampe ist. Der heute als einzig wissenschaftlich vorausgesetzt junge Mann lässt keine andere Wahl: Die Markusgeschichte wäre so ein Glaubensprodukt, damit ein Hirngespinst. Hier wäre, ohne dass deren Begründung in der natürlichen Vegetation, der Bedeutung in der kulturgerechten Verehrung allen Werdens bedacht wird, im Zusammenbauen von kulturellen Vor-bildern eine Glaubensgeschichte geschrieben worden. Denn ohne zu zeigen, wie im Aufgreifen der alten Bilder für eine gegenwärtige Vernunftbestimmung die menschliche Kultur zur gerechten gemeinsamen Lebensweise gebracht werden musste, kann damit nur hellenistische, mit angestaubter jüdischer Mythologie gemixt worden sein.

Auch von einem allegorischen Verständnis, wie es die jüdische Aufklärung lieferte, so in Moses eine frühe Vernunftlehre (Logos)  in götterfreier, opferfreier Kulturumsetzung ohne „Gott“kaiser sah, was im Namen Josua/Jesus vom hellenistischen Judentum der Diaspora (allein die Josefsschrift bei Philo) historisch belegt den Römern empfohle wurde, ist nichts zu sehen. Gleichwohl das nun im auch im Markustext den Römern als Alternative zum nicht allein wegen Nero auslaufenden Gottkaisertum  empfohlen wurde.

Wo ein historischer junger Mann an den Anfang gestellt wird, war kein Wiederverstand Moses und der griechischen Gottessöhne, wie er in Josua historisch und literarische in Markus zum Ausdruck kommt. Der erneuerte, jetzt weltgültige Bund/das neue Testament kommt so nur dem dort entstandenen Text nach vor. Da bleibt nur ein fixer „christologischer“ Idee entsprungener Text. Auch die aus Neuerkenntnis des Diaporajudentums, damit einem Paradigmenwechsel hervorgegangene Pauluslitertur und alles, was sich historisch an Refombewegungen auf der Suche nach neuem Bund beobachten lässt, die Fülle an Texten und neuen Lehren können dann nur einer massenhaften christlogischen Halluzination des Glaubens entsprungen sein. Oder war alles doch, wie heutige Glaubenskritiker sagen, aber geschichtlich ebensowenig haltbar ist, nur ein betrügerisches Konstrukt zur Manipulation der Masse?

Nach heutiger Hypothese, die sich dem eigenen Wissen verweigert, bleibt so nur ein „christologisch-nachösterliches“ Glaubensgespinst, wie es so bereits Marx als „Opium fürs Volk“ analysieren musste. Doch von Nix kommt nichts. Damit lässt sich weder die ausführliche Biografie der Kirchengrundlage in Markus, noch die reale Geschichte und alles was dabei beobachtet, heute wissenschaftlich beschrieben wird, erklären.

  1. Markus ist kreativer Ausdruck dessen, was in kultureller Aufklärung denkerische Synthese des Diasporajudentum historisch war, zur Grundlage der Kirche wurde

Auch wenn in seiner griechisch verfassten Geschichte der Namen Josua/lat. Jesus so wenig vorkam, wie der heute als historisch geltende Heilsprediger. Er einen Pantokrator wie Zeus (als Vater aller verschiede Aspekte des Werdens verkörpernde Gottessöhne, damit Kultur-Ausdruck philosophischen Monotheismus) in Form eines Wanderphilosophen auf dem ewigen Weg, jetzt vom Heidenland Galiläa nach Jerusalem beschrieb. Er schreibt die Biografie dessen, was im sich Diasporajudentum der Zeitenwende realgeschichtliche beobachten lässt, dort die historische Funktion Josua und damit jüdische Präsenz, Verkörperung Christus war.

„Herr Professor Lampe, was für ein Gaul hat den römischen Gelehrten getreten, damit er eine solche Biografie schrieb, bei der es nach heutigem Wissen zwar nicht um den unsinnigerweise weiter als historischen Jesus angenommen jungen Mann ging, noch nur ein fiktives christologisches Glaubenskonstrukt das Thema der Geschichte gewesen sein kann?“

Die Antwort auf die Frage nach dem Geheimnis hinter dem Kerygma, das keine „Glaubenspredigt“ im heutige Sinne war, sondern das zur Grundlage hat, was wir Ökologie/Evolution und davon abgeleitete Weltvernunft nennen, im aufgeklärten Verstand Wort/jüdischer König/Christus war, wird hier gegeben. Auch wie die antike Vernunftlehre zu dem führte, was dann zum neuen Bund/Testament führte, realgeschichtlich die Funktion Josua/Jesus war.

  1. Christus – Josua/Jesus

Auch wenn sich Jesus nicht von Christus trennen lässt. Weil die Vernunft, nach der alles Werden und Verhalten nach der Achsenzeit erklärt wurde, der Figur des Josua zugrunde liegt. Und die im kausalen Werden/Natur begründete Vernunftlehre nach dem Wandel vom Mythos zum Logos das jetzt weltgültige Prophetentum bewirkte. Was so bei Juden die Funktion eines jetzt friedlichen Josua, damit die geschichtliche Wirk-lichkeit Jesus und Hoffnung auf „Goldene Zeiten“ war. Eine begriffliche Trennung hilft bei der Einordnung der jüdischen, wie hellenistischen Vorbilder, die in kultureller Synthese  als erfüllt gesehen wurden und auf kreative Weise auch kult-literarische wieder auflebten.

-Christus:

Die Natur, damit die Sinnhaftigkeit/Weisheit/Vernunft, die aus allem Werden abgeleitet wurde. Was vormals in Isis, Osiris, Mithras, Attis & Co. sowie staatslenkenden Gottessöhnen verkörperte Vegetation, Fruchtbarkeit oder auch am Himmel und sonst beobachtete kreative Ordnung/Dynamik war. Diese wurde auch in Kalendern, wie Schrift/Wort zum Ausdruck gebrachte. Damit war es auch die Kultrolle der Pharaonen, römischen Kaiser, die wie der mythischen Gottessöhne. Die dies ebenso wie im bildfreien Gesetzes-Judentum das Wort, vermitteln, so Gesellschaft/Staat begründen mussten.

Jan Assmann beschreibt so die Maat als das die ägyptische Hochkultur tragenden Modell, aus der die hebräischen, wie hellenistischen Kultvorstellungen maßgeblich erwuchsen, weder Propheten, noch Paulus vorstellbar wäre: Eine vertikale (in natürlicher Schöpfung begründete, nicht von Menschen gemachte) Vernünftigkeit/Gerechtigkeit, die dies in Volk und Staatsführung bewirkten musste. Was letztlich Aufgabe eines jeden Kultes war und ist. Und wenn heute bekannt ist, wie das Judentum der Diaspora (wie auch die zeitgemäße Phiolosophie) das Recht in Natur begründete, so jedoch einen neuen Staatskult ausmalte. Dann ging es nicht darum, einen Grünen aus Galiläa bzw. naturalistischen Aussteiger  (Kyniker)  oder ein „nachösterliches“ Hirngespinst zum Kaiser zu machen.  In eine heute als höchst denkerisches Konzept dargelegten Josefsgeschichte wird das beschrieben, was auch Thema bei Markus ist, der in seiner politischen Dimenison eine Alternative zum Gottkaisertum vorschlägt. An die Stelle der Kaiser/Könige, deren Aufgabe es war, sich nicht der Beliebigkeit des Volkes, den eigenen Interessen oder gar korrupter Beeinflussung zu beugen, sondern das in Natur begründete Recht zur Herrschaft zu bringen, sollte in der Josefsgeschichte die Vernunft im Volk treten. Durch eine im Volk wirkame Vernunftbestimmung, wie sie bisher nur Beschnittenen galt, wurde eine Demokratie gelebter ökologischer Vernunft ausgemalt, wie wir sie heute mehr als notwendig hätten.

Im Sinne heutiger Hochschultheologie wäre es jedoch einzige wissenschaftliche Wahrheit, Maat, die Assmann in seinem Buch in kosmischen Realitäten, Sonnenverlauf… allem Werden begründet und so Gerechtigkeit einer Hochkultur vermittelte, als eine junge Frau und deren nachösterliche Vergötterung zu erforschen. Und wenn die auf der ersten Seite bei Assmann so schon gezeigte Göttin „Maat“, die dann in den Göttersöhnen wie Osiris & Co. lebte, ähnlich wie der gute Junge bei Markus wegfallen würde, bliebe dann nur ein „christlogisches“ Glaubenskonstrukt. Das heute im Gegensatz zu aller Natur steht und so die Welten trennt, den Verstand verbaut.

Denn das im natürlichen Werden begründete Kulturmodell für menschliche Gerechtigung und Zukunft (ewiges Leben) ist nicht nur über den bisher nur Beschnittenen/Gesetzesgläubigen geltenden alten Bund/ Testament, auf das sich auch die Markus-Geschichte beruft, eingeflossen. Auch die hellenistischen Gottessöhne (Vergetaionsverköprungen/-verehrungen) wie Isis, Osiris, Attis & Co., die heute als Vorbilder des christlichen Wesens bei Markus gelten, sind als Kinder der Maat und damit des im Hellenismus in Vernunft erklärten kosmischen Geschehens zu verstehen.

Bei Juden war es die in natürlicher Schöpfung begründete, in himmlischer Ordnung beobachte und in literarischen Königen wie David und Salomo personifizierte königliche Weisheit. Die hebräischen Propheten sprachen vom Wort, das ihren Geboten/der Thora Moses zugrunde lag. Die vor dem der Zeitenwende (Josua, Jesus) im opfer-/bildfreien Tempelkult nur Gesetzeshörigen/Beschnittenen galt.

Hinter all dem steht eine kreative/schöpferische Ordnung, die nach dem Wandel vom Mythos zum Logos auch maßgebend in östlicher Philosophie wie dem Tao war, dem Buddhismus oder indischen Kultvorstellungen zugrunde liegt. Die antike Philosophie sprach seit Heraklit vom Logos, der jedoch in antiker Aufklärung (nach der Achse) keine mythische oder gar fiktive Größe, Spekulation, sondern jetzt die Vernunftlehre war, nach der die Welt in zwar noch verschiedenen monistischen Modellen, aber auf nun natürliche Weise, wie so das richtige menschliche Verhalten erklärte.

Was auch dem arabischen Wort des derzeit oft mörderisch missbrauchten Propheten zugrunde liegt. Denn die in Markus „Kirchengeschichte“ des Westens geworden Christologie-Richtung war nicht die einzige, die sich aus dem Wandel vom Mythos zum Logos in den unzähligen Erkenntnis-/Reformbewegungen ergab. Neue Christologien entstanden auch in dem noch stark von Zarathustra beeinflussten Prophetentum Irans, gingen dann im Orient später andere Wege. Wie es sich wahrscheinlich über die Nestorianer später auch im Koran auf orientalisch-arabische Weise ausdrückte. Was aber alles auch in der Bildung Alexandriens und damit der jahrhundertelangen Christologie-Debatte um das Wesen der Vernunft (meist in Bezug auf die alten Kultvorstellungen), die die spätantiken Kaiser mit den Intellektuellen Denkern der Zeit führen mussten, um eine kircheneinheitliche, damit kulturtragende Lehre zu formulieren, nachzulesen ist.

Und wo auch viele andere Reform- und Christologie-Bewegungen zu beobachten sind, wie z.B. die als Täufer-Sekte im Namen Johannes auftretende Mandäer oder der Maichäismus, der eine denkerische Synthese der Weltreligionen entwickelte und auf dem Weg der Verwirklichung war. Daher ist es der blanke Hohn, dem römischen Gelehrten bei seiner für Juden und Römer geltenden Christologie das Hirngespinst eines geheimnisvollen-nachösterlichen Glaubens unterstellen zu wollen.

Wobei auch das Christentum, das zur Kirche wurde, sicher nicht auf das Diasporajudentum Alexandrien oder Roms zu begrenzen ist, sondern vielfältige Erkenntnisbewegungen waren. Wie beispielsweise der Marcionismus, der die Thora, daher einen ersten Kanon mit Paulusliteratur und den einer Evangeliengeschichte (mit dem Logos/Weltvernunft als christlichem Wesen) herausgab, als die Vordenker der Kirche im Kult noch das Alte Testament lasen. Doch da sich die Kirche in ihrer Christologie auf die Diasporajuden berief, die das Alte Testament nicht ablehnten, weil sie es auf allegorisch-aufgeklärte Weise verstanden und ins Griechisch übersetzten, trägt ihr hoffnungsgebender Held, der in der Antike auch als Fährmann oder „Übersetzer“ galt und so all das war und historisch bewirkte, was im Erbe der Vorbilder auf kulturell kreative Weise bebildert ist (so kein Scheinwesen war), zurecht den Namen Jesus als Christus.

Der Begriff „Christus“ als die Selbstbezeichnung für die neuen Juden oder die Beschuldigung als „Christen“ für die zum hellenistisch geprägten neuen Judentum Konvertierten, weil sie die Kaiseropfer verweigerten, ist erst am Anfang des Christentums bekannt.  Auch wenn die semantischen Herleitungen, bereits aus der Homer geltenden Weisheit oder als königlich-jüdische Weisheit, wie der Salbung der pharaonischen Gottessöhne bereits in Ägypten ebenso auf das verweist, was für die anfänglichen Denker Josua/ Jesus als Christus (statt der Gottkaiser) war.

Mit dem heute an der Hochschule gelehrten „nachösterlich-christologischen“ Glaubensgespinst (meine Mutter mahnte, dass ich an Weihnachten nur ein „goldenes Silbernichts“ bekommen würde) hat der Begriff nichts zu tun. Er wurde gebraucht, als im hellenistische Judentum im Namen des verjüngen Moses die Vernunftlehre als Wort/Weisheit im „christlichen“ Kult die inhaltliche Rolle/Aufgabe der hellenistischen Gottessöhne, wie der Gottkaiser und Opferiten einnahm und auch die Thora Moses auf vernünftige, auch den Griechen und Römern geltende Beine gestellt wurde. Dabei wurde in jüdischer Diaspora von Josua, lat. Jesus gesprochen und so die Hoffnung auf eine friedliche neue Zeit begründet.

Auf heute übersetzt erklären wir das heidnisch zur Kultverehrung verkörperte Werden, das bei Hebräern Wort/Vernunft war, in Evolution und Ökologie. Was abgeleitet ist aus dem antiken, für die Kirchenlehre bis zum scholastischen Ablassmissbrauch und die Verschriftung der Reformation maßgebenden Logos-Begriff. Wir reden intellektuell, auf rationale Weise von Weltvernunft. Damit jedoch genau von dem, was die Theologen bisher leider nur auf den Jesus der Johannesgeschichte beziehen. So formulieren wir, ohne dies aufgrund heutiger Lehr-Hypothese noch tiefgreifend kulturell veranker zu können, eine Ökologie, die auch für das eigene Leben, den Körper maßgebend ist, nicht nur von den Grünen, sondern auf Weltfriedens- und Klimakonferenzen diskutiert wird. Was aber ohne Kulturaufklärung und damit tiefgreifende Bestimmung weitgehend vergebliche Predigt bleibt.

So rufen (dies in Wirklichkeit nicht mehr biblisch, sondern in gegenwärtiger Vernunft begründend) selbst die Oberhäupter der kath. Kirche (auf verschieden Weise: Benedikt XVI. philosophisch vor dem Bundestag das Recht in Ökologielehre, sich dabei auch auf jüdische Weisheit wie Stoa beziehend, Franziskus in neuer Enzyklika praktisch, die in Vernunft begründete Lebensweise) nach einer „Ökologie des menschlichen Lebens“. Im von ihnen verkündeten Aberglaube, wie er heute an der Hochschule als Kerygma des Markus vorgestellt wird, bleibt das vergebens.

-Josua/Jesus:

Hier drückt sich das hebräische/jüdische, prophetisch-gottesbildlose Kulturverständnis/Vermittlung aus. Das oben als Christus dargestellte, damit das im Kult ohne Gottessöhne/-bilder, allem Werden, himmlischer Ordnung zugrunde liegende Wort (hebr. auch Vernunft). Was Götzenbildfrei bis zur Zeitenwende nur in der für Beschnittenen geltenden Thora Moses seinen Ausdruck fand, wurde in vielfältigen, sich auch bekämpfenden Reform/Erkenntnisbewegungen des Diasporajudentums in weltgütiger Vernunft als gegenwärtige Bestimmung verstanden. Eine Bestimmung, die sich aus den gesamten frühen Wissenschaften ergab, wie sie im philosophischen Judentum der Diaspora einem „Denkenden Glauben“ (so eine Biografie des Vernunftglaubens im Diasporjajudentum im Namen „Philo von Alexandrien“) zugrunde liegen. Ein Vernunftglaube, wie ihn unzählige Aufklärer bei bisheriger Jesus-Hyothese noch vergeblich anstreben mussten.

Diese in Natur/Vernunft begründete Bestimmung hatte im aufgeklärt-allegorischen Verständnis von Moses bzw. den Propheten als früher Philosophie/Vernunftlehre den Namen eines nun friedlichen Josua/Jesus. Der wurde so als Träger des neuen weltgütligen prophetischen Bund/Testament verstanden. Was so vom traditionell-gesetzeshörigen Judentum, das sich bekanntlich abgrenzte, oft kriegerisch mit dem Hellenismus auseinandersetzte, wie auch von römischer Autorität verurteilt wurde.

Im Wandel vom Mythos zum Logos musste die in natürlicher Schöpfung (jungfräulich) bezeugte Vernunft im schöpferischen Gehorsam für eine kreative kulturelle Entwicklung/Synthese der Kulturen das Kreuz der (hellenistischen, wie hebräischen) Vorbilder tragen. Und damit im natürlichen Verlauf, ebenso wie die fleischlich- menschlichen Ausdrucksweise des Werdens in Gottessöhnen, die im Prozess der Zeit an Erstarrungen, Altersschwäche litten, sterben und wieder aufgeklärt verstanden werden: auf-v-erstehen.

Bei Jesus ging es daher um etwas, was in Zeitenwende historische Wirklichkeit war: Das in Moses verjüngender Weise, jetzt weltgültige Wort/Exodus/Bund in somit friedlicher Form. Es war die im Westen von der Kirche Roms, auch im Markusevangelium zur Welt gebrachte, später dann auch biblisch Josua, lat. Jesus genannte weltgültige Vernunftbestimmung/Wort.

Wodurch auch noch als christlich geltende Kalife, deren Nachfahren sich später den Koran des Propheten, statt der Markusgeschichte herausgaben, eine Zeit in kulturellem Friede und Vernunft erhofften.  Wenn heute Grundlagen-Forscher, wie der kath. Neutestamentler Karl-Heinz Ohlig nachweisen, dass aus Jesus Mohammed wurde, dann ist zwar auch all dies, wie auch die Bedeutung, des im Koran nicht gekreuzigten Isa und seiner ebenso messianischen Mutter bei den Gelehrten des Islam hatten, ein sicherer und bereits ausführlich beschriebener Hinweis: Auch in der Christologie des Markus ging es nicht um das heute an der Hochschule herauskommende Hirngespinst des blinden „Glaubens“ oder gar einen Gottmenschen aus Galiläa. Doch wo auch numismatisch nachgewiesen wird, wie Christus zu Mohammed „umgemünzt“ wurde. Da lag eine andere Ausprägung des in Christologie erneuerten Judentums zugrunde. Da ging es nicht um den letztlich erst in der Reformation einheitlich als „Jesus“ übersetzten griechischen Pantokrator des Markus, der auch in Latein noch mit Gottesnamen und Christologie-Titeln umschrieben war.

Im philosophischen Disporajudentum der Zeitenwende, stellvertretend in Philo, ist so in geschichtlicher Realität all das zu beobachten, was bei Markus auf höchst kreative Weise beschrieben ist. Was könnte kreativer sein, als die Rolle (Person, Aufgabe), die im hellenistischen Kult die Gottessöhne hatten, den Juden im aufgeklärten Verstand der Traditionen jetzt weltgültige Bestimmung als Wort war, in der Figur eines jetzt auch die alten Propheten mit zum Ausdruck bringenden Wanderphilosophen in Auseinandersetzung mit den alten Autoritäten zu beschreiben. Und da hier keine Geschichte erfunden wurde, sondern von Geburt als Davidsohn, der Taufe im Jordan durch wahrscheinlich eine andere christologische Täufer-Bewegung, über Blindenheilung, das Austreiben des Teufels bei den Traditionalisten, bis zu der im hellenistischen Judentum zu beobachtenden  Ablehnung der Vernunftlehre/Josua bei den Schriftgelehrten und Hohepriestern, ihrer Verurteilung und dem Missverstand bei den eigenen Jüngern/Bewegungen alles nachzuvollziehen ist. Dann kann man vor dem Verfasser nur den Hut ziehen. Von einer „christologischen“ Glaubenshalluzination, in der sich der Gelehrte Römer das aus den Fingern gesaugt hat, wie heute anzunehmen wäre, ist bei dieser bewussten theologischen Komposition in höchst kreativ-philologischem Stile nichts zu sehen.

Und ohne die literarische Kreativität, volksverständliche Sprache wäre die Geschichte, die in ihrer Schriftform am Beginn der Neuzeit vom Missbrauch der kirchlichen Lehrautorität in Reform befreite, auf die nicht allein Erasmus von Rotterdam den heutigen Humanismus gründet oder die beispielsweise selbst über den Pietismus nicht nur preußischen Verantwortung prägte und in dialektischer Auseinandersetzung auch zur Aufklärung führte, anders verlaufen.

Die Zeit, den historischen Jesus zu leugnen ist um. Jetzt gilt es aufgeklärt, wie Moses im Diasporajudentum auch die Geschichte Jesus auf bildhafte Weise aufgeklärt zu verstehen. Woher sich der Name Josua herleitet, ist eigentlich Nebensache. Das hellenistische Judentum der heidnisch-hellenistischen Diaspora sah darin das durch den Verstand der Vernunftlehre als schöpferische Bestimmung/Wort und Moses als frühe Philosophie/Vernunft, damit den alten Bund neu begründend, in Berufung auf die biblischen Propheten: Josua, lateinisch Jesus.

Und wenn Josua, der im Alten Testament als Eroberer in einer solch blurünstigen Weise auftritt, dass man Kindern die Bibel verbieten müsste, derzeit in archäologischer Arbeit die Posaune vor Jericho aus der Hand genommen wird, auch unter Wiki als Sohn des Nuns beschrieben wird. Dann ist jemand, der sich über die jüdische Bedeutung des Nuns Klarheit verschafft, auch klar, dass es bei dessen historischer Gestalt um das Werden und sein jüdisches Verständnis, nicht um einen blutrünstigen Eroberer ging. Und wenn Radikalkritiker (aufaddiert beispielsweise in der „Leugnung der Geschichtlichkeit Jesus“ auch http://www.radikalkritik.de) schon vor Jahrzehnten Jesus als Josua identifizierten, diesen Moses-Nachfolger als Sonnenverkörperung aufzeigten, vergleichbar Mithras, Dionysos oder Adonis, der auch mit zwölf Jüngern speiste. Dann ist auch das aufschlussreicher, als das Bild mit der Posaune. Ebenso, wenn Josua mit der jüdischen Vegetationsverkörperung/einem Zweiggott und auch mit der Sekte der Nazaräner und Sohn einer Mirjam oder Metatron (Menschensohn als Verständnis des Wortes, damit des Judentums) in Verbindung gebracht wird, wie ihn Markus beschreibt.

Fazit:  Jesus Christus war und ist kein Glaubenskonstrukt:

Christus ist eine schöpferische Wirklichkeit, die heute in wissenschaftlicher Beschreibung nur andere Namen hat und die daraus abgeleitete Weisheit, z.B. ökologisch begründete Weltvernunft oder was auf Friedenskonferenzen in Vernunft diskutiert wird. Ob er so mit dem identisch ist, was bereits den Alten sinngebend, schöpferisch wesentlich war und sein wird (von den Propheten mit JHWH umschrieben, jedoch unabbildbar, unvorstellbar, unaussprechbar war) oder dies nur so nur in Vernunft erklärt/offenbar wird, ist die Diskussion, die zur Trinität, zur Wesenseinheit mit verschiedenen Personen (Rollen) führte.

Josua/Jesus war in historischer Realität die bereits in Moses geltenden, jetzt weltgültigen Vernunftlehre als schöpferische Bestimmung/Wort. So der von erstarrter Gesetzlichkeit, taubem Tempelkult und der Verehrung menschlicher Gottesbilder sowie sonstiger menschlicher Vergötzungen befreite und in dieser Funktion seit der Aufklärung auch heute längst geschichtlich-wirksam unterwegs ist und weiter sein muss.

  1. Alle forschungsgeschichtliche Modelle verweisen auf Josua

Wie der Übergang von der mündlichen Überlieferung zur schriftlichen Geschichte ein höchst kreativer schöpferischer Prozess war und warum er in kultureller Entwicklung notwendig war, ohne ihn unsere im Westen zur Aufklärung führende Geschichte  nicht gewesen wäre, wurde bereits beschrieben.

Doch hinter die Forschungsgeschichte, bei der bereits Bultmann und seine Schüler in Markus ein vom blindwütig weiter vorausgesetzten häretischen Landstreicher völlig unabhängiges Wesen beschrieben sahen, kommen wir nicht mehr zurück. Der Versuch, den von Lehrern wie Klaus Berger vermittelten jungen Mann weiter als den in Markus beschriebenen Gottessohn festhalten zu wollen, muss in die Hose gehen. Das wird auch bei Berger, der seine aus Jesus ein Zwergwesen machenden Schüler und Nachfolger im Buch daher zurecht „Bibelfälscher“ beschimpft, nicht mehr ernst genommen. Auch wenn sich der damals in Heidelberg maßgebende und meistgelesene Neutestamentler noch weigerte, weil die Wetlvernunft für ihn nur bei Johannes vorkaum und er daher auf unzählige Bitten, das chrisltiche Wesen neu zu bedenken, empfahl, die Bibel zu lesen. Wenn dort jetzt auch bei Markus der junge Mann nicht vorkommt, müssen wir auf neue Weise fragen: Um was ging es einem römischen Diasporajuden mit theologisch-literarischer Bildung bei seinem volksgerechten narrativen Theologiemärchen, in Zeiten, denen die Vernunft heilig und maßgebend war und der hellenistische, wie jüdische Vorbilder dafür aufgriff. Und zwar auf eine solch philologisch-kreative Weise, dass sich selbst in der Literaturform die Vernunft als lebendig zeigt, die Professor Lampe als Logos des Johannes vom Pult wischt.

Wer dabei den Geistes- und Kulturwandel bedenkt, bei dem im aufgeklärten Verstand der alten hellenistischen, wie jüdischen Tradition (Auferstehung des Alten in Vernunft) in friedlicher Synthese der Kulturen ein neuer Bund/Testament begründet wurde, dem wird der historische Weg Josua, wie seine Bedeutung und seine Geschichte vor Augen geführt.

Denn dass die Geschichte, die die Archäa der Kirche ist, den historischen Jesus, den dann Matthäus und insbesondere Lukas weiter ausdeuten, kein fiktives Glaubenswerk einer nächtlichen Christologie-Eingebung ist, sondern hier theologisches Gedankengut der Realgeschichte in Geschichtszusammenhang gebracht wird, macht die Markusvorlesung mehr als deutlich. Wenn es also nicht um das lustige Leben des heute als historisch geltenden Landstreichers ging und nicht um ein christologisches Glaubensgebilde, wie man es auch nicht den in schöpferischer Wirklichkeit begründen Weisheitslogien unterstellen kann, bleibt nur ein Lösung: Die Geschichte des Judentums wurde nicht nur literarisch weitergeschrieben. Der neuen Verstand des Wortes in antiker Vernunftlehre und damit des friedlichen Josua, der dann später auch die Kultrolle der Göttersöhne oder nach Konstantin der bisher die Sonnenordnung verkörpernder Gottkaiser einnahm, war historische Realität.

Und von wegen, dass der Markusverfasser, wie aufgrund heutiger Hypothese eingangs polemisch unterstellt, vom Pferd getreten wurde, so eine christologische Glaubensvision unabhängig vom historischen Jesus hatte. So groß könnte die Herde von Pferden gar nicht gewesen sein, dass sie dann sämtliche (in historischer Wirklichkeit philosophisch begründeten) frühchristlichen Erkenntnislehren, die neuplatonischen Apologeten und Vordenker der Kirche (die von Josua ausgingen, gleichwohl der Name noch nicht im Evangelium stand, erstmals von Hironymus bei der Übersetzung in Latein vereinzelt genannt wurde) oder gar die spätantiken Philosophenkaiser bei ihrer Diskussion um das Wesen der Vernunft, allesamt getreten haben könnte.

Wenn die Markusgeschichte nichts völlig Neues beschreibt, sondern treue Bewahrung der Tradition ist. Dann ist es Aufgabe einer historischen Wissenschaft, nach dem zu fragen, was der Tradition zugrunde lag. Und das waren weder bei den himmelbeobachtenden, Schöpfung in Schrift fassenden Hebräern und ihren Propheten, noch bei den Hellenisten, ihren Vegetationsverkörperungen in bekannten Göttergestalten und dies in Vernunft erklärenden Philosophen christologische Hirngespinste, die halbstarken oder heilspredigenden Männern aufgebunden wurden.

Wo Analogiebildungen der Markusgeschichte zu erkennen sind, muss man doch mit Verstand fragen, was sich hinter den Analogien verbirgt, was die Kaiser als Nachfolger der Pharaonen oder Apollo verkörperten oder philosophisch auch vom Stoiker Justin (Jünger der Vernunft und urchristlicher Apologet) aufgegriffen wurde. Welch eine unhistorisch, unwissenschaftliche Anmaßung ist es, allen anfänglichen Denkern bei heutiger Hypothese unterstellen zu müssen, sie hätten ein christologisches Hirngespinst apologetisch als „Bildungsreligion“ ausgegeben. Und darauf wäre der als römischer Kaiser bisher selbst für die kosmische Ordnung stehende Konstantin, wie seine Nachfolger hereingefallen. Daran hätten sich dann auch alle Vordenker der Kirche, die nicht nur vom Logos schrieben, sondern inhaltlich eindeutig davon ausgingen, nicht über ein Hirngespinst, sondern dann über das Wesen der Vernunft stritten, angehängt.

Sicherlich haben die sog. Apologeten wie Justin, die mit als ersten christlichen Verfasser gelten noch keine Biografie, wie die römische Geschichte gekannt. Doch das christliche Wesen, das sie in Vernunft beschreiben, war die Logos genannte  Weltvernunft des Johannes. Und das war die allen frühen Natur- und Kulturwissenschaftlichen, sämtlicher philosophisch/theologischen Erkenntnis zugrunde liegende Vernunftlehre als Christus in der geschichtlichen Funktion/Wirklichkeit Josua, lat. Jesus.

  1. Antike Biografien haben schöpferische Wirklichkeit in Kultur beschrieben

Allein ein Blick auf die antiken Biografien gibt Auskunft über das christliche Wesen der Markus-Biografie. Niemand streitet ab, dass es Alexander oder Augustus nicht gegeben habe. Doch die Kaiserbiografien beschreiben, nicht allein wenn sie deren Herrschaft gar über die Natur und schöpferische Autorität, sondern auch sonstige Vorzüge der „Herr-scher“ loben, ihre Rolle als irdische Mittler einer in kosmischer Wirklichkeit begründeten Vernunft/Kreativität. Und wer in einer Platon-Biografie das beschrieb, was bereit in Sokrates als kreativ vernünftig ausdiskutiert wurde, dann im Mittelplatonismus der Stoa maßgebend war und später im Neuplatonismus zur Kirchenlehre wurde. Der hat nicht die Biografie eines geheimnisvollen Denkers mit Namen Platon oder eines Glaubensgespinstes geschrieben. Aber dass es bei Markus nicht um die Biografie geht, die zu Ehren eines Landstreichers aus Galiläa erdichtet wurde, sondern die der wahren Moses-Nachfolge in einem jetzt weltgültigen Exodus als Gottesreich, besser prophetisch-gottesbildfreien Weltkönigsreiches, war bereits Thema der Theologie des Neuen Testamentes.

Ob wir die Biografien Plutarchs betrachten oder die der mythischen Helden der Antike. Das waren keine Geschichten, die alten Männer mit Namen Herkules angedichtet oder von diesen frei erfunden wurden. Die Brüder Jesus, egal ob sie Wunder wirkten, wie Herakles übers Wasser liefen, Abendmahl feierten… oder wie Jesus jungfräulich zur Welt, in Göttergestalt sterben und wiederverstandene (auferstanden) sind, waren keine christologischen Geistesblitze des Glaubens. Hier ging es um Kult(ur)verehrungen kosmisch-kreativer Wirklichkeit. Es waren auch in ihrer kulturellen, staatstragenden Bedeutung bedachte Wesentlichkeiten, die bisher in mysteriösen Blutritualen, deren Zeit um war, Vernunft/Gerechtigkeit in menschliche Gemeinschaft bringen, im Volk vermitteln mussten.

Wer den „Weihnachtsmarkt der Forschungsgeschichte“  verlassen will, kommt an Josua nicht vorbei. Dessen Funktion war auch die Vertreiber der Götzenbilder. Was geschichtliche Wirklichkeit war. Und wenn dann die Vita Moses als erste jüdische Biografie im philosophischen Judentum (Philo von Alexandrien) verortet wird. Das bekanntlich dabei von Josua sprach. Dann ist doch alles gesagt.

Um einen alten Mann, der auf wundersame Weise das Meer teilte, ist es dem Diasporajudentum, das in den Moses-Propheten eine frühe Philosophie sah und ähnlich auch hellenistische Göttergestalten bedache, so wenig gegangen, wie ein frühchristologisches Glaubensgespinst. In der Biografie der Philosophielehre des Diasporajudentums (heute vom Alttestamentler Otto Kaiser, der die gesamten Schriftenzeugnisse „Philo von Alexandrien“ wie eine Biografie auswertete) lässt sich alles nachlesen, was auch Markus in seiner Geschichte als Biografie des in jüdischer Philosophie geltenden, verjüngten Moses als geschichtliche wirk-lich Josua  beschreibt. Auch wenn sich im Geisteswandel des Diasporajudentums nicht alle Randfiguren und -ereignisse, sondern die theologischen Wesentlichkeiten erklären lassen. Schließlich müssen die Schriftgelehrten auch noch was zu tun haben. Doch indem sie heute auch scheinbaren Nebensächlichkeiten in anderen Traditionen und ihrer Auseinandersetzung mit dem christlichen Wesen, damit dem neuen Moses/Josua erklären, ähnlich dem philosophische Judentum Alexandriens, weder in einen Guru oder christologischen Glaubensblitz, haben sie schon einen Teil der Arbeit getan.

  1. Wo Vorbilder auf allegorische Weise in Vernunft verstanden wurden war Auferstehung

Wer dann die von einer historischen Monographie oder Biografie spricht, in der auch alttestamentliche Motive als erfüllt gesehen, mit aufgenommen wurde, der ist doch historisch-wissenschaftlich nicht ernst zu nehmen, wenn er weiter Markus nur ein „christologisches Glaubensgebilde“ unterstellt. Auch wenn die Kirche, anders als der Marcionismus das Alte Testament nicht ablehnte. Dass gesetzeshörig „altgläubig“ eine Christologie mit Jona & Co. konstruiert wurde, spricht gegen alle Theologie des Neuen Testamentes und historische Tatsache.

Wie wenn wir nicht auch wüssten, dass der der „alttestamentlich Gerechte“ kein Luftschloss des Glaubens, sondern in schöpferischer Wirklichkeit begründet war. Und wenn der Markusverfasser prophetische Vorbilder aufgriff, dann war auch das ein Denkprozess, wie er in der Biografie „Philo von Alexandrien“, damit dem hellenistischen Diasporajudentum auch Roms beschrieben wird. Wo jetzt als Verjüngung Moses ein friedlicher Josua unterwegs war. Genau so wurde die Heilsgeschichte Israels weitergeführt. Das war historische Realität und kein christologisches Hirngespinst des Glaubens. Kein Pferd hat ausgetreten, sondern das philosophische Denken hat im aufgeklärten, allegorischen Verstand der alten Geschichten und Vorbilder zu einer Synthese der Kulturen, einem neuen Bund/Testament geführt, das so historisch zurecht den Namen Josua/Jesus führt.

Wo ein „chronologischer Rahmen“ gegeben wurde, „unvollständige Stoffsammlung“ in „lockeres chronologisches Geländer“ gereimt und keine „Charakterisierung  der Jesusfigur“ damit keine persönlichen Eigenarten genannt wurden. Da zeigt sich selbst so: Was heute als ein Charismatiker vorangestellt und dann als einzig wissenschaftlich hinterfragt und erforscht wird, ohne mit auch nur einem Blick nach dem Josua des Diasporajudentums schauen zu wollen, ist ein Hirngespinst von Halbaufklärung. Was heute den Theologiestudenten der Hochschule in Heidelberg als historischer Jesus vermittelt wird, nimmt so dem christlichen Glauben, ebenso wie der aufgeklärten Vernunft-Lehre (Logos) dessen, was für den eigenen Körper, das wahre Selbst sowie die Welt im kreativen Sinne zukunftsvernünftig ist, die Bestimmung.

Wo beispielsweise neben den hebräischen Propheten, der im Osten des römischen Reiches umherziehende Philosoph Apollonios von Tyna aufgegriffen wurde, muss auch Apollo und damit die Verkörperung einer Natur/Schöpfung begründeten Weisheit bedacht werden, wie sie auch in der Stao galt. Und dass der als Vorbild genannte Osiris weder ein junger Mann, noch ein Glaubenskonstrukt, sondern als Verkörperung der Vegetation, die Vernunft allen Werdens zur Welt bringen, auf noch mythische Weise, damit in unzeitgemäß gewordenen Stierblut-Opfermysterien in Kult(ur) vermitteln musste, wissen wir auch.

Wer mit Blick auf die Biografien der mystischen Vegetationsverkörperungen, damit der Verehrungen des im Namen Josua in Vernunft erklärten Werdens, des Kaiserevangeliums oder dem Aufgreifen der als frühe Philosophie erkannten Propheten den Eindruck hinterlässt, da wäre ein unerklärliches Glaubensphantom gewesen, hat an einer Hochschule wie Heidelberg das Thema verfehlt. Wo Elia, Elisa hinsichtlich der alten Speisungen oder die Totenerweckungen aufgegriffen wurden, war jetzt der alte Exodus, der bisher nur Beschnittenen, Gesetzeshörigen galt, in Vernunft weltgültig geworden: Josua, lat. Jesus.

