Kult(ur)modelle verweisen auf Vernunft: Öko-Logos

Kult(ur)modelle verweisen auf Vernunft: Öko-Logos

 

 Maya: ein in natürlicher Schöpfung begründetes Ur-Modell

für ökologisch-menschliches Leben in Hochkultur

Der Grund/das Wesen des Kultes und damit auch der christlichen Kultur lässt sich besser in Auswertung der Kulturgeschichte erkennen, als beim schriftgelehrten Blättern in jeweils zeitgemäß sinnvollen Kultmärchen, die sich dann in Luft auflösen, als rein literarische Konstrukte betrachtet werden. Selbst die Maya-Ausstellung des historischen Museum in Speyer sagt möglicherweise mehr über das, was auf unserem Kontinent zum historischen Wesen Jesus wurde, als nach einem jungen Mann zu fragen. Der dann als Vernunft in Person ein schöpferisch-maßgebender Mythos sein soll und so seit neuzeitlicher Aufklärung nicht mehr ernst zu nehmen ist. 

 Die antiken Kulturen betrieben nicht nur Himmelbeobachtung und eine ihrer Zeit entsprechende Naturwissenschaft. Mehr als bei den Hebräern, wo trotz des Wissens um eine frühe naturphilosophische Grundlage der Theologie weiter Kultmärchen als historische Schilderungen oder als „schöpferisches Wort“ gelesen werden, lässt sich bei den Maya erkennen: Die antiken Kulturen begründeten sich nicht nur in natürlicher Wirklichkeit, die dann zur Zeitenwende in Vernunft/Logos (heute Ökologie) erklärt wurde. Was in Vertreibung alter griechischer Götterbilder, Mythenglaubens und tauber, nur den Juden geltender Gesetzlichkeit, der neue Josua, lat. Jesus war. Der Kult diente dazu, diese kreative Wirklichkeit (hebr.: Wort/Vernunft/Weisheit) auf menschliche Weise zu leben.

Bereits den Verfasser der Paradiesgeschichte und dann den diese in den Kult aufnehmenden prophetischen Denkern war klar, dass der Biss in den Apfel nicht mehr rückgängig zu machen ist.  Das Erwachen des Bewusstseins und des menschlichen Denkens sowie Sprechens hat den Affen zum geistbegabten Wesen gemacht, aus der Natur gerissen, vom Instinkt und biologischen Trieben befreit. In diesem Stadium bereits vom Erwachen der Vernunft zu sprechen, wäre verfrüht. Doch mit verlassen des rein natürlich-paradiesischen Zustanden, des Lebens in ökologischer Kreativität ist es der menschlichen Kreatur auferlegt, eine Kultur zu entwickeln, die sie im Sinne der umfassenden Kreativität hält. Während sich die Maya auf mystische Weise in Einklang mit der Natur, dem kosmischen Kreislauf brachten, musste im Wandel vom Mythos zum Logos zunehmend die Vernunft diese Aufgabe übernehmen. Sich dabei in diesem ewigen Heilsprozess wachsender Erkenntnis immer auch der bekannten Kultpraxis bedienen.

Doch mit dem Erwachen der Vernunft haben die Hebräer bereits vor den als Erfindern der Vernunft geltenden Griechen einen Kult entwickelt, der nicht mehr die Natur selbst vergötterte oder menschlichen Bildern opferte, sondern das in den Mittelpunkt stellte, was kreativ/schöpferisch wesentlich war und sein wird. Dabei von einem Wort (hebr. auch Vernunft) gesprochen, durch das alles wurde und für das maßgebend sein sollte, was in menschlicher Kultur in Sachen Kult und kulturellem Zusammenleben „geboten“ war. Aus dem Prozess des kreativen Ganzen, der Beobachtung des Himmels, wie aller Natur und Kulturgeschichte haben sie in Berufung auf Moses, damit den aus Ägypten kommenden Kult des einen kreativen Ganzen (Monotheismus) nun im persischen Exil als Propheten schöpferische Gebote abgeleitet.

Doch wo sich die Religionen auch nach neuer naturwissenschaftlicher Aufklärung nicht auf die natürlich-schöpferische Wirklichkeit berufen, sondern weiter auf ihre jeweiligen Gottesbilder und Geschichten über angebliche junge Männer als ihre Gründerwahrheiten, ihre Kultmärchenbücher als maßgebendes schöpferisches Wort lesen. Was die Kritik dann als rein literarische Konstrukte sieht, von Glaubensgegner als Lug und Trug bezeichnet wird. Da wundert es nicht, wenn sie ihre Aufgabe, die in natürlicher Schöpfung begründete Vernunft (Ökologie) im aufgeklärten Verstand ihrer jeweiligen Wuzeln auf menschliche Weise Wirklichkeit werden zu lassen, nicht erfüllen können. Auch nicht, was wir heute täglich  an mörderischem Unsinn beklagen.

Die im südamerikanischen Regenwald entstandene Hochkultur der Maya, bei der sich in ihrer Glanzzeit um  500 v. Chr. Tempel- und Pyramidenbauten nachweisen lassen, gehört nicht zu den kulturellen Vorfahren des Christentum. Und doch ist sie ein kleines Beispiel für die antiken Kulturen, wie sie in dieser Zeit auch auf unserem Kontinent in gleicher Zeit entstanden und aus denen das Christentum erwachsen ist. Auch wenn die Götterfiguren im südamerikanischen Regenwald andere Namen hatten und anders aussehen, als in Ägypten oder bei den Griechen. So wenig im Bauch einer Frau ein Apfelbaum wächst, kann aus den antiken Kulturen, die wie die Maya die Natur oder die Griechen auch die menschliche Weisheit und andere Wesenszüge in Götterfiguren verehrten, ein Kult hervorgegangen sein, der einen jungen Mann vergötterte oder einen frei erfundenen Jesus-Mythos.

Im Wandel antiker Kultur ist kein junger Mann oder ein fiktives Konstrukt machbar

Und da sich alle urchristlichen Bewegungen, selbst die, die das Alte Testament oder alte Gottesvorstellungen ablehnten, nur auf den Logos/Vernunft der Zeit gründeten, auf die kulturellen Vordenker beriefen, ist hier noch weniger ein junger Mann mit Namen Jesus oder ein rein literarischer Mythos machbar. Sicherlich verläuft die kulturelle Evolution nicht nur in Richtung einer Höherentwicklung. So können wir beispielsweise im Mittelalter einen Rückfall in den Mythos beobachten. Doch selbst nach dem Verfall der Vernunft wäre den gebildeten Menschen des Mittalters ein junger Mann kein weltschöpferisches Wesen gewesen. Noch weit weniger ist einer Zeit, die nach dem Wandel vom nach auch für die Maya noch geltenden Mythos zum Logos als Hochzivilisation gilt, ein junger Mann oder ein rein fiktives Glaubenskonstrukt zu unterstellen. Wo vormals einzelne Natur- und Kulturwesenheiten mythisch verehrt und dann Weltschöpfung in monistischen Vernunftmodellen erklärt wurde, ist der heute als historisch vorausgesetzte junge Jude oder ein fiktives Konstrukt als Grund kultischer Verehrung und kultureller Hoffnung völlig ausgeschlossen.

Wer die archäologisch längst aufgelösten Märchen, etwa von einem durch Volksbefreiung den bildlosen Kult herbeiführenden Moses, nicht mehr wörtlich nimmt und etwas über den wahren Grund auch der eigenen Kulturbilder erfahren will. Der braucht nicht nur das Wissen über die kosmologische und mehr in der regelmäßigen fruchtbaren Nilschwemme, als in jungen Männern oder Mythen begründete Theologie der Ägypter, Perser oder die in Natur begründeten Vorstellungen der Griechen, Kelten, gar Germanen auszuwerten. Besser als bei den jüdisch-christlichen Wurzeln, die von heutigen Gottesvorstellungen und biblische Kult-Geschichten überfrachtet sind, lässt sich bei den Maya der wahre Grund erkennen, aus dem auch unsere christliche Kultur erwuchs.

So wenig wie bei den Maya, die so die Fruchtbarkeit und Kreativität der Natur verehrten, standen auch hinter den menschlichen Mythengestalten der Griechen, in denen die kreative Kraft der Sonne oder menschliche Wesenzüge, wie Liebe oder Weisheit verehrt wurden, nur besonders begabte Menschen. Und da selbst dann, wenn Moses oder David als historische Vorbilder im üblichen Sinne archäologiegeschichtlich wegfallen, die Entstehung des aus Ägypten kommenden/befreiten prophetisch-bildlosen Kultes historisch ebenso war, wie die königlich personifizierte lyrische Weisheit der Juden, hatten weder die jüdischen, noch die griechischen Vor-bilder des chrislichen Kultes zwei Beine oder waren nur fiktive Wesen. So schließt sich auch die Verehrung eines von Paulus, hellenistischen Evangelienliteraten oder der Kirche in die Welt gesetztes frei erfundenen Christus-Konstruktes aus.

So wenig, wie ein Maya im Regenwald einen jungen Mann als Maisgott oder für den fruchtbaren Regen verehrt hätte, kann in der Zeitenwende vom Mythos zum Logos ein junger Jude oder nach dessen kritischer Verneinung nur ein fiktives Glaubenswesen gestanden haben. Dass aber Römer, denen jetzt die Vernunft als Erklärung des Werdens oder ihrer monistisch-monotheistischen Weltmodelle heilig und Maßstabe des Lebens war, zum hellenistischen Judentum konverierten, bei dem bekanntlich der Logos/die Vernunft als maßgebendes Wort verstanden wurde, im Kult die Weisheit die königliche Rolle hatte und Mittler schöpferischer Wahrheit war, liegt auf der Hand.

Die gesamten antiken Kulturen lassen jedoch nicht nur die aus Naturgegebenheiten, menschlichen Wesenzügen oder dann der Kreativit des Ganzen erwachsene Begründung des Kultes erkennen. Und lieferten nicht nur die reale Kreativität und Fruchtbarkeit dankbar verehrende Kultvorbilder, deren Erbe auch das Christentum aufnahm. Wer betrachtet, wie eine Kultur  im sozialen Gefüge ihrer Zeit und im Einklang mit der Natur unerklärliche Hochleistungen hervorbrachten, erfährt auch etwas über die Grund des Kultes im Sinne seines evolutionären Zweckes. Die alten Kulturen lassen kennen, was der daraus „erwachsene“  Kult dann heute auf zeitgemäße Weise leisten müsste.