Historisch-wissenschaftliche Aufgabe wäre es, die alle Nahrung gebende kreative Wirklichkeit hinter den aufgegriffenen, erfüllten Vorbildern zu hinterfragen, damit die kulturelle jüdische Entwicklung, in offenbarer gegenwärtiger Vernunft (im Namen Josua) als geschichtliche Wirklichkeit zu begründen. Ein „nachösterliches“ Konstrukt geheimnisvollen Glaubens, wie es heute hinten herauskommt, dann auch noch als schöpferisches Wort in Person zu bezeichnen, stinkt zum Himmel.

  1. Gottmenschen waren Mittler kreativer Wirklichkeit um mythisch Vernunft zu bewirken

Was soll der Quatsch von einem „Theios aner“, damit einem göttlichen Menschen zu sprechen. Dabei die Hörer in Heidelberg im Glauben zu lassen, es wäre dem Diasporajudentum, das nicht nur den Austausch der Kaisergottheit gegen die Vernunft als Wort (als Demokratie der Vernunft) empfahl, in historischer Realität im Diasporajudentum nachzulesen, wie auch im Markustexte beschrieben, dann nach Konstantin  christlich verwirklicht,  um einen arbeitsscheuen Landstreicher oder sein Glaubensgespinst als Gottmensch gegangen. In wildesten Fieberträumen hätte ein Gebildeter des Diasporajudentums, das in medizinischer Vernunft die schöpferische Wirklichkeit sah, in kosmischer Wirklichkeit  den Tempel, aus einem jüdischen Landstreicher eine Gott auf zwei Beinen gemacht.

„Herr Professor Lampe, welches Pferde hat Sie, wie die wissenschaftliche Forschung des NT getreten, dass Sie aus Markus, oder auch nur einem der weiteren frühen in anderen Erkenntnisschulen entstandenen Texte, die von einem jüdischen Menschen- und hellenistischen Gottessohn, König der Juden… beschreiben, einen arbeits- und ehescheuen Handwerksgesellen herleiten?

Wie können Sie dann auch noch den gesamten Lehren der als Kirchenväter geltenden Neuplatoniker über den Logos (antike Vernunftlehre) als Christus unterstellen, einen Heilsprediger als Gottmenschen an die Stelle der Vernunftlehre gesetzt, so apologetisch ausgegeben zu haben. So wenig wie mit Markus ist der junge Mann, mit den anderen Synoptikern, dem Vernunftevangelium des Johannes oder dem Christus der Paulusliteratur oder den Erkenntnislehren  zu machen, wo diese Texte entstanden. Und die  außerbiblischen Zeugnisse,  die (wenn nicht christlich eingebaut) handeln selbst dann, wenn sie nicht vom Christus sprechen, vom Josua, der lat. Jesus wurde und nicht von einem Glaubensgespinst.

Sie wissen doch, dass die Markus zugrunde liegende Christologie, der die Kirche  folgte, dem Diasporajudentum entspringt. Wo die Vernunft allen Werdens im neuen Bund/Testament das Wort und damit im Namen Josua, der Christus war. Womit es bei Christus nicht um ein Glaubenskonstrukt, sondern die heute als Evolution und Ökologie nur etwas wissenschaftlicher beschriebene kreative Wirklichkeit des Ganzen, wie die darin begründete Weisheit ganzheitlichen menschlichen Lebens ging. Die im Kult zu besingen, zu feiern, zu verehren war und ist, um sie zum menschlichen Leben zu machen. 

  1. Wenn der Zug ins Nirwana fährt, muss nur die Richtung/Perspektive gewechselt werden

Aber auch dieses Pferd hat einen Namen. Es war die Markusgeschichte, wie sie den christlichen Glauben über das Mittelalter tragen musste. Die später Grundlage für die Reformation der verfallenen kath. Lehre legte, die Autorität von kath. Lehre in die Schrift verlagerte. Die dann heutigen Humanismus oder wie in der Vorlesung vor Markus klar wurde, selbst preußisches Pflichtbewusstsein eines „mehr sein (leisten) als schein“ bewirkte. Bei diesen Denkern war Jesus Christus noch lebendig, hat die Markusgeschichte noch getragen und geprägt. So liegt sie in ihren letzten Ausläufern noch heutigem Humanismus, wie unserem über den Tag, das über sinnlosen Konsum- und Kapital-Egoismus hinausgehende schöpfungsgerechtes Handeln zugrunde.

Doch wenn heute der „Theios aner“, der Markus unterstellt wird, noch nicht mal mehr etwas mit dem „historischen Jesus“ zu tun hat, in einer angeblich für das Verhalten nicht mehr relevanten, nur noch letzte Hoffnung gebenden  Gotteslehre-Vorlesung in Mannheim (völlig bar aller Natur/Philosophie) nicht so logischerweise nicht vorkommt. Was bei dem, was als „historischer Jesus“ in Heidelberg vermittelt wurde, nicht wundert. Wird es da nicht endlich Zeit, in neuer Weise historisch-wissenschaftlich zu fragen, um was es bei Markus geht, Grundlage anfänglichen Glaubens war?

Wie hinter der Markusgeschichte als einer Biografie auch nicht nur ein moralische Absicht steht, die Vernunftlehre der Stoa einem jungen Mann übergestülpt wurde, ist auch klar. Und bereits Bultmann hat gewarnt:

„Wird die Wirksamkeit des Geistes in besonderen Krafttaten als eindeutiges Kennzeichen der Geistbegabung gesehen, so droht die christliche Existenz als die eines θεῖος ἀνήρ im Sinne des Hellenismus aufgefasst zu werden, und die eschatologische Heilsgeschichte gerät in das Licht erbaulicher Legende, eine Gefahr, die sich schon im NT zeigt, die aber vollends in den apokryphen Apostelakten ihre Folgen zeigt.

Doch dass es dem Diasporajudentum, das hinter den hellenistischen Vorbildern wie Herakles & Co. keine besonders starken, dann zu Gott (was immer für Juden das dann gewesen sein soll) war, sondern die Bedeutung der Vernunft aller Vegetation so in Kultur tragenden Gottessöhne bedacht wurde, ist auch bekannt.

Und von wegen, das philosophische Judentum hätte einen das Meer teilenden alten Juden mit Namen Moses zum Theios aner gemacht. Wie nach der Einführungsvorlesung argumentiert wurde, dass so auch der gute Junge, der das nicht war und wollte, zum Gottessohn… gemacht wurde. Wer in Moses, damit den im Neuen Testament als erfüllt gesehen und im Text aufgegriffenen Propheten eine frühe Philosophie sah, wie sie jetzt die Vernunftlehre im Namen Josua weltgültig lieferte, hat weder einen alten noch einen Mann vergottet., noch einen jungen Handwerksburschen aus Galiläa. Der hat auch kein davon unabhängiges Christologie-Konstrukt des Glaubens in die Welt gesetzt.

Auch wenn die Passion Josua/Jesus bei Markus in einer Geschichte, in Anlehnung an alte, ähnliche in Geschichten vermittelte Geschichtsprozesse zum Ausdruck gebracht wurde. Sie lässt sich im historischen Prozess der Zeit nachvollziehen.

Wenn in hellenistischer Kultur im Rahmen von  „theios aner“, damit den in Vernunft als kulturtragende Vegetations-Verehrungen verstandenen Gottessöhnen, der jetzt weltgültige Kult ausgelegt wurde, dann war das höchste Kreativität. Mit der Vergottung eines häretischen Landstreichers, der für etwas gehängt wurde, zu dem er nach heutiger Lehr-Hypothese logischerweise erst nach dem Tod gemacht worden sein kann, hat das nichts zu tun.

  1. Es ist Auf-gabe theologisch-historischer Wissenschaft in neuer Weise zu fragen

In dem der römische Gelehrte das Einzelne in einer zusammenhängenden Geschichte, wenn auch noch als Biografie eines Pantokrator beschreibt, so war das die Geschichte des Josua, der historischen Wirklichkeit Jesus auf kreative Weise.

Wenn zu recht gesagt wird, dass es bisher zu „einseitig“ war, das Christentum der Kirche allein im Judentum zu begründen, dann müssten ja gleich zwei Pferdetritte bei der „Glaubens-Christologie“  zu Halluzinationen geführt haben. Denn historischer Fakt ist, dass das hellenistische Diasporajudentum nicht nur die jüdische Tradition in Vernunft bedachte (im Brockhaus unter „Allegorie“, damit einem bildhaften Verständnis, wie es heute unumgänglich ist, wird Philo aufgeführt). Und ebenso ist bekannt, wie auch die hellenistischen Verkörperungen des Werdens, die als Gottessöhne Vernunft im Volk bewirken sollten, in aufgeklärter Weise bedacht wurden.

Wenn Jona, Moses und selbst Adam ebenso aufgegriffen wurden, wie die bisher oft vernachlässigten hellenistischen Vorbilder, dann stand dahinter denkerischer Verstand. Es war ein aufgeklärter Verstand (Auferstehung) der alten Vorstellungen. Wodurch nach der Achse eine denkerische Synthese zwischen den Kulturen und Zeiten im hellenistisch geprägten Diasporajudentum die Wirklichkeit Josua, lat. Jesus war. Deren Aufarbeitung und deren Mehrwert gegenüber den alten Vorstellungen, wie gegenüber der abstrakt bleibenden philosophischen Lehre (z.B. Stoa), die Aufgabe historisch-wissenschaftlicher Forschung von Theologen wäre.

Nicht um die historische Wahrheit der Markus- und damit Kirchengeschichte zu belegen, sondern die anfänglich geltende und heute meist vergeblich geforderte Vernunft wieder so bestimmend zu machen, dass sie von aufgeklärten Menschen im Sinne der Vorbilder gefeiert und auf mündig verant-wort-liche Weise gehalten wird.

     12.  Wesen des Neuen Testamentes: Vernunft als schöpferische Bestimmung

Die Vernunft, nach der heute die meisten aufgeklärt denkende Menschen verlangen, hat den Zeitenwandel bewirkt, bei dem aufgeklärte Juden den Sinn ihres Seins, als ein schöpfungsgerechte Verhalten vernünftig neu definierten. Denker des Diasporajudentums, die diese Weltvernunft als Christus sahen, im Namen Josua, Jesus zu einem Kult machten, der heute auf mündige Weise gefragter wäre als jeh.

Längst vergessen und vorbei, so denken viele über den christlichen Glauben. Doch das Wissen um die wahre Geschichte hinter den Mythen ist der Schlüssel, um viele aktuelle kulturpolitische Entwicklungen zu verstehen. Nur so lässt sich verhindern, dass sich Fehler, wie das der Aufklärung folgende Zukunftsexperiment Stalins, das die ganze Welt in ein säkulares „gelobtes Land“ von brüderlich-gemeinsinnigen Genossen verwandelt sollte, möglicherweise 60 Millionen Menschen das Leben kostete, Nationalsozialismus und Rassenwahn oder der unseren Kindern die Zukunft fressende Kapitalegoismus im Kult konsumierender Kurzsicht wiederholen. Doch Mythen, die sich fest im Kopf selbst der Kritiker eingefressen haben, verbauen den Blick auf die wahre geschichtliche Wurzel westlicher Kultur. Sie verhindert, in Auswertung heute gegebenen Wissens wahrzunehmen, wie der Wandel vom Mythos zum Logos (Vernunftlehre) christlich eine Kultur friedlicher Demokratie mündiger, gemeinsinnig Zukunft schaffender Weltbürger bewirken sollte, so den Hoffnungsnamen Josua, lat. Jesus bekam. 

Das Neue Testament ist kein Text mehr, sondern als geschichtliche Tatsache verständlich

-Johannesevangelium

Der nicht allein wegen dem Prolog oder dem „Ich bin…“ Aussagen ganz eindeutig von der Weltvernunft handelnde Text wurde bisher historisch nicht ernst genommen, in jüdische Erkenntnislehren (Gnosis) abgeschoben. Doch was dort galt und genau die Mission war, die sich auch in Paulus ausdrückt, war eine sich aus den zeitgemäßen Vernunftlehren ergebende schöpferische Bestimmung, die mehr (wie dann die Kirchenlehre) oder weniger als das verstanden wurde, was im Judentum als Thora/Wort galt.

-Apokrypen des Neuen Testamentes

Den außerbilbischen Texten, die heute als urchristlich gelten, liegt (offensichtlicher noch wie in den volksförmig eingedeutschen biblischen Texten) die gleiche Vernunftlehre/Logos als neue Bestimmung zugrunde, wie sie den Neuplatonistischen Vordenkern der Kirche galt, die diese Texte nicht in den Kanon aufnahmen.

Diese Texte, denen heute nicht nur von Christoph Markschieß zugestanden wird, einen philosophischen Grund in poetischen Geschichten vermittelt zu haben, wie das auch vom Platonismus bekannt ist, gründen eindeutig in dem, was antike Vernunftlehre war, auch kirchlicher Erkenntnis zugrunde liegt. Warum urchristliche Erkenntnisbewegungen, die sich dem allegorischen Verständnis und das Alte Testament verweigerten, als christliches New Age nur Eingeweihten galt, sich zu verflüchtigen drohte oder nicht volksförmig war, als falsch gesehen wurden (heute meist als Gnosis gelten) lässt sich auch logisch erklären. Dass gerade die vielfältigen Reform-/Erkenntnisbewegungen, die meist aus dem hellenistischen Diasporajudentum erwuchsen eindeutige Belege sind, dass es anfänglich weder um einen jungen Mann, noch das dem Markusverfasser unterstellte Hirngespinst des Glaubens ging, muss nicht ständig betont werden.

-Paulusliteratur

Auch oder gerade weil hier nach wie vor ein durch Geistesblitz gewandelter Verfolger der Sekte eines galiläischen Landstreichers unterstellt wird, handelt nach heutiger Lesweise angeblich nicht vom historischen Jesus.

Und wo dann der Geisteswandelt nicht bedacht wird, wie er sich im Diasporajudentum beobachten lässt und zu den ganzen Reform-/Erkenntnislehren führte, aus der diese Texte ursprünglich hervorgingen, bleibt nur ein geheimnisvoll entstandenes Glaubenskonstrukt. Gleichwohl heute klar ist, wie die Texte ihren Ursprung in frühchristlichen Erkenntnislehren liegt, hier auch Platon und die Stoa mit spricht, wird getan, wie wenn ein Sektenverfolger vor Damuskus vom Pferd gefallen wäre. Sich dann in Halluzinationen ein Geisteswandel vollzogen hätte, der zu den Texten im antiken Briefstil führte. Eher wird heute unterstellt, auf das so entstandene Gehirgespinst, zu dem ein Schnellsegler die ganze Welt rund ums Mittelmeer überredet haben soll, eine Kirche begründet zu haben, als den neuen Bund/das sich hinter Pauls verbergende neue jüdische Paradigma zu bedenken, wie er sich jedoch auch als das grundlegende Wesen der bekannten Jesus zeigt.

-Die Synoptiker

Markusvorlesung, damit die Grundlage der biblischen Jesusgeschichten sind der letzte Beleg:

Im  Gegensatz zum „Amen“ in der Kirche ist es wissenschaftlicher Fakt. Das Jesus genannte historische Wesen, das nach dem Wandel vom Mythos zum Logos  (von mythischer- zu vernünftiger Welterklärung und vernünftiger Lehren über die Staats- und Lebensgestaltung) einen Geisteswandel bewirkte, im Westen als Christus mit Gottesnamen, dann als Jesus Geschichte machte, war weder ein junger Mann,  noch ein Mythos des Glaubens. Was die griechische Philosophie, die alles Werden nun in anfänglicher Naturwissenschaft Sinn machend in Vernunftlehren (Logos) erklärte, so geisteswissenschaftlich die kulturelle menschliche Bestimmung auf kosmopolitische Weise bedachte und zu Verhaltenslehren wie der Stoa wurde, galt bekanntlich im hellenistischen Judentum als das bereits den Propheten (Moses wurde als Abbild früher Philosophie verstanden) geltende Wort. Und aus diesem hellenistischen Judentum gingen nach heutigem Wissen auch die Texte dieses „neuen“ Testamentes hervor. Was in Folge Moses und Hoffnung auf eine Goldene Zeit in einem jetzt weltgültigen neujüdischen Kult damit Josua, Jesus war.

Die Erkenntnis des Sinnes und Zieles ihres Lebens in einem heute in Evolution als Ökologie beschriebenen großen Ganzen in Vernunft (Logos)  war das neue jüdische Paradigma „christlicher Glaube“, von dem die Mission rund um das Mittelmeer, bis Asien ausging. In Auseinandersetzung mit alten und anderen neuen Kultformen und Einigung vielfältiger anfänglicher heute als mehr oder weniger christlich geltender Logos-/Vernunftlehren ist unter dem Diktat spätantiker Kaiser die Kirche entstanden. Sie ist als notwendiger neuer staatstragender Kult aus der Einigung  der als Kirchenväter geltenden neuplatonisch-christlichen Denker, die sich in ihrer Definition der Vernunft  auf das hellenistische Judentum beriefen, dessen Kulttexte zum neutestamentlichen Kanon erhoben, anfänglich aber bitter bekämpften, entstanden.

Das Christentum ist damit nicht einfach rein zufällig aus dem Zeitenwandel der sog. Achsenzeit hervorgegangen. Als in allen Teilen der Welt, auch fernöstlichen Denkprozessen neue Religionen entstanden oder Weltmodelle und darin die Stellung des Menschen in frühhumanistischer Kultur bedacht wurden, ist es aus einem Paradigmenwandel  des Judentums hervorgegangene. Dieser lässt sich heute an vielen Stellen in historischen Belegen ganz konkret bei der hellenistischen Bildung des Judentums in antiker Aufklärung nachvollziehen. Das den bildlos-prophetischen Kult in Vernunft in Funktion Josua/Jesus auf neue Beine stellte, weltgültig machte und so im Zeitenwandel auch Römern öffnete.

„Hier sprechen Menschen in großer Freude von ihrer Gewissheit, Sinn und Ziel ihres Lebens gefunden zu haben und dessen sind sie so gewiss, dass sie es fortan für ihre Lebensaufgabe halten, von nichts anderem als dieser gewonnenen Erkenntnis zu reden und sie anderen mitzuteilen.“

Auch wenn Barbara Aland, die den heutigen Forschungsstand über „Die Gnosis“ in der Einführung nur die von den Vordenkern der Kirche beispielsweise wegen ihrer schwärmerischen  intellektuellen Geheimniskrämerei als falsch, damit die eigene Vernunftlehre im Sinne des aufgeklärten Judentums „Christus° in Funktion Josua, lat. Jesus als wahre Erkenntnis (Gnosis) sahen. Die Erkenntnis des Menschen und seine Stellung im kreativen Ganzen (heute Ökologie/Evolution) auf philosophische Weise denkerisch zu begründen, das war auch der Christusglaube. Der neujüdische Kult, den Konstantin nicht weiter verfolgte, der nach der Zeitenwende zum Staatskult, für den die Kirche gebaut und ein neuer Kanon gebraucht wurde.

Nach allem, was wir heute wissen, sind Christentum und damit später auch der sich in Prophetenworten ausdrückende Islam oder das heutige Judentum aus einem Aufklärungsprozess der Achsenzeit in Nordafrika entstanden, wie er im dabei sich auf Josua, Jesus berufenden hellenistisch-philosophischen Judentums Alexandriens als „Denkerischer Glaube“ Beschrieben wird. Da war die  Verherrlichung oder hellenistische Einfärbung eines (historisch nicht gewesenen) heilspredigenden Handwerksburschen mit Namen Jesus, wie heute an den Hochschulen vermittelt und entsprechend geforscht wir. Noch ging es nur um das Aufmischen alter Mythen, wie heute die Kritik unterstellt, die nachweist, dass kein historischer Heilsprediger Namens Jesus als Christus war. Was aber auch dort angenommen werden muss, wo nur ein junger Mann, der angeblich das alles nicht war, gegen seinen Willen herrlich gemacht wurde.

Weiter buchstäblich von der literarischen Aufmöbelung eines galilläischen Handwerkersohnes im Sinne des Hellenismus oder jüdischer Mythen auszugehen (Hochschullehre), ist daher ein Kurz-schluss. Ebenso wie die schriftgelehrte Kritik,  die meist nur die Mythen wälzt, in denen die in antiken Vernunftlehren (Logos) begründete philosophische Erkenntnis der Stellung und Verant-wort-ung des Menschen in aller Natur im Erbe der kulturellen Vorbilder auf kreativ-vernünftige Weise ausgedrückt wurde, jedoch nicht nach dem Grund fragt, sondern alles als falsch abstreitet, bei Glaubensgegnern Betrug, keine Aufklärung ist.

Doch nur zu erkennen und aufgrund der ägyptischen, persischen, hebräischen oder griechischen Vordenker und ihrer Kultbilder, ebenso wie dem Wissen um die hellenistfische Hochzivilisation, die historische Kritik und gleichzeitig die Bedeutung der biblischen Bilder zu belegen, dass der den neuplatonischen Kirchenvätern oder den spätantiken Kaisern, wie Konstantin geltende Logos die heute Ökologie oder Weltvernunft genannte Vernunftlehre war, reicht nicht. Auch zu zeigen, wie die Vernunft als lebendiges Wort Moses im philosophischen Judentum der Zeitenwende jetzt in weltgültiger und die Götterbilder ablösende Weise die Funktion Josua, lat. Jesus hatte, als neuer Bund/Testament Grund der Hoffnung auf eine „Goldene Zeit“ als gelobtes Land war, ist zu wenig. Gleichwohl sich schon so belegen lässt, wie es Anfang nicht um das für wahr halten schriftlich vorgesetzter Gottesbilder und traditioneller Vorstellungen oder Lehren ging, wie es heute als Glaube gilt und sich durch Aufklärung (nicht allein im neuen Atheismus) erledigt hat, sondern das genaue Gegenteil: Weil das Wort, die jetzt in Vernunft wahrgenommene Bestimmung des Menschen  im Prozess des heute nur etwas empirischer als Evolution beschriebenen natürlichen Werdens und damit das weltvernünftige Verhalten und keine Gottesbilder im Mittelpunkt standen, Grund auch des christlichen Glaubens waren.

Nur neutestamentliche Forschung zu betreiben, historische Kritik verschiedener Art zu üben, die Gnosis oder ihre Vorläufer in den die ägyptische Hochkultur tragenden Weltmodellen für ein gerechtes Leben, wie der Maat oder die persische Philosophie im Namen Zarathustra als Schule der Propheten und damit auch Jesus auszuwerten oder die griechische Bildung, die gesamte Philosophie und ihre mythisch Ausdrucksweise, führt nicht weiter. Erst wenn sich in Gesamtschau der Geistwandel ganz konkret nachvollziehen, an historischen Fakten erklären lässt, entsteht ein tragbares historisches Gesamtbild, das zu einem völlig neuen Glaubensverständnis führen muss.

Ohne den Geisteswandel bei Ägyptens jüdischer Bildung (damit die Philo-Texte, die Kirchväter, wie die weiteren vielfältigen frühchristliche Erkenntnislehren) zu betrachten und dabei gleichzeitig auch die Einflüsse griechisch-philosophischer Vernunftlehre zu berücksichtigen,  die auch im römischen Kaiser- und Götterkult einen Wandel herbeiführen mussten, wird das Neue Testament ein mythisches Bla, Bla, das einem jungen Juden eigeblasen wurde.

Auch die heutige Kritik, die in ihrem Kurzschluss meist nur abstreitet, muss weitergedacht, so zur Aufklärung werden.  Paulus als „Gründer des Christentums“ entlarven zu wollen oder gar seine Existenz abzustreiten, die Briefe allesamt als Fälschung abzutun, bringt nicht weiter, wenn der Geisteswandel im hellenistischen Judentum nicht bedacht wird, der hier in theologischer Form spricht, von frühen intellektuellen christlichen Erkenntnislehren zum Ausdruck gebracht wurde.

Wenn aber Gerd Lüdemann, der gleichwohl für das Abstreiten der Auferstehung bekannt, weiter von klein Jesus und seinen Sektenverfolger ausgeht, in Wirklichkeit den Grund des christlichen Glaubens im hellenistischen Judentum aufzeigt. Und wenn Hermann Dettering hier in einem neujüdischen christlichen New Age, ob Valentianer oder Marcionisten, auch die Verfasser der theologischen Paulusliteratur freilegt.

Dann ist klar: Selbst wenn Philo von Alexandria eine Kunstfigur der frühen Kirche für das philosophisch-hellenistisch aufgeklärte Judentum wäre, auf das sie sich berief. Das hellenistisch-aufgeklärte Judentum, das es als seine Mission sah, den philosophisch bedachten Sinn seines Seins und somit die durch Vernunft vorgegebenen Verhaltenslehren in der allegorisch verstanden Kultsprache der Vorbilder zu verkünden, ist historischer Fakt. Ebenso, wie hieraus der christliche Kult, die Kirche und die Kulttexte dieses neuen jüdischen Testamentes im Namen hervorgingen. In die Vernunft bereits die Person (Aufgabe, Rolle, Maske) Josua hatte. Gleichwohl im griechischen und selbst lateinischen Neuen Testament, das in seiner Schriftform die bisher als Maßgabe geltende päpstlich-katholische Lehre ablöste, in den Evangelien-Geschichten, noch bis zum Renaissance-Humanisten Erasmus von Rotterdamm, der auf die Namens-Bezeichnung antiker Weisheit Bezug nahm (dann Luther), nicht nur in der bekannten Bedeutung, sondern auch den Texten selbst in altbekannten Gottesnamen, von einem Pantokrator oder Christologie-Titeln gesprochen wurde.

Aber selbst wo und wenn von Anfang an von „Jesus“ gesprochen wurde, so war es Josua, der Sohn des Nun, als der hellenistischen Juden, wie diesen folgenden Kirchvätern die im prophetischen Sinne als Wort verstandene Vernunftehre menschlicher Bestimmung galt. Und hat nichts mit einem versehentlich verherrlichten Handwerksburschen aus Galiläa zu tun, dessen literarische Hellenisierung (ein Auflasen, das alles zum Glaubensmysthos macht) heute gelehrt wird und Forschungsgegenstand ist.

 

II. Vernunftbestimmung im hellenistischen Judentum als Josua/Jesus in Geschichte

 

Sehr geehrter Herr Professor Lampe,

es steht mir nicht zu, ihnen als historischen Wissenschaftler einen Rat zu geben. Doch als ich mir zufälligerweise unter dem Stichwort „Hadrian“ bei Wiki die Zeit betrachtete, in der der Markustext in Rom von einem theologischen Gelehrten des dortigen Diasporajudentums verfasst wurde, ist mir wieder klar geworden, wie absurd die heutige Hypothese ist, nach der nur noch Halluzinationen nach dem Tod eines galiläischen Heilspredigers als Grund des christlichen Glaubens, der Theologie des Neuen Testamentes und damit des Markustextes bleiben.

Wie soll in Zeiten des Beschneidungsverbotes und damit die jüdische Existenz bestreitend sowie Jerusalem in seinem Namen neu erbauende römische Kaisers oder (egal ob dadurch hervorgerufen oder umgekehrt) des jüdischen Aufstandes, ein literarisch-theologischer Gelehrter des aufgeklärten Diasporajudentums auf die absurde Idee gekommen sein, die Versöhnung der Kulturen durch einen neuen, weltgültigen jüdischen Bund in den Auferstehungsvisionen nach dem Tod eines häretischen Handwerksburschen gesehen zu haben? Welche umfassende Überlegungen (ich rede einfach von Vernunftlehre) im Diasporajudentum hinter der kulturellen Synthese standen, durch die eine friedliche Weltgemeinschaft im Namen Josua/Jesus erhofft wurde, werde ich in „Die Heiden: Juden, Christen und das Problem des Fremden“ nachlesen. Auch wenn dort, wo die Versöhnung der Kulturen nicht nach dem Tod eines Gurus vom Baum fiel, sondern im einem denkerisch-philosophischen Erkenntnisprozess in kultureller Entwicklung hervorgebracht wurde, Alexandrien im Vordergrund steht. Wenn sie den historisch-wissenschaftlichen Blick auf das Rom dieser Zeit werfen, wird klar, was ich in Ergänzung der Ihnen überlassenen Mitschrift zur literarisch-kreativen Vernunft (Logos) in Markus behaupte:

Dass hinter dieser Geschichte, die die als frühe Philosophie im  jetzt griechischen Sinne aufgeklärt verstandenen (auferstandenen) Thora Moses auch kult(ur)literarisch in Gestalt eines wanderphilosophischen Gottessohnes zeitgemäß auferstehen lässt, keine Auferstehungsvision nach dem Tod eines jüdischen Gurus steht, macht allein ein Blick auf die geschichtliche Situation Roms und seiner Auseinandersetzung mit dem traditionellen Gesetzesjudentum deutlich. Wie kann man es als wissenschaftlich bezeichnen, einem theologisch und literarisch von Vernunft getragenen gebildeten Diasporajuden Roms in dieser Zeit den Schwachsinn zu unterstelle, wie ihn die Hypothese eines gehängten jüdischen Landstreichers vorgibt?  Ein gelehrter, dem die Vernunft heilig und maßgebend war, soll dann in Trauerbewältigung (Auferstehungsvisionen/Gemeindebildung) den jungen Mann mit zu dem gemacht oder als das gesehen haben, für was er beschuldigt und gekreuzigt wurde.

Auch wenn die Logos genannte Vernunftlehre/jetzt schöpferisch bestimmendes Wort, damit Moses und Josua verjüngend (jetzt weltgültig auch Griechen/Römern statt Gottessöhne geltend) im griechischen Text noch als Pantokrator wie Zeus (Ausdruck philosophischen Monotheismus) auf dem Weg zum neuen Jerusalem war. Wo die Kulturen im philosophischen Diasporajudentum (egal ob Rom oder Alexandrien)  im aufgeklärten Verstand des Alten (Auferstehung) damit denkerischer Synthese eine neuen prophetischen Bundes/Testamentes friedlich versöhnt wurden, statt fremde Vorstellungen, wie die griechische Philosophie und den Götterkult einfach als falsch abzulehnen, anzufeinden, war der friedliche Josua, lat. Jesus lebendig.  

Die Vernunftlehre als ein jetzt auch Unbeschnittenen geltendes Wort (schöpferische Bestimmung) wurde vom traditionellen Gesetzesjudentum, den Schriftgelehrten, Pharisäern, Hohepriestern verworfen und auch von römischer Obrigkeit noch verurteilt oder den eigenen Jüngern auf dem Weg vom Heidenland nach Jerusalem missverstanden. Und war sie Grund aller der in Markus beschriebenen theologischen Hoffnung.  

Im Sinne eines reinen Schriftgelehrten könnte ich das verstehen, doch bei einem historischen Wissenschaftler kann ich es nicht fassen, wenn der einfach das in Vernunft begründete Denken und auch Schreiben des Diasporajudentums als „Prolog des Johannes“ als Laiengeschwätz vom Pult wischt, sich damit nicht weiter befassen will.

Gruß aus der Pfalz

Gerhard Mentzel

Die historische Quelle Markus: Vernunft und Geisteswandel im hellenistischen Judentum: Josua/Jesus

Hier ist es die Vorlesung über die Quellen des Markusevangeliums und dessen Passionsgeschichte, die nicht nur zeigt, wie es in der Vorlage zu den synoptischen Jesus-Geschichten, die unser Jesusbild prägen, mit keinem Wort um einen „nachösterlich“ als Gottessohn geglaubten jungen Guru gegangen sein kann. Sondern wie der Verfasser im erfüllenden Erbe alter Mythen/Vor-bilder auch dem Kaiserevangelium die Geschichte der Vernunft entgegenstellt. Die nahm im damaligen Rom nicht nur philosophisch, sondern im nun weltgültigen Prophetentum früher Kirche auch im Kult die Rolle der mythisch das Werden verkörpernden Gottessöhne ein. Was auch eine kult(ur)literarische Ausdrucksweise notwendig machte. Wie Johannes, Paulus und der gesamten frühen Kirchenlehre geht es auch in Markus um die in Natur/Werden (Schöpfung) begründete Vernunftlehre als Christus (Logos als das prophetische Wort/König). Hinter dem Weisheit verkündenden Wanderprediger, der abgelehnt und missverstanden auf dem leidvollen Weg vom Heidenland zum neuen Jerusalem war, stand im historischen Prozess eine Bestimmung/Wort in Diskussion, die auch heute Weltvernunft oder Weisheit heißt, in Ökologie/Evolution (Schöpfung) begründet wird.

Denn was im hellenistische Diasporajudentum der Zeitenwende, das Moses als frühe Philosophie sah, so in verjüngter Form (als Josua, lat. Jesus) auf weltgültige Beine stellte, jetzt als Vernunft/Weisheit maßgebend war, das war kein Glaubensgebilde. Die in früher Naturwissenschaft begründete Vernunft, die auch die Kultrolle der bisher mythisch die Vegetation/Werden verkörpernden Gottessöhne einnahm, Juden als Wort galt und so als Alternative zum Gottkaiserkult gesehen wurde, war kein Guru oder eine nachösterliche Glaubensvision. Auch was von traditioneller Autorität abgelehnt oder den eigenen Anhängern missverstanden wurde, leiden musste und doch Hoffnung auf eine neue Zeit gab, war kein Glaubensgespinst nach dem Tod eine jungen Mannes.

Von allem abgesehen, hätte der junge Mann der Einführungsvorlesung, der logischerweise erst nach seinem Tod in Auferstehungsvisionen im Kopf seiner Anhänger zum Gottessohn mutierten konnte,  deswegen nicht vor seinem Tod in Diskussion stehen, von seinen Anhängern missverstanden und verurteilt werden könnten. Wie ein junger Mann für etwas gehängt wurde, was nach der Vorlesung erst eine Auferstehungs-Vision nach dem Tod oder Denker wie in Markus aus ihm machten, ist nicht zu erklären. Wie aber die Vernunftlehre im aufgeklärten Verstand jüdischer, wie hellenistischer Tradition die Aufgabe des Wortes, des Gesetzes oder der Gottessöhne (kultische Vegetationsverkörperungen) einnahm, jetzt als maßgebende Bestimmung galt und in so in einem weltgültigen neuen prophetischen Bund (Testament/Christentum) die Synthese der Kulturen bewirkte, lässt sich geschichtlich nachvollziehen. Auch wie es nach der Achse der Zeit die Passion der Vernunft war, gerade in der Markusgeschichte das Kreuz ihrer mythischen Vorbilder auch in Person/Rolle eines Wanderpredigers zu tragen, wird so verständlich. Das alles lässt sich im Diasporajudentum, das in dieser Funktion von Josua, Jesus sprach, geschichtlich nachvollziehen.

Der bisher nur Beschnittenen geltende, jetzt weltgültige Bund (Bestimmun im kreativen Werden/ Wort), war so die Funktion/Person Josua, lat. Jesus, das historisch wirkliche Wesen. Was auch heute als Weisheit oder Weltvernunft gilt, war als Christus mehr als nur eine abstrakt und bestimmungslos bleibende philosophische Lehre, Lebensweise. Wie sie die Stoa, ähnlich wie heute vergeblich lehrte und in Bezug auf ausgediente Götter forderte. Es war die Vernunft, die gegen Orakel und Blutopferrituale sprach weil damit Weisheit in menschlicher Gemeinschaft nicht mehr zu machen war.

Da sich der Markusverfasser als Archä der Kirche versteht, müsse auch nach den Urquellen/Ursachen, der Archä des Markustextes gefragt werden. Und da die Markusgeschichte nach heutiger Quellentheorie auch Lukas und Matthäus zugrunde liegt, damit ursächlicher Grund, Archä des heutigen Jesusbildes ist, scheint dies umso mehr notwendig. Die Hypothese, wonach Paulus ein hoheitliches Wesen beschreibt, Johannes und die außerbiblischen Evangelien von der Weltvernunft handeln würden und nicht vom historischen Jesus, ist unhaltbar geworden. Auch bei den Synoptikern kommt der junge Mann, der logischerweise nicht gewesen sein kann, was nach heutiger Heilsprediger-Hypothese seine Anhänger nach seinem Tod aus ihm machten, mit keinem Wort vor. Einen nachösterlich als Gottessohn und Bestimmung gebendes Wort geglaubten oder dazu gemachten, egal wie gestrickten jungen Mann weiter als das historische christliche Wesen hinzustellen, ist unwissenschaftlich, spricht gegen alle historischen Fakten.

In seiner den heutigen Wissensstand auf hervorragende Weise wiedergebende Vorlesung machte Professor Peter Lampe nicht nur erneut deutlich, wie es völlig haarstäubend ist, aus dem Text eines im Hellenismus/Mittelplatonismus Roms (von Vernunft als Wort ausgehenden, so) vom wahren Gottessohn, König, neuen Tempel, Thora… schreibenden jüdischen Gelehrten, einen heilspredigenden Handwerksgesellen abzuleiten. Wie er den Hörern in Heidelberg in der Eingangsvorlesung von Ihm vor Augen geführt wurde und nun in der Markusvorlesung als  „nachösterliches“ Glaubenskonstrukt auf dem Leidensweg von Galiläa nach Jerusalem ist. Allein indem die gesamte Geschichte eine Auseinandersetzung oder Missverständnisse für etwas zum Thema hat, zu was ein junger Mann aus Galiläa erst nach seinem Tod gemacht werden konnte, ist ein eindeutiger Beleg: Der ist nicht als Thema der Geschichte an den Anfang zu stellen.