Wie auch in Ägypten oder Persien, wo der prophetisch-bildlose Kult und dann in Synthese mit dem griechischen Vernunft-Verständnis, das in erklärender Weisheit (christlich) die Mythengötter verdrängte, aus reformjüdischem Hellenismus das Christentum erwuchs, bestaunen wir gerade bei den Maya eine Hochkultur. Neben den gesellschaftlich-kulturellen Wunderwerken und einem sehr kreativen Kult sehen wir unglaubliches Wissen, etwa um kosmische Dimensionen oder mathematisches Können. Und auch die bildhafte Schrift der Maya war, ähnlich wie bei den Hebräern, die Schöpfung in Buchstaben zum Ausdruck brachten, in Worte fassten, Kult-Werkzeug für schöpferische Wirklichkeit.

So entstanden kulturelle Hochleistungen, die uns heute ein völliges Rätsel sind. Doch die unglaublichen kulturellen Leistungen, auch der alten Ägypter oder sonstiger Hochkulturen, deren „Weltwunder“ Museumsbesucher ehrfürchtig betrachten, sind nicht Außerirdischen zu verdanken. Wie allen Ernstes Erik von Däniken und Ähnliche beschreiben, weil es sonst kaum eine Erklärung gibt. Und da auch kein Manna mehr vom Himmel fällt, keine Märchen von nächtlich erleuchteten alten Männern gelten oder ein weißer Vogel mit Flügeln die Erleuchtung bringt, muss logisch-evolutionäre Kulturentwicklung beleuchtet werden.

Der Hoch-kult selbst ist des Rätsels Lösung

Des Rätsels Lösung wird so in den Museen der Welt offengelegt. Was zu den kulturellen Hochleistungen führte, kann nur der in evolutionärer Entwicklung jeweils zeitgemäß an kreativer Wirklichkeit ausgerichtete und dieser dienende Kult gewesen sein. Dies ist  Dank der Ausgrabungen bekannt. Die Funktion eines Kultes wird heute selbst von atheistischen Evolutionsbiologen wie Thomas Junker beschrieben, der in „Der Darwin Code“ nicht von Hochkulturen, sondern einem „Superorganismus“ spricht. Nicht alte Geschichten oder Gottesbildern, sondern die Verehrung dessen, was als fruchtbar, kreativ und für das Leben wesentlich gesehen wurde und kreativ verehrt wurde, ließ die Menschen auf der Stufe ihrer Entwicklung einen über die egoistisch-triebhafte Kurzsicht hinausgehenden, gemeinsamen Sinn verfolgen. Es ermöglichte so unglaubliche kulturelle Leistungen. Die flossen wiederum in den Kult ein, dienten so der Kult(ur) und damit auch den Einzelnen. Doch es war nicht das Wissen und Können, sondern die jeweiligen Weltbilder und Kult-Phantasien, der gemeinsame Kult, der das Verhalten bestimmte, die Menschen bewegte. Gerade bei den Maya wird auch deutlich, wie es der Kurz-schluss unserer Zeit ist, den Kult als gestrig zu betrachten, weil wir ja wüssten, dass da kein Gott genanntes Monsterwesen menschlicher Vorstellung gewirkt hat. Denn dies war weder Gegenstand des Maya-Kultes, noch der Kulturen auf unserem Kontinent, aus denen das Christentum oder der Islam erwuchsen.

Wie sich eine menschliche Kultur bewegt, ob Rückschritt oder Fortschritt und gemeinsames Leben in kreativem Gleichgewicht herrscht (heute reden wir von ökologischer Ordnung), hängt logischerweise an dem, an was eine Kultur ihr Herz hängt, was sie verehrt. Wo in den Göttern nicht mehr die Natur oder kreative Wirklichkeit gegenwärtig ist und so dankend verehrt wird, sind die Kultopfer purer Selbstzweck, der nichts zur schöpferisch gerechten Lebensweise beiträgt. Und wenn heute einerseits nur noch oft gar kriegerische mittelalterliche Vorstellungen als Religion gelten, was dann zu deren völliger Ablehnung führt. Und wo die meisten naturwissenschaftlich aufgeklärten Menschen ihr Herz daher nur noch an kurzsichtigen Konsum oder ihr Kapital hängen und beispielsweise in ihrem Ballspiel, das den antiken Kulturen Werkzeug für die kosmischen Ordnung in Kultur war, junge Männer vergöttern, den Fußball“stars“ (Sternen, Vorbildern) Millionen opfern, kann dieser Kult mit Sicherheit die alte Aufgabe nicht erfüllen. Und dass Musik, Tanz und Theater, letztlich alles, was wir so oft staatlich als Kulturgut finanziert, zum kulturellen Zeitvertreib treiben, ähnlich wie bei den Maya zum rechten Leben im ökologischen Gefüge beitragen,  ist ebenso unvorstellbar.