Die Unterstellung heutiger Markusvorlesung, dass ein Gelehrter des hellenistischen Judentums Roms, das in aufgeklärtem Verstand der verschiedenen Kulturen, ihrer Schriften, Mythen und auch ihrer Vor-bilder bekanntermaßen eine denkerische Synthese erarbeitete, einen religionsrebellischen Landstreicher aus Galiläa als Gottessohn beschrieben hätte, ist völlig absurd. Das ist so wahrscheinlich, wie dass der Ägyptologen Jan Assmann, der in „Maat“ ein in kosmischer Ordnung, Natur-, Himmelsbeobachtung, wie aller Kreativität begründetes Modell beschreibt, das in der Kreativität des Ganzen begründete menschliche Gerechtigkeit vermitteln sollte, nach dem Tod von Uta-Ranke Heinemann  alles Wissen über die Begründung und Bedeutung alter Gottessöhne auf den Kopf stellen würde. Statt dessen die Kirchenrebellin als menschliche Bestimmung, Maß aller Dinge, wahren Gottessohn, endzeitliches Gerecht und Hoffnung in höchsten Tönen beschreiben würde. Denn auch dem römischen Gelehrten, dessen mit großer philologischer Begabung verfasstes Kultmärchen Thema heutiger Vorlesung ist und der zum hellenistischen Judentum zählt, war klar, wie Maat, damit auch die Vernunft-/Vegetatinsvergötterungen wie Isis, Osiris die die gesamte ägyptische Hochkultur, das Staatswesen trugen oder auch der römische Kaiser als Nachfolger der Pharonen in seiner Kultrolle eine kosmische Ordnung in menschlicher Gesellschaft vermitteln musste, so bisher staatstragend war.  All das jetzt in einem Wanderprediger oder einer Glaubensvision nach dessen Tod begründen zu wollen, ist ein schlechter Witz.

Denn während selbst Jan Assmann noch in einem Gewaltvorwurf gegenüber den seinen Gott jeweils absolut setzenden Monotheismus-Formen verhaftet ist, setzte das hellenistische Diasporajudentum, das Quelle des Markus-Verfassers war, im aufgeklärten Verstand der alten Kulturen (Auferstehung) auf eine friedliche Synthese in gemeinsamer Vernunftbestimmung. Der Name dafür war Josua, lat. Jesus. Der stand so im Gegensatz zur gewaltsamen Abwehr anderer Kultvorstellungen durch das traditionsorientierte Judentum, das in der Markusgeschichte als Hohepriester, Pharisäer und Schriftgelehrte auftritt.

  1. Bildhafte Aussagen im aufgeklärten Verstand des Alten: Auferstehung

Wo heute von „nachösterlichen Glaubenszeugnissen“ gesprochen, damit im Glauben gelassen wird, da hätten die Anhänger eines jungen Heilspredigers nach dessen Tod diesen  in gutgläubigen Halluzinationen (heute: Gemeindebildung) zum Gottessohn gemacht, führte in historischer Wirklichkeit ein aufgeklärter Verstand der jüdischen, wie hellenistischen Tradition (echte Auferstehung) zu einem nun weltgültigen Prophetentum.

Wenn von neuplatonischen Weltvernunftlehrern wie Athanasius für die Kult-Lese ausgewählte Texte wie Markus zwar nicht mehr im wörtlichen Sinne als historische Berichte gelesen, dann aber einfach als Glaubenszeugnisse aufgrund des gewaltsamen Todes eines galiläischen Gurus  hingestellt werden, wird dies den Anfängen nicht gerecht. Die Texte hellenistischer Juden, deren Gelehrte auch bewusst machten, wie sich hinter den Moses-Geschichten keine geheimnisvollen „nachexodus“  (nachösterlichen) Glaubensaussagen, sondern eine frühe prophetische Philosophie der Hebräer verbarg, müssen in gleicher Weise allegorisch gelesen werden. Einfach alles, was nicht mehr in Bild eines gutherzigen Handwerksgesellen passt, als „nachösterliche“ Glaubensaussage oder Christologie hinzustellen, ohne den historischen Grund der Bildergeschichte im aufgeklärten Verstand des Alten (Auferstehung) zu hinterfragen, ist keine Aufklärung. Das wird dem Denken, in dem sich aufgrund des Wissens um den Geisteswandel im Diasporajudentum die Auferstehung beobachten lässt und aus dem heraus im hellenistischen Diasporajudentum das Neue Testament (auch die Texte) entstanden, in keiner Weise gerecht.

Nicht erst in Homer kommt denkerische Ordnung über ein kreatives, für menschliches Leben maßgebendes Geschehen im kosmischen Ganzen zum Ausdruck. Ähnlich stand dies bei den Ägyptern als Maat für menschliche Gerechtigkeit, trug die alte Hochkultur, aus der die sich Schöpfung als Wort verstehenden Hebräer, sich vom Pharaonen- und Gottesbildkult befreienden Propheten, wie der Hellenismus und das Christentum hervorging. Auch die aufgegriffenen, als erfüllt gesehenen Mythen, die in Göttergestalten Vernunft/Vegetation verkörperteb und ihre Abenteuer, wie Familien-Geschichten, waren keine Glaubensaussagen im heutigen Sinne (gar nach dem Tod eines Gurus). All dies entsprangen einer Wahrnehmung sinnvoller kosmischer Kreativität, Vegetation, Fruchtbarkeit, in Kalendern berechneter Himmelsordnung, sollten diese Vernunft in menschliche Kultur verwandeln, zu einer kreativen Lebensweise in gerechter Gemeinschaft führen.

Und so waren auch die wundersamen Geschichten von Moses keine „nachösterlichen Glaubensaussagen“ in heutigem Sinn, sondern ebenso Ergebnis eines Denkprozesses, wie die Göttermythen. Der Exodus Moses bebildert eine Befreiung vom Opferkult der vielfältigen menschlicher Verkörperungen kosmischer Kreativität, zu denen auch der Pharaonen und die persischen Kaiser gehörten. Heute ist historisch weitgehend klar, was ähnlich bereits die hellenistischen Juden bedachten: Wie im Weiterdenken ägyptischer Kosmos-Theologie im babylonischen Exil ein bildfreier Kult ohne Tieropfer entstand. Die Schule der Propheten am persischen Hof war damit ein Monismus, wo Zarathustra als Philosophie vom kreativen Ganzen galt. Was für das gute menschliche Denken, Reden und Leben als Maß stand.

  1. Alle Vorkulturen gründeten auf kulturell bedachte kosmische Gegebenheit

Der bisher nur Nachkommen von Beschnittenen geltende Bund, der alles kreative Werden als Wort (hebr. Vernunft), damit Bestimmung verstand, sollte diese weiter im kosmischen Werden begründete Vernunft ohne Kaiser und Gottesbilder im traditionellen Gesetz zur Welt bringen. Und wo nun dieses Gesetz im Wandel vom Mythos zum Logos auf vernünftige Beine gestellt und weltgültig, daher auch in neutestamentlichen Texten aufgegriffen wurde, ging es um einen denkerischen Prozess. In logischer Kulturentwicklung können keine nächtlich-nachösterlichen Glaubensvisionen an die Stelle vormaliger Denkprozesse in Wahrnehmung schöpferischer Realitäten gewesen sein. Die dann wie bei Markus beschrieben, als Gottessohn, lebendiges Wort in Diskussion standen.

Wer jedoch beim neuen Testament nur nach kanonischen Kultlesetexten, nicht nach dem neuen Bund fragt, wie ihn das hellenistische Diasporajudentum bewirkte, bezeichnet es als historische Wissenschaft,  schriftgelehrt Texte zu untersuchen oder nur nach noch älteren Schriftquellen zu fragen. Wie sich im Prozess der Zeitenwende im hellenistisch-heidnischen Diasporajudentum die ewige „Reise nach Jerusalem“ im Stamme Davids (jüdischer Weisheit) realgeschichtlich fortsetzte, dabei die bei Markus bebilderte Ablehnung des jetzt weltgültigen Exodus durch die Schriftgelehrten, Pharisäer, Hohepriester des traditionellen Judentums, ebenso wie die alten römischen Autoritäten zu beobachten ist, kann dann keine Thema sein. Der von Markus beschriebene Missverstand der Jünger des neuen Bundes/Testamentes, der sich realgeschichtlich in der Diskussion der zahlreichen sich auf die Vernunft berufenden Reform-/Erkenntnisbewegungen beobachten lässt, wiederholt sich.

An die Stelle dessen, was noch vor wenigen Jahren wie eine wahre Begebenheit gelesen wurde, wird ein völlig fiktives Glaubenskonstrukt gesetzt. Doch in einem Glaubensgebilde aufgrund eines toten Sektenführers oder den von Kritikern unterstellen fiktiven Konstrukten zur Manipulation der Massen (im Aufwärmen alter Mythen), lässt sich historisch-wissenschaftlich das nicht begründen, was wir in der Realgeschichte als Kulturwandel und davon ausgehender Diskussion beobachten können.

Nach heutigem Wissen führt daher für jemand, der als Historiker auch theologische Kulturwissenschaft betreiben will, kein Weg daran vorbei, die im hellenistisch-philosophischen Diasporajudentum (Heimat, Quelle des Verfassers) geltende philosophische Weltvernunftlehre als das noch über Jahrhunderte (letztlich auch in der Reformation und Heute) in Diskussion stehende christliche Wesen zu hinterfragen. Denn wie auch die Markusvorlesung zeigte, geht es im Text an keiner Stelle um einen jungen Mann, der ja der dort beschriebene Gottessohn noch nicht sein konnte und so logischerweise auch nicht der von Schriftgelehrten und Hohepriester abgelehnte, in Diskussion stehende und missverstandene gewesen sein kann.

  1. Die Markusgeschichte hat einen allegorisch zu verstehenden geschichtlichen Grund

Und wie die Weltvernunft im hellenistisch-heidnischen Diasporajudentum, das bereits Moses (den als frühe Philosophen gesehenen Propheten) gegebene Wort in verjüngter, jetzt weltgültiger Form, damit die Funktion Josua, lat. Jesus auf dem Leidensweg war, die Rolle der Gottessöhne einnahm, ist wissenschaftlich bekannt. Im hellenistisch-heidnischen Judentum war die Vernunft als Erneuerung des prophetischen Bundes (neuen Testamentes), wie der neue jetzt auch den Römern als Staatsmodell ermöglichte König und die Alternativ auch zu den sonstigen Gottessöhnen, damit Josua/Jesus lebendig. Als was der Markusverfasser das christliche Wesen im Aufgreifen alter Mythen oder des Kaiserevangeliums in der bekannten Gestalt eines Wanderpredigers auf dem Leidensweg nach Jerusalem ausmalt. Noch ohne diesen für jüdische Weisheit (Weltvernunft in Folge Moses) stehenden Namen Josua/Jesus zu nennen. Den zwar die Kirchenväter in Josua begründeten, jedoch erst Erasmus von Rotterdam im Zuge der Reformation einführte. In dem er den für Weltvernunft stehenden griechischen Pantokrator (nicht nur von Ikonen bekanntes Jesusbild, sondern Titel moderner Evangelienauslegungen), später lateinischen Gottesnamen und christologischen Titeln einheitlich übersetzte.

Im hellenistischen Diasporajudentum, in dem die Vernunft als Josua lebendig war, lässt sich die geschichtliche Realität beobachten, die Markus auf  höchst kreative Weise in seiner Kult(ur)geschichte beschreibt. Im Prozess der Zeitenwende ist dort die Vernunft in Funktion Josua/Jesus als weltgültige Mosesverjüngung, so der wahre jüdische König gesehen worden. Die in Schöpfung/Natur bezeugte  (nicht in Traditionstexten, sondern jungfräuliche) Vernunft-Bestimmung (Wort) wurde nicht nur von jüdischer, wie römischer Obrigkeit in ihrer Kultrolle abgelehnt, sondern führte bekanntlich auch zum Missverstand bei den eigenen Jüngern (anfänglichen christlichen, von Vernunft ausgehenden Erkenntnisbewegungen, die zur Kirche führten).

Es ist daher der glatte Wahnsinn, Markus als Meisterwerk einer theologischen Märchengeschichte, jedoch den maßgeblich dort abgeleiteten Jesus weiter als einen jungen Mann zu lehren, der das alles nicht war und wollte, was Markus beschreibt. Dann seine Hörer auch noch im Glauben zu lassen, bei der Passionsgeschichte, wo das christliche Wesen (historisch die Vernunft als Wort/Gottessohn) auf dem Weg aus dem Heidenland nach Jerusalem war und genau deswegen abgelehnt, verurteilt, missverstanden wurde, wäre es um eine Art Gott (was immer das auch wäre) geglaubten Junghandwerker gegangen, der mit den ihn nach Markus missverstehenden Jüngern durch die Lande zog.

Wie jedoch auch die Entwicklung der theologischen Forschung zwangsläufig darauf hinausläuft, die im hellenistischen Judentum als lebendiges, weltgültiges Wort verstandene, so den römisch-griechischen Göttersöhnen, wie der jüdischen Gesetzlichkeit als (Josua/Jesus) im Prozess der Zeitenwende entgegengestellte Vernunftlehre wahrzunehmen, ist in der Vorlesung von Prof. Lampe deutlich geworden.

  1. Heutige Aufgabe theologischer Wissenschaft: Weltvernunft als das historische Wesen Jesus zu bedenken, so bedeutend zu machen, wie es Christus  war

Wie bis zum Beginn der Aufklärung die Welt noch in Ordnung war, ist bei der Markus vorangegangen Vorlesung über die Folgezeit der Reformation bewusst geworden. Diesen Denkern war der „biblische“ Jesus noch der bedeutende und das Leben bestimmende Christus, maßgebend für Humanismus, wie das, was wir als Menschenrechte oder als Weltvernunft bezeichnen.

Man braucht nicht die hinsichtlich der Liebe zu Christus (als dem für alles Leben maßgebenden Heilsbringer) für heutige Ohren entschärften Kirchlieder von Denkern wie Paul Gerhard zu lesen. Von denen Professor Peter Strohm begeistert eine nicht entschärfte Strophe wahrer Liebeslyrik vorstellte. Und wo nicht einfach ein junger Gott besungen wird, sondern das, was dem wahren, gerechten Leben bei den Denkern der Neuzeit noch vorausging.  Allen altkatholischen wie reformatorischen Gelehrten, die im neuzeitlichen Prozess beginnender Aufklärung (nach Verfall kirchlicher Autorität durch die Reformation, der neuen Diskussion um das Wort) auf hervorragendste Weise von Professor Strohm beschrieben werden, galt der biblische Jesus als maßgebender Christus und damit lebendiges Wort. Luther, wie den unzähligen die Reform hervorbringenden Denkern, ebenso den durchaus textkritisch auf die antiken Schriften zurückgreifenden Humanisten wie Erasmus von Rotterdam, den Kaisern und Kurfürsten, sowie den unzähligen auf die Reform folgenden, in heftigem Streit stehenden Gelehrten der Neuzeit galt das christliche Wesen noch in einer ähnlich bedeutenden Weise, wie mit Paul Gerhard besungen.

Und wenn nicht auch die Aufklärer selbst in ihrem historischen Zweifel von einem immer mehr seiner Christus-Bestimmung entkleideten, jedoch weiter bedeutenden jungen Mann ausgegangen, sondern die Zeit bereits reif gewesen wäre. Wenn die antike Vernunftlehre und damit die auch heute geltende in Naturwissenschaft (Ökologie/Evolution) begründete Weltvernunft als das historische Wesen Jesus zu bedenken. Dann wäre die Geschichte völlig anders verlaufen.

Denn hinter dem Wesen, das offenbarte/erklärte, was bereits den Vätern Sinn machte, unsagbar, aber auf kreative Weise wesentlich war und sein wird (JHWH), wäre dann die der Aufklärung heilige, jedoch gegen den inzwischen buchstäblich begründenden Glaube sprechende Vernunft verstanden worden.

-Von allen Gotteszweifeln aufgrund mangelnden Eingreifens

-und damit auch der nicht mehr gegebenen Angst vor einem Aufpasser,

-den vergeblichen Beweisen eines vorgesetzten meist recht menschlichen Designers,

-der nicht mehr notwendigen Erklärung für alles Werden, dem „Gottestod“

-und dem folgenden-Abfall in Materialismus, Naturalismus, Nihilismus, heutigen Vernunftdefätismus wäre dann nicht zu reden.

Statt so kurzsichtige, egoistische Lebenszielen, wie Konsum, Kapital, Freizeitspaß zu vergöttern, was meist dem wiederspricht, was schöpferisch wesentlich war und ist oder sich in Berufung auf Glaubensbücher und missbrauchte Gründergestalten oft mörderisch zu bekämpfen, würden die Menschen in ihrem jeweiligen Kult (im Namen der verschiedenen Vor-bilder) das als Bestimmung verehren, feiern und so mehr halten als heute, was auf Weltkonferenzen als Vernunft diskutiert wird.

  1. Reformen sind nur mit Verstand und Vernunft zu machen

Bereits bei der Vorlesung über die vielfältigen, auch politischen Einflussfaktoren, die mit Beginn der Neuzeit dazu führten, die Autorität der katholischen, die scholastische Philosophie/Theologie zur Geldbeschaffung missbrauchenden Lehre in Frage zu stellen, daher die antike Schrift zum maßgebenden Wort zu erheben, zeigte: Der Verfall der traditionellen jüdischen und hellenistischen Autoritäten und die Reform der Zeitenwende sind unmöglich in einem Glaubenskonstrukt zu begründen, das einem heilspredigenden Landstreicher aufgesetzt wurde.

Dafür kommt nur der Verstand antiker Vernunftlehre als schöpferische Bestimmung/Wort in Frage. Und so zeigt  auch die Darstellung der unzählige Denker und Bewegungen umfassenden Diskussion in Folge der Reformation: Es ist Schwachsinn, den Prozess, der in antiker Aufklärung zur Kulturwende, zu jahrhundertelangen christologischen Diskussionen und den diesen Christus beschreibenden Texten wie Markus führte, weiter in bisheriger Weise zu begründen. Die Texte, auf die die Reformation nach Verfall der Vernunft im Mittelalter und den Missbrauch der Kirche Bezug nehmen musste, lassen sich nicht im „nachösterlichen“ Glaube an die Gottheit eines Gurus aus Galiläa begründen, wie es heute gelehrt wird, sondern einer Reform, die die ursprünglich im Werden begründete schöpferische Bestimmung, das Wort in neuer Weise wahrnahm. Ein Reformprozess, der das Judentum, wie den Hellenismus mit seinen Göttermysterien umfasste, kann dort, wo keine Stimmen aus dem All mit weißen Flügeln mehr sprechen, nicht weiter auf so erklärt werden, wie es die Hochschullehre tut. Er ist nur so zu begründen, wie es in Zeiten antiker Aufklärung vom Diasporajudentum ausgehend zu beobachten ist.

Weit wenig wie die Reformation der Neuzeit heute in nächtlichen Eingebungen eines mittelalterlichen Mönches erklärt wird, ist es in logischer Kulturentwicklung wissenschaftlich, bei einer Reform, die die Gesetzlichkeit für Beschnittene, die Traditionslehre der Juden, wie auch die mysteriös-menschlichen Gottessöhne oder Gottkaiser in Frage und auf neue weltgültige Beine stellte, als das gutgläubige Hochjubeln eines Heilspredigers nach dessen Tod hinzustellen. Die Texte, die die neuzeitlichen Reformer als autorisiertes Wort zum Maß der Dinge machten, beschreiben einen weit umfassenderen Reformprozess, bei dem die in Schöpfung autorisierte Vernunft als das den Propheten maßgebende Wort/Bestimmung, wie wahrer eine Gottessohn (an Stelle bisher vielfältiger mythischer Verkörperungen des Werdens) verstanden wurde.

Da heute der biblische Jesus Christus nicht mehr das menschlichen Sinn gebende Maß der Dinge und im Leben bestimmend ist, selbst die Kirchhäupter wie Benedikt XVI. vor dem Bundestag das Recht (in Bezug auf Stoa, wie jüdische Weisheit) in Ökologielehre begründen, Franziskus darauf auch seine Lebenspraxis baut, in der sog. Umweltenzyklika eine ganzheitlich-ökologische Lebensweise als Voraussetzung für die Zukunft fordert. Und da Jesus in der modernen Dogmatik/Gotteslehre (als eine völlig natur-/philosophiefreie und für das Verhalten angeblich nicht relevante letzte Hoffnung) auch nicht mehr vorkommt. Weil der heute vermittelte Wanderprediger ja damit auch nichts am Hut hätte. Dann wird es höchste Zeit zu fragen, was sich hinter dem jungen Mann verbirgt, der wegen etwas hingerichtet wurde, was er angeblich gar nicht war und sein wollte, erst nach dem Tod durch seine Anhänger in Auferstehungs- oder Glaubensvisionen gemacht worden wäre.

  1. Drei Phasen der Quellenforschung
  • Suche nach Urevangelium, Grundschriften im 19. Jahrhundert

Der heute für historisch gehaltene Jesus lässt sich aus den Evangelien nicht herleiten. Bei der Suche nach Urschriften, um die geschichtliche Wahrheit über einen jungen Mann mit Namen Jesus zu finden, hat bereits Albert Schweizer „Den Sack zugebunden“. So Professor Lampe, der jetzt genau aus diesem Sack den jungen Mann, der logischerweise erst durch seine Anhänger zum Gottes-, Davidsohn… gemacht worden sein kann, hervorzaubert. Dabei hat bereits Schweizer gezeigt, wie es über den historischen Jesus auf alte Weise nichts zu sagen gibt, jede Forschungsrichtung nur sich selbst projiziert. Ähnlich wie heutige Hochschullehrer, die einen lebenslustigen, trinkfreudigen Galiläer beschreiben, dann wie Gerd Theissen (Vortragsveranstaltung in Neustadt-Hambach) zur Verteidigung sagen, dass sie Sonntags vom Gottessohn in hoheitlicher Weise predigen. Damit dieses aber-Glauben-Geschwätz einem Gelehrten des platonistischen Diasporajudentums wie dem Markus-Verfasser als „christlicher Glaube“ unterstellen.  Doch so die Anfänge erklären zu wollen, spricht gegen alles historische Wissen.

Auch wenn ein Denker wie Bruno Bauer sicherlich übertrieb, wenn er in „Christus und die Cäsaren“ die Entstehung des Christentums in der Stoa, den Lehren von Seneca und Co., damit Rom und Alexandrien als Neugeburtsstätten des Prophetentums belegen wollte. Wo der Logos des Herkalit keine mystische Spekulation, sondern die in Natur begründete Weltvernunft als Lebensmaß und Wort galt, so neben sozialer Lebensweise selbst die Güter-Gemeinschaft begründete. Wie das bei anfänglichen Christen war. Gerade wer heute erst Rom als Entstehung des Markustextes verortet, macht deutlich: Das christliche Gedankengut ist nicht von dem zu trennen, wie es im Diasporjudentum nicht nur in Rom und Alexandrien herrschte.

Zwar wird fälschlicherweise behauptet, dass die NT-Forschung die heute an der Hochschule mit keinem Wort erwähnte, insbesondere in Holland blühende Radikalkritik neutestamentlicher Denker zurückgewiesen habe.  Ein Behauptung die nur dahingehend stimmt, dass man im wissenschaftlichen Sinne den historischen Jesus nicht wegschneiden, oder als spirituelles Luftgebilde eine aufgewärmten Mythos hinstellen kann, sondern in neuer Weise, als das hinterfragen muss, was auch den Kirchenvätern als Josua, lat. Jesus galt. Bereits Schweizer sagte von Bauers Lebensarbeit „ Bauers Kritik der evangelischen Geschichte ist ein Dutzend gute Leben-Jesus wert, weil sie, wie wir erst jetzt, nach einem halben Jahrhundert erkennen können, das genialste und vollkommenste Repertorium der Schwierigkeiten des Leben Jesus ist, das es überhaupt existiert.“

Als Albert Schweizer klar wurde, wie in der Forschung nach einem jungen Mann als historischen Jesus nur negative Resultate hinten herauskommen, ist er Arzt geworden, hat in Afrika geholfen. Doch wenn das in der Vorlesung so genannte „Negativresultat“ heute in Heidelberg gelehrt wird, dann wird es höchste Zeit in aufgeklärter Weise zu fragen, was sich an historischem Stoff hinter der Markusgeschichte verbirgt.

  • Die formgeschichtliche Suche

Auch die formgeschichtliche Forschung, bei der Karl Ludwig Schmidt, dann Dibelius und Bultmann genannt werden, zeigte bereits: Aus den biblischen Geschichten ist nicht der Lebensweg dessen zu erkennen, den man heute gegen besseres Wissen heute weiter für historisch hinstellt. Vielmehr wurde bereits hier gesehen, wie die Geschichten aus sich heraus zu verstehen sind. Wie sie in Vokabular und inhaltlicher Gestaltung der Verkündung der Zeit entsprachen, theologische Stereotypen waren, die in einem Geschichtsrahmen erzählt werden.

Und dass auch die in der formgeschichtlichen Forschung ausgeklammerte Passionsgeschichte nicht allein nach der üblichen Kritik, was alles nicht war und gewesen sein kann, in ihrer Form möglicherweise dem anderen in Menschengestalt sterbenden und auferstehenden Gottessöhnen nachgestellt wurde, nicht von einem jungen Mann handeln, dürfte inzwischen auch klar sein. Und das nicht nur wegen der Textkritik, die dann logischerweise nur den Prozess verkleinert oder den gleichzeitig zerrissenen Tempelvorhang oder sonstige heutige Unglaublichkeiten abhängt. Oder weil man einen jungen Mann nicht für das hätte verurteilen können, zu was er erst nach seinem Tod gläubig gemacht wurde.

  • 1960 Sammlung gleichartiger Stoffe (ohne historische Ambitionen)

Wie man jetzt aus einem Evangelium, das nicht den Ablauf des Lebens eines jungen Mannes wiederspiegelt, sich für den nicht interessiert, diesen weiter für das historische christliche Wesen hält, bleibt immer wieder ein Rätsel. Dabei gehen nicht nur die Streitgespräche, ebenso wie die Gleichnisse, die den ewigen Heilsweg verdeutlichen, ganz eindeutig von der Weisheit/Vernunftlehre aus. In der im hellenistischen Diasporajudentum in Funktion Josua/Jesus der Heilsweg, die Hoffnung auf neue Zeit (gelobte Land, für das Josua stand) gesehen wurde.

Doch selbst Walter Schmitthals, der wegen seiner Ableitung der Texte aus frühen Erkenntnislehren als „Kuriosum in der Forschungsgeschichte“ genannt wurde „Wenn Sie viel Zeit haben zu lesen…“ stellte weiter einen Heilsprediger an den Anfang. Doch weder ein junger Mann, noch ein diesem aufgesetztes oder wie der Schmitthalsschüler Hermann Detering in Verneinung eines historischen Jesus  unterstellt (www.radikalkritik.de)  fiktives Glaubenskonstrukt, das gar aus buddhistischer Spiritualität abgekupfert wurde, kommt für die Theologiegeschichte des Markus oder den realgeschichtlichen Geisteswandel in Frage.

  1. Vormarkinische Texte schöpften aus gleicher Quelle wie Markus: Vernunft in Schöpfung, die Geschichte wurde

Dabei verweisen selbst die als vormarkinisch geltenden Texte auf die Vernunft und nicht auf einen jungen Guru in „nächösterlicher“ Verherrlichung:

-1,4 – 13 Täufer, Taufe, Versuchung

Vom Bad im Jordan, bei dem ein Guru den anderen zum Gottessohn erklärte und der dann von der jüdischen Obrigkeit in Versuchung geführt wurde, wird nach heutiger wissenschaftlicher Sicht sicher nicht weiter ausgegangen. Wenn hier ältere Textvorlagen aufgegriffen wurden, dann liegt auch diesen der Erkenntnisprozess zugrunde, der sich realgeschichtlich nachvollziehen lässt, in der Paradiesgeschichte mit dem Essen von den Früchten des Baumes der Erkenntnis beginnt.

-1.21-39 der überlange Tag in Kapernaum

Wenn Prof. Lampe oft vom Dienstag der Karwoche als „Stresstag“ Jesus im Rahmen der Passion spricht, so deutlich macht, dass es bei der Erzählung nicht um den überlangen Tag aus dem Leben eines Landstreichers ging, zeigt allein dies: Auch die Verurteilung und der Tod, nach dem der angebliche Heilsprediger zum Heil erhoben wurde, muss von der Vernunftlehre aus gelesen werden.

Wo kein besserwisserischer Handwerker (der heimlich lesen gelernt haben müsste) Stress hatte, mit Schriftgelehrten stritt, am Tempel randalierte, von Hohepriestern abgelehnt wurde, den Gesetzesgläubigen den Teufel austrieb und sich für das lebendige Wort, so den einen wahren Gottessohn und jüdischen König ausgegeben hat. Da wäre er deswegen weder verurteilt, ans Kreuz genagelt worden, noch kann er im Geist seiner Anhänger gutgläubig wiedererweckt, so zu dem alles erst gemacht worden sein.

-2.1-28 Streitgespräch-Sammlung

Wie auch beim überlangen Tag berichtet ein Gelehrter im mittelplatonischen Diasporajudentum hier nicht vom Stress, den ein Heilsprediger hatte oder ein Hirngespinst nach dessen geistiger Wiedererweckung (Gemeindebildung) hatte, sondern vom Streit, den die ihm heilige philosophische Vernunftlehre als lebendiges, gegenwärtige Prophetenwort, wie wahrer eine Sohn auslöste.

Wer Vollmacht des irdischen Menschensohnes hatte, wie ihn die Juden erwarteten, Herr über die Sünde und maßgebend für das menschliche Verhalten war, war eindeutig das, was heute wieder als Weltvernunft gilt. Was sagt was Recht und rechtes verhalten wäre und in aufgeklärter Kult(ur) wieder auf den schöpferischen Weg zurückführen, vom Abfall von schöpferischer Wirklichkeit in Kultur-Bilder befreien könnte.

-Gleichnisse

Auch die Gleichnisse hat der Markusverfasser nicht geklaut und nur alttestamentliche Texte aufgebacken: Wenn die alten Gleichnisse bereits im natürlichen Kulturverlauf der Welt meist in Anlehnung an die Natur begründet waren, so wurde dies nun in Vernunft erklärt, lag den Josua-Gleichnissen zugrunde. Alle Gleichnisse gründen auf eine Logik, die die Schöpfung (Kosmos-, wie Kulturgeschichte) vorgibt, nicht aus dem Mund eines Besserwissers kommt, der nach seinem Tod zur Bestimmung und dem das so alles angedichtet wurde.

-3.7.-12 bis 6.55-56 Summe der vormarkinischen Wunder

Wer bedenkt, wie die Wunder zum Großteil bereits das Werk der alten Göttersöhne, damit der Verkörperungen von Werden/Vegetation/Vernunft in noch vom Mythos bestimmten Zeiten (vor der Achse) war, dem muss völlig klar werden. Auch bei Isis, Mithras & Co. ging es nicht um junge Mädchen und Männer in Wiedererweckung. Schon in diesen Vegetationsverkörperungen, die Vernunft im Volk verwirken sollten, hat das lebendige Wort, der Vernunft/Weisheit aller Natur/Kultur auf noch mystische Weise gesprochen.

Christlich war es dann die Orakel und den Mythos ablösende Vernunft, in der jetzt nicht nur das kulturelle Heil, sondern auch medizinische Hilfe erhofft wurde. Die Blindenheilung ist als die Erkenntnis bekannt, die auch den Vordenkern der Kirche galt. Auch wenn diese Erkenntnislehrer andere weltverneinende oder geheimnisvolle Lehren für Eingeweihte (als „falsche Gnosis“: Erkenntnis, Markus spricht von Missverständnissen der Jünger) ablehnten und mit dem jüdischen Weg des philosophischen Diasporajudentums die gesamte Welt ansprechen wollten.

Wenn Markus mit Blick auf den alten Zauber als Wunderkritiker auftritt und trotzdem oder gerade daher alte Wundererzählungen aufgreift, dann ist auch das zu verstehen. Nur so ist die Vernunft Kulturgeschichte geworden. Doch egal ob die Wunder bereits von mythischen Vernunft/Vegetations-Verköperungen in Göttersöhnen oder von Moses berichtet wurden, der als frühe Philosophie galt. Um das Wirken eines Wanderpredigers oder dessen Wiederwachen im Geist seiner Anhänger ist es dort, wo das prophetische Wort in Vernunft wiederverstanden wurde, so Totenerweckung war, die Augen geöffnet und Fortschritt erhofft wurde, nicht gegangen.

6.30-52 Abfolge Speisungsgeschichte/Seewandel

Wenn auch hier eine ältere Geschichte und Abfolge aufgegriffen wurde oder der bisher als Logos/Vernunft-Apostel ins unhistorische Lager verbannte Johannes als Redaktion mit ins Spiel gebracht wird, dann zeigt auch das: Die Zeit, die Evangelien zu trennen, aus den Synoptikern einen Heilsprediger herzuleiten, währen Johannes vom philosophischen Logos handelt, ist um. Die Vernunft allen Werdens, die bereits im Seewandelnden Herakles verkörpert war, war nicht nur das christliche Wesen des Johannes, sondern auch der anderen Jesusgeschichten oder den sog. außerbiblischen Zeugnissen. Der heute den Studenten in den Kopf geblasene, nach seinem Tod zum Gottessohn gemachte junge Mann ist ein Hirngespinst von Halbaufklärung, das den Verstand einer gemeinsamen, weltgültigen Bestimmung im Namen der Gründergestalten verbaut.

„Markus greift alte Sammlungen auf, lässt sich aber nicht bevormunden, im Gegenteil: Er greift diese inhaltliche gleichartigen Stoffblöcke auf, um sie in seinem Sinne einer „chronologischen Geschichte“ einzuverleiben“

Ja, Herr Professor: Aber wenn man doch besser nicht zum Ausdruck bringen kann, wie es dem jüdischen Gelehrten in hochzivilisierter Zeit antiker Aufklärung nicht um einen im Geist seiner Anhänger wiedererweckten, vergötterten Handwerksburschen geht, sondern das lebendige Wort den alten Göttersöhnen und jüdischen Wundermänner entgegengestellt wird. Dann klären Sie doch ihre Hörer endlich darüber auf, dass die Hypothese der Einführungsvorlesung zu überdenken sei, wie das auch weiter deutlich wird bei:

  1. Vormarkinische Passion im logisch-natürlichen Prozess christlicher Vor-bilder

Wenn das Sterben Jesus bereits in vorchristlicher Literatur ganz verschieden gedeutet wird, dann ist es eigentlich egal wie. Das eindeutige Resultat für einen rational denkenden Menschen, bei dem keine Engel bereits im Vorflug die Kunde vom handauflegenden und wegen Häresie gehängten Handwerksgesellen als Heiland der Welt brachten: Leiden, Sterben und Wiederwachen sind nicht nur eine natürliche Sache sind. Vielmehr lässt sich genau der Prozess in kultureller Entwicklung erkennen, den die vormals mythische Vernunft verkörpernde Gottessöhne als Götzenopfer-Bilder, ebenso wie die erstarrte, zum, Selbstzweck gewordene Gesetzlichkeit Moses im hellenistisch-philosophischen Judentum der Diaspora durchmachte.

-Der „leidende Gerechte“ ist keine Auferstehungsvision entsprungen, sondern aufgeklärter Vernunft, die damals sagte, was im schöpferischen Sinne Recht ist, neuer Verstand in der Entwicklung der Kulturgeschichte war.

-Dahingabe und Sühnetod haben weder was mit einem gehängten Heilsprediger zu tun, noch sind sie eine freie Erfindung oder nur Entwicklung in Ewigkeit: Wie die Vernunft das Kreuz ihrer Vorbilder trägt, ist bis heute an der Hochschule in Heidelberg zu beobachten. Wo gegen den „lebendige Geist“ über dem Eingangsportal weiter die im erfüllenden Erbe als Wanderprediger der Zeit zum Ausdruck gebrachte, in Kreativität begründete Vernunft das Kreuz der Bilder trägt, kein wissenschaftliches Thema sein darf.

-Auch der modellhafte Märtyer kann (wie vielfach logisch argumentiert) weder ein junger Mann, noch ein Phantasieprodukt nach dessen Tod gewesen sein.

So wenig wie es bei der Selbstoffenbarung vor dem hohen Rat um den Prozess ging, der einem noch nicht härtetischen, sondern nur handauflegenden Heilsprediger im unhistorisch großen Stile gemacht oder im Rahmen einer Auferstehungsvision erst angedichtet worden wäre.

-Auch wer seinen Tod als apokalyptisches Ereignis, den Plan/die Thora (das Wort) erfüllt sah, war nicht einfach den Alten abgeschrieben und in Halluzinationen nach dem Tod eines Heilspredigers wiedererweckt. Wie jedoch das prophetische Wort in Vernunftlehre verstanden wurde, so das Alte in einem Entwicklungsprozess als erfüllt gesehen wurde, an den Vorbilder zu leiden hatte und zugrunde ging, lässt sich nachvollziehen.

  1. Wo sich Markus abhebt, ging es unmöglich um den Glauben an einen jungen Mann

Immer wieder fordert dies, selbst wenn es nicht um die den hellenistischen Juden heilige Vernunft allen Werdens als Josua gegangen wäre, wenn der jüdische Hellenismus und die antike Aufklärung, der Wiederverstand des Alten nicht gewesen wäre, zum Zwischen-Schluss:

Wie kann es die heutige Hochschullehre als historische Wissenschaft bezeichnen, einen Handwerksburschen, der große Töne spuckte, als „nachösterlich“ geglaubter Heilsbringer an den Anfang stellen zu wollen?

Markus hat sich vom vormaligen Schriftgut, das er aufgriff abgehoben, eine theologische Eigenmarke aufgebaut. Ja. Aber wenn es vormals um mythische Vernunft-/Vegetationsverehrungen in mysteriösen Gottessöhnen und ihren Kaisern ging, die diese Vernunft nicht mehr vermitteln, ebenso wenig zum Leben bringen konnten, wie abstrakte philosophische Lehren und taub gewordener Gesetzlichkeit für Beschnittene. Wie kommen wir dann auf die absurde Idee, es wäre einem Gelehrten des Mittelplatonismus, der auf hochliterarische Weise das inhaltlich und literarisch-kulturell so erfüllte Erbe der Vorbilder antrat, weil das in Vernunft auferstanden war, um einen im Geist der Gemeinde wiedererweckten Landstreicher aus Galiläa gehandelt?

Selbst die Diskussion um die Urpassion, damit auch, ob die sterbenden und auferstehenden Götter, die in den Mythen für die Verehrung der Vegetation (Schöpfung/Werden/Vernunft) standen, den christlichen Evangelien als Vorlage dienten oder umgekehrt, verweist auf die Vernunft, in der nach der Achse alles Werden erklärt wurde. Selbst wenn die Evangelien-Geschichte später als die Göttersagen entstanden, so war es der aufgeklärte Wiederverstand der mythischen Verkörperungen des Werdens, die wie Maat (Modell kosmisch sichtbaren Werdens) Gerechtigkeit in menschlicher Kult(ur) bewirken sollten. Und dieser aufgeklärte Wiederverstand (Auferstehung) war in antiker Vernunftlehre begründet. Und wer weiß, wie auch das philosophische Judentum die ägyptischen und griechischen Gottessöhne aufgeklärt bedachte und gleichzeitig in dieser Vernunft im verjüngten Moses die Funktion Josua sah, der erkennt damit die Mission, die im Prozess der Zeit von diesem ausging.