Niemand will zurück zu den antiken Vorstellungen und Lebensweisen. Doch der Hoch-kult führte auf der Stufe seiner Zeit genau zu dem, was heute die Intellektuellen als ganzheitliche ökologisch-humanistische Lebensweise sozialer Menschlichkeit so vergeblich predigen. Wenn diese gleichzeitig den in mittelalterlichen Vorstellungen gefangenen Kult ganz zu Recht als Gefahr für Freiheit und Fortschritt sehen, dann müssen sich die kulturellen Vorstellungen in aufgeklärter Weise verändern. Da keine Außerirdischen zu Hilfe kommen oder Engel  einfliegen, gibt es auch heute nur eine Lösung. Bei einem kreativen Wachstum, wie wir es seit dem Sternstaub beobachten und als Evolution beschreiben,  kann der Kult nicht im Gestern verharren, sondern muss sich im aufgeklärten Bewusstsein seiner Wurzeln weiter wandeln, erwachsen, verantwortlich, mündig werden.

Es mag sein, dass die „Angst vor einem unsichtbaren Aufpasser“ wie in theologischen Meisterkursen in Berlin oder München angesehene Philosophen den evolutionären Nutzen der Religion diskutieren, in evolutionärer Entwicklung ihre Berechtigung „hatte“. Das Mittelalter lässt grüßen. Doch auch wenn heute junge Religionswissenschaftler an den kirchlichen Akademien den evolutionären Nutzen des Kultes im größeren Kindersegen bei kulturell zurückgebliebenen Bevölkerungsgruppen berechnen, dann zeigt dies nur: Es stimmt etwas nicht mehr, mit unseren Glaubens-Vorstellungen. Mit einer Religiosität, die auch in ihrem Missbrauch täglich mörderische Folgen hat und sich nur im Kindersegen kulturell Zurückgebliebener berechnet, ist in unserer heutigen Zeit kein  Staat, kein kreativer Fortschritt zu machen. Wie weit haben wir uns – in der Grundlage des Kultes, wie seiner Funktion in Evolution  – heute von dem  entfernt, was in der Antike Fortschritt in Kultur und Höchstleistungen brachte? Bei den mittelalterlichen Vorstellungen auch im christlichen Glaubensverständnis, ist die Angst vor einem „Gottesstaat“ sowie die Säkularisierung mehr als berechtigt.

Wie im Logos/Vernunft zur Zeitenwende die dann christliche Lösung lag

Selbst „Das Rätsel der Königsstädte“, so die Maya-Ausstellung des historischen Museums der Pfalz in Speyer,  verweist dabei auf den Logos als eine monotheistisch-götterfreie „christliche“ Lösung in logisch-evolutionärer Kulturentwicklung.  Denn auch, dass der christliche Anfang im Wandel der Zeitenwende vom Mythos zur Vernunftlehre zu suchen ist und nicht in einem heute als historisch hinterfragten jungen Mann, wird selbst in der Mayakultur klar. In der geschichtlich bekannten Entwicklung der Kulturen vom auch für Maya noch geltenden Mythos zur Vernunft, kann weder ein junger Mann mit zufälligem Namen Jesus, noch ein Christus-Mythos als rein literarische Fiktion eine Rolle  gespielt haben. Welchen Fortschritt es aber brachte, als nicht mehr den zum Selbstzweck werdenen verschiedenen Götterfiguren geopfert, sondern das, was ingesamt kreativ wesen-tlich war und sein wird (JHWH) selbst dankend von den Hebräern verehrt wurde, liegt auf der Hand. Auch, wie sich dann nach logischer Erklärung des natürlichen Werden in univesaler Gesetzlicheit (Logos) das götterfreie neue Judentum auch bei den Griechen ausbreitete, entspricht logischer Kulturentwicklung.

Was am Anfang der christlichen Kultur stand und die Rolle (Person) der bisherigen Naturverehrungsgestalten (Götter) einnahm, das kann nur die in nun natürlicher Schöpfung begründete Vernunft (heute: Ökologie) gewesen sein. Auch wie die irdische Person (Kulturrolle, Maske) kein Scheinwesen, sondern kulturell selbstverständlich, kreativ und vernünftig, somit das christliche Wesen (Weisheit in menschlicher Person) war,  ohne das kein kreativer Wandel gewesen wäre, lässt sich bei den alten Kulturen erkennen. Die Vergötterung eines jungen Mannes, seine Funktion als Kultkönig und damit Mittler zwischen Menschen und dem kreativen Ganzen oder ein rein literarischer Jesus-Mythos, ist bei Betrachtung der antiken Kulturen, ihres Grundes und ihrer Weiterentwicklung völlig ausgeschlossen.

Leben im Einklang mit der Schöpfung: Öko-Logos „christlich“ leben

Auch warum nach dem Wandel vom Mythos zum Logos ein zeitgemäßer Kult notwendig war. Wie auch heute  wieder ein Kult  not-wendig ist, der nicht das Selbst oder einzelne Naturphänomene vergöttert, sondern das inzwischen logisch erklärte kreativ zusammenhängende schöpferische/göttliche Ganze oder dessen Sinngrund zum Gegenstand hat, um im Einklang mit dem Kosmos (Ökologie) zu leben. All das lässt sich gerade bei den Maya beobachten.