Da Thora, damit die inzwischen erstarrte prophetische Moses-Philosophie und mythische Vernunft-/Vegetationsverkörperungen in Göttergestalten nicht nur literarisch als erfüllt hingestellt, sondern realgeschichtlich im Christentum ersetzt wurden, hat das Wesen, das jetzt maßgebend war und Vernunft zur Welt bringen musste, nicht das Geringste mit dem zu tun, das kann heute als historisch gelehrt wird. Dafür kommt nur das in Vernunft erklärte Werden (heute Evolution in Ökologie) in Frage, das wie seine in menschlicher Kultur notwendige Ausdrucksweise, um Bestimmung im Sinne der Vorbilder zu vermitteln, kein doketistisches Scheinwesen war, sondern nur so Geschichte machte.

  1. Hellenistisches wie jüdisches Gedankengut gingen in Vernunft auf

Und wer sagt, wie jüdisches und hellenistisches Gedankengut bei Markus eingeflossen sind, kann doch nicht alles Ernstes seine Hörer weiter im Glauben lassen, dass es im Grund doch um einen im Geist seiner Gemeinde wiedererweckten Guru ging!!!

Wer dann auch noch sagt, wie „Historisches“ mit „Theologischem“ verbunden wurde, sagt doch selbst, dass es der nach seinem Tod zum Gottessohn gewordene heilspredigenden Zimmermann ein Hirngespinst von Halbaufklärung ist. Aufgabe einer aufgeklärten Theologie gerade in Heidelberg wäre es deutlich zu machen, wie die Theologiegeschichte der Zeitenwende in Markus zur Kulturgeschichte wurde. Und wie im aufgeklärten Weitersingen von Paul Gerhard bei mündigen Christen heute Weltvernunft wieder so bedeutend zu machen wäre, wie Christus bis zur Aufklärung für die alten Denker war.

Wo bei der Zuverlässigkeit des Passionsberichtes nicht danach gefragt wird, ob sich der Prozess auf diese Weise ereignete, was bei einem häretischen Handwerker historisch auszuschließen ist, sondern die Zuverlässigkeit im Vergleich mit Johannes hinterfragt wird, der bekanntermaßen von der Weltvernunft handelt, wird erneut immer wieder klar gemacht: Was wir heute Weltvernunft nennen, ist auch Thema der Markusgeschichte. Vom Leiden und dem Tod eines jungen Galiläers handelt die Geschichte so wenig, wie jetzt plötzlich zu behaupten, der Bericht sei durch den anschließenden Glauben an dessen Gottheit geprägt worden. Das ist nicht nur im Hinblick auf den Gelehrten Verfasser der Geschichte völliger Quatsch. Wer die eigene Vorlesung ernst nimmt und daher weiß, dass Markus nicht von einem jungen Mann, sondern dem einen Gottessohn, der neuen Thora oder Tempel handelt, der kann bei dem, was wir über deren Vorbedeutung wissen, nicht ernsthaft einen als Gott geglaubten jungen Mann an den Anfang stellen wollen.

Wer den Spott, das die Vernunft (an der Achse) im Kreuz der menschlichen Vorbilder zu ertragen hatte, nicht weiter fortsetzten will. Der muss im traditionsgerechten Literaturwerk die auch heute geltende Weisheit/Weltvernunft bedenken, die realgeschichtlich die alten Funktionen übernahm, Josua/Jesus hieß. Und die beileibe kein Glaubenskonstrukt, sondern im gesamten griechischen Denken, wie im Diasporajudentum aus dem natürlichen Werden (der gesamten Schöpfung) abgeleitete maßgebende Größe und hochlebendig war. Mit einem jungen Mann als Tempelrandalierer oder Teufelsaustreiber wäre auch heute kaum was zu machen. Nicht nur in Heidelberg sind Verstand und Vernunft gefragt, um den ewige Weg, die „Reise nach Jerusalem“ fortzusetzen.

  1. Leiden der Vernunftlehre bei der Abrechnung mit Israel im aufgeklärten Verstand: Auferstehung

Wem doch klar ist, dass kein Landstreicher auf einem Esel in Jerusalem einritt, so wenig die Tempelreinigung das Randalieren eines jungen Rebellen war, es beim Stresstag nicht um den langen Dienstag vor der Hinrichtung eines häretischen Landstreichers ging, so wenig wie Johannes den Passionsbeginn beim Abendmahl als ein Essen unter Freunden beschreibt, nachdem eine junge Frau ihrem Freund die Füße salbte oder ein Guru eine Abschiedsrede hielt. Wer vielmehr die gesamte Passionsgeschichte als einen Wachstumsprozess beschreibt, bei dem auch mit Kreuzigung oder leerem Grab ältere Literaturstücke aufgegriffen, in einen neuen Zusammenhang gestellt wurde. Der kann doch die Welt nicht weiter in Glauben an einen nach seinem Tod als Gott geglaubten oder von einem hellenistischen Gelehrten als Gottessohn hingestellten landstreichenden Guru aus Galiläa lassen.

Dass der jüdische Hauptmann die Vernunft erst dann als Gottessohn und jüdischen König erkannte, als die das Kreuz der Vorbilder trug, ist verständlich. Die Weltvernunft ohne Götterbart und Kranz auf dem Kopf, wie ihn Serapis (eine Synthese der Vegetationsverkörperungen verschiedener Regionen, der bereits ein Denk-/Aufverstehungsprozess vorausging) trug, wäre für ihn kein Gottessohn oder Judenkönig gewesen. Aber ein Wissenschaftler, der historisch arbeiten will, auch die gesamten Randfiguren als Aussagen der Christologie erkennt, der weiß doch auch, dass im hellenistischen Judentum, wie beim Markusverfasser die Vernunft als der eine Gottessohn und kein Galiläer das Thema des konservativen Redaktors war.

Wie kann man seinen Hörern die „Abrechnung mit Israel“ als Hauptbestandteil der Markusgeschichte vorstellen und diese dann weiter im Glauben an einen als eine Art Gott (was immer das wäre) geglaubten Galiläer lassen? Wissenschaftlicher Fakt ist, dass der Abrechnung mit Israel im hellenistischen Judentum die Vernunft zugrunde lag. Und dass hier die von traditionellen Juden abgelehnte Öffnung für das hellenistische Kulturgut sowie die philosophische Vernunftlehre war, so in Synthese der Kulturen der prophetisch-bildlose Kult auch Römern eröffnet wurde, war am Rande bereits Stoff der Einführungsvorlesung.

Und wer auch mit Blick auf das Gleichnis vom verdorrten Feigenbaum darüber nachdenkt, dass die Tempelkatastrophe nach Markus nicht gewesen wäre, wenn die Juden offene Augen gehabt hätten. Der muss doch endlich erkennen, dass auch heute die Zeit gekommen ist, den Menschen die Augen zu öffnen. Nicht um aus apologetischen Zwecken das christliche Wesen als Weltvernunft hinzustellen, sondern diese zu besingen, im alten Sinne zu feiern, um sie zu halten.

Wem bekannt, dass es das hellenistisch-philosophische Diasporajudentum war, das im Gegensatz zum konservativen Judentum kriegerische Gewalt ablehnte. Weil es in denkerischer Synthese genau das, was in fortschreitender Wissenschaft auch heute wieder als in Ökologie begründete Weltvernunft gilt, als schöpferische Bestimmung/Wort (damit Judenkönig) verstand. Der versündigt sich an der Zukunft unserer Kultur und Kinder, wenn er weiter nur einen Wanderguru als das historische Wesen als einzig wissenschaftlich an den Anfang stellen will.

Wer die Passionsgeschichte als Modell der „leidenden Gemeinde“ beschreibt, der muss helfen durch einen aufgeklärten Verstand (zeitgemäße Auferstehung der Geschichte) von diesem Leiden der Gemeinde zu befreien. Die Schuld der Juden und Heiden, die die Bedeutung der Vernunft als bisher geltendes Wort oder in der Rolle der Gottessöhne ablehnten, muss nicht neu getragen werden, wenn das gegebene Wissen ernst genommen wird. Denn dass es bei der Schuld, die Juden und Heiden für die christlichen Verfasser hatten und bis heute haben, nicht um das Hängen eines Heilspredigers ging, der erst nach seinem Tod und anschließender Gemeindebildung zu all dem gemacht wurde, ist mehr als logisch.

  1. Auch die Literaturform ist Ausdruck antiker Vernunftlehre (Logos)

Von wegen, „Weltvernunft würde nur im Johannesprolog“ vorkommen, wie ein schriftgelehrter Hochschullehrer alle Bitten, das christliche Wesen von der im hellenistischen Judentum und damit christlogischer Lehre maßgebenden Vernunft als Josua/Jesus aus zu bedenken, vom Tisch wischt. Es daher für die einzige Wissenschaft hält, dem römischen Gebildeten des hellenistischen Judentum, dem wir die von ihm jetzt als hochtheologisches Literaturwerk der Zeit interpretierten biblischen Texte verdanken, Trauerbewältigung nach dem Tod eines Handwerksgesellen aus Galiläa zu unterstellen.

Dass hinter dieser Geschichte, die die als frühe Philosophie im  jetzt griechischen Sinne aufgeklärt verstandenen (auferstandenen) Thora Moses auch kult(ur)literarisch in Gestalt eines wanderphilosophischen Gottessohnes zeitgemäß auferstehen lässt, keine Auferstehungsvision nach dem Tod eines jüdischen Gurus steht, macht allein ein Blick auf die geschichtliche Situation Roms und seiner Auseinandersetzung mit dem traditionellen Gesetzesjudentum deutlich. Der Markustext entstand im Diasporajudentum zu einer Zeit, als Kaiser Hadrian den Gesetzesjuden Palästinas die Beschneidung verbot und damit die Existenz nahm, den Tempel in seinem Namen erbauen wollte und den jüdischen Aufstand niederschlug. Egal, ob der Aufstand der Anlass für die römische Vernichtung jüdischer Kultur war oder umgekehrt. Fest steht, dass im Diasporajudentum (ob Alexandriens oder Roms) in einer umfassenden denkerisch-philosophischen Synthese (verkürzt; Vernunftlehre, die als Wort/schöpferische Bestimmung verstanden wurde) die so ein friedlicher Josua, lat. Jesus war.

Wie soll in diesen Zeiten ein literarisch-theologischer Gelehrter des aufgeklärten Diasporajudentums auf die Absurde Idee gekommen sein, die Versöhnung der Kulturen durch einen neuen, weltgültigen jüdischen Bund in den Auferstehungsvisionen nach dem Tod eines häretischen Handwerksburschen gesehen zu haben? Auch wenn dort, wo die Versöhnung der Kulturen nicht nach dem Tod eines Gurus vom Baum fiel, sondern im einem denkerisch-philosophischen Erkenntnisprozess in kultureller Entwicklung hervorgebracht wurde, Alexandrien im Vordergrund steht. Wer den historisch-wissenschaftlichen Blick auf das Rom dieser Zeit wirft, dem  wird klar:

Es kann nicht als wissenschaftlich bezeichnet werden, einem theologisch und literarisch von Vernunft getragenen gebildeten Diasporajuden Roms in dieser Zeit den Schwachsinn zu unterstelle, wie ihn die Hypothese eines gehängten jüdischen Landstreichers vorgibt.  Ein gelehrter, dem die Vernunft heilig und maßgebend war, soll dann in Trauerbewältigung (Auferstehungsvisionen/Gemeindebildung) den jungen Mann mit zu dem gemacht oder als das gesehen haben, für was er beschuldigt und gekreuzigt wurde.

Auch wenn die Logos genannte Vernunftlehre/jetzt schöpferisch bestimmendes Wort, damit Moses und Josua verjüngend (jetzt weltgültig auch Griechen/Römern statt Gottessöhne geltend) im griechischen Text noch als Pantokrator wie Zeus (Ausdruck philosophischen Monotheismus) auf dem Weg zum neuen Jerusalem war. Wo die Kulturen im philosophischen Diasporajudentum im aufgeklärten Verstand des Alten (Auferstehung) damit denkerischer Synthese eine neuen prophetischen Bundes/Testamentes friedlich versöhnt wurden, statt fremde Vorstellungen, wie die griechische Philosophie und den Götterkult einfach als falsch abzulehnen, anzufeinden, war der friedliche Josua, lat. Jesus lebendig.

Die Vernunftlehre als ein jetzt auch Unbeschnittenen geltendes Wort (schöpferische Bestimmung) wurde vom traditionellen Gesetzesjudentum, den Schriftgelehrten, Pharisäern, Hohepriestern verworfen und auch von römischer Obrigkeit noch verurteilt oder den eigenen Jüngern auf dem Weg vom Heidenland nach Jerusalem missverstanden. Und war sie Grund aller in Markus beschriebenen theologischen Hoffnung.

Bereits der holländische Radikalkritiker G.J.P.J. Bolland hat nicht nur deutlich gemacht, wie es in den Evangelien um die Geschichte dessen ging, was im Diasporajudentum statt ein mystisches Metron jetzt als neuer Menschensohn galt: Ein jetzt in Vernunft als schöpferische Bestimmung, damit aller aufgeklärten antiken Welt gültiger, somit Frieden statt Feindschaft schaffender Verstand des prophetischen Wortes. Was im Diasporajudentum in Folge Moses die Funktion eines friedlichen Josua hatte.

Er hat auch darüber nachgedacht, warum die Verschriftung der Vernunft-Erkenntnis in volksgerechter Form, wie wir sie in Markus finden, notwendig wurde. Nur so konnte die in philosophischer Vernunft begründete neuprophetische Lehre vom lebendigen Wort/ Christus, im christlichen New Age, wo auch viel Vergeisterung unterwegs war, vor Verflüchtigung bewahrt werden. Auch dem Marcionismus, der im Gegensatz zur späteren Kirche die Thora verwarf und einen ersten Kanon mit einem Evangelium ähnlich Lukas und Paulusliteratur herausgab, mussten die neuplatonischen Logosjünger und Vorderdenker der Kirche einen eigenen Kanon entgegenstellen, der dem neuen jüdischen Bund/Testament entsprach. Möglicherweise ein Grund, diesen römischen Text mit Markus zu überschreiben.

Und wer sich vor Augen führt, wie sich die Vordenker der Kirche mit anderen Vernunft-/Erkenntnisbewegungen spiritueller Geheimbünde oder mit einer nur für Eingeweihte geltenden Erkenntnis auseinandersetzten, diese „Esoterik“ als falsche Erkenntnis/Gnosis ablehnten. Wie sie einen neuen volksverständlichen prophetischen Kult als Ersatz für den alten Gottessohnskult mit dem Kaiser an der Spitze suchten, der nur im Volksverstand staatstragend werden konnte. Der kann dann erkennen, welche Bedeutung einem Text wie Markus zukam.

Doch auch wenn sonst  gefragt wird, was am Beginn der kirchlichen Verkündigung der Grund für die schriftliche Geschichte im Volksstile war, zeigt sich: Dem philologisch gebildeten hellenistischen Literaten ging es mit absoluter Sicherheit weder um die jetzt als lebensbestimmend geltenden Worte oder Storys aus dem Leben eines Landstreichers. Noch lässt sich dem dessen „nachösterliche“ Erhebung zum Gottessohn unterstellen. Wie kann Professor Lampe, bei all dem was er über die Theologie des Neuen Testamentes und jetzt den Markus-Verfasser und sein hochliterarisches Theologiemärchen darstellt, einen heilspredigenden und handauflegenden Landstreicher aus Galiläa für den einzig wissenschaftlichen historischen Jesus hinstellen? Und damit eine nach dessen Tod entstandene große Hoffnung auf neue schöpfungsgerechte Zeit sowie alle endzeitlichen Zukunftshoffnungen  begründen. Wie kann  er die gesamte christliche Theologie, ihre Lebenslehre, samt ihrer vernünftig erklärten Literaturform zu einer Art Trauerbewältigung nach dem Tod eines arbeitsscheuen Zimmermannes aus Galiläa machen? Wie kann er es als einzig wissenschaftlich hinstellen, dass ein Handwerksburschen, der nicht lesen und schreiben konnte, aber alles besser wusste so selbst den Neuplatonikern und spätantiken Kaisern, die dafür in langer christologischer Diskussion über das Wesen der Vernunft die Kirche bauten, zur Bestimmung wurde?

Linguistische Sprachwissenschaft und Volkskunde (damit auch für hellenistische Juden bekanntlich geltende Vernunftlehren) werden wie selbstverständlich vorausgesetzt. Wie kann ein Hochschullehrer dann einem hochgebildeten Kollegen bei seiner Geschichte im Stile „ Es war einmal… wenn, sie nicht gestorben sind… und dazwischen meist die Story von Gut und Böse oder einem König“, die er Göttersagen oder dem Kaiserevangelium entgegenstellte, weiter Glaubensvisionen nach dem Tod eines häretischen Handwerkers unterstellen? Zumal er weiß, dass die alten Gottessöhne kultische Verkörperungen der Vegetation/des Werdens, wie der kosmischen Kreativität/Ordnung waren, die noch im Mythos verharrend eine Vernunftgerechtigkeit im Volk nicht mehr bewirken konnten. Wie es bisher ihre fleischgewordene Person (Rolle/Aufgabe) war. Aber jetzt von der philosophisch abstrakten, so jedoch leblos bleibenden Vernunftlehre übernommen wurde. Die hellenistischen Juden über die abstrakte Philosophie hinaus als jetzt weltgültige kulturelle Bestimmung, Wort/Weisheit galt. Was im prophetischen Kult, der bisher nur Beschnittenen galt, die Rolle des Königs und sonstiger Gottessöhne hatte.

Dabei lassen sich schon die vormarkinischen mündlichen Traditionen unmöglich in einem heilspredigenden Landstreicher oder gutgläubigen Auferstehungshalluzinationen nach dessen Tod begründen. Man muss den Verstand „an den Nagel“ (des selbst in Kulturentwicklung als notwendigen gezeigten Bildes) gehängt haben, wenn man die   Quelle der Logien (im kreativen Ganzen begründete Weisheitslehren, wie wir sie selbst aus fernöstlicher Kulturphilosophie kennen, ebenso von jüdisch-hellenistischer Weisheitslehren der Zeit), in den authentischen Worten eines wanderpredigenden Jungzimmermannes begründen will.  Ein Handwerksgeselle, der zwar nicht lesen konnte, jetzt plötzlich doch die zitierten Psalmen auswendig gelernt haben müsste oder sich philosophischer Literatur bediente. Doch die Quelle, aus der die alten Psalm-Dichter, wie jetzt hellenistischen Weisheitslehrer und Wanderprediger, die Kyniker, Philosophen/Theologen der Zeit schöpften, war eindeutig die schöpferische Natur, wie sie nun in Vernunft erklärt Hoffnung gab.

Und dass es bei der vormarkinischen Passionsgeschichte nicht um Leiden und Verurteilung eines Heilspredigers ging, der nach heutiger Lehre logischerweise zu Lebzeiten das alles nicht gewesen sein konnte und sein wollte, für was er beschuldigt und verurteilt wurde (daher eines natürlichen Todes gestorben wäre), hatten wir schon.

Aber auch die Gründe, die dazu führten, den in antiker Vernunftlehre begründenden lebendigen Geist in (wie sich heute auch an der Hochschule zeigt) „tötende Buchstaben“ zu verwandeln, sind Ausdruck von Vernunft. Wo das in Bezug auf Herder vorgestellte Primat, die Vorteile der Sprache, der Interaktion im persönlich hinterfragbaren Austausch und der ständigen Anpassung, Aktualisierung aufgegeben werden musste, gaben für einen gebildeten Römer heute in Vernunft nachvollziehbare Gründe den Ton an.

Denn wenn ein römischer Bildungsbürger antiker Aufklärung in seiner hochliterarischen Form nicht nur in Weisheitslogien die Herrlichkeit allen Werdens und kultureller Gaben lobt oder in der Heilsbedeutung der Vernunft/Weisheit seine Hoffnungen begründete, hatte das vernünftige Gründe. Wenn er wie dargestellt, die verschieden Aspekte in einer den Römern auch von der Form her bekannten Volksgeschichte beschreibt, dabei jüdische, wie hellenistische Traditionen im erfüllenden Erbe der Vor-bilder mit einbindet, war das höchst kreative Vernunft in Kulturgeschichte. Allein hinsichtlich der Frage, wie sich die alte Weisheit, auf die noch die Denker der Neuzeit wie Erasmus von Rotterdam nach Verfall der kirchlichen Lehre zugriffen, darauf unseren Humanismus und die Menschenrechte westlicher Lebensbestimmung bauten, sonst gehalten hätte, zeigt sich die Notwendigkeit der Volksgeschichte. Aber auch von Anfang an, wäre das christliche Weltjudentum ohne solche volksverständliche Geschichten sicher nicht denkbar gewesen.

Doch wie kann überlegt werden, dass den Göttersagen (Vegetationsverkörperungen, die bisher mythisch Vernunft vermitteln, zur Welt bringen mussten) wie ähnlich dem Kaiserevangelium, eine Geschichtsform entgegengestellt werden musste. Und dann weiter den Irrsinn unterstellen, dass der theologischen Geschichte eine Trauerbewältigung, davon ausgehende Glaubensvisionen zugrunde liegt?

Den jüdischen, wie hellenistischen Mythen, die ihren Grund in kosmischer Ordnung sowie Vegetation/Werden hatten und so in Kreativität des Ganzen noch mythisch begründete Vernunft vermitteln, zur kulturellen Gemeinschaft/Gerechtigkeit machen sollten, wurde völlig unmöglich jetzt die Geschichte eines wanderpredigenden Galiläers auf dem Leidensweg nach Jerusalem entgegengestellt, der jedoch erst durch Glaubensvisionen zum wahren Gottessohn/König mutierte.

Heute ist klar, wie eine philosophisch/theologische Weisheit in der Antike eine narrative Geschichte mit volksbekannten Gestalten brauchte. Die machen auch heute erst die Erfolge  teuer bezahlten moderner Weisheitslehrer (z.B. Unternehmenstrainer) aus. In diesem Sinne werden die außerbiblischen, aus philosophischer Erkenntnis (Gnosis) entstandenen urchristlichen Evangelien von Christoph Markschies ja auch begründet. Er vergleicht diese in „Christliche Gnosis“ mit anderen platonischen Geschichten die philosophische Weisheit/Vernunft volksgerecht zum Ausdruck bringen mussten. Und stellt damit entsprechend heutiger Lehrhypothese ebenso absurd, wie in heutiger Vorlesung, Markus als ein Literaturwerk dar, das in Trauerbewältigung einen Sektenführer zum Gottessohn machte. Das so selbst mit der in Johannes als Jesus bebilderten Weltvernunft nichts zu tun hat. Solange der historische Jesus wie bei Klaus Berger in der Hochschullehre der Gottessohn und Judenkönig war, was heute nicht mehr möglich, sondern völlig absurd ist, mag die Lehrlogik noch gestimmt haben. Auch wenn so vom historische Jesus seit der Aufklärung in Wirklichkeit keine Bestimmung mehr ausgehen konnte, so „aber Glaube“ – geschwätz als Glaube gesehen wurde. Doch wie es heute, wo logischerweise ein junger Mann nicht das in Markus beschriebene hoheitliche Wesen, der Gottessohn, sondern dies nur ein Hirngespinst der Trauerbewältig sein kann, als einzig wissenschaftlich gilt, hieraus dann den für historisch gehaltenen Landstreicher herzuleiten, das ist unerklärlich.

Vielmehr ist zu verstehen, dass die in Vernunft begründete Bestimmung (Wort), bei den heute als christlicher Glaube geltenden Erkenntnis-/Reformbewegungen, deren Evangelien nicht in den Kanon aufgenommen wurden, das christliche Wesen in völlig anderer Weise schildern, als Markus. Gerade der Marcionismus, der das Gottesverständnis der Thora ablehnte und damit auch die alttestamentlichen Mythen, benötige für die Kult-Lese eine eigene Geschichte. So gab der Markionismus, der bei der Ablehnung des alten Testamentes dabei sicherlich nicht von Jesus/Josua sprach und beim christlichen Wesens einen literarischen Scheinleib verteidigt, noch vor der Kirche den ersten Kanon mit einem Evangelium und Paulusliteratur hinaus. Auch wenn das nicht der alleinige Grund war, dass die im allegorischen Verständnis die Thora nicht ablehnende, sondern als erfüllt gesehenen Vordenker der Kirche, die hierbei hellenistischen Juden Alexandriens folgten (für die Philo Stellvertreter ist) einen eigenen Kanon mit Texten wie Markus herausgaben.

Aber wie heiß muss man gebadet haben, wenn man nun der zu Zeiten Kaiser Hadrians in Rom entstandenen Markus-Geschichte den Schwachsinn unterstellt, wie er heute an den Hochschulen vermittelt wird: Während außerbiblische christliche Evangelien, gar Johannes eine in Vernunft begründete Bestimmung zur Welt bringen sollten, wie es vorher das Kaiserevangelium und die Geschichten von mythischer Vegetationsverkörperungen vermittelten mussten, jetzt Thema christlicher Erkenntnis war, soll eine literarisch gebildeter Theologe Roms einem in Trauerbewältigung entstandenen Glaubens-Hirngespinst aufgesessen sein. Die Hoffnung, die die Anhänger eines Heilspredigers als große Endzeitliche Hoffnung hatten, wäre von einem römischen Gelehrten als die absolut maßgebende Bestimmung und Hoffnung in Geschichtsform gebracht und den Verkörperungen des Werdens und kosmischer Ordnung, die in Kaiser- und Göttermythen Vernunft im Volk vermitteln sollten, entgegengestellt worden .

Hatten jetzt auch die als Kirchenväter bekannten neuplatonische Denker, die bisher im Kult alttestamentlich Texte lasen, weil sie im allegorischen Verstand des Alten (Auferstehung) die Thora nicht ablehnten und daher auch die Markus-Geschichte für ihren Kanon in Ergänzung zu den Moses-Geschichten aufgriffen auch den Verstand verloren. Nicht anders wäre es zu erklären, dass sie plötzlich die für sie bekanntlich maßgebende Vernunftlehre (Logos) verleugnet hätten und einem Hirngespinst folgten, das die Anhänger eines Heilspredigers für den wahren Glauben hielten?

Wie tief hat sich das Bilder der Markus-Geschiche eingeprägt, wenn dessen Memotechnik, die stabilisierenden Mittel für den flüssigen Rhythmus, die sich ausdrückende rhetorisch-philologische Vernunft vorgetragen wird und wie so ein offenbarer Sinn (Bestimmung) in Wortlaut und Stile des damals allegorisch verstandenen Alten Testamentes zur Geschichte gebracht wurde. Wenn dann den Hörern der Eindruck vermittelt wird, den Theologieschriftstellern wäre es bei ihrer vernünftig-kreativen Literaturform um einen jungen Mann oder ein Hirngespinst nach dessen Tod gegangen. Und wenn dann noch bedacht wird, wie gleichzeitig jüdisch-mittelplatonische Religionsphilosophen die Gottessohnsmythen, wie das Alte Testament in der ihnen heiligen Vernunft, Moses als frühe Philosophie bedachten, der Kosmos als neuer Tempel und die Vernunft als das bereits den Propheten geltende Wort für sie maßgebend und Hoffnung war, dann ist es eigentlich unbeschreiblich, was heute als wissenschaftlich vermittelt wird.

Es ist das Problem der Verschriftung, dass wir nicht mehr fragen können, um was es den Verfassern ging. Doch wie sollen römisch theologisch gebildete Denker, bei denen Moses als frühe Philosophie in Form eines jetzt friedlichen Josua verjüngt auferstanden war, die Überlieferungen von einem arbeits- und ehescheuen Landstreicher, der mit seinen trinkfreudigen Freunden in Galiläa unterwegs war, vor Augen gehabt haben? Wie sollen die diesen dann als Pantokrator beschrieben haben, wie in monistischer Aufklärung Zeus als Zusammenfassung aller Vegetations-Vergötterungen in einem philosophischen Monotheismus galt. Wie sollten sie in einem Wanderprediger die jetzt wesen-tliche, Herr-lichkeit als bestimmend für das Verhalten und endzeitliche Hoffnung gegen die vormals in Gottessöhnen und zu ihrer Zeit in Rom in Vernunft maßgebende Schöpfung eingetauscht haben?

Es ist verständlich, dass in der hohen Schule schriftlicher Rhetorik, Wanderphilosophen, wie sie Verkünder der von Natur/Kreativität ausgehenden menschlichen Bestimmung waren, auf kreative, volksverständliche Weise als Vorlage für eine geschichtliche Darstellung aufgegriffen wurden. Waren doch Sie jetzt doch als Vermittler der in Schöpfung begründeten Weisheit, wie wir sie von Kynikern und dann diesen folgenden Stoikern kennen, die Stelle der Göttermythen eingenommen. Doch die ganze Maßgabe für das menschliche Leben, alle traditionsgesetzfreie Bestimmung, Alternative zu alten Gottessöhnen oder Hoffnung, die in der Markusgeschichte spricht und von Römern nun in Vernunft begründet war, jetzt in den in nächtlichen Eingebungen eines rebellischen Besserwissers oder gar Auferstehungs-Halluzinationen nach dessen Tod als „Glaube“ begründen zu wollen, das ist  haarsträubend.

  1. Markus wie die Logien-Quelle schöpfen in kreative Vernunft

Es will einem nicht aus dem Kopf, wenn der Hochschullehrer es als einzig wissenschaftlich bezeichnet, einen Wanderprediger als den historisch maßgebenden Jesus an den Anfang zu stellen. Dann die Weltvernunft, die die Wanderpredigt der Zeit begründet, als bestimmendes Wort/neuer Tempel gesehen und in Markus in literarischer Vernunft so eingehend beschrieben wird, dass dies noch im 3. Jahrtausend dem wissenschaftlichen Verstand im Weg steht, mit dem Johannesprolog abzutun.

Dabei müssten selbst die inhaltlichen Vergleiche zwischen Logien-Quelle als vormarkinischer Überlieferung und der Markusgeschichte klar machen, dass es weder hier noch da um einen jungen Mann oder eine Glaubenshalluzination gehen kann. Wo beispielsweise der gleiche Stoff auf verschiedene Weise dargestellt wird, hat dann bei Markus kein Guru seinen Freunden eine nur etwas ausführlichere Arbeitsanweisung zur Kleidung des richtigen Wanderpredigens gegeben. In der Aussendungsrede MK 6,7 – 13, QLK 10,2 -12 ist es so wenig um die mitnotierte Anweisung über das Schuhwerk für die Wanderschaft gegangen, wie der Täuferbericht 1,2-14, OLK 3,3-17 die Story vom Bad eines Landstreichers im Jordan ist. Dem ein anderer Heilsprediger den Kopf wusch und ihn zum Gottessohn erklärte. Zu was ihn jedoch bei der Heilsprediger-Hypothese nach heutiger Logik bzw. der von einem jungen Mann ausgehenden Lehre erst seine „nachösterlichen“ Anhänger gegen seinen Willen gemacht haben können.

Wenn Markus vom „irdischen Menschensohn“ schreibt, der hier wirkt, leidet, aufersteht, Weltenrichter ähnlich des äthiopischen Henoch und ein weltgültiges Israel/Verständnis gemeinsamer Bestimmung/Wort bringt. Dann ging es ganz eindeutig um die hellenistischen Juden in Vernunft begründete, als Bestimmung und Lebensmaßgebende Hoffnung, die Prof. Lampe als Logos des Johannesprologes abtut. Die im hellenistisch-philosophischen Judentum, auch wenn der römische Gelehrte in seiner Geschichte vom prophetischen Zeus einen „Pantokrator“ oder die Herr-lichkeit des Werdens (im phil. Sinne Vernunft) beschreibt, um das, was Moses in weltgültig-verjüngter Form an Funktion war, Josua, lat. Jesus hieß.

Oder war der Jona, dessen Wunder im allegorischen Verstand der alten Geschichten ebenso  aufgegriffen wurden wie griechische Vegetationsverkörperungen in Gestalt der Göttersöhne, auch nur ein junger Mann, der dem Bauch des Fisches in Glaubensvision seiner Anhänger entkam? Was dann statt Himmelsbebachtung, Fruchtbarkeit sowie des gesamte damals noch mythisch, jetzt natürlichen kreativen Ganzen/Schöpfung im Exil der Hochkulturen das Alte Testament begründet haben müsste. Denn wer die Entstehung des Neuen Testamentes als „Glaube“ nach der Todesbewältigung eines Guru lehrt, der muss auch alles Wissen über die Entstehung des vom Markusverfasser als erfüllt gesehenen alten Bundes über Bord werfen. An einen frühen Aufklärungsprozess im Exil antiker Hochkulturen, in dem die Propheten, denen die Vernunft allen Werdens  als Wort maßgebend war, vom Opfer an Kultfiguren und den Pharao befreiten, ist dann nicht zu denken. Wo eine Auferstehungshoffnung in Trauerbewältigung beim Tod eines Landstreichers als „neuer Bund“ angenommen, statt der Neuverstand des Wortes in Vernunft bedacht wird. Da muss auch der Anfang weiter auf eine nicht stattgefundene wundersame Flucht eines vielschreibenden meeresteilenden, Nahrung herbeizaubernden Volksführers mit Familienname Moses oder die von Jona aus dem Bauch eines großen Fisches zurückgeführt werden. Was jedoch längst auf allegorisch-philosophische Weise verstanden wurde, wie es sich heute heute aufgrund archäologischer Forschung erst wieder durchsetzt.

Wie tief ist man wissenschaftlich gesunken, wenn man es ablehnt, den eschatolischen Weltenrichter (damit die sich aus der gesamten Schöpfung bei den Propheten ergebende Lehre von den letzen Dingen) in Vernunft zu bedenken, wie das bekanntlich hellenistischen Juden auch in Rom taten. Statt dessen seinen Hörern im Heidelberg das Hirngespinst nach dem Tod eines Heilspredigers auch noch als „irdischen“ Jesus vermittelt. Was soll der Quatsch, hier dann gar nach den „tradierten Jesusworten“ zu fragen? Wenn die gesamten christologischen Aussagen bei der Heilsprediger-Hypothese logischerweise erst nach dem Tod des guten Jungen gekommen sein können, ist das völlig paradox und hat mit wissenschaftlich-historischer Forschung nichts zu tun.

Wenn Markus und Q und dann Lukas verglichen werden, dann kann man doch die Hörer nicht im Glauben lassen, die Weck- und Weherufe oder auch die Feldrede wären Worte aus dem Mund eines Besserwissers gewesen oder diesem nach seinem Tod aufgrund von Auferstehungshalluzinationen hineingelegt worden.

Ja, Markus hat nichts vergessen, das gleich Material gekannt und wie es auch Q und den Lukas-Verfassern bekannt war. Doch wenn in den Geschichten oder Logien ähnliche „Christologien“ beschrieben werden, dann wurde waren dies doch keine Glaubensgespinste nach dem Tod eines Landstreichers. Vielmehr ist es bekannt, dass die Vernunft bei hellenistischen Juden als weltgültiges Wort verstanden, damit jetzt der Weltgültige König und Christus in Funktion Josua, lat. Jesus war.

Hat man jetzt völlig den Verstand verloren, wenn die Herrschaft über Wind und Sturm, die Vergebung der Sünden, das Austreiben von Dämonen, damit all das, was hellenistischen Juden gerade in Rom in Vernunft begründeten oder erwarteten, jetzt plötzlich in einem junge Heilsprediger oder  Halluzinationen nach dessen Tod begründet. Damit diesen Schwachsinn einem aufgeklärten theologischen Gelehrten Roms in seinem literarischen Meisterwerk unterstellt?

Noch in Neuzeit, bei Denkern wie Erasmus von Rotterdam, für die der biblische Jesus so bestimmend war, dass sie daraus den heutigen Humanismus herleiteten, gab es keinen Grund zu fragen. Wie es nach Aufklärung nicht nur unumgänglich ist, sondern diese auch ein aufgeklärtes Verständnis kreativer Bestimmung möglich macht. Auch der gute Junge bereits im seit dem ersten Semester im Kopf sitzt, müsste es doch auch für einen Hochschullehre klar sein, dass es einem aufgeklärten Römer in Zeiten der stoischen Vernunftlehre in seiner neujüdischen Märchengeschichte nicht um einen hingerichteten Guru aus Galiläa, sondern das ging, was ihm als in Kreativität begründete Weltvernunft heilig und jetzt Maß des Lebens war.

Was soll die ganze Beschreibung von vernünftigen hochliterarischen Ausformung im Stil der Zeit, die in Q nur andere Gattungen verwenden, wie in Markus, der als Römer entsprechend der Gottessohns-Mythen oder des Kaiserevangeliums wegen, mehr narrative Motive einbaut. Wenn dann der so beschriebene „Ort der Gotteserfahrung, Grund der Freiheit der Gemeinde vom traditionellen Gesetz…. (ich so kann schnell nicht mitschreiben), damit all das, was damals und dort eindeutig nun in Vernunftlehre begründet war, einer Glaubensvision nach dem Tod eines angeblichen Guru unterstellt wird. Dann ist alles Wissen über die wahre Geschichte, wie auch die Markusgeschichte für die Katz.

Wenn in Q noch kein leidender und auferstehender Menschensohn beschrieben wurde, ist das logisch. Es ist das Schicksal der menschlichen Ausdrucksweisen einer in Schöpfung begründeten Weisheit/Vernunft, zu denen auch die alten, in Markus dann von einem Wanderprediger abgelösten Gottessöhne gehörten, dass sie Leiden und sterben müssen, um in neuer Weise verstanden zu werden: Auferstehung. An einen Landstreicher aus Galiläa hat der gebildete Römer bei seiner Geschichte von einem neuen, jetzt weltgültigen Judenkönig mit Sicherheit nicht gedacht. Wo Philosophen wie Apollonius, der sich auf Apollo berief aufgriffen wurden, geschah dies im aufgeklärten Verstand der alten Vegetations-/Vernunftverkörperungen („nachösterlich“). Mit Trauerbewältigung nach dem Tod eines Gurus aus Galiläa hat das allerdings nichts zu tun.