Zwar beruft man sich beim Lesen der Bibel auf ägyptischen und persischen Vorgängerkulte und weiß, wie sich gerade die Hebräer, ähnlich wie die Maya in Naturbeobachtung, Himmelkunde, dann in der der Kreativität des Ganzen begründeten. Doch wenn weiter gelehrt wird, warum ein junger Mann als Logos ausgegeben oder angesehen wurde, scheint alles vergessen. Die in Schöpfung begründete Vernunft hat keine Herberge.  Nicht allein die theologische Wissenschaft, sondern auch die Kritik arbeitet sich meist an den bekannten und von als Kirchenvätern geltenden Neuplatonikern ausgewählten Kultlesetexten und ihren Bildern ab. Auch wenn die in Zweifel gezogen werden, wird kaum nach logischer Weiterentwicklung antiker Kulturen gefragt. Bei der Schriftlehre, die auf weitgehend buchstäbliche Weise in biblischen Kultlesetexten blättert, wo hellenistische Philosophie-Literaten aus in Schöpfung begründeten Weisheitslogien oder entsprechenden lyrischen Gesängen und Gebeten (Psalmen)  ganz unterschiedliche Geschichte (des Logos) formten und einen Wanderkynikern  wundervoll wirken und sprechen ließen, kann kaum ein Bezug zur Natur hergestellt werden.

Auch wenn man weiß, dass die ganz verschiedenartigen Geschichten gebraucht, von prophetischen Jüngern der Vernunft ein neuer Josua, lat. Jesus dem Kaiserevangelium entgegen gestellt wurden. Oder wie das Erbe griechischer Götter von Geburt Jesus, Wunderwirken bis Tod und Auferstehung in neuer Weise aufging. Wie dies geschichtliche Weiterentwicklung der in Ganzen, gemeinsamen Sinngrund, war, was heute Ökologie heißt, kann nicht beleuchtet werden, wo nur ein junger Mann angenommen oder abgestritten wird. Wie die in einer Vielzahl von Göttern auch bei den Maya verherrlichte Fruchtbarkeit, Kreativität und Kultureigenschaften genau das waren, was dann im bildlosen Kult eines zusammenhängenden kreativen Ganzen als Wort (hebr. auch Vernunft) galt und mit einem menschlichem Gesicht zur Welt gebracht werden musste, bleibt so unbedacht. Wo ein Wanderguru vorausgesetzt wird, ist nur dessen Verherrlichung oder Verneinung das Thema der Wissenschaft.

So hält dann jede der monotheistischen Religionen ihre Kultlesetexte für das einzig wahre schöpferische Wort. Und wo dann gar besonders schlaue junge Männer für die schöpferische Wirklichkeit, Wahrheit oder als lebendiges Wort stehen, schaut man nicht nur ganz verächtlich auf jede alte kultische Naturverehrung. Noch weniger kann man der ökologisch erklärten Kreativität des Ganzen etwas abgewinnen, sie in erwachsener Weise zum Vor-bild machen. Auch wenn es völlig absurd ist, wie ein Wanderkyniker das gewesen sein soll, was aller natürlichen Kreativität zugrunde liegt, wird er munter als schöpferisches Wort oder Sinngrund bezeichnet. Gleichwohl man weiß, wie sich das, was die Antike Logos nannte, aus der nun in Vernunft/in Natur erklärten kreativen Gesamt-Wirklichkeit ableite und wie aus dem dafür stehenden Zeus-Pantokrator der griechischen Texte oder Christologietiteln (für den Logos) erst später ein neuer Josua, lat. Jesus wurde, wird nur der Kopf geschüttelt. Was soll ein galiläischer Junghandwerker, der als wanderkynisch-wunderwirkender Rabbi mit seinen Fischerfreunden um den See Genezareth zog, mit der in natürlicher Schöpfung begründeten Vernunftlehre zu tun haben? Doch warum Menschen für die Phänomene kreativer Wirklichkeit im Kult Bilder benutzten und Geschichten erzählten, um im Gleichgewicht des kreativen Ganzen (Ökologie) oder in funktionierenden Gemeinschaften zu leben, wird heute gar von atheistischen Evolutionswissenschaftlern wie Thomas Junker begründen („Der Darwin Code“ oder „Die Evolution der Phantasie“). Und genau dies lässt sich in allen Kulturen beobachten. Bei den Maya in besonders guter Weise.

Wer die biblischen Kultlesetexte als das versteht was sie waren: Ausdruck der in antiker Aufklärung maßgebenden kreativen Vernunft, Sinnhaftigkeit und menschlicher Bestimmung, damit das hellenischen Juden geltende göttliche Wort und Weisheit. Und wer nicht mehr davon ausgeht, dass durch das „Hokuspokus“ eines göttlichen Monsterwesens die Welt gezaubert wurde oder durch den Einflug von Engeln ein neues Welt- oder Glaubensbild vom Himmel fällt, sondern ganz natürliche kreativ-evolutionäre Entwicklung in Kultur war. Der kann nicht nur in Kultlesetexten lesen, die auf kreative Weise ihr mystisches Erbe aufnahmen. Der muss den Grund des christlichen Glaubens in dem suchen, was ursprünglich im Götterkult war und sich im Wandel vom Mythos zum Logos in antiker Hochzivilisation weiterentwickelte.