Was hätte die „Gesetzesliberalität“, die sich im hellenistischen Judentum eindeutig in der Vernunft begründet, die Johannes im Prolog als sein theologisches Thema nennt, auch mit dem Tod eines heilspredigenden Handwerksburschen zu tun, in dem heute absurderweise die gesamte Theologie des Neuen Testamentes begründet wird?

Es ist daher nicht nur gegen alles selbst deutlich gemacht Wissen, seine Hörer im Glauben an einen nach seinem Tod als Gottessohn geglaubten Galiläer zu lassen. Wo es so versäumt wird, die in Ökologie begründete, vielfach gepredigte Weltvernunft wieder so kult(ur)bedeutend zu machen, wie Jesus Christus unsere Väter in gemeinsame Verant-wort-ung für die kreative Gestaltung von Zukunft nahm, ist dies ein Verbrechen an der Menschheit, wie den schöpferischen Gaben.

 

III. Herrschaft kreativer/ökologischer Vernunft im Volk: wahrer Kaiser

Das Markusevangelium nach heutiger Vorlesung zeigt: Der christliche Glaube war und ist ein gemeinschaftsbildender Kult, um die „Vernunft“ (historisch in Folge Moses nun in Funktion Josua/Jesus), wie sie heute auf Weltkonferenzen diskutiert und von allen Intellektuellen, selbst den Päpsten in Natur/Schöpfung begründet, jedoch ohne aufgeklärten Verstand des Alten (Auferstehung) vergeblich gepredigt wird, götterfrei zur Welt zu bringen.

Die politische Dimension des Markusevangeliums, wie sie in Heidelberg durch Prof. Lampe gelehrt wurde und hier weiter bedacht wird, schließt den in der vorangegangenen Vorlesung als historisch gelehrten Heilsprediger, der nicht war und wollte, was über ihn gesagt wurde, völlig aus. Was wir heute über die in Markus vorgestellte, dann ja auch Realität gewordene „Alternative“ zum römischen Kaiserkult wissen, der in noch mythischen Vernunft-Verherrlichungen wie Isis legitimiert war, hat nichts mit der Verherrlichung oder apologetischen Hellenisierung eines wunderwirkenden Handwerksburschen aus Galiläa durch Auferstehungsvisionen seiner Anhänger zu tun. Auch dass durch einen angeblich in Halluzination gewandelten Verfolger oder die spätere Kirche ein Christentum frei (auch vom historischen Jesus) konstruiert wurde, schließt sich aus.

Der junge Mann, den die heutige Lehrhypothese bei einem Heilsprediger logischerweise voraussetzen und dann selbst den neuplatonischen Vordenkern der Kirche und den sich dem Zeiten-Vernunftwandel öffnenden philosophischen Kaisern der Spätantike bei ihrer jahrhundertelangen Diskussion über die einheitliche, neujüdische Logos-Lehre für einen „christlichen“  Staatskult unterstellen muss, kommt weder in den biblischen Geschichten, noch der realen Geschichte vor. Wo die vertikal (in kosmischer Kreativität/von oben nach unten) begründete Vernunft/Solidarität im Volk als Maat galt, auf mythische Weise Isis, Osiris, dann ägyptisch-griechisch Serapis oder Zeus als Vater aller Söhne inzwischen auch die philosophisch/monistisch begründete Vernunft allen Werdens repräsentierten. Und wo rd. 600 Jahre vorher bereits bei hebräisch Beschnittenen das Wort (Schöpfungsvernunft in Schrift) den Pharao und Götterbilder in ihrer Kultfunktion als Mittler dieser kosmischen Ordnung ablöste, die menschlichen Götzen verteufelte. Da ist dann bei hellenistischen Juden, die das alles in Vernunft begründeten, sich dabei auf Josua/Jesus beriefen, weder ein junger Mann, noch ein Auferstehungs- oder sonstiger Mythos zu Gott erhoben und Alternative für den Kaiserkult gewesen.

Wie durch Aufklärung des hellenistischen Diasporajudentums, dem die philosophische Vernunftlehre als somit auch unbeschnitten weltgültiges Wort/Weisheit galt, die Alternative zum in antiker Aufklärung in Kritik stehenden Götter- und Kaiserkult war, zum Christus: kaiserlich Gesalbten wurde, ist logischer Geschichtsverlauf. Wer die noch mythisch-ägyptischen Vernunft-Verherrlichungen Isis, Osiris, in Synthese mit Griechen: Serapis, dann Mithras, Zeus, Jupiter und ihre Kaiser als Kosmo- oder Pantokrator in der Gottesbilder vertreibenden Funktion Josua/Jesus ablöste und das Kreuz auf sich nahm, war kein junger Mann. Auch wie die Vernunft nur in der erfüllenden Übernahme auch jüdische Geschichte machenden Vorbilder Geschichte machte, lässt sich logisch erklären.  Denn hinter allen alten und neuen Kultbildern und Geschichten, die nicht nur den Kaiserkult begründeten, sondern selbst Staatstragend waren und sind, stand eine Welt-Vernunft. Die war so wenig ein Glaubens- oder Geistesgebilde des Johannesverfassers oder eine philosophische Spekulation, wie das, was heute auf Weltkonferenzen als Vernunft/Weisheit im ökologischen Ganzen, evolutionären Werden begründet wird. Was uns auch heute wieder sagt was Recht ist, war damals die gleiche im kreativen Ganzen begründete Vernunft. Ein Guru aus Galiläa, eine Auferstehungsvision oder das von den Kritikern unterstelle Aufbacken alter Göttermythen in einer Jesusgeschichte als kirchliches Glaubenskonstrukt, wären auch in dieser Hinsicht keine Alternative zum Recht bestimmenden Kaiser, der Leberschau oder sonstiger Mysterien und Mirakel gewesen.

Was aufgeklärten Diasporajuden nun nicht mehr im jüdischen Gesetz, sondern im natürlichen Werden begründeten, als menschliche Bestimmung (weltgültiges Wort) verstanden und auch heute als Weisheit definiert wird, uns sagt was Recht ist, war das Wesen christlicher Religion. So sollte auf jüdische Weise eine Vernunft im Volk zur demokratischen Herrschaft werden, wie wir sie heute wieder mehr als notwendig haben. Den jungen Theologen und damit auch künftigen theologischen Forschern den altgewohnten Wanderguru in den Kopf zu pflanzen, ist daher nicht nur unwissenschaftliche Wissensverweigerung. Es verhindert das, was der christliche Kult trotz aller Wirren in Geschichte bewirkte und auf zeitgemäß aufgeklärte Weise bei mündigen Menschen wieder bewirken muss.

Wo der Logos (im aufgeklärten Verstand Moses damit als Josua) statt der Kaiser zum Kult werden sollte, auch daher in personifizierter Form die menschlichen Züge eines Wanderkynikers annehmen musste  und so auch in seiner kulturellen Funktion/Jesus kein doketistisches Scheinwesen war, ging es um einen zur natur-/schöpfungsgerechten Lebensform führenden neuen Staatskult, der eindeutig auf die Weisheit/Vernunft als das historische Wesen verweist. Ein neuer, nun weltgültiger jüdischer Kult, der so frei von Götzen (heute im säkularen Westen Konsum, kurzsichtiger Kapitalegoismus, sinnlos gewordene Freizeitvergnügungen) zur Herrschaft im Leben des Volkes und damit auch dessen politischen Lenkern werden sollte.

Damit erweist sich das historische Wesen Jesus als  eine Vernunft, die in Schöpfung als Natur begründet war und damals von den Philosophen, wie heute in Politik und Kirche gepredigt wird. Eine Vernunft, die wir allerdings vergeblich gegenseitig als weltvernünftig, Ökologie des Mitmenschlichen… fordern/predigen, wenn sie nicht in „aufgeklärter“ kultureller Erinnerung und Religion Kult(ur) bedeutend und bestimmend wird, Josua/Jesus auf-v-erstanden wird.

Denn solange an den Hochschulen zwar die politische Dimension (damit auch für das Vernunftverhalten in Gemeinschaft relevante) Jesus deutlich gemacht, dann aber nicht bedacht wird, wie bei den verfassenden hellenistischen Juden die philosophische Vernunftlehre als das Moses gegebene Wort verstanden, so als neuer weltgültiger Kult die Alternative zum römischen Kaiserkult war. Oder wie in denkerischer Synthese der Kulturen, statt gegenseitigem Bekämpfung, eine Demokratie der Vernunft bewirkt werden sollte. Solange wird nicht nur genau diese Verwirklichung von Weisheit/Weltvernunft im Volk auch heute verhindert. Vielmehr wird Aber-glaube gelehrt und geht der blutige Kampf der Kulturen weiter.

Demokratie kreativer/ökologischer Vernunftbestimmung statt Gottkaiser

Sehr geehrter Herr Professor Peter Lampe,

in ihrer Vorlesung über die vom Markusverfasser vorgestellte Alternative zum römischen Kaiserkult haben sie mehr als deutlich gemacht: Weder ein junger Galiläer, noch die spätere Auferstehungsvision seiner Anhänger, die den guten Jungen zu dem machte, was er nicht war und wollte, wie nach der Frage eines Kommilitonen zum Abschluss der Einführungsvorlesung über den „Historischen Jesus“ erörtert wurde, können die Grund für den alternativen neujüdischen Staatskult gewesen sein. Mit der Vergötterung eines jungen Mannes, den Sie auf meine Frage, wie Sie das im hellenistischen Judentum erklären wollen, gar dem Sie nach jedem Mittwoch um aufgeklärte Betrachtung bittenden Philo von Alexandrien bei Moses unterstellen (gleichwohl der, besser die Bildung des philosophisch-hellenistischen Judentum darin eine frühe Philosophie vom kreativen Ganzen sah), kann es bei der „Alternative“ zum Kaiserkult nicht gegangen sein. Beim historischen Wesen, das in Kult(ur) zum schöpfungsgerechten Verhalten führen, Vernunft im Volk lebendig machten sollte, kann es sich nur um die Logos genannte Vernunft(lehre) gehalten haben, wie sie als Wort auch bei Johannes oder in der kirchlichen Lehre im Weiterdenken antiker Philosophie das Thema war.

Wie wollen Sie beispielsweise einem alexandrinischen und damit sicherlich auch an die Alternative zum Kaiserkult glaubenden Vernunft-Theologen wie Athanasius, der scheinbar mit dafür verantwortlich war, dass die volksförmige Markusgeschichte unter der Vielzahl von kursierenden Evangelien für einen neuen Kanon zur lateinischen Kultlese (nicht als historischer Beleg) ausgewählt wurde, den jungen Mann und die in hellenistischer Literatur ausschmückte Auferstehungsvision unterstellen, die Sie als historisch unterstellt haben?

Hat es sich bei dem von Ihnen in der Markus-Vorlesung vorgestellten, von hellenischen Diasporajuden, denen die Vernunft als lebendiges Wort, damit in Funktion Josua galt, beschriebenen politischen Dimension, wirklich um den gehandelt, den Sie uns von einem jungen Mann ausgehenden in der Einführungsvorlesung logischerweise als den historischen Jesus darstellen mussten?

Wie in der Einleitung deutlich gemacht, geht es mir nicht um exegetische Besserwisserei oder banale, meist kurz-schließende Kritik. Vielmehr sehe ich in darin ein völlig neues, aufgeklärtes Glaubensverständnis begründet, ist mir diese Frage mehr als wichtig. Ich bitte Sie daher ernsthaft, mir Argumente zu gegeben, die gegen meine die heutige Theologie-Hypothese anschuldigende These sprechen.

Die Generation der Lehrer, die wie Klaus Berger vom Logos, damit den hellenistischen Verfassern der Texte, wie herausgebenden neuplatonischen Kirchenvätern geltende Vernunftlehre antiker Aufklärung nichts wissen wollten und ihren Studenten einen jungen Galiläer beibrachten, den sie heute gegen alle Logik/Vernunft als den wahren Gottessohn, König der Juden oder lebendiges Wort in seinem hoheitlichen Wesen gewahren wollen, ihre historisch-kritischen Nachfolger daher als „Bibelfälscher“ beschimpfen, hätten keine Probleme. Dass der wahre Gottessohn, das lebendige schöpfungsgerechte Wort, damit wahre Vernunft (was immer das dann auch ist) als echter Judenkönig die bessere Alternative zum Kaiserkult wäre, liegt auf der Hand. Doch kann der, den Sie als „historischen Jesus“ u.a. aus Markus entnehmen und logischerweise dann als einfachen jungen Mann in der Einführungsvorlesung vermittelten, wirklich der sein, um den es bei der von Ihnen in der Vorlesung vermittelten politischen Dimension ging?

Meine eindringliche Bitte, mir zu begründen, wo ich falsch liege, warum es den hellenistischen Gelehrten wie dem Markusverfasser doch nicht um die Vernunft in Person (Rolle/Aufgabe) Josua/Jesus, sondern um einen hellenistisch ausgeschmückten jungen Mann ging. Warum der Markusverfasser nicht die hellenistischen Juden bekanntlich maßgebende Vernunft als nun auch Unbeschnittenen geltendes Wort/Bestimmung in ihrer staatspolitischen Dimension als Alternative zum Kaiserkult und seinen ausgedienten Göttermysterien darlegte. Das bitte ich nicht als Bedrängung, sondern als sehr ernsthaftes Anliegen zu verstehen.

Auf die in den beiden ersten Vorlesungen dargelegt Bedeutung des Markusevangeliums geht auch der Text ein, in dem „ Philo von Alexandrien“, stellvertretend für die Verfasser der Evangelien bzw. das hellenistische Judentum unter www.jesus-lebt-wirklich.de  argumentiert, warum sich all das, was über Jesus bei Markus ausgesagt wird, in der Vernunftlehre als weltgültiges, lebendiges  in Folge Moses jetzt die Funktion Josua/Jesus hatte, nachvollziehen lässt.

Und wenn Sie Petrus als „Prototyp“  eines Jüngers bezeichnen, scheinen Sie nicht falsch zu liegen. Doch hatte der Markusverfasser dabei die katholisch-römischen Jünger des Logos im Blick oder nur einen ehemaligen Fischer, nach dem Sie mein junger theologischer Platznachbar fragte, warum der seinen Freund, von dem er doch wusste, dass er das nicht wollte, auf diese Weise verherrlichte?

Auch ob es bei dem ebenfalls an römischer Staatsmacht scheiternden Paulus um einen Sektenverfolger ging, der seine Visionen zum Christentum machte oder hier vielfältige hellenistisch-jüdische Verfasser im Weiterdenken der Philosophie ihr neues prophetisches Paradigma theologisch in Briefform zum Ausdruck bringen. Das bleibt die Frage. Die sich m.E. allein in der Vorlesung über die politische Dimension des christlichen Wesen beantworten lässt.

  1. Wer war die Alternative um wahre Vernunft herrschen zu lassen?

Wie die Römer der Zeitenwende um neue politische Lösungen gerungen haben, ist bekannt. Demokratie wurde vergeblich versucht. Und was Recht ist, von den römischen Nachfolgern der Pharaonen gesprochen wurde, war nun in kreativer Vernunft philosophisch begründet. So wundert es nicht, wenn aufgeklärte hellenistische Juden nicht einfach den römischen Staatskult verteufelten und bekämpften, sondern Alternativen boten. Wenn sie im aufgeklärt-allegorischen Verständnis jüdischer Tradition, wonach Moses eine frühe Philosophielehre war, die damit auch für Griechen und Römer geltenden schöpferischen Vernunft-Bestimmung/Wort die zeitgemäße Alternative zum römischen Kaiserkult sahen. Wie das philosophische Judentum antiker Bildung (Philo) seinen Kult dem römischen Kaiser empfahl ist bekannt. Ich empfehle dazu auch die im Namen  Philo von Alexandrien, damit eines philosophischen Programmes jüdisch-hellenistischer Bildung/Aufklärung des stoischen Mittelplatonismus verfasste Josefsgeschichte. Auch wenn sich die Philosophie in der volksförmigen Form einer Josefsgeschichte, ähnlich wie die Erzählung bei Markus liest. Bei der wird heute von Ihren Kollegen bedacht, wann Philo dem römischen Kaiser diese philosophische bedachte Alternative für eine „Demokratie der Vernunft“ im lebendigen Wort vorlegten wollte.

Doch was soll jetzt der gegen seinen Willen verherrlichte Handwerksbursche ihrer Einführungsvorlesung oder eine Auferstehungsvision nach dessen dramatischer Hinrichtung mit der dargelegten politischen Alternative zu tun haben? Wie sollen hellenistische Gelehrte, wie der nach Ihrer Sicht in Rom schreibende Markusverfasser, auf die Idee gekommen sein, einen Handwerksburschen, dem sie literarisch eine hellenistische Dornenkrone in Form von Isis und ihrem Kaiser als Heiligenschein aufsetzten, als Alternative zum Kaiserkult empfohlen zu haben?

Was hat der heute für historisch gehalten Wanderguru mit einer wahren Vernunftherrschaft als Alternative zur Kaisergottheit zu tun? Auch wenn die als irdische Vertreter von Maat oder Isis (was auf mythische Weise die in kosmischer Ordnung begründete Weltvernunft repräsentierte), im Wandel vom ägyptisch-griechischen Mythos zum philosophischen Logos immer mehr verloren hatten. Ein junger Mann oder dessen Auferstehungsvision kommen als Alternative für die vormalige Vernunft-Repräsentanz nicht in Frage

Als dann nicht nur Nero der philosophisch definierten Vernunft in seinem altgötterlichen Wahn nicht gerecht wurde oder selbst ein Marc Aurel , der die wahre Lebensform als Selbstbelehrung in seinen Kriegsmantel eingenäht hatte, so wenig wie heute Obama, der erhoffte Augustus-Messias sein konnte. Gehen Sie dann wirklich davon aus, dass hellenistische jüdische Aufklärer den Römern einen jungen Mann oder einen Auferstehungsmythos als aktuelle politische Lösung oder die von einem Ihrer Hörer hinterfragte gar „endzeitliche Lösung“ empfehlen wollten?

Wäre es nicht an der Zeit, die Lösung für die damals aktuellen politischen Probleme, wie die endzeitliche Josua-Hoffnung in der Kultivierung der Vernunft zu erklären, die von den Philosophen nur leblos/lieblos abstrakt gepredigt und gleichzeitig dem Kaiser und anderen menschlichen Göttersöhnen gehuldigt wurde? Galt für Hebräer, die sich vom Pharao befreiten und wo das Moses bzw. prophetisch gegebene Wort der wahre König war, auch nur die Meinung eines historischen jungen Mannes, der durch seine Freunde oder sonst wen herrlich wurde?

Wenn der Markus genannte hellenistische Gelehrte von „Pseudochristussen“ schreibt, als die er sicher die er auch die von manchen Juden messianisch als Vernunftbringer erhofften Kaiser sieht, hatte der dann als wahren „Christus“ den gegen seinen Willen zum Judenkönig  erhobenen Wanderprediger im Blick?

Wo begründeten die Ägypter ihren Kult und noch die Römer die Autorität des Kaisers? In was begründeten die himmelsbeobachtenden, Schöpfung als Wort in Schrift fassenden Hebräern, die dem Pharo und dann gemeinsam mit immer mehr Römern den allzu menschlichen, bisher jedoch für den Staat unentbehrlichen Kult-Herrschern das Opfern verweigerten, den ihnen maßgebenden König?

Machen Sie nicht jedes Mal, wenn sie auf das Alte Testament verweisen, das nach heutigem Wissen ein Weiterdenken der ägyptischen Theologie, damit auch Maat (im Kult auch Isis & Co.) oder persischer Philosophie im Namen Zarathustras das Werden als götterfreies „schöpferisches Wort“/maßgebende Bestimmung verstand, nicht mehr als deutlich: Ein junger Mann oder Mythos kann von hellenistischen Juden nicht der wahre König gewesen sein, der die Thora erfüllte, das alte Gesetz, die traditionellen Vorschriften für Beschnittene mit neuem, jetzt weltgültigen Leben erfüllte? Oder haben die alten Philosophen/Propheten im Exodus des Exils auch einen jungen Mann mit einem von ihnen verliehenen Heiligenschein (heute wird von hellenistischer Apologetik gesprochen) gegen den Pharao eingetauscht?

Begründete sich die Weisheit, die im hellenistischen Judentum im Stamme königlicher Weisheit in David und Salomo personifiziert war (auch im Namen Josua/Jesus) in apologetisch aufgewerteten jungen Männern, Auferstehungshoffnungen und Glaubenskonstrukten?

Was sagt es uns, dass die ägyptische Tradition, die im hellenistischen Judentum als Herkunft der Hebräer ebenso bedacht wurde wie Isis und Maat (damit eine für das menschliche Leben maßgebende kosmische Wirklichkeit/Vernunft) was die ägyptische Hochkultur tragendes Staatsmodell war, auch Vespasian noch bedeutend war? Und dass jetzt die hellenistischen Juden, die als in Rom schreibende Verfasser des Markustextes gelten, die philosophische Vernunftlehre als Wort verstanden?  Können wir angesichts allen Wissens um logische Kulturentwicklung einfach die Augen schließen und behaupten, den hellenistischen Verfassern wäre es bei heute bekannten antiken Bildung nur um einen jungen Heilsprediger gegangen, den sie in ihren Visionen den Römern als großes Heil verkaufen wollten und ihm darum auch noch königliche Heilungen andichteten?

Wollen Sie allen Ernstes weiter davon ausgehen, für die hellenistischen Gelehrten, die um die ägyptische Tradition wussten (wie sie heute beispielsweise Assmann in Maat als vertikale, d.h. in kosmischer Kreativität begründete Solidarität und Staatskult beschreibt, dessen irdischer Vertreter der Pharo war) und die  in der Vernunftlehre das königliche Wort/damit auch die im jüdischen Kult verehrte Weisheit verstanden, wäre ein Handwerksbursche in Auferstehungsvisionen die Alternative zum Gottkaiser gewesen?

  1. Friede durch Versöhnung im Ein-verstand, satt blutige Bekämpfung

Auch als Sie die Kritik deutlich machten, die der Markusverfasser an dem sich kriegerisch den römischen Kult abwehrenden Judentum, ebenso wie dem alten Israel übte. Verwies das auf einen mehr oder weniger messianischen jungen Mann und hellenistisch ausgeschmückte Auferstehungsvisionen oder die Vernunftlehre, in der das philosophisch-hellenistische Judentum Versöhnung suchte?

Lag für die in jüdischer, aber ebenso ägyptischer oder hellenistischer Tradition und in allen philosophischen Schulen Gebildeten, die in Rom als neue Juden bzw. Christen schrieben, der Schlüssel für den Frieden in einem hochgejubelten Junghandwerker, der nicht lesen und schreiben konnte?

Wer nach Ihrer Deutung nicht nur die Römer, sondern auch die jüdischen Zeloten, die sich ihn ihrem Eifer für die alte Tradition, ihrer Ablehnung griechischer Vernunftlehre kriegerisch wehrten, als die „Militärschweine“ sah, die nach der Erzählung ins Meer stürzten,  hatte der einen jungen Mann als bessere Lösung im Auge?

War es nicht vielmehr als philosophische Diasporajudentum, das sich wie auch in der Einführungsvorlesung dargelegt, Griechen geöffnet hatte, in ihrer Vernunftlehre das Moses gegeben Wort so und so im allegorischen Verstand eigener Tradition eine friedliche Lösung im gemeinsamen Ein-verstand antiker Aufklärung herbeiführen wollte?

Wie hätte ein junger Mann mit Heiligenschein, wie von Ihnen in Markus angedacht, die 70er Katastrophe verhindern können?

Sind die neben dem Angriff der zelotischen Krieger auch Israelkritischen Töne in einem jungen Besserwisser zu erklären, der für römische Juden jetzt die große Weisheit gewesen sein müsste? Oder lässt sich die Kritik am tauben, zum Selbstzweck gewordenen Gesetz, die Ablehnung eines neuen Verstanden nicht im philosophischen Diaspora-Judentum, dem jetzt die Vernunft statt das Traditionsgesetz als Wort/Bestimmung war, weit besser zu erklären?

Wo nach Ihrer Auslegung die kriegerische Brutalität in Ausnutzung des Sabbats auf beiden Seiten das Thema war. Wollte man da mit einem hellenisierten oder sonst in Visionen/Halluzinationen nach seinem Tod verherrlichten jungen Mann das Niedermetzeln verhindern oder ist auch hier der Ein-verstand der Vernunft als Wort/gemeinsamer Bestimmung zu bedenken, wie es vom hellenistischen Judentum, damit von den Verfassern der Texte bekannt ist?

  1. War der wahre Heil-Land des hellenistischen Evangeliums ein Handwerksbursche?

Bisher haben mir die Kritiker, die alles als Aufmischen alter Mythen oder gar kirchlichen Lug und Trug betrachten, nur darlegt, wie die Heilungen oder die jungfräuliche Gottessohnschaft der Mythengötter rein fiktiv nachgestellt wurde, um die eigene Lehre in den Himmel zu heben.  Nun haben Sie deutlich gemacht, wie auch die Kaiser, zu denen die politische Alternative geboten wurde, nicht nur die Hoffnung auf das „gelobte Land“ waren, sondern als Heiler und Gottessöhne von den Philosophen gesehen oder dargestellt wurden. Doch war es wirklich nur der literarisch hellenisierte heilspredigende junge Mann, der dann auch noch im Sinne des Alten Testamentes als Heiland aufgetischt wurde? Oder wurde das, was den Kaisern abhanden gekommen war, im hellenistischen Judentum in Vernunft als erfüllt und bessere Kult(ur)alternative gesehen?

Es spricht für die von römischen Philosophen als vernünftig gesehene Bedeutung des Kaiserkultes, wenn selbst ein von Vernunft ausgehender Cicero römische Kaiser nicht nur als Heiler, sonder in Folge der Pharaonen auch als Sturmstiller, Herren über die Natur und damit so darstellt, wie Hellenisten das christliche Wesen. Doch wissen wir nicht, dass für die philosophisch gebildeten Juden, auf die Sie sich berufen, die Vernunft den Weltenlauf, Wasser, Wellen und Sturm beherrschte. In ähnlicher Weise, wie die mehr am Sonnenlauf orientierte Maat ägyptischer Vorbilder, als der Weltenlauf noch mythisch und der Pharao der irdische Vertreter war?  Aber wo kommt jetzt der junge Mann mit hellenistisch oder sonstigem Heiligenschein als Alternative vor?

Es ehrt Sie, dass Sie ihren Hörern nicht die letzten Illusionen nehmen, auf die Frage, ob sämtliche Wunder dem jungen Mann aus apologetischen Zwecken nur angedichtet wurden, bestimmte Heilungen bewahren wollen. Für mich sind zwar psychosomatische Erklärungen logisch. Ebenso wie ein indischer Geistheiler bei Europäern mehr rote Brühe braucht, um bei seinen Operationen echten Erfolg zu haben.  Doch ging es in den theologischen Erzählungen wirklich nur um die Erlebnisse eines galiläischen Landstreichers, der sich bei Freuden, die an seine Heilkraft glaubten, auch als Quacksalber betätigte? Sollten wir die biblischen Wunder, gerade wenn wir dabei das Alte Testament mit aufschlagen, das von den hellenistischen Autoren als erfüllt geschildert wurde, nicht in der Heilswirkung bedenken, die die Vernunft in der Geschichte hatte und im Kult weiter haben muss?

Sie haben in ihre Vorlesung klar gemacht, dass die berichteten Heilungen keine sich auch auf den Körper auswirkenden psychologischen Taschenspieler-Tricks eines religionsrebellischen Taugennichts, sondern in den Augen der Verfasser theologische Tatsachen waren. Und wie Sie sagten, war selbst Vespasian, der den alten Heils-Schein wahren musste, um sich nicht zu blamieren klar, dass die medizinische Vernunft/Heilkunst, nicht der Hokus-Pokus die Beseitigung der Gebrechen brachte.  Wie wollen Sie jetzt aber einen Handwerksburschen mit Heiligenschein als wahren Heiland hinstellen?

Und wenn dann von Ihnen auch bei den Heilungen der Bezug zum Alten Testament hergestellt wird, fällt da nicht der junge Mann, der bei Moses (damit dem aus Ägypten und Persien kommenden, sich vom Götter-/Pharaokult befreienden hebräische Verstand eines Wortes in der Vernunft allen Werdens) mit absoluter Sicherheit nicht der Heiland war, nicht völlig flach?

Ging es Hellenisten des Mittelplatonismus, die jetzt das, was Ägyptern als Maat begründetes gemeinorientierten Staatsmodelles der Gerechtigkeit/Rechtfertigung war, nun in Vernunftlehren erklärten, in ihrem Evangelium, das sie der frohen Botschaft auf den römischen Kaiser entgegenstellen, wirklich nur um einen jungen Mann? Warum wird nicht die notwendige Kultivierung dessen, was Juden als Wort galt, jetzt als philosophische Vernunft allein zu kurz griff, auch im Dienst der Göttermythen leblos blieb, bedacht?

Haben theologischen Gelehrte, wie der Markusverfasser einem religionsrebellischen Handwerksburschen Heilungswunder angedichteten, weil sie jemand, der längst hingerichtet war, als den wahren Kaiser verkaufen wollten? Waren es gar berichtete Auferstehungs-Visionen, die in Gemeindebildung nach dem grausamen Tod eine galiläischen Guru entstanden, die man als neuen christlichen Kult gegen den römischen Kaiser austauschen wollte?

Was spricht dagegen, die Vernunft als das historisch Wesen zu bedenken, in der hellenistische Juden nicht nur auf medizinische Weise die Heilungen erklärten, das Wirken des unsagbaren Wesentlichen JHWH, sondern auf friedliche, in Vernunft geheilte Weise ein „gelobtes Land“ (Josua/Jesus) erwarteten?

  1. Haben die Hebräer einen Heilsprediger als Messias und wahren Herrscher erwartet?

Immer wieder wird auch von Ihnen bei der politischen Dimension des christlichen Wesens betont, wie damit alttestamentliche Hoffnungen als erfüllt gesehen wurden. Doch haben die alten Hebräer bzw. die prophetischen Verfasser der Moses-Geschichte, die nichts mehr verteufelten, als menschliche Gottheiten, auf einen jungen Mann gewartet, dessen Anhänger nach seinem Tod Visionen hatten und dann aus ihm einen neuen Gott (was immer das gewesen sein soll) bzw. Gottessohn und als lebendiges Wort den nun gar den Römern empfohlenen Judenkönig gemachten. Ginge es bei Moses auch um einen jungen Mann, der das angeblich gar nicht war uns sein wollte, was über ihn geschrieben wurde?

Doch dass die Hoffnung des Alten Testamentes im hellenistischen Judentum als erfüllt gesehen wurde, die Vernunft dann in Folge Moses dem Wort zur Weltgültigkeit verhalt, die Geister in Form der menschlichen Mythengötter oder tauber Gesetzlichkeit vertrieb und so als Josua (lat. Jesus) Hoffnung auf eine Goldene Zeit war, wissen wir.

Und ging es bei der jüdischer Weisheit, wie sie auch in den traditionell bleibenden, sich den Griechen verweigernden jüdischen Richtungen weiter galt, auch um die dann dem neuen, christlichen Judentum unterstellten Ansichten eines jungen Mannes, die auf geheimnisvolle Weise mitnotiert wurden, heute als „Jesusworte“, wahre Logien gehandelt werden? (aktuelle Überlegungen zum weiter traditionellen Judentum als mythische Schwester Jesus, damit auch ein Belegt für die Vernunft habe ich beigefügt.) Und haben dann hellenistische Gelehrte, die die philosophischen Lehre nicht ablehnten, sondern als Wort verstanden, jetzt die überlieferten Worte eines leseunfähigen Landsteichers, den seine Freunde aufgrund seines grausamen Todes als herrlich sahen, als große Wahrheit, wahres Evangelium an Stelle des Kaisers verkündet?

Nein, der Markusverfasser hat sich nichts aus den Finger gesaugt, keine rein fiktive Geschichte geschrieben. Wenn er Petrus gerade in Cäsarea, das für den Kaiserkult stand (übrigens vor dem monistischen „Panheiligtum“, was uns auch was sagen sollte) auftreten, an Stelle der römischen Kaiser das christliche Wesen als wahren Gottessohn sehen lässt? Doch ging es dem Verfasser, der bei seinen Lesen nach Ihren Worten die Assoziationen hervorrufen wollten, wirklich nur um einen jungen Wanderprediger, der mit seinen Freuenden um den See Genezareth zog und für sie in visionärer Weise der Gottessohn war? Wie wahrscheinlich ist es, dass es auch bei den Lesern damals, bei denen die Assoziationen hervorgerufen werden sollten, um den gegangen sein kann, der heute nicht mehr wie bei Berger gegen alle Logik ein Gottessohn bleiben soll, sondern als historischer Heilsprediger gelehrt werden muss?

Aber waren die Gottessöhne der Alten auch nur Heilsprediger, die in Vision himmlische Autorität erhielten? Hatten Ägypter bei Maat oder Isis und dann Homer bei seinen Mythen junge Männer und Frauen als Vorbilder?

Wenn zur Zeitenwende die schöpferische Autorität in Frage stand, die nach den Pharaonen jetzt die römischen Kaiser verkörpern und kosmische Wirklichkeit/Vernunft auf Erde herrschen sollten. War dann ein junger Galiläer die Konkurrenz, der die alte Autorität in Frage stellte?

Warum wird nicht bedacht, wie der wahre, damit echt jungfräulich bezeugte Gottessohn die damals in Schöpfung begründete, so echt „autorisierte“ Vernunftlehre als neuer Josua/Jesus war?

(Auch wenn die Verfasser den Namen in den griechischen Texten noch nicht gebrauchten, so wissen wir, wie im hellenistischen Judentum die Vernunft als Josua galt, für sie die erhoffte Funktion hatte.)

Je mehr man sich gerade die politische Dimension vor Augen hält, die für die Verfasser das christliche Wesen hatte, desto mehr wird doch klar, dass es bei der Kultfunktion, die Vespasian als Vermittler kosmischer Wirklichkeit/Ordnung auf Erden hatten, nicht um den gegangen sein kann, der heute als historisch gilt. Hatte wirklich ein junger Mann oder dessen hellenistischer Heiligenschein die Hand im Spiel, als die Blindheilung mit Spucke nach dem Alten Testament nicht durch römische Kaiser, sondern das christliche Wesen erfolgte? Oder ging es dem hellenistischen Markusverfasser im Rom der ersten Jahrhunderte um das, was damals für philosophische Juden die Vernunft in Funktion Josua/Jesus war, so durch logische Erkenntnis von Blindheit befreite, das Erlahmte zum Fortschritt bringen sollte?

  1. Politischer Kaiser und Kult in kreativer Kooperation: Christentum

Wenn ich im Gegensatz zu Ihrem jungen katholischen Kollegen, der den künftigen Berufsschullehren als moderner Dogmatiker in Mannheim  beibrachte, dass der christliche Glaube als letzte Hoffnung (völlig außerhalb aller griechischen Philosophie) keine Verhaltensrelevanz hätte, nicht von der politischen, in Kult(ur) Vernunftverhalten bewirkenden Funktion überzeugt wäre, würde ich weder nach Heidelberg fahren, noch bei Ihnen um „Hilfe“ rufen.

Auch wenn Heiner Geißler unterstellt wurde, er würde in dem von ihm in Büchern beschriebenen Jesus sich bzw. einen Politrebellen ausmalen. Es war die im Vorjahr in Neustadt noch vorgetragene „politische Dimension des Evangelium“, die mich anschließend argumentieren ließ (unter www.jesus-lebt-wirklich eingestellt), dass es dabei nicht um den jungen Mann gegangen sein kann, in dem er die heute notwendige politische Dimension begründete. Die politische Dimension beschränkt sich m.E. nicht auf eine Moralpredigt, wie sie heute Geißler, damals die Stoa vortrug, sondern die Vertiefung der erkannten gemeinsinnigen Vernunft im gemeinsamen Kult, was mit die Funktion des Königs und des Götterpantheons war.

Warum gerade die Königstitel, die Basileia, die hellenistische Juden für das christliche Wesen gebrauchten, unmöglich einem jungen Mann oder einer Glaubensvision bzw. einem Mythos gegolten haben, hat Ihnen Philo von Alexandrien bereits mehrfach geschrieben. Auch diese Briefe sind unter „Der historische Jesus“ auf der Homepage www.jesus-lebt-wirklich.de zu finden. Wo Philo neben allen neutestamentlichen Geschichten in ihrer heute gelehrten Bedeutung auch den Markustext in der Denkleistung des aufgeklärten, das Alte allegorisch verstehende Diasporajudentums, damit in Vernunft erklärt.

Und dass die Aussage „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser ist und Gott was Gott ist“ nicht die Worte eines ungebildeten Wandergurus als große Wahrheit waren, ist Ihnen sicher auch klar. Wie die Aussage, dass man Gott mehr gehorchen soll, als den Menschen, von kreativer Vernunft ausging, haben Sie selbst deutlich gemacht, in dem Sie auf Sokrates verwiesen, in dem diese Vernunft ausdiskutiert wurde. Und so war es auch das sich dem Hellenismus öffnende Diasporajudentum, dem die Vernunft jetzt nicht nur sagte was Recht ist, sondern dass es recht war, dem Staat Steuer zu zahlen, aber die Wahrheit aus schöpferischer Realität zu entnehmen und diese im Kult zu verehren? Oder ging es da um ein wahres Jesuswort, das aus dem Mund eines großmäuligen Besserwissers kam, den seine Freunde dann gar zum maßgebenden Gott (was immer das auch gewesen sein soll) machten und Sokrates nachpinselten?

Es mag ein Ohrfeige für traditionelle, das Wort in Gesetzform im Tempel verehrende Juden gewesen sein, das Tempelopfer jetzt an den römischen Kaiser zu zahlen. Doch wäre es gerade für die aufgeklärten hellenistischen Verfasser der Texte nicht eine viel größere Ohrfeige gewesen, jetzt die Auferstehungs-Vision eines hingerichteten heilspredigenden Handwerksburschen im Kult zu verherrlichen?

Wenn wir doch wissen, wer hellenistischen Juden jetzt mehr als das alte Gesetz sagte was recht ist, was für diese mittelplatonischen Denker relevant war, wie können wir dann weiter davon ausgehen, der heute als historisch gehalten Heilsprediger oder dessen Auferstehungsvision wäre für die Verfasser die Relevanz gewesen, die sie dem politischen Herrscher im Kult zur Seite oder gar gegen diesen austauschen wollten?