Von Maya lernen heute das Wort in gegenwärtiger Kreativität zu hören

Das Zahlensystem, wie der Kalender der Maya war wie auch die Schrift Werkzeuge des Kultes, die aus gegenwärtiger kosmischer Realität abgeleitet wurden. Zwar war man von heutiger Wissenschaft noch ebenso weit entfernt war, wie die griechischen Naturphilosophen. Doch es war die in natürlicher Wirklichkeit ihrer Zeit erklärte Kreativität, die den kreativen Kult bestimmte. Auch wenn die Logogramme der Bilderschrift ganz anders aussieht, als die der Hebräer, die Schöpfung in Buchstaben und Wort fassten.  Es war die kreative Wirklichkeit der Zeit, die auf kreativ-phantastische Weise umgesetzt wurde.

Der Maisgott sei die wichtigste Gottheit der Maya gewesen, ist auf den Tafeln zu lesen. Und wie er in der Form des Maiskolbens gleichzeitig ein Schönheitsideal verkörperte. Daher war es keine Gottheit, an die man glauben muss, was heute als Glaube gilt und meist unterstellt wird. Vielmehr wurde die Wertschätzung, die man der Pflanze als Hauptnahrungsmittel entgegenbrachte, auf kultische Weise verehrt. Eine weltschöpferische Funktion haben die frühen Mathematiker der Maja der Maisverehrungsfigur mit Sicherheit nicht unterstellt. Wenn die griechischen Verehrungsfiguren für Natur- oder Kulturgegebenheiten einfach wie eine Vielzahl von Gottheiten dargestellt werden, an den die Alten aus Ermangelung besseren Wissen als weltschöpferische Wesen geglaubt hätten. Mit dem Mais- oder Regengott (besser kultischen Verehrungsfiguren für kreative Wirklichkeit) hat man eine blind zu glaubende schöpferisch-göttliche Funktion mit Sicherheit nicht verbunden. Dass die Menschen glaubten, auch aus Mais entstanden zu sein, scheint in diesem Sinne nur natürlich. Was wir zu uns nehmen, ergibt nicht nur den Körper, sondern bestimmt auch den Kopf. Und da der Tanz mit dem Maisgott gleichzeitig Ernte und Aussaat, Werden und Vergehen, damit die später in Logik/Vernunft erklärte Gesetzlichkeit allen Seins versinnbildlichte, sehen wir selbst in Südamerika die kultischen Vorboten dessen, was dann rund um das Mittelmeer als Logos galt und zum christlichen Kult wurde.

Der Maisgott war, so wenig der aus Persion kommende, die kreative Kraft der Sonne verkörpernde Mithras, der auch als Kultfigur inzwischen in Vernunft erklärt wurde, ein fiktives Wesen, an das man glauben muss. Noch weit weit weniger ging es in den Vorgängerkulturen bzw. bei den dann christlichen Kult-Vorbildern um junge Männer. Wie man es daher als einzige wissenschafliche Wahrheit bezeichen kann, dass dort, wo es keine Gottesbilder geben durfe, nur galt, was im kreativen Sinne wesentlich war und sein wird (JHWH) ein junger Mann oder ein fiktives literarische Wesen zum Grund der Vererhung wurde, da ist so unerklärlich, wie die der Tatbestand, den man der anfänglichen damit Christologie/Theologie unterstellt.

Niemand sollte sich durch die verschiedenen höchst kreativen königlichen Darstellungen,  ob mit Haifischkopf oder in sonstigen Sinnbildern im Stile damaliger Kultur, davon ablenken lassen: Hier hat eine südamerikanische Hochkultur die reale Fruchtbarkeit und Kreativität, die bei allen alten Kulturen das theologische Thema war, auf Maya-Weise verehrt.Und nachdem auf unserem Kontinent zur gleichen Zeit der Wandel vom Mythos zum Logos stattfang, die Fruchtbarkeit in Vernunft erklärt wurde, ist klar, was Grund des dann christlich genannten Kultes war.

Und dass Rausch und Ekstase, Alkohol und tagelanges Fasten bei monotoner Musik Mittel waren, um mit den Göttern in Kontakt zu treten, gar der König Blutopfer hierzu brachte, lässt nur erkennen: Ein bildloser Kult, der opferkultfrei in Vernunft begründet war, keinen König mehr als Mittler brauchte und aufs große Ganze abzielte, wie er sich bereits bei den Propheten des persischen Exils abzeichnete, war ein echter Mehrwert. Auch warum dann die erneut in Riten erstarrte traditionshörige Tempelreligiosität und der hellenistische Götterkult ein Update brauchten, wird deutlich. Was mit Sicherheit kein junger Mann, sondern die Vernunftlehre der Zeit war, in der hellenistische Reformjuden, denen wir wahrscheinlich auch die biblischen Texte verdanken, das schöpferische Wort hörten.