Während das in Josephus Flavius sich ausdrückende Judentum in Vespasian & Co., die nach Sueton gar den Nil überlaufen ließen, den alttestamentlich erhofften Messias erwarte, scheint das hellenistisch-philosophische Judentum Alexandriens eine andere Lösung gesehen zu haben. Während der Kaiser die politische Instanz blieb, gründeten die spätantiken Herrscher, die deswegen kräftig mit den sich inzwischen streitenden alexandrinischen Intellektuellen diskutierten und denen selbst nach heutigen Atheisten Vernunft und Bildung heilig waren, den Staatskult  auf… nein, nicht schon wieder der junge Handwerker und dessen Auferstehungsvision. Oder schieben wir alles geschichtliche Wissen, wie das Wissen um die von Ihnen vorgestellte Markusgeschichte weiter beiseite, halten das Christentum doch nur für einen leeren Wahn?

Liegt es nicht auf der Hand, dass hellenistische Juden, die den Propheten folgten, die sich aufgrund des in Schöpfung begründeten Wortes vom Pharaonen-Kult befreiten, nun auch die Weihe von deren römischen Nachfolger bezweifelten? Aber war das alles nur Herrscher-Propaganda, die der Herrlichkeit eines galiläischen Heilspredigers in geheimnisvoller Auferstehung galt? Kann es mittelplatonischen Gebildeten, denen im aufgeklärten Verstand (Auferstehung des Alten) die Vernunft sagte was Recht ist, der heute als historische gelehrte Heilsprediger gewesen sein, der die Weihe bekommen, die schöpferische Wahrheit und Gerechtigkeit repräsentieren sollte?

Egal wer die Dämonen waren, welche Schweine ins Meer getrieben wurden. Wer im Mittelplatonismus, bei einem denkenden Glauben in Vernunft die Dämonen austrieb, wer die nur Beschnittenen geltende taub gewordene Traditionslehre nicht nur verteufelte, sondern den Teufel austrieb, war kein Handaufleger oder Teufelstreiber, wie sie in Hinterbayern noch auftreten und so heute der historische Jesus als ein antiker Exorzist dargestellt wird.

  1. Sinn der Markus-Struktur lässt sich in Vernunft erklären

Selbst was Sie uns unter dem Stichpunkt „Struktur“ aufzeigten, verweist auf die Weltvernunft, die nicht nur bei Johannes das Thema war und die ich im Gegensatz zu Ihrem Kollegen Joachim Kügler in „Eine wortgewaltige Jesus-Darstellung“ als moderner Kommentar, nicht für ein geheimnisvolles Glaubensgebilde halte.

Weder sprechen die unterschiedlichen Darstellungen, noch die scheinbaren Dubletten, die verschiedene Aspekte einer Wahrheit zum Ausdruck bringen, dafür, dass die Story von einem jungen Heilsprediger nur etwas aufgemotzt, literarisch eingefärbt wurde. Was hellenistischen Juden, denen es wie Sie sagten „ums Ganze ging“, wichtig war, muss ich nicht ständig betonen. Ein junger Guru, der in Gemeindebildung wiedererweckt wurde, war es nicht.

Es wäre allzu mühsam, ist durch die historische Kritik ja auch weitgehend erledigt, alle Aussagen im banalen Sinne in Zweifel zu ziehen. Doch der heute gelehrte Handwerksbursche, der wegen Häresie gehängt und durch Visionen seiner Anhänger herrlich wurde, hat mit Sicherheit in keiner Synagoge gepredigt. Warum fällt es so schwer, die Texte bildhaft zu verstehen, wie es das hellenistische Judentum mit der Moses-Geschichte machte. Was Voraussetzung war, dass wir uns heute auf ein weltgültiges Judentum, das Neue Testament in Josua/Jesus berufen. Das Ganze ist mehr als die Summe einzelner Erzählungen. Doch macht das „das Ganze“ nicht erst Sinn, wenn wir nicht nach einem Guru, sondern nach einer Vernunftbestimmung fragen, die nicht nur einzelnen heute als Gnosis gehandelten urchristlichen Erkenntnislehren galt. Die auch dort maßgebend war, wo die auf eine volksförmig- staatstragend Lehre bestehenden, ebenso von philosophischer Erkenntnis ausgehenden  Vordenker der Kirche, die geheimnisvolle intellektuelle Lehren nur für Eingeweihte ablehnten?

Hat der hellenistisch Gebildete mittelplatonische (damit auch Stoabegabte) Jude oder gar Grieche im Rom antiker Hochzivilisation, dessen kaiserliche Evangeliums-Geschichte Neuplatoniker für den kirchlichen Kultlese-Kanon aufgriffen, nur den Reisbericht eines heilspredigenden Handwerksburschen und seiner sich um seine Person streitenden, dabei versagenden Freunde beschrieben. Ging es um eine Horde junger Polit- oder Religionsrebellen, die Grenzen nach Galiläa, ins Heidenland überschritt und umhergezogen? Oder geht es ums Ganze: Die ewige Reise nach Jerusalem, die immer noch nicht beendet ist und bei der sich die Jünger nach wie vor über das Wesen, die Person (Rolle/Aufgabe) Jesus streiten?

Der neue Schluss:

Während ich in der Vergangenheit meist nur historisch-kritisch oder im Hinblick auf die kulturellen Vorbilder sowie das Denken in antiker Hochzivilisation, incl. der Kirchenväter und Kaiser argumentierte, dass das auch synoptisch beschriebene historische Wesen Jesus die Weltvernunft war, dann Philo von Alexandrien begründen ließ, wie im hellenistischen Judentum die als Wort (damit schöpferische Bestimmung) verstandene, weltgülitge Vernunft als Josua/Jesus alles war und bewirkte, lässt sich heute deren Geschichte ganz konkret erkennen. So schließt sich der geschichtliche und in Geschichten berichtete Kreis, der zu einem völlig neuen Schluss führt.

Jan Assmann, der sich in „Maat“ als einer in kosmischer Realität begründeten Solidarität zwar nicht von den alten Kultbildern gefangen nehmen lässt und den Wandel in Achsenzeit verdeutlicht, der von den Pharaonen,  über die Propheten bis Paulus reicht, kann getreu heutiger Historien-Hypothese in dem, was Maat noch auf mystische Weise ausmachte, nicht das beschreiben, was hellenistischen Juden und dann Römern als Christen wesentlich, der die Alternative zum Königskult war. Und ein Kritiker wie Harald Specht unterstellt (gefangen von den Weibern: der kulturnotwenigen, daher kreativen Ausdrucksweise) in seinen neuen Büchern nur ein Aufmischen alter Mythen als Christus, bei Kritiker der Kirche zur Manipulation der Masse. Er beschrieb bereits vor Jahren so den Weg „Von Isis zu Jesus“. Es bleibt dort eine Übertragung alter Bilder, bei denen nun Maria, wie Isis Horus, das Jesuskind auf dem Arm hält, dann eine ägyptisch-griechische Göttergestalt als Jesus mit Dornenkreuz zu sehen ist. Ohne dass die kosmisch begründete Vernunft bedacht wird, um die es in den alten Kultbildern ging und nach dem Wandel vom Mythos zum Logos im hellenistischen Judentum Weltgeschichte machte. Von Vernunft, gar der Brücke/Übersetzung zu ihrer heutigen Begründung, will auch sein Förderer Hermann Dettering nichts wissen, der sich als Nachfahre der meist holländischen Radikalkritiker (die jedoch den Logos als christliches Wesen nachzeichneten) sieht. Der auf seiner Homepage „Radikalkritik“ beispielsweise deutlich macht, wie der biblische Jesus der hellenistischen Juden gelten Josua und damit ein zeitgemäßes Übersetzen war.

Doch mit abstrußen Unterstellungen, die das Christentum eine Woche in alten Götterbildern/-geschichten, dann gar einer von Titus zur Befriedung der Juden bei Josephus in Auftrag gegeben jüdischen Story, später in buddhistischer Spiritualität (auch noch von Modellchristen wie den Therapeuten im Osten abgekupfert) oder auf sonstige Weise zum Mythos machen, ist keine Wissenschaft zu betreiben. Doch der Kreis schließt sich, wenn Sie das Wissen über das Diasporajudentum im Ganzen ernst nehmen und nicht nur einzelne Geschichten.

Allein zu wissen, dass hinter Isis & Co., damit den Pharonen als irdische Vertreter, das steht, was in Maat bedacht wurde, von Philosophen als ewiges Werden des Ganzen definiert wird, das maßgebend für menschliche Solidarität und Lebensweise war. Und wie in Frankreich nach der Revolution und dem Absetzen der Kaiser, wie ihrer katholischen Lehre, in Berufung auf die Isis der Ägypter ein moderner staatstragender „Vernunftkult“ von Napoleon bedacht wurde. All das spricht Bände. Allein das im antiken Judentum diskutierte Wissen über die Vernunft-Bedeutung der Götterbilder, die wie Zeus/Jupiter dann für die philosophisch-monistische, sich auch in der Stoa niederschlagenden Vernunft-Lehre standen, macht die heutige Hypothese völlig unmöglich. Wie wollen Sie einem vormals in Rom schreibenden mittelplatonischen Gelehrten aus dem hellenistischen Judentum, das die Bedeutung der alten Kultbilder philosophisch bedachte und auch die jüdische Tradition als in philosophischer Vernunft weltgültig erfüllt sah, das unterstellen, was sie als historischen Jesus u.a. aus Markus herauslesen?

Weder in der Markusgeschichte, noch in der Auseinandersetzung der ersten Jahrhunderte, der allmählichen Ablösung des Götterkultes, der  vielfältigen konkurrierenden christlichen Erkenntnisbewegungen (bei denen sich die Vordenker der Kirche als wahren Weg der Erkenntnis sahen) oder den gemeinschaftliche Vernunft lebenden Christgen, kann es um einen jungen Juden mit Namen Jesus oder die von diesem ausgehende Auferstehungsvision gegangen sein. Was spricht aber dagegen, dass auch die Kaiser, die dann der in Markus vorgeschlagenen „Alternative“ folgten, genau das als Christus zum Staatskult machen wollten, was wir heute als Weltvernunft/Weisheit in Schöpfung begründen und alle Welt herbeibeschwört. Allerdings vergeblich, solange der kult(ur)ell wesentliche Sinn nicht auf Weltvernunft, sondern auf Konsum, Kapitalegoismus… ausrichtet ist. Wir so moderne Götzen besingen und feiern, weil sich das Christentum in Realität als Buchreligion versteht, bei der es um einen jungen Guru und Glaubensvisionen ging, gleichzeitig aber-glaube was geschrieben steht gepredigt wird?

In Hochachtung ihrer Arbeit bitte ich daher auf einige meiner Fragen einzugehen, mir Argumente zu geben, warum es bei Markus doch nur um den historischen Handwerksburschen ging, den seine Freunde oder wer immer in Auferstehungsvisionen zum Heiland und zur Alternative zum Kaiserkult machten.

IV. Markus handelt von Weltvernunft als  Gottessohn

Doch der Gottessohn der Markusgeschichte, die maßgebliche Grundlage heutigen Jesusbildes ist, war weder ein junger Mann, noch Glaubenskonstrukt einer Vision, sondern entsprang aufgeklärtem Verstand: Auferstehung

Die in antiker Aufklärung in ihrer Bedeutung/Vernunft bedachten, so oft auch austauschbaren Gottessöhne verkörperten in der Antike das Werden. Die Gottessöhne standen von Anfang an für eine „vertikale“ in natürlicher Schöpfung, deren Ordnung/Dynamik elementar vorgegebene, als Maat bereits die gesamte ägyptische Hochkultur tragende Vernunft. Die Rolle/Aufgabe der Vegetation-/Vernunftverkörperungen oder der Pharaonen/Gottkaiser, die bereits im Exodus durch das vor Christus nur Beschnittenen geltende Wort ersetzt wurde, war es, Vernunft/Gerechtigkeit in menschlicher Kult(ur) zu bewirken.

Der christliche Gottessohn war die Vernunft/Logik, nach der nach dem Wandel vom Mythos zum Logos alles Werden erklärt und daraus Verhaltenslehren abgeleitet wurden. Dies wurde von aufgeklärten Diasporajuden nicht nur im Sinne der heidnischen Gottessöhne, sondern als prophetisches Wort verstanden, was die Befreiung von Opferkult und menschlichen Gottheiten weltgültig machte, Hoffnung auf eine neue Zeit begründete: Josua, Jesus war. Doch im Grund aller Kult(ur)bilder ging es dabei um das, was heute in Evolution und Ökologie begründete Weltvernunft ohne Aufklärung und kulturelle Bestimmung weitgehend vergeblich gegenseitig gefordert wird, damals in Geschichten wie bei Markus zur Be-stimmung gebracht wurde. Der jüdisch-christliche Gottessohn entsprang damit einem allegorisch-aufgeklärten Verstand (Auferstehung) David und Moses als frühe Weisheit und Philosophie, was so die Funktion Josua, lat. Jesus hatte und auch die Rolle der  griechisch-römischen Gottessöhne einnahm.

 Wie der Verstand des schöpferischen Wortes bisher nur Juden von Pharaonen- und Götteropfern befreite, nahm die Vernunft als christlicher Gottessohn jetzt weltgültig nicht nur die von Kritikern oft hervorgehobene literarische, sondern auch inhaltliche Rolle von Isis, Osiris, Mithras & Co. oder der der Kaisergottheiten ein. Die Vernunft trat damit nicht nur an die Stelle von Tempelritus und starrer Traditions-Gesetzlichkeit, sondern verdränge nach dem Wandel vom Mythos zum Logos Göttermysterien, Opferkult oder Orakel.

Dies lässt sich in dem, was wir über das philosophische Diasporajudentum der sog. Zeit Jesus wissen, ganz konkret beobachten und belegen. Was heute als historischer Jesus gelehrt wird, ist ein Hirngespinst von Halbaufklärung, das den Verstand verbaut, mündige Verant-wort-ung, Weltvernunft und Weltverbundenheit in Kult(ur) verhindert.

Sehr geehrter Herr Professor Peter Lampe,

repräsentativ für das philosophisch-hellenistische Diasporajudentum früher Christologie, damit auch den Markusverfasser (egal ob der Mittelplatoniker war oder wie von Ihnen unterstellt, durch die Mitte fiel, z.B. zwischen mich und Justin), melde ich mich als Philo von Alexandrien erneut zu Wort: Zu dem Wort, was uns im Stamme Davids bekanntlich die philosophische Vernunftlehre als gegenwärtige schöpferische Bestimmung/Sinngebung war, in Folge Moses die Funktion Josua/lat. Jesus hatte. Der damit im jüdischen Sinne Gottessohn war, um den es Markus ging. Der aber in denkerischer Synthese antiker Aufklärung auch die inhaltliche Rolle der ägyptisch-griechisch/römischen Gottessöhne aufnahm. (Kultverehrungen der Vegetation, des noch mythisch erklärten Werdens, die wie Moses inzwischen von uns auf-v-erstanden wurden.) Dass dies bei den traditionellen Juden, wie Römern auf Ablehnung stieß, zu den in Markus geschilderten Missverständnissen der Anhänger und im Volk führte, ist klar und Ihnen geschichtlich bekannt.

Aus einem Text, der bereits in der Einleitung sagt, dass er den Gottessohn in einer Evangelien-Geschichte, so die frohe Botschaft zum Ausdruck bringt, die wir damals in der Vernunft als Josua (weltgültiges Juden-Königtum) erhofften, einen Landstreicher aus Galiläa ableiten zu wollen, ist daher der glatte Wahnsinn. Wo nicht mehr dogmatisch, wie bei ihrem Vorgänger Klaus Berger, der junge Galiläer blindwütig als Gottessohn gilt, hat das mit Wissenschaft und historischer Betrachtung nichts mehr zu tun.

Wie kann die heutige Lehre weiter davon ausgehen, ein hellenistischer Diasporajude aus unserer Schule hätte in Rom einen historischen jungen Galiläer oder sein eigenes Glaubensgespinst als Gottessohn hochleben lassen?  Und das auch noch in einer Geschichte, die Sie als märchenhaft geschilderte theologische Auseinandersetzung mit Opponenten (Gegnern aus den Reihen traditioneller Juden) wie dem Missverstand bei den eigenen Anhängern, auch der frühen Kirche deutlich machten. Und wo dann auch weitere „Randfiguren“ auftreten, die für  den neuen richtigen Verstand stehen. Einen Verstand, wie er von uns bekannt ist.

Der Handwerksbursche aus Galiläa kommt doch weder in der historischen Geschichte, noch auch nur einer der Bedeutungsinhalte der biblischen Geschichten und schon gleich gar nicht in anfänglicher kirchlichen Lehre oder Christologie-Diskussion vor. Wenn es euch daher klar werden muss, wie von dem uns geltenden Logos (ihr sprecht von Weltvernunft, die inzwischen nicht nur von gesellschaftlich Engagierten, sondern selbst von Benedikt XVI. und Franziskus in Ökologie/Evolution bzw. Geschichtsrealität begründet und gepredigt wird) nicht nur Johannes oder die Apokryphen handeln, sondern dies der Gottessohn des Markus ist. Wie können Sie ihrer Hörer in Heidelberg bei der Markus-Vorlesung weiter im Glauben an einen jungen Guru oder Visionen nach dessen Tod lassen?

Wenn sich doch zeigt, wie das, was der abstrakt, unbestimmt bleibenden griechischen Natur- und Kulturwissenschaft als Vernunftlehre (Logos) zugrunde lag, im neujüdischen/christlichen Kult als Davidsohn an Stelle der Göttersöhne incl. Gottkaiser (diese inhaltlich und in Ausdrucksweise mit aufnehmend) zur Bestimmung wurde. Dann kann es doch keine ernstzunehmende historische Wissenschaft mehr sein, weiter einen Handwerksburschen als historischen Jesus durch die Hochschule zu jagen.

Wo der historische Jesus als ein heilspredigender Landstreicher gelehrt wird, dann in alter Dogmatik Sonntags oder gar zur Wintersonnenwende, was zurecht als Geburt der Vernunft allen Werdens in ihrer kulturgerechten Ausdrucksweise gilt, vom Gottessohn wie von einer nächtlichen Vision gepredigt wird, sollte man wirklich besser den Glühwein vor der Uni genießen. Vom Besuch einer Kirche, der man bei diesem dogmatischen Geschwätz des aber-Glaube die Steuer verweigern müsste, ganz zu schweigen. Doch „Gott sei Dank“ haben Sie in der Vorlesung wieder klar gemacht, dass der gute Junge, der in Glaubensvisionen zum Gottessohn wurde, damit die heutige Hypothese vom historischen Jesus nicht weiter aus Markus abgeleitet werden kann.

In der Vorlesung über die märchenhaft erzählte theologische Auseinandersetzung, die weder eine an den Haaren herbeigezogene Auferstehungsvision, noch die literarische Verherrlichung eines Heilspredigers oder eines aufgemischten Mythos  sein kann, sondern geschichtliche Realität im gewohnten Literaturstil der Zeit war (Philosophie in Geschichte, wie auch von Platon bekannt), machten Sie wieder mehr als deutlich: Es kann nicht mehr wissenschaftlich oder historisch redlich sein, weiter einen religiös randalierenden Landstreicher an den Anfang stellen zu wollen, der egal wie nach seinem Tod zum großen Heil wurde.

So wenig für uns die Meinung eines alten Mannes mit Namen Moses maßgebend war oder der Verfasser von Froschkönig das Tier aus seinem Teich zum König machen wollte, ging bei der Markusgeschichte um die Worte oder Taten eines Wanderpredigers. Um den oder eine private Vision ist es dem Verfasser des Markusevangeliums, nach dem was in Ihrer Vorlesung deutlich wurde, mit absoluter Sicherheit nicht gegangen. Mehr als alles radikalkritische Abstreiten eines historischen Jesus, der angeblich nur aufgewärmten Gottessohns-Mythen entspringen würde, machte Ihre Markusvorlesung deutlich: Der bei uns geltende Josua als Judenkönig und Gottessohn, auch wenn bis zur einheitlichen Übersetzung in Jesus des Renaissancehumanisten  Erasmus von Rotterdamm im Text in Christologiekürzeln oder Gottestiteln geschrieben wurde, war der „Protagonist“ des Verfassers.

Die Zeit, im alten Stil dogmatisch zu glauben ist „Gott sei Dank“ um. Ebenso wie weiter anzunehmen, da hätte ein Sektenmitglied mit Namen Markus von den Erlebnissen mit seinem Meister geschrieben oder persönliche Visionen in die Welt gesetzt. Bei der Erzählung aus dem aufgeklärten Judentum, wie ihr es durch mich kennt, die wahrscheinlich in Rom verfasst wurde, haben Sie von Rollen und Aufgaben der Figuren oder eines Protagonisten mit Namen Jesus gesprochen. Und da Sie wissen, wie bei uns in Folge Moses (in unserem allegorischen Verständnis eine frühe Philosophie) die antike Vernunftlehre die Funktion Josua hatte, wissen Sie, wer der Protagonist war. Wer sich in der von Ihnen als philosophisch-theologisches Märchen (Philosophie im Kulturstil) geschilderten Geschichte über die Ablehnung und das Missverständnis beklagte, war kein literarischer Betrug und ist keiner Glaubensvision entsprungen, sondern aufgeklärtem Verstand des Alten: echter Auferstehung, Neu-/Wiederverstand.

Nicht allein, weil am Anfang im griechischen Text der Protagonist noch als Pantokrator galt, wie er selbst bei aktuellen Evangelien-Auslegungen ihrer Kollegen als Titel (auch Thema) zu sehen ist, müsste Ihnen klar sein, dass die „Akteure und Rollen“ den Prozess unserer Zeit schildern. Wo selbst ein römischer Zenturio auf den Plan gerufen wurde, um den wahren jüdischen König zu bestätigen, ist es nicht um eine Glaubensvision oder aufgewärmten Mythos gegangen. Sie wissen, dass wir es waren, die im allegorischen Verstand der Vernunft als schöpferische Bestimmung den jüdischen Kult, der bisher nur für gesetzesgläubige Beschnittene galt, auch Römern eröffneten.

Wo die Geschichte eines Gelehrten aus unserer Zeit wie ein antiker theologiegeschichtlicher „Kriminalroman“ vorgestellt wird, muss es Ihnen doch klar werden, wie abwegig es ist, eine Glaubensvision, egal ob durch oder unabhängig von einem historischen Guru unterstellten zu wollen.

-Wer die „Opponenten“ unseres neuen Verständnisses waren, ist bekannt und wird bei Markus geschildert: Herodianer, Hohepriester, Älteste, ebenso wie die, die sich mit Gewalt gegen den Hellenismus wehren wollten.

-Und wer die „Identifikationsfiguren“ der Jünger, die etwas existenzielles verstehen sollten, aber missverstehen, selbst in der/als die frühe Kirchenlehre oder den Adressaten des Textes verortet, der macht klar: Dabei ist es nicht um einen jungen Mann, einen betrügerisch aufgemischten Mythos, Glaubensvisionen und ihre Missverständnisse, sondern die Vernunft als Josua, damit das weltgültige Moses gegeben Wort (Vernunftbestimmung allen Werdens) gegangen. Denn wie uns die Vernunft als Wort der Messias war, als König galt, gar dem römischen Kaiser als neuen staatstragenden Kult von mir als Alternative zu seiner nach dem Wandel vom Mythos zum Logos in Frage gestellten Kaisergottheit empfohlen wurde, ist auch bekannt.

Auch die das Problem der Jünger überspitzt beschreibende Figur des fliehenden Jünglings, der sein Hemd zurücklässt, entspringt keiner gutgläubigen Vision nach dem Tod eines jungen Mannes oder sollte nur einem neuen Mythos zur Geltung verhelfen. Die aufgrund Markus genannte volle Verlassenheit dessen, was uns damals galt, lässt sich jedoch auch heute wieder an der Hochschule in Heidelberg gut beobachten. Denn dass es beim „Petrus“, der in der Markuserzählung den römischen Missverstand verkörperte, nicht um den Freund eines zum Zwergenmaß gewordenen handauflegenden Handwerksgesellen ging, nach dem Sie der künftige Theologe zum Abschluss Ihrer Einführungsvorlesung über den jungen Galiläer als historischen Jesus fragen musste, warum der seinen Freund Jesus zu etwas gemacht hätte, von dem er doch wusste, dass der das gar nicht wollte und war, ist sicher klar. Auch wenn Sie als Ausflucht auf die weitere Frage wie ein hellenistischer Juden auf diese fixe Idee gekommen sein kann, allen Ernstes selbst mir unterstellten, Moses, den wir als frühe Philosophie der Propheten sahen, wie einen alten Mann zu Gott erhoben zu haben. Der Petrus des Markus war kein Fischer, der seinem Meister um den See folgte und diesen im bemängelten Missverstand zu etwas machte, was dieser nicht wollte.

-Auch bei den Randfiguren machten Sie deutlich, wie es weder um einen jungen Mann und seine Freunde, noch einen nach dessen Tod aufgewärmten Mythos ging, sondern was uns als Vernunft Messias wie Josua war, in Diskussion der Zeit stand:

Ob der Besessene geheilt wurde oder ein Hauptmann als römischer Bekenner des Weltkönigs auftrat. Es ging es um das, was Sie wissen uns galt. Auch die Frauen, die von Ferne zusahen, waren nicht die Anhänger eines Gurus oder sind nur einer Vision entsprungen. So wenig, wie die Salberin das fußgeile Groupie eines antiken James Mason oder das Produkt einer Glaubensvision nach dessen Tod gewesen sein kann. Was dann ein Gelehrter Diasporajude aus unserer Schule in Mitten des philosophischen Rom zu Papier brachte, kann nur als der Prozess gelesen werden, wie er zur Zeitenwende auch durch die Text in meinem Namen zu beobachten ist .

Was soll die gesamte Theologie, in der Sie deutlich machen, wie die Augen geöffnet wurden, wenn die von unseren Schulen bzw. urchristlichen Bewegungen oder Apokryphen bekannte philosophische Erkenntnisbewegungen (auch ihre Kultgeschichten) außen vor bleibt? Dass nur Glaubensvisionen eines jüdischen Gelehrten ähnlich heutiger Sonntagspredigten verkündet worden sein sollen, ist nicht nur aufgrund ihrer wissenschaftlichen Darlegung des Textes völlig ausgeschlossen. Zumal es völlig unmöglich ist, dass solche absurde Visionen auch andere urchristliche Erkenntnislehrer hatten, die sich auf das lebendige Wort/Logos in gleicher Gestalt beriefen und als Philosophie-Geschichten (selbst Evangelien) über eine in antiker Aufklärung erkannte menschliche Bestimmung im kreativen Ganzen (als christlicher Glaube) anerkannt sind.

Sich einlassen auf etwas Neues, das Alte aufgeben, umdenken oder auch die Ausdrucksweise der Vernunft im Kreuz ihrer Vorbilder akzeptieren, all dies ist von uns bekannt, bitte ich auch Sie. Auch das Unverständnis im Volk, was Sie als „öffentliche Kritik“ schilderten, wie die Begegnung mit den Kranken, die sicher keine gebrochene Beine oder den grauen Star hatten und denen wir die Augen öffneten, Fortschritt herbeiführten, bekanntlich die Therapeuten zur Seite stellte, ist geschichtlicher Fakt.

Wer den Spannungsbogen einer theologischen Geschichte schildert, im dem die Protagonisten eine Auseinandersetzung in einem Erkenntnisprozess verkörpern, der kann doch nicht allen Ernstes weiter von Glaubensvisionen ausgehen, die ein bei uns ausgebildeter Gelehrter plötzlich hatte. Mit einem häretisch randalierenden Landstreicher und dessen gewaltsamen Tod kann man Markus nach der von Ihnen geschilderten Deutung unmöglich weiter verbinden bringen, die Theologiegeschichte in Geschichten darin nicht begründen wollen.

Auch die bisher ausgeblendete Ebene der Referenz oder Inhalte lässt sich damit nicht machen, sondern verweist auf die uns jetzt als Josua geltende Vernunft. Dass ein theologischer Literat unserer Zeit dabei die Leser in ihrer Situation ansprechen mussten, neben den bekannten jüdischen Mythen auch die inhaltlich mit eingebundenen Vegetations-Verherrlichungen in Göttergestalt einbinden oder das Kaiserevangelium nachstellen mussten, dürfte jemand, der wie Sie über die Bilder in Kultur schreibt, klar sein. Wobei es Fakt ist, dass die uns maßgebende Vernunft nicht menschlich, sondern in Schöpfung bezeugt war und dann in kulturell vernünftiger Weise zum Ausdruck/zur Welt gebracht wurde. Wobei Ihnen als Kulturwissenschaftler klar ist, wie diese Ausdrucksweise, die nicht nur Geburt, Heilswirken und Tod der Vernunft als wahrer Gottessohn, sondern die von Ihnen in der Vorlesung gemacht Auseinandersetzung in Kult(ur)geschichen schildert, kein doketistisches Scheinwesen oder gar ein Konstrukt zur Manipulation der Masse war, sondern Kreativität in Kultur.

Die Intension des Textes, den später bisher das von uns in Griechisch übersetzte, weil allegorisch verstandene Alte Testament lesende neuplatonische Vernunft-Jünger, wie unser alexandrinischer Schüler Athanasius für die Kultlese auswählten, war, bei den Lesern etwas auszulösen. Mit einer abstrakten philosophischen Abhandlung wäre das nicht zu machen gewesen. Dieser Text, der zur Vorlage für die biblischen Geschichten wurde und wie von Ihnen angenommen, möglicherweise auch Johannes (dem es jedoch eindeutig um die uns geltende Vernunft als Wort ging) zugrunde liegt, hat nur in der bekannten Form Geschichte machen können. Eine Geschichte, die zur Aufklärung führte. Die damit jedoch nicht zu Ende ist, sondern erst so einen aufgeklärten Verstand ermöglicht.

Wenn jetzt das Allerheiligste des Tempels nicht nur philosophisch bedacht wurde, sondern für die Welt, das Volk sichtbar und bestimmend werden sollte, war kreative literarische Leistung notwendig. Genau das, was bei Markus, der von unserem Gottessohn, damit der Weltvernunft handelt, von Ihnen geschildert wird. Nur so war die genannte Kommunikationsfähigkeit gegeben. Insbesondere die in den griechischen Geschichten gebildeten lateinischen Leser mussten sich damit identifizieren, ebenso wie das Volk. Die abstrakte Vernunftlehre, wie sie von den Philosophen bekannt ist, ging bekanntlich ins Leere, wurde nicht zum Leben. Aber wie Sie auf die Idee kommen, die so verständlich Literaturform, bei der Sie auch auf Sokrates als gleiches Grundprinzip verwiesen, wäre das Ergebnis der Glaubensvision eines hochtheologischen Gelehrten nach dem Tod eines Guru gewesen, das ist mir ein Rätsel.

Dieser bei uns ausgebildete Gelehrte kann doch nicht so besoffen gewesen sein, sich einen solchen Text völlig frei von dem was uns als Vernunft wie Gottessohn galt oder dem bei uns zu im Prozess der Zeitenwende zu beobachtenden Geschehen, aus den Fingern gesaugt haben. Und als Sie dann in Ihrer Vorlesung das vorstellten, was der Text wollte, dann müsste doch auch einem Blinden mit Krückstock klar geworden sein, dass weder ein junger Mann in visionärer Wiedererweckung, noch ein von Kritikern unterstelltes Mythen-Aufmischen das Thema war.

Was unser Messias-Bekenntnis war, muss ich nicht ständig wiederholen. Und wer in seiner Vorlesung darauf verweist, dass Markus „wie Johannes“ vom gleichen Messias oder Gottessohn handeln, der weiß auch, dass es bei Johannes um die uns, wie den Philosophen im Werden begründete Vernunft/Logos in kultureller Ausdrucksweise ging.

Ja, der Gottessohn im Stamme Davids, der neue weltgültige König, das in Vernunft lebendige Wort, das jetzt nicht nur den Beschnittenen galt und so nicht nur inhaltlich, sondern auch die Kultrolle der Göttersöhne aufnahm, damit jetzt die ganze Welt im neuen Israel zu Hörern machen sollte. Das alles können Sie bei uns in Vernunft nachlesen. Auch wie wir philosophische Diasporajuden nicht auf eine politisch-kriegerische Lösung  als Messias warteten, sondern diese verurteilten und denkerische Synthese suchten, geistige Grenzen in Vernunft und Verstand öffneten, wurde von Ihnen in der Einführungsvorlesung bereits dargestellt.

Was vom Markusverfasser in bekannten Identifikationsfiguren, auch einem Wanderprediger/Weisheitslehrer unserer beschrieben wurde, waren keine Visionsgedanken, sondern das reale Geschehen in Geschichten der Kultur. Bei uns wurde keine heiße Luft geblasen, wie bei euch an Heiligabend, wo ein als Landstreicher gelehrter historischer Jesus plötzlich wieder eine Glaubensbedeutung haben soll, weil das zur Feier gehört, das Herz Traditionsgläubiger/Gestriger einen Moment erwärmt. Die Dimension, um die es Markus ging, Juden, wie dann auch Griechen weit über abstrakte Vernunftlehren Bestimmung gab, ist bei uns historisch nachzulesen.

Die von Ihnen als Markus-Thema vorgestellte „Archä“ als anfängliche Basis/Bedeutung, wurde bekanntlich bei uns dort bedacht, wo die Ägypter bei dem, was ihr heute in Ökologie, Evolution nur etwas naturwissenschaftlicher erklärt, von Maat sprachen, in Isis und Osiris & Co. bereits im alten Sinne die Vernunft allen Werdens verehrten. Womit auch hier hellenistische Auferstehung war. So ist Zeus oder Jupiter gleichzeit als Pantokrator zu verstehen, um den des Markus ging. Die Archä war für uns auch dort, wo die Hebräer als Himmelsbeobachter im Weiterdenken der theologischen Tradition Ägyptens, im Exil an der Schule Zarathustras,  Schöpfung in Schrift fassten, sich vom Pharaonenkult befreiten und das in Schöpfung begründete Wort/Weisheit der König war. Eine Ärchäa, die uns im allegorischen Verständnis der Propheten als frühen Philosophen weit klarer war, als bei euch. Wo erst die Archäologen dazu zwingen, die Anfänge auf allegorisch-aufgekärte Weise zu beleuchten. Gleichzeitig jedoch Ihr Heidelberger Kollege David Trobisch für die wissenschaftliche Bestätigung eines amerikanischen Bibelmuseums eintritt. Das weiter den schwachsinnigen Eindruck vermittelt, dass die Noahgeschichte nichts mit der Archä zu tun hat, sondern ein großer Kahn mit kleinwüchsigen Tieren bei einer Überschwemmung der Welt die Rettung war.

Wenn wir die Anfänge unserer Kultur in einer Weise beleuchten, wie sie sich erst aufgrund neuzeitlicher Aufklärung langsam wieder durchsetzt, so ein aufgeklärter Verstand von David und Moses oder auch der Göttergestalten war, muss die Auferstehung als ein Neu-/Wiederverständnis des Alten bedacht werden. Mit Glaubensvisionen nach dem Tod eines Zimmermannes hatte das nichts zu tun. Und dass auch Archä, die anfängliche Basis der in der Christologie uns folgenden kirchlichen Lehre, der Logos war, lässt sich doch in jedem einzelnen Vordenker der Kirche nachvollziehen. Mit Blick auf den geschichtlichen Kontext machten Sie so in der Markusvorlesung mehr als klar, wie der eine Sohn die uns geltende Vernunftlehre (Logos) war, die Literaten wie der Markusverfasser im Kult(ur)gut zum Klingen brachten. Was so kulturelle Bestimmung dann selbst bei den Germanen wurde.

Zum Glück hat der Markusverfasser nicht geahnt, was aufgrund seiner Vorlage  im Land aufgeklärter Dichter und Denker an den Hochschulen als historisches christliches Wesen vermittelt wird. Wie so Europa statt Kulturaufklärung zu bewirken, zu einer säkularen Insel inmitten teils auch missbrauchter und mörderischer Religiöser Glaubensvorstellungen wird, wie sie im Mittelalter Konjunktur hatten. Denn ob er dann diese Geschichte geschrieben hätte, die zum Kult wurde, über den mittelalterlichen Verfall der katholischen Lehre im Schriftdogma Geschichte machte, bezweifle ich stark. Doch auch seine Geschichte ist es, die einer neuen Aufklärung führte,  die nun nach neuem Verstand ruft und diesen ermöglicht.

Wie es höchst kreativ vernünftig, damit weder ein Scheinwesen, noch Betrug zur Manipulation der Masse war, wenn die im logischen Werden begründete Vernunft in der bekannten Form (als wanderpredigenden Gottessohn in einem Kaiserevangelium, die alten Mythen nicht nur inhaltlich, sondern auch literarisch erfüllend), zum Leben gebracht wurde, wird mit Blick auf den Gottessohn überlegt.

V. Markus: Der Missverstand des Gottessohnes

-Wer war der Gottessohn des Markus?

Da Sie kein Dogmatiker, sondern ein Historiker, bitte ich Sie auch zu bedenken, was uns in historischer Realität Gottessöhne waren. Und was dem „Gottessohn“ des Markusverfassers damit logischerweise zugrunde liegen muss. Für dogmatische Schriftgelehrte wie Klaus Berger war klar, dass der junge Mann, den sie den heutigen Theologen in den Kopf geblasen haben, der Gottessohn war und ist. Ende. Doch als Historiker, ebenso wie als an theologischer Wahrheit interessierter Wissenschaftler wollen Sie darüber nachdenken, um was es dem Verfasser in seiner Geschichte, die nach ihren Worten vom Gottessohn im Stil der Zeit handelt, ging.

Denn dass die Unterstellung der Kritiker, ein junger Mann oder nur ein völlig fiktives Konstrukt wäre rein literarisch im Sinne von „Dying and rising Gods“ zum Kult geworden, ein Kurzschluss ist, zeigte allein ihre Markusvorlesung. Zumal dort, wo „Auferstehung“ als Wiederverstand selbstverständlich ist, auch klar sein müsste, wie bereits das philosophische Bedenken der Götter, die Synthese der verschiedenen Figuren, der Namenstausch oder Zeus/Jupiter als Überfigur/Vater aller Götter (damit der im Monismus begründet philosophische Monotheismus) ein Werk antiker Vernunft (Logos) war, der schon so die Funktion dessen bekam, was wir als Josua/Jesus den ausgedienten Gottessöhnen entgegenstellten.

-Was war in unserer Zeit (auch für den Markusverfasser) statt Gottessohns-Mythen maßgebend?

Auch wenn Sie Markus aus der Geschichtsmitte reißen, ihm aufgrund seiner märchenhaften Geschichte, die Sie in die Christologie einreihen, den Mittelplatonismus absprechen. Gleichwohl der damals Roms Denken bestimmte. Und der den anderen Christologen, nicht allein mir oder Justin galt. Ein ganzes Semester machen Sie Mittwoch für Mittwoch deutlich, wie die wahrscheinlich im Mittelplatonismus Roms oder Syriens verfasste Geschichte eines neuen Denkens und eine entsprechende Auseinandersetzung im Prozess der Zeit beschreibt. Denn genau das haben Sie in Ihrer Vorlesung über die Diskussion, die Ablehnung bei der jüdischen Traditions-Obrigkeit und die Missverständnisse in den eigenen Reihen über das Wesen des Gottessohnes gut verdeutlicht. Und da dieser für Sie nicht einfach der junge Mann mehr sein kann, der das ja logischerweise nicht war und sein wollte, so wenig wie eine Glaubensvision oder ein literarischer Betrug, müssen Sie fragen, um was es dem Verfasser beim jüdischen Gottessohn ging.

Auch wenn wir daher den Mittelplatonismus, für den eindeutig die Vernunft das Wesentliche war, weglassen, so sehen wir einen hochgelehrten Gelehrten (Theologen/Philosophen), der wie auch ich einen Denk-/Erkenntnisprozess und die heute von Ihnen geschilderte Auseinandersetzung in Volkskult-Geschichten beschrieb. Doch was hat diesen Denker, der nicht einfach ein traditionshöriger  dogmatischer jüdischer Schwätzer oder Schriftgelehrter war, dessen Gottessohn vielmehr von der Obrigkeit als der jüdisch erwartete Messias verworfen wurde, geritten. Was sonst als die uns als Wort geltende Vernunft des Werdens/aller Vegetation (auch in Kultur) war also der Gottessohn dieses römisch-jüdischen Gelehrten, der abgelehnt und missverstanden wurde, allein vom Begriff des „Gottessohnes“ ausgehend?

-Warum hat ein aufgeklärter Juden vom Gottessohn geschrieben?

Dass die Juden Götter und damit die Vielzahl der bekannten, nicht zuletzt aus meiner alten Heimat (ägyptischer Hochkultur) kommenden griechisch-römischen Gottessöhne, wie auch die an Stelle der Pharaonen getreten Kaisergottheit verneinten, ist Ihnen bekannt. Der Sinngrund, der Unsagbar war und sein wird, der sich auch für mich in der medizinischen Hilfe des Arztes zeigte/offenbarte, statt in wundersamem Geschehen, hatte keine zweibeinigen Kinder mit Bart. Auch wenn die die in David königlich personifizierte, jedoch bei Juden zu jeder Zeit in Schöpfung begründete Weisheit im Stile eines jüdischen Gottessohnes daherkommt. Die Gottessöhne waren im Judentum nicht das Maß der Dinge. Und noch weniger wäre dort, wo man in Moses, damit den Propheten allegorisch eine frühe Philosophie sah, ein ehe- und arbeitsscheuer Landstreicher zum Kult geworden. So wenig wie eine von diesem ausgehende Auferstehungsvision etwas mit dem mit dem für uns in Vernunft lebendig Wort zu tun hat. Ihre wissenschaftliche Aufgabe wäre es, nach einem Verständnis zu fragen, das die alten Gottesgestalten inhaltlich aufnahm, sowie als neuer Tempel und Thora Erfüllung gesehen wurde. Das alles ist nur in dem zu erklären, was den Philosophen, wie uns als Vernunft galt und so lebendiges Wort, wie in der bei uns erarbeiteten Kultursynthese auch als der eine Gottessohn zur Bestimmung gebracht wurde.

Was den Griechen die aus Ägypten kommenden Gottessöhnen wie Osiris oder der persische Mithras bedeuteten, so das Werden/ Vegetation in der Kultverehrung menschlich verkörperte, war den Hebräer in ihrer Himmels- Naturbeobachtung das Wort. Schöpferische Wirklichkeit wurde von den Hebräern in Schrift gefasst, war Wort. Die Vernunft allen kreativen Werdens wurde so nicht nur verehrt, sondern war auch für das Leben in menschlicher Gemeinschaft maßgebend. Auch Zahlen- und Zeichen, die sich auf noch mystische Weise im kreativen Geschehen des Ganzen begründeten, waren bekanntlich dabei traditionell das Thema. Und sind dies in der Kabbala auch geblieben.

Egal ob wir mystische Modelle des Weltganzen unterstellen oder die mir geltende logische Erklärung, wie sie die griechischen Schulen gaben. Es gab es bei uns Juden keine Gottessöhne im klassischen Sinne. Die Propheten (frühe Philosophen) hatten im Weiterdenken der Theologie der Hochkulturen von den Opferkult für persische, wie ägyptische Gottessöhnen, so auch dem Pharao befreit. Auch wenn das von Kultobereren in Jerusalem verwaltete Gesetz/Thora und der Tempel als Mittler einer schöpferischen Wirklichkeit im menschlichen Leben standen, so war das Wort an die Stelle der Gottessöhne getreten. Ganz Israel, das Hören des bis zu unserem aufgeklärten Verstand (Auferstehung) nur Beschnittenen geltenden Wortes hatte die Kultfunktion/Rolle, die bei den Griechen die Gottessöhne hatten. In diesem Sinne mögen zwar Menschen mit Verstand, die Hören und Weltvernunft halten, als Gottessöhne gelten. Doch nicht von einem jungen Handwerksburschen ging das Weltjudentum aus, das alle Welt zu Hörern, damit Gottessöhnen machen sollte, Thema auch bei Markus war.

Wer sonst als die Vernunft musste das Kreuz tragen, die Rolle der Gottessöhne einnehmen?

Mit bärtigen Gottessöhnen, die bei den Griechen und Römern für die Kultverehrung der verschiedensten kreative Wesentlichkeiten standen, hatten die Juden auf jeden Fall nichts am Hut. Noch weniger wäre ein junger Galiläer oder eine eigene nächtliche Vision für einen jüdische-römischen Denker, ein jetzt im Leben maßgebender Gottessohn gewesen. Und auch die genannten Adressaten, für die die Geschichte geschrieben wurde, kommen dafür unmöglich in Frage. Stellen Sie sich bitte Juden oder auch Römer unserer Zeit vor, denen Sie jetzt wenn nicht mehr einen jungen Mann, so doch eine von dem ausgehende Vision als für das rechte Leben maßgebenden Gottessohn unterjubeln wollen.

Wer nicht wie die alten Hochschullehrer einen jungen Mann als Gottessohn dogmatisch-gläubig voraussetzt, sondern historisch arbeiten will, muss sich der Frage stellen: Was sonst als die uns als Wort geltende Vernunft verbirgt sich hinter dem Gottessohn, um den es einem denkenden, damit theologisch-philosophischen Juden Roms kurz nach der Zeitenwende  ging?

-Wer steht hinter dem Bild vom Weisheit lehrenden Gottessohn bei Markus?

Und was Grundlage der ägyptisch-griechischen Gottessöhne war, ebenso welche Aufgabe/Rolle diese pagane Ausdrucksformen der Vegetation/des Werdens (für uns schöpferischer Vernunft: Wort) in Kultur hatte, wurde von uns bekanntlich bedacht. In diesem Sinne lässt sich dann für Sie, der sie in einem Ihrer Bücher auch über  „Die Wirklichkeit als Bild“ nachdenken, sicher verstehen, warum es kein Fehler, sondern das Bild der Markusgeschichte vom Gottessohn kulturelle Vernunft/Notwendigkeit war. Wenn ein im Gottessohns-getränkten Rom schreibender Jude das schöpferische Wort, damit die uns maßgebende, in Kreativität/Vegetation begründete Vernunft,  bei seinen Lesern/im Volk zum Klingen bringen wollte, blieb ihm nur dieser Weg.

Und während trotz meiner vielen ähnlicher Erzählungen mit philosophischem Grund (beispielsweise der Josefs-Erzählung als Alternative zum Kaiserkult)  keine frohen Botschaft von der maßgebenden Wort/Vernunft als Gottessohn im Stile eines Kaiserevangelims verfasst wurde, war dies das notwendige, logisch-literarische Handwerk der Zeit, insbesondere in Rom.

Auch wenn es das Buch Ihres Kollegen Jan Assmann, über „Maat“, das er „vertikale Gerechtigkeit“ nennen wollte, damit in kosmischer Ordnung begründe gerechte Lebensweise, was hinter allen ägyptischen Gottessöhnen stand, noch nicht gab.  Uns ägyptischen Religionswissenschaftlern war nicht nur klar, wie „Maat“ die Vegetation/das jetzt in Vernunft erklärte Werden in vielen Gottessöhnen verkörperten.  Und wie dies so die ägyptische Hochkultur dann über die Propheten bis Paulus trug, sich nach Assmann als Prinzip in der Entwicklung der Zeit durchzieht. Uns war die Sinnhaftigkeit der Ausdrucksweisen in Gottessöhnen, deren kulturelle Vernunft wir als Seelsorgen  bzw. antike Psychologen bedachten, wohl bewusst. Uns war klar, wie eine kreative Ordnung, die ihr heute in Evolution begründet, Ökologie nennt und nach einer ganzheitlich-ökologischen Lebensweise ruft, Ku(ur)sprach-modelle in Re-ligion voraussetzt. Denn das, was schöpferisch wesentliche ist, Sinn macht für die gemeinsame Zukunft, muss aus ganzem Herzen gefeiert, geliebt, zum Kult werden.

So ist es für Sie, der in „Die Wirklichkeit als Bild“ das Neue Testament als Grunddokument der abendländischen Kultur im Licht konstruktivistischer Epistemologie und Wissenssoziologie beschreibt  sicher verständlich,

-warum der Markusverfasser in Rom das Wort, damit die von uns Diasporajuden verstandene Vernunftlehre als „Gottessohn“ dem Kaiserevangelium entgegenstellte.

-Wie in dem durch uns begründeten Neuen Bund/Testament ein Wandel auch in der Literaturform stattfinden musste.

-Wie aus den Gottessohn die mysteriöse Abenteuer erlebten, ebenso eindrucksvoll und die Menschen weiter bewegend ein Galiläer wurde. Auch wenn bei uns die Vernunft logischen Werdens inhaltlich die tragende und heilswirkende, die Augen öffnende Rolle der Göttermythen eingenommen hatte, ist für Sie als Kulturbildwissenschaftler verständlich, warum diese auch literarisch in ähnlicher Weise heilten oder weiter bildlich übers Wasser gehen musste, wie die alten Gottessöhne.

-Auch dass der Markusverfasser die Vernunftlehre in der Rolle eines Wanderpredigers oder Kynikers verkörperte, ist logisch. Die Philosophen und Weisheitslehrer waren jetzt im Leben Mittler des menschlichen Rechtes, der rechten Lebensweise. Sie hatten die Rolle, für die vormals Pharaonen, Kaiser und die Mythen von Gottessöhnen standen.

Doch entsprach die von den Philosophen und Wanderlehrern verkündete Weisheit einer Vision oder menschlicher Meinung? Waren die Weisheitslehrer selbst das bekanntlich durch Sie in Natur/Schöpfung (Logos) begründete Recht? Ging von ihnen das Maß der rechten Lebensweise aus? Oder war es die Vernunft als Wort, was Markus als Alternative zum Kaiser empfahl und auf kulturell kreative Weise seiner Zeit in seiner Geschichte als in Diskussion stehendes Heilswesen und wahren einen Gottessohn vorstellte?

-Was war die historische Realität hinter der kreativen literarischen Ausdrucksweise?

Wobei es in der Geschichtsrealität, wie in der Markusgeschichte nicht einfach darum ging, ein neues fiktives Mythen-Wesen jungfräulich als Gottessohn schöpferisch autorisiert hinzustellen. Galt es doch, die Vernunft, die jetzt in medizinischer Hilfe Heilkraft hatte und in Schöpfung bezeugt, autorisiert war, entsprechen der bekannten Vorstellungen auszustatten. Und da Sie in der Vorlesung auch noch deutlich machen, wie hier eine Alternative zum Kaiserkult geboten wurde oder eine theologische Auseinandersetzung um das Wesen unseres neuen jüdischen Bundes/Testamentes, wie die Missverständnisse bei den eigenen Jüngern, die bis zur Kirche reichen berichtet sind, kann man vor diesem Denker und seiner literarischen Leistung nur den Hut ziehen.

Auch wenn er möglicherweis im griechischen Text beim christlichen Wesen noch von einem Pantokrator wie Zeus schrieb. In dem die Römer entsprechend dem antiken Monismus jetzt die gesamten Vegetation/alles Werden verkörpernden Gottessöhne jetzt zusammenfassten. (Wie das ein aufgeklärter Verstand, damit die Auferstehung/Wiederverstand des Altbekannten im Logos/Vernunft der Zeitwar, ähnlich wie wir ihn mit Moses in der Funktion Josua bewirkten und auch bei dem Wiederverstand der von Isis & Co. mitwirkten, habe ich gerade in einem Brief an einen radikalkritischen, heute den historischen Jesus verneinenden Theologen geschrieben. Denn es reicht nicht, nur darüber nachzudenken, ob die christliche Auferstehung der der griechischen Gottessöhne vorausging bzw. was wem als literarische Vorlage diente. Es führt zu Fehlschlüssen, wenn nicht bedacht wird, wie selbst der römisch-aufgeklärte Verstand ihrer alten Gottessöhne wegweisend für die Konversation zu dem von uns erneuerten Judentum, damit Josua, Jesus am Werk war. Wie so eine Bestimmung frei von Göttermysterien gefeiert und bestimmend wurde, die nicht mehr in traditioneller Gesetzlichkeit für Beschnittene, sondern in Vernunft begründet war.)

-Was sonst als die Vernunft in bekannter Gestalt erfüllte in Geschichte die Gottessöhne?

Die Zeit der Götter war nach dem Wandel vom Mythos zum Logos abgelaufen. Auch der Kaiser hatte seine schöpferische Autorität verloren. Nicht allein Nero, selbst später Marc Aurel konnten keine kreative Vernunft mehr vermitteln, zum Leben werden lassen. Und welches Unwesen bei den Göttermysterien in Stierblutritualen getrieben wurde, denen noch die griechischen Philosophen anhingen, muss ich Ihnen nicht erklären. So ist es sicher mehr als verständlich, dass in Zeiten antiker Aufklärung immer mehr Römer ihren Gottessöhnen nicht weiter opfern wollten, sich zum jüdischen Kult bekannten. Denn dass ohne einen gemeinsamen Kult kein Staat zu machen ist und gerade eine Globalisierung nicht ohne denkerische Synthese der Kultvorstellungen möglich ist, war uns Diasporajuden philosophisch-hellenistischer Bildung klar.

Ich bitte Sie daher, die Diskussion im Prozess der Zeit sowie die Dimension des von uns erneuerten Bundes, der auch dem Text des Neuen Testamentes zugrunde liegt, als geschichtlichen Grund in der Markus-Geschichte zu bedenken. Indem wir die im gesamten Hellenismus geltende Vernunftlehre nicht nur als das verstanden, was die Gottessöhne verkörperten, sondern im Sinne des Moses-Wortes, so das alte Gesetz und seine Gebote als frühe Philosophie, haben wir im jetzt weltgültigen Exodus/Ostern (aufgeklärtem Verstand des Alten) den Kult ohne Göttermysterien und Gottkaiser auch denen eröffnet, deren Vätern die Vorhaut nicht beschneiden war.

-Wie sonst wäre der Wandel bewirkt und Geschichte geworden, ohne Geschichten wie Markus?

Der kulturelle Wandel wäre jedoch sicher nicht zustande gekommen, wenn Literaten wie Markus nur eine der bekannten platonischen Abhandlungen von der Vernunftlehre als Rechtsgrund, Staatswesen… oder auch deren notwendige menschlichen Ausdrucksweise in Gottessöhnen geschrieben hätten. Oder wenn nur wie z.B. bei Justin oder den neuplatonischen Vordenkern/Väter der Kirchen argumentiert worden wäre, warum die jüdisch Ausdrucksweise der Weltvernunft als heilender, sterbender/auferstehender Weisheitslehrer (in Funktion Josua als der eine weltgültiger Gottessohn) den alten  Göttermythen überlegen, Zukunft war.

Auch wenn Anfangs in der Kirche noch nicht die Neuen Texte, sondern die Volksgeschichten des Alten Testamentes gelesen wurden und möglicherweise erst der christliche Markionismus, der das Alte Testament auch Literarisch ablehnte und daher den ersten Kanon für die Kultlese mit neuen Kulttexten herausgab. Die Zeit war reif für den literarischen Wandel: Die Geschichte von einem Gottessohn in Form eines Wanderpredigers, der dann auch noch einen Götterbart, das Aussehen eines Zeus-Pantokrators bekam, war maßgebend für den weiteren Geschichtsverlauf. Nur in dem die Vernunft dieses  Kreuz an der Achse (nach dem Wandel vom Mythos zum Logos, wie einem jetzt Orient und Okzident umfassenden neujüdischen Kult) auf sich nahm, ist die Geschichte der westlichen Welt zu begründen. Und nur dadurch konnten Denker wie Erasmus und Reformer wie Luther, der sich gegen die selbst zu Geldbeschaffung missbrauchte scholastische Philosophie Roms auflehnte, den Menschen einen Halt geben, Bestimmung in Schriftform vermitteln. Auch wenn an diesem Kreuz nicht nur die heutigen Radikalkritikern, sondern die Hochschullehrer in Heidelberg leiden, die Bilder der Geschichten gefangen halten. Nur so war ein Kult zu begründen, der selbst die Natur auf andere Art vergötternde Kelten, Franken oder Germanen mit einband und dann in Schriftform über den Verlust der Vernunft im Mittelalter, bis zur Aufklärung getragen hat. Allein Vernunftlehren hätten nicht zu einer Aufklärung, wie sie jetzt einen neuen Verstand des Alten ermöglicht, auch Sie dazu aufruft.

Denn wie Sie da auf die völlig absurde Idee kommen können, hinter dem Gottessohn des Markusverfassers wäre doch nur ein junger Mann gestanden oder eine durch diesen egal wie ausgelöste Vision, das ist mehr als Wissensverweigerung. Ihre Studenten im Gauben zu lassen, der „Gottessohn“ des Markus hätte etwas mit dem von ihnen in der Einführungsvorlesung vermittelten heilspredigenden Handwerksburschen zu tun, der mit seinen Anhägern in Galiläa um den See zog, das ist so wissenschaftlich, wie die alten Ägyptern oder unserer Zeit zu unterstellen, sie hätte in Maat  versehentlich ein früh verstorbenes junges Mädchen verehrt. Oder bei Osiris oder gar Zeus wäre es um bärtige Männer gegangen, deren in Logien kursierende Meinung das Thema von Verhaltenslehren wie in der Stoa gewesen wäre, maß menschliches Leben. Bitte hören Sie endlich auf, uns einen solchen Stuss zu unterstellen und dann Ihren Studenten zu Recht die bildhafte Bedeutung der theologischen Markusgeschichte beizubringen.

Es bleibt dabei: Die heutige Hypothese vom handauflegenden Handwerksburschen, der nach seinem Tod in Auferstehungsvisionen zum Gottessohn wurde, stellt nicht nur das selbst freigelegte Wissen um die Bedeutung der Markusgeschichte oder deren geistigen Kontext  völlig auf den Kopf. Die Menschen im Glauben an einen Guru zu lassen, ist aber nicht nur unwissenschaftliche und unhistorisch. Dies verhindert den aufgeklärten Verstand einer schöpferischen Bestimmung in dem, was heute als Weltvernunft gegenseitig gefordert wird. Was im christlichen Kult, in der Kirche gefeiert, im Namen Jesus mehr als die reine Ratio auf mündige Weise elementar in verant-wort-ung nehmen könnte.

In großer Hochachtung vor Ihrer wissenschaftliche Arbeit Sie erneut um ein Forschen aus unserer Perspektive bittend und herzlichen Grüßen aus den Zeiten christlichen Advents.

Philo von Alexandrien

im Namen des aufgeklärten philosophischen Diasporajudentums der hellenistischen Hochzivilisation

VI. Markus: Die Geschichte der Vernunft im Prozess der Zeitenwende – Hoffnung auf Weltvernunft: Josua/Jesus

Die Markus-Vorlesung von Prof. Peter Lampe in Heidelberg zeigte: Der in heutiger Lehre als historisch vorausgesetzt junge Mann Namens Jesus, wie er von Ihm auch in der Einführungsvorlesung vorgestellt wurde, kommt weder in der Geschichte, noch den Kult(ur)geschichten vor. So wenig den prophetischen Anfängen die Meinung eines Mannes mit Namen Moses oder dessen Verherrlichung zugrunde liegt, kann es weiter wissenschaftlich sein, aus Markus einen Heilsprediger herleiten zu wollen. Es ist unmöglich geworden, den, der in den Augen hellenistischer Juden (Verfasser der biblischen Texte), wie der gesamten christlichen Lehre Erfüller Moses, damit das in griechischer Philosophie begründete, jetzt weltgültige Wort/Bestimmung war, so als Josua/Jesus galt und wirkte, weiter als einen in Auferstehungsvision zum Heil erhobenen Hippie (Aussteiger, Kyniker) aus Galiläa zu vermitteln.

Denn in dieser Konsequenz wird selbst dem mittelplatonischen Markusverfasser, damit dem die Moses-Tradition allegorisch als frühe Philosophie verstehenden aufgeklärten Diaspora-Judentum Roms unterstellt, in einem Handwerksburschen, der mit seinen Anhängern durch die Lande zog, das Heil gesehen oder ihn literarisch dazu gemacht zu haben. Es kann nicht der Wissenschaft letzter Schluss sein, die Wiedererweckungsvision eines antiken Charles Mason (ein Sektenführer, der aus modernen Kynikern/69er Aussteiger-Hippies hervorging, sich als neuer Jesus sah, wie dieser damals der neue Moses gewesen wäre) als Grund des neuen Testamentes hinzustellen. Dann es heute als neues Paradigma der Jesusforschung zu bezeichnen, ähnlich wie die Gedankenwelt des amerikanische Guru-Psychopathen hinterfragt wird, nach dem Grund zu forschen, der zur Verherrlichung eines Heilspredigers nach dessen Tod führte. Denn was den heute als historisch gelehrten Sektenführer Namens Jesus von Mason unterscheidet ist nur, dass sich der Irre Ami (oder war er nur zynisch/kynisch) als wiedergeborener Jesus sah. Während sich der angebliche Junghandwerker (egal ob jüdischer Kyniker, Weisheitslehrer der nicht lesen konnte oder…) logischerweise erst nach seinem Tod zu etwas gemacht wurde, was er nicht war und wollte.

Dabei ist bekannt, wie die Vernunft nicht nur allen anfänglichen christlichen Lehren galt, sondern zum neuen Testament führe. Wir wissen, wie die Erneuerung des jüdischen Bundes, die auch in Qumran bedacht wurde, durch die philosophische Bildung des Diasporajudentums, dort gar im Namen Josua/Jesus, in Vernunft begründet wurde. Davon ausgehend lässt sich ganz logisch erklären, wie in der Vernunft, die die traditionelle jüdische Obrigkeit verwarf, das Heil gesehen wurde. Und auch wie die Vernunftlehre bei ihren Jüngern bzw. anfänglichen Bewegungen zu Missverständnissen und Diskussionen führte, ist bekannt. So lässt sich verstehen, was der Markusverfasser in narrativen Geschichten dem Kaiserevangelium entgegengestellte, im Volk in Gestalt eines Wanderkynikers im Erbe der Göttermythen zum Klingen, zum Leben, so Vernunft zur Welt brachte.

  1. Das Wissen um die wahre Geschichte Jesus liegt auf dem Tisch

Nur zu behaupten, es sei um den Mythos ablösenden Logos (Vernunftlehre) gegangen, einen historischen Jesus abzustreiten oder aus ihm gar einen neuen Mythos machen zu wollen, wird so wenig der Geschichte und den Geschichten gerecht, wie einen jungen Mann vorauszusetzen. Um nicht nur den historischen Jesus, sondern auch seine heutige Wirklichkeit und kulturelle Bedeutung/Heilswirkung wissenschaftlich zu bedenken, wäre es Aufgabe heutiger Theologen, nach dem zu fragen, was zur Zeitenwende als Vernunft, aufgeklärten Juden als weltgültiges Wort Hoffnung auf eine neue Zeit gab. Was so in Folge Moses als Josua, lat. Jesus lebendige Wirk-lichkeit war, in einem neuen jüdischen Paradigma die christliche Mission in zahlreichen konkurrierenden Bewegungen auslöste.

Dieses Wort/menschliche Bestimmung begründete sich jetzt nicht mehr in Mythen oder jüdischer Gesetzlichkeit, sondern im natürlich-schöpferischen Werden bzw. der Vernunftlehre (Logos), die im Mittelplatonismus rund um das Mittelmeer und auch dem hellenistischen Markus-Verfasser maßgebend war. Der in seiner märchenhaften Geschichten den historischen Prozess, die Diskussion um das Wesen und die Heilsbedeutung der Vernunft als Christus kult(ur)gerecht (im Erbe erfüllter Vorbilder und damit auch dem Kaiserevangelium) zum Klingen brachte.

Denn die heutige theologische Deutung von Markus, dessen Geschichte nach geltender Quellentheorie neben Weisheitslogien auch für Matthäus und Lukas Vorlage war, macht nicht nur klar, dass es dort nicht um einen jungen Hippie ging. Wie damit nicht nur Johannes, sondern auch die Synoptiker, die bisher als Lieferanten eines Sektenführers galten, von Geburt, Heilswirken, wie Passion Jesus das Leiden und ewige Leben dessen beschreiben, was die Antike Logos, wir Weltvernunft nennen. Was wir aber ohne kulturelle Aufklärung (als Christen in aufgeklärtem Verstand Jesus und damit kultureller Bestimmung) weitgehend vergeblich herbeibeschwören wollen.

Was auch wir wieder im natürlichen Ganzen als Ökologie, wie im evolutionär-kreativen Werden beschreiben und so eine Weltvernunft begründen, wurde zur Zeitenwende als das bereits im Namen Moses gegebene Wort, für Juden kulturelle Bestimmung verstanden. Was jetzt weltgültig war, so von Aberglaube alter Gesetzlichkeit und Götzen, allzu menschlichen Göttern und Gottheiten befreite, daher in Geschichte die Funktion Josua, lat. Jesus hatte. Was aber auch für Streit mit der Traditionslehre und für Missverständnisse unter den eigenen Jüngern (Erneuerungsbewegungen) sorgte, jedoch Hoffnung auf neue „Goldene Zeit“ gab: den Weg ins gelobtes Land, zum neuen Jerusalem. Das alles ist auf narrative Weise nicht nur in Markus beschrieben, sondern geschichtlich bekannt.

Das, was nach heutigem Wissen in der ältesten, als Vorlage für die weiteren synoptischen Jesusgeschichten dienenden Markustext an theologischen Auseinandersetzung und Bedeutung des christlichen Wesen narrativ dargestellt wird, ist im Prozess des philosophischen Disaspora-Judentums zu bedenken: Dort, wo die Vernunftlehre im aufgeklärten Verstand (Auferstehung) als das den Alten gegeben Wort  (im kreativen Werden/kosmischer Wirklichkeit begründeter Bestimmung) verstanden wurde. Was den neun Bund/Testament und damit die kulturelle Wende des Westens begründete. Indem der jetzt weltgültige prophetische Kult in Folge Moses an Stelle der Götter wie Isis oder die nur für Beschnittene geltende erstarrte Gesetzeslehre zur lebendigen universalen Bestimmung wurde, so als Josua/lat. Jesus wirkte.

Auf jeden Fall ist es nicht nur unwissenschaftlich, sondern macht es den christlichen Glauben zum Irrsinn, aus Markus einen jungen Mann aus Galiläa als den historischen Jesus ableiten zu wollen. Denn mit Auferstehungsvisionen von dessen Anhängern, allegorischer Aufwertung eines kynischen Hippies, der als  Handwerksburschen nicht lesen und schreiben konnte, dessen literarisch-hellenistische Einfärbung, wie es bei der Sektenführer-Hypothese logischerweise angenommen werden muss. Damit ist die in der Vorlesung dargestellte Bedeutung, ist keine der theologischen Debatten und Erzählungen zu erklären. Die Welt im Glauben zu lassen, bei der narrativ im Stile der erfüllten kulturellen Vor-bilder erzählten Theologie-Auseinandersetzung der Jesus-Geschichten wäre es im historischen Grund um einen jungen Guru gegangen, das kann nicht der Wissenschaft letzter Schluss sein. Das ist so, wie den Verfassern des Froschkönigs unterstellen zu wollen, sie wären Tierfreunde gewesen, die ihrer Gartenkröte nach deren grausamen Tod eine Krone aufsetzten.

Doch das ist nicht nur mit Blick auf die biblischen Geschichten und ihre in der Zeit zu beobachtende theologische Bedeutung völlig unhaltbar. Das macht die gesamte christliche Geschichte zum bedeutungslosen Irrsinn. Die Hypothese vom historischen Heilsprediger verhindert den aufgeklärten Verstand des Alten, um in mündigem Auferstand in heute definierter Welt-Vernunft eine gemeinsame Bestimmung (Wort) zu erwecken, sie kulturell zum Klingen zu bringen und bei mündigen Christen im Namen Jesus verant-wort-lich zu leben, auf kreative Weise gemeinsam Zukunft zu gestalten.

  1. Josua/Jesus, das weltgültige Wort, Alternative zum Kaiserkult

Wo der biblische Jesus dogmatisch als Gottessohn oder lebendiges Wort galt, stellten sich die heutigen fragen nicht. Doch nicht nur die Logik heutiger Zeit und Leseweise lässt dies nicht mehr zu. Auch das Wissen, dass die hellenistischen Verfassern der Texte die philosophische Vernunft an Stelle der Gottessöhne setzten und als das bereits Moses gegebene Wort/Bestimmung verstanden, macht es völlig unmöglich, dass sie einen jungen Mann als Gottessohn gesehen oder hingestellt hätten.

Die Zeit, die Bibel als historischen Bericht vom einen wahren Gottessohn mit zwei Beinen zu lesen, ist endgültig um. Auch wenn beispielsweise Klaus Berger, der sich vor 20 Jahren weigerte, die Vernunft der Geschichte(n) zu bedenken, seinen Schülern weiter einen jungen Mann in den Kopf setzte, den diese heute logischerweise als nachträglich hochgejubelten Handwerker vermitteln müssen, zurecht als Bibelfälscher beschimpft. Weil es dort an keiner Stelle um den geht, der heute als historisch gelehrt wird. Doch wie Berger, ein Wesen auf zwei Beinen vorauszusetzen, dann aber dessen Gottessohnschaft oder hoheitliches Wesen ohne weitere Fragen bewahren zu wollen, das funktioniert nicht mehr. Seine damalige Empfehlung, nicht so viel auf die Vernunft zu insistieren, sondern in der Bibel zu lesen, wird durch die Auswertung der Markus-Vorlesung ernst genommen, dadurch ein weiter Beleg für die Weltvernunft als historisches Wesen Jesus erbracht.

Allein das Wissen, dass hier ein Mittelplatoniker der ersten Jahrhunderte wahrscheinlich in Rom im Stile des Volkskultes eine Geschichte dem Kaiserevangelium entgegenstellte, müsste klar machen: Das christliche Heilswesen kann für einen Juden platonischer Bildung, dem die Vernunft Maßgabe war, Hoffnung gab, unmöglich ein junger Mann gewesen sein. Hellenistischen Juden ging es um das, wir heute Weltvernunft nennen. Die Vernunft als Wort/Bestimmung im Volk war das, was der Markusverfasser in Form eines Evangeliums dem Kaiserevangelium als frohe Botschaft einer neuen Zeit entgegenstellte: Auf seine literarische Weise Vernunft zur Stimmung brachte, im Sinne Moses zur Bestimmung des Volkes machte.

Und wenn allein bedacht wird, wie dieses Evangelium von einem neuplatonischen Vernunft-Fanatiker aus Alexandrien, wie Athanasius, neben Johannes für die lateinische Kult-Lese ausgewählt wurde und wie die den Mythos ablösende, Logos genannte Vernunftlehre für alle kirchlichen Vordenker oder die Kirche erbauenden Kaiser galt. Dann dürfte es keine Zweifel mehr geben, um was es anfänglich beim ausgediente Götter-, wie den Gottkaiserkult ablösenden Moses-Nachfolger Josua, lat. Jesus ging.

Wie die gesamte heutige exegetische Deutung von Markus im Prozess des philosophischen Judentums der Zeitenwende nachzublättern ist, die Vernunft als Wort dort das maßgebende Wesen war, das die Wende bewirkte, wird im Namen Philo von Alexandrien (damit dem, was wir über die Bildung jüdische-hellenistischer Aufklärung im Diasporajudentum wissen) unter www.jesus-lebt-wirklich.de beschrieben. Auch wie ein junger Mann mit der in der Einführungsvorlesung vorgestellten Theologie des „historischen Jesus“ nicht zu machen ist. Wie es auch aufgrund allen Wissens um die Vorgängerkulte und die Zeitenwende um die Vernunft gegangen sein muss, die den Mythos ablösend jetzt in allem kreativen Werden logisch begründet wurde. Die so Maßgabe für die Verhaltenslehren war und sich vom Diaspora-Judentum maßgeblich Alexandriens ausgehend in zahlreichen konkurrierenden christologischen Bewegungen eines neuen jüdischen Paradigmas  in Mission der Vernunftbestimmung/Josua in ganz Nordafrika und um das Mittelmeer ausbreitete. All das ist unter dem wirkliche lebendigen Jesus nachzulesen.

Hier werden die Ausführungen von Professor Lampe in der Markusvorlesung im Wintersemester 17/18  aufgriffen und deutlich gemacht, dass der im Sommersemester in Heidelberg als historische Jesus gelesene nicht geht.

Wie die politische Dimension des Markusevangeliums einzig in dem zu erklären ist, was im hellenistischen Diaspora-Judentum als Vernunft und Wort in der kult(ur)geschichtlichen Erzählung vermittel, zum Klingen gebracht wurde. Und auch wie dort historisch nachzuvollziehen ist, dass die Vernunft als Wort, damit im Volk bestimmend, auch die in Markus vorgestellte Alternative zum Kaiserkult war, ist unter „Herrschaft der Vernunft“ in Fragen an Professor Lampe, einer Bitte um „Hilfe“ dargestellt.

In dieser Arbeit wurden auch bereits seine Aussagen über die Struktur des Markusevangelium als Beleg dafür deutlich gemacht, wie es in dessen „Ganzen“ nicht um den mit seinen Anhängern umherziehenden, anschließend zur Herrlichkeit gemachten/gesehenen Guru, sondern um die Reise nach Jerusalem ging, wie sie sich im aufgeklärten Diasporajudentum der Zeit Jesus in Josua beobachten lässt. Der die Rolle von Isis & Co., ebenso wie der Gesetzlichkeit für Beschnittene als Erfüllung einer jetzt neuen lebendigen Tora war. Und der damit auch die Kultrolle der Kaiser einnahm, die als Nachfolger der Pharaonen als Mittler und Herrscher der auf noch mythische Weise in kosmischer Wirklichkeit begründenden Vernunft galten. Was sich dann ja auch in geschichtlicher Realität vollzog, indem die Vernunft für das rechte Leben bestimmend wurde, das Christentum zum Staatskult wurde.

  1. Auseinandersetzungen um das wahre, zeitgemäße Wort, das Wesen der Vernunft in narrativen Erzählungen

Noch mehr machte dann die weitere Vorlesung über die Struktur und die Theologie der narrativ erzählten Geschichten deutlich, wie es das gegebene Wissen auf den Kopf stellt, aus dem Markusevangelium und damit auch den anderen Synoptikern einen jungen Mann und seine egal wie geartete Verherrlichung als den historischen Jesus ableiten zu wollen. So wird der Blick auf das verbaut, was in historischer Wirklichkeit war, im Westen Geschichte machte und in neuer Weise auf dem „Weg nach Jerusalem“ ist.

Wenn die Zeit um ist, die Struktur von Markus im Sinne einer geografischen Berichterstattung zu verstehen, bei der Reiseerlebnisse in zeitlicher Reihenfolge dargestellt werden. Dann kann es auch bei dem, was auf dem „Weg nach Jerusalem“ war, nicht um den heute gehandelten Handwerksburschen aus Galiläa und seine Freunde gegangen sein, die nicht begriffen, dass oder auf welche Weise ihr Anführer der neue wahre und einzige Gottesssohn war.

Unabhängig davon, dass es weder Juden noch Griechen in Zeiten hellenistischer Aufklärung, die auch nur halbwegs bei Verstand waren, selbst in größten Fieberträumen in den Sinn gekommen wäre, einen jungen Galiläer zum Gottessohn zu erklären. Da im Hellenismus beispielsweise die Vernunft allen Werdens auf noch mystische Weise in einer Personifikation wie Isis verherrlicht wurde, andere Göttersöhne für weitere kreative Wesentlichkeiten standen, selbst der Kaiser in seiner Gottheit der Vertreter der kosmischen Wirklichkeit auf Erden war. Sich auch das traditionell bleibende Judentum (beispielsweise die Kabbala als Schwester Jesus) in einer noch mystischen Zahlen- und Zeichenmystik in Beobachtung des Himmels bzw. kosmischer Dimensionen sowie allem Werden als Wort und nicht in einem Guru begründete. Wonach die Juden genau daher die Vergötterung eines Menschen, wie den Kaiser völlig ablehnten und Opfer an menschliche Gottessöhne schon von den Propheten verflucht wurden.