Tanzen im Wissen warum

Nichts spricht gegen Tanzen und Musik, um mit rhythmischen Bewegungen in Verbindung mit dem Übernatürlichen zu kommen, solange Schöpfung und Sinn nicht in Natur/Vernunft offenbar sind. Selbst in der evangelischen Erwachsenenbildung stehen solche Übungen daher heute mehr auf dem Programm, wie christliche Theologie. Da aber das Übernatürliche zur Zeitenwende rund um das Mittelmeer in Vernunftmodellen erklärt/offenbart wurde, scheint der Verstand, als Hören des schöpferischen Wortes, einer von natürlicher Schöpfung ausgehenden gemeinsamen Vernunft-Bestimmung und Maßgabe dort zunehmend in den Vordergrund getreten zu sein. Weder ein junger Mann, noch ein neuer Mythos hätten Trance durch Theologie, damit die  alten Opferorgien oder griechische Orakel ersetzt und können auf unserem Kontinent dann die alten Kultpraktiken ersetzt haben.

Die korrekte Ausübung der Riten zu Vegetationsperioden, dem Kalender als himmlischem Maß, menschlichen Entwicklungsabschnitten sowie Geburt und Tod, damit der ganz natürlichen Ordnung, sicherten das Überleben der Menschen. Auch die Ausrichtung des Kultes an den Gestirnen, deren Verlauf dann in Vernunft erklärt wurde, lässt den Weg kultureller Entwicklung erkennen. Ein Wanderkyniker oder rein literarischer Jesus-Mythos kommt dabei als neues Maß mit Sicherheit nicht vor.

Vernunft in Kultur als neuer Mittler öko-logischer Sinnhaftigkeit

Wie in allen antiken Kulturen, spielten auch im südamerikanischen Regenwald Könige eine besondere Rolle als Mittler zwischen Menschen und der Verehrung des kreativen Geschehens in Götterform. Und wer dazu sein eigenes Blut opferte, um für Regen oder eine gute Ernte zu sorgen, hat sich mit Sicherheit nicht aus machtpolitischen Gründen vergöttern lassen, wie das den römischen Kaisern oft unterstellt wird. Doch wenn sich die Juden weigerten, dem König zu opfern, für sie das schöpferische Wort und die Weisheit der wahre König war und dann auch bei den Römern die Autorität der Könige als Mittler schöpferischen Willens durch Vernunft abgelöst wurde, dann wissen wir, wer im götterfreien, bildlosen Kult der wahre König war. Ein junger Wanderkyniker oder ein Christus-Mythos kommen dafür auf jeden Fall dort nicht in Frage. Wo ähnlich wie heute, die Vernunft regieren sollte, ist klar, wer jetzt die Kultrolle der alten Könige einnahm.

Auch Pyramiden und Tempel auf künstlichen Bergen, wo man der mathematisch errechneten kosmischen Ordnung nahe stand,, sind vergleichbar mit dem Kultgeschehen im Nahen Osten. Doch wenn die Schriftgelehrten dann betonen, wie Jesus für das anfängliche Denken der wahre Tempel gewesen wäre. Dann ist auch diese Kulturentwicklung weder mit einem um den See Genezareth ziehenden jungen Mann, noch einem fiktiven Mythos zu machen, sondern lässt sich nur in Vernunft erklären. Denn in Vernunft wurde jetzt die Schöpfung erklärt, gegenwärtig gemacht. Sie war statt alter künstlicher Berge, Tempel und Könige jetzt bekanntlich der wahre Mittler schöpferischer Bestimmung, die dem antiken Denken rund um den See (das Mittelmeer) nicht allein in der Stoa galt, sagte was im Kult, wie im Alltag geboten ist.

Bündnisse oder Heiraten der Königskinder bauten im Regenwald, wie noch vor wenigen Jahrzehnten in Europa ein kulturelles Netz. Aber auch Kriege gehörten zum Kult. Welch ein Fortschritt, welch eine Hoffnung muss es gewesen sein, als dann nicht Könige und ihre Kriege oder Bündnisse, sondern das Bewusstsein einer universal gültigen Gesamtkreativität in Vernunft erklärt wurde. Die Hoffnung auf Vernunft und kulturellen Friede, die dann von noch christlichen Kalifen berichtet wird, ist unmöglich in dem zu begründen, der an heutigen Hochschulen als der historischer Jesus gelehrt oder gar von denen  hochgehalten wird, die zwar wissen, dass ein schöpferisches Wesen war, aber ihre Lebenswerk, wie ihren Glauben auf einen Wanderprediger gebaut haben. Der Fortschritt, das erhoffte goldene Zeitalter der Zukunft, als durch den neuen Josua gekommenes gelobte Land, lässt sich jedoch nicht in einem jungen Mann oder Mythos, sondern nur in Vernunft erklären, die lat. Jesus hieß.

 Wer sich im Kult nicht weiterentwickelt geht unter

Wir wissen nicht, warum die Maya untergingen, während die Kulturen auf unserem Kontinent in neuen Formen auf- oder übergingen. Aber auch das lässt sich mit absoluter Sicherheit nicht in einem mehr oder weniger göttlichen jungen Rabbi oder der Verherrlichung eines Jesus-Mythos erklären. Autoritäts- und Machtverlust der Könige, Kriege oder Überbevölkerung einhergehend mit Dürreperioden, der die kulturelle Entwicklung nicht gerecht wurde, mögen die Gründe für den Verfall der Maya-Kultur gewesen sein. Und selbst wenn darüber nachgedacht wird, dass die Blütephase des großen Wachstum in der die Böden ausgelaugt wurden, nun ihren Tribut forderte. Dann verweist das auf die in kosmischer Kreativität begründete Vernunft antiker Hochkultur, wie sie auf unserem Kontinent galt und uns heute fehlt.