Aber allein, wie soll der nach heutiger Theorie historische junge Mann aus Galiläa, der nach der Einführungsvorlesung das alles nicht war und wollte, was logischerweise erst nach seinem Tod aus ihm als Gottes- Davidsohn und Messias gemacht wurde, seine Jünger getadelt haben, weil sie diese in ihm verkörperte Bedeutung nicht begriffen? Auch als eine egal wie gearteten nachträglichen Verherrlichung durch Auferstehungsvisionen lässt sich nicht die theologische Debatte um das christliche Wesen, lässt auch nicht eine der Bedeutungsaussagen und damit kein Satz in Markus erklären.

Die heute freigelegte Bedeutung der geschichtlichen Bilder bei Markus schließt nicht nur die Unterstellung aus, dass nur alten Mythen neu gemixt wurden, Isis nur einen neuen Namen bekam. Wobei bereits Isis als das die ägyptische Hochkultur tragendes  Kult-Wesen keine fiktive Vision war. Sondern hier die Verkörperung zur Verherrlichung von Maat, damit der im Sonnenverlauf, wie Fruchtbarkeit, damit kosmischer Ordnung begründeten Vernunft allen Werdens nach dort noch mythischer Wahrnehmung/Wissenschaft zu sehen ist. Gerade angesichts dieses Wissens ist es dann wissenschaftlich unhaltbar, einerseits bei Markus darzulegen, wie dessen Geschichten den Prozess der Ablehnung des christlichen Wesens bei der jüdischen Tradition oder den Missverstand der Anhänger beschreiben. Dann aber unterstellen zu müssen, nach dem Wandel vom Mythos zum Logos sei ein junger Mann oder eine Auferstehungsvision an die Stelle noch mythischer Vernunft-Verherrlichung getreten. Denn diese Unterstellung ist heute logischerweise die unabdingbare Voraussetzung, um die Theorie vom handauflegenden Handwerksburschen aus Galiläer halten zu können.

Selbst wenn ein junger Galiläer sich zu Lebzeiten als Gottessohn gesehen oder ausgegeben hätte, so wäre es unwissenschaftlich, einem mittelplatonischen Juden unterstellen zu wollen, er hätte diesem zum Thema seiner Theologie gemacht. Noch weniger lässt sich so die Markus-Geschichte von der Ablehnung durch die jüdische Obrigkeit oder die Blindheit Israels in einer Auferstehungsvision nach gewaltsamem Tod eines Heilspredigers erklären, der das doch gar nicht  war und sein wollte.

Denn der heute gelehrte Handwerksbursche hätte weder die Ablehnung seiner schöpferischen Autorität durch die alten jüdischen Autoritäten, noch die Blindheit Israels oder den Missverstand seine messianischen Bedeutung bei seinen Anhängern beklagt. Noch hätte es aufgrund einer Auferstehungsvision einen Grund für die geschichtlichen Inhalte gegeben. Denn allein die hochtheologische Komposition der Geschichten, wie sie heute dargestellt wird, war unmöglich nur eine frei erfundene Verherrlichungslegende. Bei der ein Gebildeter des jüdischen Mittelplatonismus die Ablehnung oder die wegen ihres Unverstandes der Gottessohnschaft getadelten Jünger in eine Auferstehungsvision einbaute, die die Anhänger eines Sektenführers hatten. Die Aussage hatte einen geschichtlichen Grund. Sie lässt sich in der Ablehnung der im hellenistischen Judentum als neue Bestimmung/Wort verstandenen Vernunft durch die traditionellen Glaubenslehrer sowie die Diskussion um das Wesen der Vernunft in den christlichen Reihen, der Jünger Josua beobachten.

Absurd wäre allerdings auch die Annahme, ein mittelplatonischer Denker des jüdischen Hellenismus, das die ägyptische Tradition, mythische Vernunft-Verherrlichungen in Götterpersonen ebenso allegorisch verstand, wie die jüdische Geschichte, hätte traditionelle jüdische Gesetzlichkeit, ausgediente Götter- wie ihre Gottkaiser in der Auferstehungsvision eines heilspredigenden Handwerksburschen ersetzen wollen. Was im Wandel vom Mythos zum Logos seine schöpferische Autorität verloren hatte oder wie nicht allein Nero der Mittlerrolle der in der Stoa rund ums Mittelmeer auch von hellenistischen Juden gelehrten Vernunft nicht mehr gerecht werden konnte, wäre von einem solchen Diaspora-Juden, wie er als Verfasser gilt, völlig unmöglich in einem mit seinen Freunden um den See ziehenden Hipie ersetzt worden.  Auch die traditionelle jüdische Gesetzlichkeit hätte ein Mittelplatoniker, dem nun die Vernunft sagte, was Recht und richtige Lebensweise ist, nicht durch Weisheiten aus dem Mund eines Handwerksburschen oder Auferstehungsvisionen ersetzt.

Doch wie selbst die Markusgeschichte dann ganz konkret zeigt, ging es um die Vernunft als christliches Wesen und nicht um einen heilspredigenden Landstreicher. Wenn beispielsweise das Versagen im Verständnis bei Petrus, eine Leidensgeschichte im Dreiklang als Weg nach Jerusalem dargelegt wird. Dann muss man doch endlich aufhören, aus Markus einen Handwerksburschen ableiten zu wollen, der seinen Freund und ehemaligen Fischer tadelte oder dem das alles nach Auferstehungsvisionen in den Mund gelegt wurde.

Aufgabe der Hochschulwissenschaft wäre es, den im hellenistischen Judentum nachvollziehbaren Kulturwandel zu bedenken, nachdem in Folge Moses als frühe, götteropferfreie Philosophie, die untauglich gewordenen mythischen Vernunft-Verherrlichungen wie Isis in einem jetzt weltgültigen Judentum, damit in Funktion Josua, lat. Jesus ersetzt werden mussten, dem nicht mehr das jüdische Gesetz, sondern die Vernunft Wort/Bestimmung war. Woraus sich bekanntlich eine Diskussion über das Wesen der Vernunft als wahrer eine Sohn des diesen offenbarenden/erklärenden, nicht verdrängenden Vätergottes ergab. Oder sich Missverständnisse auch bei Petrus, d.h. auf römischer Seite einstellten.

Auch wäre zu bedenken und lässt sich erklären, wie die Vernunft allen kosmischen und damit auch kulturellen Werdens, die vormals in Göttern verherrlicht wurde, bisher im Kaiser Volks-Bestimmung gab, eine den sie erfüllenden Vorbilder und ihren Geschichten entsprechende kulturgerechte Ausdrucksweise in Form eines griechisch-jüdischen Wanderkyniker brauchte. Womit Markus  kein doketistisches Scheinwesen in Form eines Kaiserevangeliums beschrieb. Auch die Ausdrucksweise war eine kreativ-schöpferische Wirk-lichkeit, die aus dem Heidenland Galiläa auf dem Weg nach Jerusalem war. Was jedoch, wie in der als Passionsgeschichte beschrieben, in Diskussion stand, von der Traditionshörigkeit verworfen wurde, war die Vernunft als Josua, Jesus. Um einen jungen Mann, der zu all dem erst später gemacht wurde, kann es in der beschriebenen Passion und ihrem Prozess nicht gegangen sein.

Wenn es logischerweise nicht um den Weg eines jungen Mannes aus Galiläa ging, der in Jerusalem in sein Unheil lief, so wenig wie nur ein aufgemischter Mythos gewesen sein kann. Dann ist das, was der Markusverfasser hochtheologisch komponierte, in neuer Weise zu bedenken: Nicht nur wie Isis, Osiris, Mithras & Co. und ihre Mysterien für Eingeweihte oder nur Männer, sondern auch die jüdische Gesetzlichkeit für Beschnittene nach dem Wandel vom Mythos zum Logos in einem heute nachvollziehbaren Geschichtsprozess – aber auch in den Kult-Geschichten – in Josua, lat. Jesus ersetzt wurden. Und wie so die Vernunftlehre als Wort die Thora erfüllte. Was auf Ablehnung stieß, bekanntlich zu Missverständnissen bei Logos-Jüngern, den anfänglichen sich gegenseitig bekämpfenden Vernunftlehren führte.

Der Stoff der Geschichte der Zeit sagt, was Thema der Markusgeschichte war. Denn auch wer in stärkster Konfrontation mit dem neuen Wort-Verständnis des hellenistisch-aufgeklärten Judentums stand, ist bekannt. Genau die traditionellen Lehrer, die bei Markus als Schriftgelehrte, Pharisäer, Hohepriester beschrieben sind.

Und wenn das Schema, wie es Markus nach Prof. Lampe im „Stresstag“ Jesus mit vielen Streitgesprächen, als einem „superlangen“ Tag schildert, 11.20-13, bereits vor Markus bekannt war. Dann zeigt auch dies, dass es weder um einen jungen Mann, noch einen diesem aufgesetzten oder nur neu gemixten Mythos als frei erfundenes Konstrukt ging. Weder ist die Schilderung einer Debatte machbar, die ein Galiläer, der noch kein Guru war, über sein schöpferisches Wesen führte, noch eine Auferstehungsvision die zu dessen Verherrlichung führte.

Die Ablehnung und die Diskussion um das Wesen hellenistischer Vernunftlehre wurde sicher schon vor Markus geschildert. Auch scheint es ein Prozess, der zwar auf der ewigen Reise, die heute auch als evolutionäre Erkenntnis-Theorie beschrieben wird zeitgeschichtlich zu beobachten ist. Ein Prozess, der sich in Kultur jedoch immer wiederholt und sich auch schon lange vor der Zeitenwende anbahnte.

Was sonst als die Vernunftlehre in Funktion Josua soll einem mittelplatonischen Juden Anlass für diese Geschichte gegeben haben? All die dargestellten Auseinandersetzungen und Hoffnungen lassen sich nur in dem begründen, was Denkern des Diaspora-Judentum als Logos/Vernunft und weltgültiges Wort, damit Josua, lat. Jesus galt. Und was heute in Aufklärung für mündige Menschen als Vernunftlehre oder Weltvernunft wieder im Sinne unserer kulturellen Wurzeln bestimmend sein könnte. Was inzwischen selbst Benedikt, der vor dem Bundestag das Recht in Ökologie zu bedenken gab gilt. Und ebenso Franziskus, der seine Enzyklika über eine ganzheitlich-ökologische Lebensweise auch nicht im Buch oder einer katholischen Traditionslehre begründet. Was aber keiner der Kirchenführer als das bedenken will, was als früher Öko-Logos in der Funktion Josua, als Jesus lebendig war. So wenig, wie heute die Schriftlehrer der Hochschule die sich im natürlichen Werden begründete Weltvernunft/damals geltende Weisheit als Grund für die sog. Jesusworte bedacht werden. Aber gleichwohl bekannt ist, wie hier bereits die Ägypter, Perser oder Hebräer die Vertikale (von oben, in Schöpfung vorgegeben, nicht menschlich bestimmte) Gerechtigkeit für menschliche Gemeinschaft ableiteten, wird in Wiedererweckungsvision eines Wandergurus begründet, statt das Wesen Josua als des historischen und heute lebendigen Jesus bedacht.

Doch daran führt in wissenschaftlicher Redlichkeit kein Weg vorbei. Einem hellenistischen Gelehrten der Zeit ein Konstrukt zur Verherrlichung eines heilspredigenden Handwerksburschen aus Galiläa zu unterstellen, was bei heutiger Historien-Hypothese unumgänglich ist, das macht nicht nur alles zur heißen Luft. (Auch Furz genannt). Das ist so absurd, wie einem mittelplatonischen Juden nur einen neuen Mythen-Mix aus Isis und Mithras zu unterstellen.

Was soll die Leidensgeschichte als „Scharnier“, was die theologische Deutung der Geschichte, bei der Jesus mit seinen Jüngern im Boot sitzt und sie über sein Wesen belehrt, als Debatte um das christliche Wesen? Wenn dann bei den Hörern doch nur der Eindruck vom Schiffchen fahren bleibt und anschließend aus Gründen der Herrlichkeit des gutherzigen Jungen nur etwas übertrieben wurde? So wird Markus auf den Kopf gestellt. Denn um einen jungen Galiläer, der Guru war oder dazu gemacht wurde, dem er das alles anheften, ihn apologetisch aufwerten wollte, kann es bei der Theologie von der Verstockung der Jünger, die ein hellenistisch gebildeten Markus-Verfasser beschreibt, so wenig gegangen sein, wie einen Mythen-Mix.

Ob wir das vorgestellte, bereits von Albert Schweizers bedachte System für die Geschichten anwenden oder die in narrativen Geschichten beschriebene Theologiedebatte auf andere Weise betrachten, ist eigentlich egal. Alles, was über die literarische Komposition vorgestellt wird, in die dann eine Blindenheilung eingebaut wurde, ein Öffnen der Augen, ein Erkennen, kann keine Verherrlichung aufgrund von Visionen sein. Das hat mehr mit den im Prozess der Zeit bekannten, in Vernunft begründeten frühchristlichen Erkenntnislehren zu tun, als mit einem jungen Mann, der durch seine Anhänger oder gar hellenistische Gelehrte herrlich wurde.

Die Auferstehung, wie sie im hellenistischen Judentum durch den aufgeklärt-allegorischen Verstand des Alten gegeben war, war sichtlich die Voraussetzung. Doch weder Auferstehungsvisionen, noch das persönliche Erscheinen eines hingerichteten Heilspredigers hätte diese „Aufverstehung“ bewirkt, die dann im neuen jüdischen Bund/Testament ein Weltjudentum ermöglichte und bewirkte, die Götter- wie Gottkaiser ablöste. Doch heute wissen wir, was im aufgeklärten Verstand des Alten die Auferstehung war, die das bewirkte.

Wo die Augen geöffnet, laut heutiger Forschung über die frühchristlichen Erkenntnislehren (Gnosis) „die eigene Bestimmung im kreativen Ganzen erkannt wurde“ und das als christlicher Glaube gilt, damals die Mission darin bestand, darüber zu reden, ist die von einem hellenistisch Gebildeten Juden, in Markus berichtete Heilung und Auseinandersetzung zu beobachten. Auch wenn das teilweise noch ein geheimnisvolles „New Age“ für Eingeweihte war und aufgrund seiner Verstockung von den Vordenkern der Kirche als falscher Weg der Erkenntnis (Gnosis) angegriffen wurde, damit möglicherweise der Gegenstand der beschriebenen Missverständnisse der Jünger war.

Wo Herodianer, Pharisäer, Schriftgelehrte, Oberpriester, ebenso wie Nazareth wegen ihrer Ablehnung verworfen, aber auch das Unverständnis der eigenen Anhänger angegriffen wurde, wäre das Neue Testament zu bedenken, das nicht aus Texten besteht, sondern diesen vorausging. Der neue, jetzt ohne Beschneidung weltgültige Bund, ist im hellenistischen Diasporajudentum durch das Verständnis der Vernunft als Wort bewirkt worden, war so in der Funktion Josua historische Wirklichkeit. Um die Verherrlichung eines jungen Mannes kann es in Markus auf jeden Fall nicht gegangen sein. Da muss sich die Forschung schon mehr einfallen lassen, als eine egal wie und wann erfolgte Herrlich-Machung eines Handwerksburschen unterstellen zu müssen, wenn sie wissenschaftlich redlich gegenüber dem eigenen Wissen bleiben will.

Hier können nicht alle Darlegungen von Professor Lampe aufgegriffen werden. Doch was sollen alle Deutungen durch das heute gegebene Wissen? Von dem, der im Kopf seiner Hörer als der in der Einführungsvorlesung vermittelte Handwerksbursche mit Namen Jesus umherspukt, der nicht war und wollte, was dann nicht nur Markus, sondern unzählige Denker und Kult(ur)literaten der Zeit in narrativen Geschichte aus ihm machten, kann keine Bestimmung mehr ausgehen. Wo einem mittelplatonischen Gelehrten bei der im Stil der Zeit erzählte theologische Auseinandersetzung trotz aller theologischen Deutung doch nur ein Guru unterstellt wird, ist alles gegeben Wissen vergebens, bleiben die Augen verschlossen.

  1. Kultgeschichten müssen philosophische Vernunft zum Klingen bringen, im Volk lebendig werden lassen.

Wenn heute klar gemacht wird, wie nicht nur die gesamten nicht in den Kanon aufgenommenen Geschichten eine denkerische theologische Auseinandersetzung im Kult(ur)stil auf gleiche Weise bebildern, ebenso wie das auch von der Philosophie Platons bekannt ist. Dann gilt dies ganz eindeutig auch für die Markusgeschichte. Bei Markus kommt der daraus abgeleitete junge Mann so wenig vor, wie bei den eindeutig philosophisch in Vernunft begründeten, jedoch allein aus Platzgründen nicht biblisch gewordenen Evangelien. Wie sie auch bei sich auf Josua berufenden Erkenntnislehren entstanden, die damit Jünger Jesus waren, bei der Beurteilung des Wesens der Vernunft jedoch andere Wege als Mutter Kirchen gehen wollten. Die sich in ihren Kulttexten aber ebenso auf Christus oder gar Josua, Jesus beriefen, wie der Markus-Verfasser oder die antike Weltreligion des Manichäismus. Der als Konkurrenz oder Vorläufer der Kirche gilt, in Berufung auf das christliche Wesen eine Synthese der Kulturen in Vernunft suchte, die selbst den Buddhismus mit einband. Das alles macht es völlig absurd, einen jungen Mann an den Anfang, selbst dem Markusverfasser unterstellen zu wollen.

Doch selbst bei dem, was wir heute über Markus wissen, kann es nicht mehr als einzig wissenschaftlich gelten, dieser von einem mittelplatonistischen Judenchristen wahrscheinlich in Rom verfassten Geschichte eine galiläischen Wanderprediger unterstellen zu wollen. Während die inzwischen ebenso als urchristlich anerkannten Erkenntnislehren oder der Manichäismus, ja selbst die abgelösten Göttermysterien, in der Vernunft allen Werdens auf Höhe der Zeit begründet wurden.

Und wo selbst die Bedeutung des Kultes und seiner mythischen Erzählungen für die Funktion eines Staatswesens und menschlichen Verhaltens weit mehr in Vernunft bedacht wurde, wie dies bei heutiger Glaubens-Hypothese möglich ist. Dem Verfasser von Markus zu verwehren, die in aller Natur begründete Vernunft zum Klingen gebracht, in seinen narrativen Geschichten die Auseinandersetzungen und Missverständnisse im Prozess der Zeit beklagt zu haben, ist ein Verbrechen gegen das gegebene Wissen.

Wissenschaftliche Aufgabe wäre es, alle Methapern des Markus in Bezug auf das aufgeklärte hellenistisch-jüdischen Verständnis der Zeitenwende zu lesen, das die Quelle auch anderer weisheitlicher Texte und theologischer Erkenntnis war: Quelle aller Logien, aus den die christlichen Kulttexte hervorgingen. Weiter nur nach den wahren Worten eins wanderpredigenden Zimmermannes zu fragen, ist allein mit den theologischen Diskussionen über die Identität des christlichen Wesens bei Markus unmöglich zu machen.

Der hellenistische Gelehrte hat nicht das Alte Testament aufgegriffen, um einen Handwerker sagen lassen „Wer Augen hat zu sehen, Ohren zu hören..“. Wissen wir doch, wie das hellenistische Judentum die Vernunft im Sinne des alttestamentlichen Wortes verstand, in der Mosesgeschichte und ihren Geboten eine frühe Philosophie sah. Die Auseinandersetzung der Zeitenwende wird hier logischerweise nicht nur einfach in bekannten Geschichten beschrieben. Vielmehr wird sich aus gutem Grund, in einem aufgeklärt-allegorischen Neuverstand, wonach sich die philosophische Vernunftlehre als schöpferisches Wort in Moses, damit als Josua bestätigte, darauf berufen. Und übrigens: Hat nicht auch die heutige Blindheit des Volkes für die Vernunft als schöpferisches Wort ihren Grund bei buchstäblich an einem inzwischen bedeutungslosen Guru wie Pech festklebenden Schriftgelehrten und Pharisäern, die sich einer allegorischen Sicht des christlichen Wesens verweigern?

  1. Märchen sind keine Auferstehungsvisionen junger Männer

Es mag sein, dass die amerikanischen Märchenforscher der heutigen Hypothese vom jungen Mann treu bleiben. Doch die Bücher der genannten amerikanischen Kulturwissenschaftler, die sich ähnlich der Deutung von Märchen auch mit der Narratio (erzählerischen) Form der Evangelien befassen, kann man verbrennen, wenn man dann weiter  aus der den Kaiserevangelien in Rom entgegen gestellten Markusgeschichte einen jungen Mann ableitet. Auch der Verfasser von „Hänsel und Gretel“ hat mit Sicherheit nicht die Story von seinen Kindern nach deren Irrweg und Tod durch die Hexe nur etwas ausgeschmückt, um diese im besseren Licht erscheinen zu lassen, als die Nachbarskinder. Und so wenig, wie den Verfassern der Königsmärchen zu unterstellen, sie hätten Frösche literarisch zu Prinzen gemacht, ist es bei Markus um einen jungen Mann gegangen. Keiner der Verfasser hatte seine verirrten Kinder oder Frösche vor Augen. Wie man dann aber einem mittelplatonischen jüdischen Verfasser unterstellt, in seiner narrativen Geschichte einen Handwerksburschen vor Augen gehabt, als Grund für eine Goldene Zeit oder Alternative zum Kaiserkult gesehen zu haben, der bisher zusammen mit den Vernunft-Verherrlichungen in Göttergestalt das Staatswesen trug, so eine kosmisch begründete Vernunft in menschlicher Kultur vermitteln und herrschen sollte, das ist kaum zu erklären.

Wenn die Erzählfunktion etwas zum Klingen bringen muss, wie es auch in anderen philosophischen Lehren geschah und in dieser Weise anerkannt ist. Dann muss man schon völlig die Augen schließen, um Markus einen jungen Mann oder eine von diesem ausgehende Auferstehungsvision unterstellen zu wollen. Wo selbst von Isis & Co., die nicht mehr zukunftstauglichen, weil nicht der Zeit der Stoa entsprechenden Kultverkörperungen bekannt war, wie sie die in ihnen verherrlichte Vernunft kulturell zum Klingen bringen sollten, muss man völlig blind sein, wenn man dem Kult, der nach dem Wandel vom Mythos zum Logos auch literarisch das Erbe antreten musste, weiter einen historischen Heilsprediger in Verherrlichung unterstellt.

Auch wie man Denkern hellenistischer Bildung, die das Alte Testament aufgriffen, weil ihnen in ihrer allegorischen Deutung bewusst war, wie sich die Moses-Thora als frühe Philosophie in kosmisch-kreativer Realität begründete, dann als dessen Erfüllung einen jungen Mann unterstellen will, entbehrt jeglicher Grundlage. Warum aber dort, wo alles nun in Vernunft erklärte Werden als Wort/Bestimmung verstand wurde, die Erfüllung des Alten war und entsprechend in neuen Geschichten aufgegriffen wurde, ist logisch.

Bis vor wenigen Jahren wurde die als Exodus geltende Entstehung des prophetischen Kultes so gesehen wurde, wie sie auf wundersame Weise als Volksflucht mit Meeresteilung erzählt ist. Glaubensfeindliche historische Kritiker unterstellen bis heute allenfalls, hebräische Hirten hätten sich was zusammengereimt. In diesem Sinne wunderte es wenig, wenn auch der weltgültige jüdische Bund in Tod und Wiedererwachen eines jungen Mannes oder Auferstehungsvisionen gedeutet wurde. Doch wo sich in heutiger Wissenschaft wieder die bereits im hellenistischen Judentum geltende Sicht einer frühen Philosophie, einem hebräischen Aufklärungsprozess der in den alten darstellt, müssen auch die neutestamentlichen Geschichten entsprechend gelesen werden. Zumal wir wisssen, wie in den alten Hochkulturen Ägyptens und Persiens (Zarathustras Exilsschule) der prophetische Kult entstand, auf den sich nicht nur die hellenistischen Diasporajuden als denkerische Erfinder des Neuen Bundes/Testamentes, sondern auch der Texte bezogen.

Die episodischen Erzählungen, wie sie auch von anderen philosophisch-theologischen Lehren bekannt und die in ihrem narrativen Charakter freigelegt sind, zeigen ganz eindeutig: Der sich als allwissend sehende Erzähler bezieht sich eindeutig auf die seinem Mittelplatonismus maßgebende Vernunftlehre als Christus, dessen Jünger er ist. Und er begründet dies im Gegensatz zu anderen frühchristlichen Erkenntnislehren, wie dem die Thora verneinenden Marcionismus, im Alten Testament. Denn das wurde nicht nur in Griechisch übersetzt, sondern vorher griechisch-philosophischer Lehre und ihren Mythen entsprechend allegorisch verstanden.

Auch wenn Anfangs in den griechischen Kulttexten, wie Markus, die die in den Geschichten sprechende Vernunft allen Werdens logischerweise wie Zeus als Pantokrator vorstellten, dann auch in der Übersetzung in Latein, noch Gottesnamen oder Christologie-Titel gebraucht wurden und erst Erasmus von Rotterdam im Rückgriff auf antike Weisheitslehren einheitlich von Josua sprach, in „Jesus“ übersetzte. Der bereits im philosophischen Judentum gebrauchte Name, der die Funktion der Vernunft in Folge Moses, die Ablösung der Götzen, Götter und menschlicher Gottheiten im jetzt weltgültig-christlichen Judentum, damit die Hoffnung aufs gelobte Land (goldene Zeit) zum Ausdruck bringt, beschreibt eine historische Wirklichkeit.

Auf jeden Fall wurden hier von einem hellenistischen Gelehrten, der Moses als frühe Philosophie sah, keinem Handwerker durch Auferstehungsvisionen Worte des Alten Testamentes in den Mund gelegt, so ein junger Mann als mehr als Moses beschrieben. Wer Jesaja aufgriff, um ein präexistentes Wesen zu beschreiben, kann nur die Vernunftlehre im Auge gehabt haben, die als ewiges  Wort/Weisheit im immer wieder neuen Verständnis galt. Mit einer Auferstehungsvision nach dem Tod eines handauflegend-heilspredigenden Besserwissers ist da beim besten Willen nichts zu machen.

  1. Hoffnung hatte einen Grund: Josua, jetzt weltgültige Bestimmung

Wenn der Erzählrahmen Ausblick auf die Zukunft geben will, was als Parusie gilt, dann galt sicherlich noch keine Evolutionslehre und damit ein logisches Bedenken einer weiteren Entwicklung, die Hoffnung auf die Vernunft setzte. Doch wo keine nächtlichen Eingebungen mehr gelten oder Engel einfliegen, ist keinem Heilsprediger aus Verherrlichungszwecken oder aufgrund von Vision etwas in den Mund gelegt worden. Hier hat die Vernunft, die jetzt weltgültige Bestimmung war, im logischen Denken Hoffnung geweckt. Die narrative Theologiegeschichte hat auf jeden Fall mit dem, der gerade aufgrund der synoptischen Texte als ein des Lesens und Schreibens unfähiger historischer Junghandwerker vorgestellt wurde, der das alles nicht war und wollte, in keiner Weise etwas zu tun.

Wer in Galiläa den Jüngern erschien war kein junger Mann, der in Gemeindebildung als Gottessohn wieder zum Leben erweckt worden sein soll. Die Himmelsstimme, die gesprochen hat, ist nicht im Buch oder Bauch zu lesen, sondern spricht dort, wo wir heute die Fruchtbarkeit und Kreativität in Vernunft als Ökologie, alles kosmische und kulturgeschichtliche Werden als Evolution beschreiben. Und hier haben sich nicht nur die alten Hochkulturen begründet, sondern die Hebräer eine vom Opfer an menschliche Gottheiten freie himmlische Be-stimmung gehört.

Aber auch sämtliche geschichtlichen Geschwister Jesus (alle bekannten jüdischen, jetzt erneuerten Lehren, ebenso auch die abgelösten mythischen Kultformen) haben ihren Grund im kosmischen Geschehen. Wer sich all diese alten Kultformen (Mütter und Schwestern Jesus) und ihre Begründungen vor Augen führt und bedenkt, wie der Markusverfasser mit der Tradition in Konkurrenz ging, sich darin auch bestätigte und eine Diskussion auf narrative Weise beschreibt. Wie kann der dann aus den synoptischen Texten weiter einen Handwerksburschen aus Galiläa ableiten wollen, der zum Gottessohn oder Guru gemacht wurde?

Mit dem Titel „Als Jesus noch kein Guru war“, machte Martin Schulz vor einigen Jahren im Spiegel nur das heutige Denken deutlich. Das, was an den Hochschulen den künftigen Theologen in den Kopf gepflanzt wird, alle weitere Forschung bestimmt, gleichwohl dies, wie sich in der Markusvorlesung erwies, völlig gegen besseres Wissen spricht. Doch der Markus-Verfasser kann nicht von dem daraus abgeleiteten jungen Mann geschrieben haben, den auch er zum Guru machte.

Martin Kähler, der bereits vor 100 Jahren die Passionsgeschichte als Wesensteil, Zielpunkt des Evangeliums ansah, kann sicher zugestimmt werden. Doch wem hier der Prozess gemacht wurde, wer Sterben musste und wieder auferstand, ebenso wie auch die mythischen Vorbilder zur Verherrlichung schöpferischer Wesentlicheiten, das war kein junger Mann. Die Debatten bei Markus verweisen auf die jetzt offensichtliche, in logischen Lehren begründete Vernunft allen Werdens, die bereits die Vorbilder auf noch mystische Weise verherrlichten, in der historischen Wirklichkeit Josua, lat. Jesus.

Aber ebenso wie die Passions- sind die Kindheitsgeschichten Jesus als narrative Kult(ur)geschichte eines philosophischen Sachverhaltes zu verstehen und ebenso als eine Debatte über das wahre Wesen des Josua als Christus zu lesen. Auch in den Kindheitsgeschichten, der Herkunft, dem Stammbaum Josua, wird die Auseinandersetzung um das christliche Wesen, das kein Wanderprediger in anschließenden Wiedererweckungsvision oder Verherrlichung war, deutlich. So wenig wie im apokryphen Jakobusevangelium die Jungfräulichkeit einer Hebräerin noch nach ihrer Geburt mit der Hand im Muttermund geprüft wurde, ist es im Markustext um den Sohn einer „jungen Frau“ gegangen, die versehentlich oder durch Verherrlichungsvisionen zur Jungfrau wurde.

Selbst die Jungfräulichkeit des Josua lässt sich beobachten, wenn man bedenkt, wie sich das hellenistische Judentum und in Folge das Christentum zwar im Moses-Text bestätigte, aber in schöpferischer Vernunft allen Werdens bezeugte. Diese im philosophischen Judentum in anfänglicher Natur- und Kulturwissenschaft, damit jungfräulich: in schöpferischer Wirklichkeit/Autorität bezeugte Vernunft-Bestimmung, die von Markus zur Stimmung gebracht wurde, ist nicht völlig verloren gegangen.

Die Hochschullehre ist zu einem aufgeklärten Verständnis des historischen Wesen Jesus aufgerufen, das es mündigen Menschen als Christen möglich macht, ihre schöpferische Bestimmung wieder im ganz natürlichen Werden zu bezeugen. So wie es als Ökologie oder Evolution heutiger Lehre selbst für Gegner des alten Glaubens gilt, Sinn macht, die aus Angst vor biblischen Vorschriften einen gemeinsamen Sinn verneinen. Die sich jedoch dann für die Zukunft im öko-logischen Ganzen (nicht sinnlos) engagieren.

Den Studenten, einen historischen Heilsprediger beizubringen, aus dem gemacht wurde, was er nicht war und wollte, das ist auch mit Blick auf Markus so wissenschaftlich, wie das prophetische Verständnis vom maßgebenden schöpferischen Wort in einem Mann mit Namen Moses und der wundersamen Teilung des Meeres begründen zu wollen. Auch Philo von Alexandrien, der zum Abschluss der Vorlesung über den historischen Jesus als Argument für die Vergötterung eines jungen Mannes durch seine Anhänger vorgehalten wurde, beweist das genaue Gegenteil. Das philosophische Judentum Alexandriens hat bereits in den hebräischen Propheten eine dem Hellenismus geltende Philosophie als schöpferische Bestimmung/Wort wahrgenommen. Was vormals die Göttermythen und Pharaonen vermitteln mussten, wurde als Wort in volksgerechten Erzählungen der Weltkultur zur Stimmung gebracht. Im Name des ägyptischen Moses galt an persisch-prophetischer Schule (im Exil, wo Zarathustra als Lehrer galt) alles Werden als schöpferisches Wort/Vernunft, war so der wahre König. In diesem Sinn musste die als menschliche Bestimmung/Wort  geltende Vernunft von hellenistischen Literaten, dann der Kirche, im Volk ganzheitlich ansprechend (wofür das Herz stand), Geist und Emotion bewegend, zur Stimmung gebracht und so lebendig werden.

Wenn Morgen durch ein aufgeklärtes Jesusverständnis alles wissenschaftlich beschriebene Werden und was danach als Weltvernunft gilt, bei Christen im Sinne Jesus, als eine schöpferische Bestimmung wahrgenommen wird. Und wenn das dann durch die Theologen, denen heute nur ein junger Sektenführer beigebracht wird, der alles nicht war und wollte, sie Sonntag aber wie einen Gott predigen müssen, auf mündige Weise in der Kirche im Singen der alten Lieder, der Geschichten und Gebete zur Stimmung gebracht wird. Wenn so das, was heute politisch, dann auch in der Kirche gepredigt wird, aufgeklärt in Verant-wort-ung nimmt und im gemeinsamen Sinne zur kreativen Gestaltung von Zukunft führt. Und so nicht mehr die heute berechtigte Angst vor der Zerstörung der Welt durch den im Westen vergötterten Konsum- und die kapitalegoistische Kurzsicht herrscht, sondern begründete Hoffnung auf eine bessere Zeit in mündiger menschlicher Gemeinschaft. Dann ist der Josua, Jesus wieder lebendige Wirklichkeit geworden, der Thema von Markus gerade im Leidensweg und Prozess der Zeitenwende war.

gegangen ist, Doch das ist die Voraussetzung der heutigen Hypothese vom jungen Mann, der logischerweise kein Gottesohn sein konnte, sondern hierzu nach seinem grausamen Tod erklärt wurde. , macht die bei heutiger Heilsprediger-Hypothese notwendige Unterstellung, einem historischen jungen Galiläa wäre nach dem grausamen Tod ein Heiligenschein aufgesetzt worden, völlig unmöglich.

Auch das Petrus-Bekenntnis vor dem Panheiligtum in Cäsarea, die folgende Leidensankündigung, beschreibt das, was hellenistischen Juden in Folge Moses Josua war, ist mit Blick auf den hellenistisch hochtheologisch gebildeten Markusverfasser unmöglich mit einem jungen Mann zu machen. Auch wenn der Vorstellung, auf die die alten Hochschullehre ihre Lebenswerke und ihre heute tragende Lehre bauten, unterstellt wird, da wäre ein guter Junge gewesen, den hätten seine Jünger oder sein Verfolger nach dem Tod zu dem gemacht, was er nicht war und wollte. Mit der in Markus vorgestellten theologischen Auseinandersetzung, bei der das christliche Wesen den Unverstand der Jünger über das beklagt, was er doch gar nicht sein wollte und war, fällt die Verherrlichungs-Theorie ins Wasser. Unabhängig davon, dass sich das was, hier bebildert wurde, im Prozess der Zeit bei philosophischen Diasporajudentum, beobachten lässt, wo die Ablehnung durch die die traditionelle jüdische Gesetzeshörigkeit ebenso zu beklagen war, wie der Unverstand in den sich über die Bedeutung der Vernunft streitenden Bewegungen und die Blindheit des Volkes. Wie sollte ein hellenistischer Jude, der in der Vernunftlehre bekanntlich das lebendige Wort verstand und damit das Weltenheil erwartete, auf die absurde Idee gekommen sein, einem Handwerksburschen all das aus Verherrlichungszwecken anzudichten?

Wenn der mittelplatonische Markusverfasser dann selbst einem Hauptmann, damit den Männermysterien des Mithras hörigen Militär das christliche Messias-Bekenntnis zuschreibt, den wahren König nicht nur der Juden erkannt zu haben. Dann können wir diese Geschichte deuten wie wir wollen. Um einen Mythenmix, bei dem Isis von Juden zu Josua, dann von der Kirche zur Täuschung der Masse zu Jesus umgetauft wurde, kann es bei diesem theologiegeschichtlichen Inhalt nicht gegangen sein. So wenig, wie hier eine Auferstehungsvision nach dem Tod eines Heilspredigers die Feder geführt haben kann oder es nur um eine Verherrlichungsrede für einen jungen Juden ging.

Martin Kähler, der bereits vor 100 Jahren die Passionsgeschichte als wesentlicher Theologie, Zielpunkt der gesamten Evangelien-Erzählungen sah, ist sicher zuzustimmen. Doch nicht allein, weil auch Tod und Auferstehung Jesus bereits bei den durch Josua abgelösten/erfüllten die mythischen Vernunftrepräsentanten wie Isis oder Mithras beschrieben wurden, ist es völlig unwissenschaftlich, weiter den Prozess um einen jungen Besserwisser zum Dogma zu machen.

Doch nicht nur die Passionsgeschichte, auch die Kindheitsgeschichten, die die Herkunft Jesus beschreiben, sind eindeutig theologische Debatten, die einen realgeschichtlichen philosophisch-theologischen Hintergrund bildhaft beschreiben. Wenn im apokryphen Jakobusevangelium die Jungfräulichkeit noch nach der Geburt geprüft wird, dann hat keiner einer Hebräerin die Hand in die Gebärmutter gesteckt. So wenig wie es bei Markus um einen jungen Mann ging. Doch die Jungfräulichkeit, wie sie im aufgeklärten Diasporajudentum, das seine Bestimmung im großen Ganzen in schöpferischer Gegenwart bezeugte und dabei auf das Alte Testament berief, zu beobachten ist, die kann durch ein aufgeklärtes Verständnis der Person Jesus wieder hergestellt werden. Das Paradies hat geschlossen und das gelobte Land ist weit.

Doch es liegt an der heutigen Hochschullehre, ob die Menschen weiter ihren Konsum und ihr sinnlos gewordene Vergnügungen als Kultur vergöttern, dem kurzsichtigen Kapitalegoismus die Zukunft ihrer Kinder opfern, oder mündig über die Wurzeln ihrer Kultur aufgeklärte Menschen wieder ihre Bestimmung in Vernunft wahrnehmen, so in schöpferischer Verant-wort-ung leben und in kreativer Leistung gemeinsam Zukunft gestalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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