Die südamerikanischen Maya gehörten sicherlich nicht zu den Lieferanten des christlichen Logos-Kultes. Da sind keine Engel über den großen Teich geflogen und haben den philosophischen Literaten in Nordafrika, den urchristlichen Erkenntnisbewegungen oder vom Logos ausgehenden Neuplatonikern, die als Kirchenväter gelten, etwas eingeflüstert.

Doch so, wie sich Pflanzen und Tiere in aller Welt in ähnlicher evolutionärer Weise entwickelten, so ist es auch bei den Kultformen zu beobachten. Und so wie sich viele Riten, selbst Weihrauch, Opfer, Könige als Mittler oder Priester, Tanz und Spiele, aber auch Natur und himmelsbeobachtende Mathematik als maßgebende Größe in den antiken Kulturen gleichen,  so ist auch der Grund des Kultes, das „warum“,  „wer“ und  „was“ der verehrte Gegenstand war, weitgehend identisch. Ob wir im fernen Südamerika die Maya erforschen, die asiatischen Kosmologie-Kultmodelle betrachten und die Entwicklung der ägyptischen Theologie, deren schöpferische Weisheit dann nicht nur über die Psalter in den Christuskult einfloss. Wie jedes Wesen oder unser Körper, so ist auch die Kultur erwachsen. Wenn wir  den persischen Propheten über die Schulter schauen, die sich in kosmischer Kreativität begründeten und Schule des bilderfreien Kultes waren, der sich in ihrem Exil entwickelt und dann in den Augen anfänglicher Denker im christlichen Wesen auf neue Beine gestellt wurde. Dann ist es himmelschreiend, weiter einen charismatischen Heilsprediger anzunehmen, der dann als Christus auch noch bei den an Zarathustra anknüpfenden Arabern zum Vor-bild Mohammeds geworden sei. Die ganze Arbeit hätten sich unsere Großväter, die vielen Forscher, die Archäologen mit ihren unzähligen Grabungen oder Sprach- und Kulturwissenschaftler sparen können, wenn dann das Hypothese bleibt, was an heutigen Hochschulen als Grund des christlichen Kultes vermittelt wird.

Noch nicht mal dem wieder in den Mythos zurückgefallenen Mittelalter wäre das zu unterstellen, was heutige Hypothese ist und dann blindlings den Anfängen unterstellt wird. Denn mit einer Hochzivilisation, die jetzt in Vernunft erklärte, was vormals als Mythos galt, selbst die Kultfunktion in Vernunft diskutierte, ist ein als schöpferisches Wesen geltender junger Mann oder ein Mythos auf keinen Fall zu machen. Dass Kulturen, die weder an menschliche Wesen, noch Götter im heutigen Sinne glaubten, sondern so sichtbare Fruchtbarkeit, Kreativität, Kultur- und Naturereignisse auf kultische Weise verehrten, um dem gerecht zu werden, nach dem Wandel vom Mythos zum Logos einen jungen Wanderkyniker als Gott gesehen haben oder dazu machten, ist völlig ausgeschlossen.

Wie können wir uns in den Museen der Welt erklären lassen, wie die in Fruchtbarkeit der Natur beobachte oder am Himmel hochmathematisch errechnete kreative Ordnung Gegenstand der alten Kulturen und ihrer Götter als kultische Verehrungsobjekte war und weitermachen wie wenn wir nichts wüssten? Denn wenn die Geschichtsforscher nicht völlig falsch liegen, dann ist es völlig ausgeschlossen, dass Denker, für die jetzt die in Schöpfung begründete Vernunft maßgebender Mittler war, einen jungen Mann als Wahrheit, König… oder gar Gott (was immer das auch sei) gesehen haben.

Den Schriftgelehrten, die meist nur Kultlesetexte auswerten und es dann als kulturellen Kontext betrachten, wenn sie Ihren Wanderkyniker einen großen Bogen um die antike Welt und Wissenschaft machen lassen, ist es kaum zu verdenken. Doch wie die Kritiker, die diese Texte in ihrem Kurz-schluss als reine Märchen betrachten und für die weder ein junger Gott gilt oder die gar an einem jungen Mann mit Namen Jesus zweifeln dann behaupten wollen, da wäre ein reiner Mythos zum neuen Kultgrund gemacht worden, das ist das große Rätsel. Denn gerade wer von logischer Entwicklung auch in Kultur ausgeht, wem Vernunft und Wissenschaft heilig sind, der kann der antiken Hochzivilisation nicht weiter unterstellen wollen, beim Wandel vom Mythos zum Logos auf einen Christus-Mythos des Paulus, von Konstantin oder der Kirche hereingefallen zu sein.  Es gibt in rationaler Betrachtung kultureller Entwicklung nur eine Lösung: Als das kreative Werden der Welt, auch die Beziehung des Menschen zum Kosmos oder der traditionelle Kult der Götter in Vernunft erklärt und philosophisch diskutiert. As auch die Mythen der Griechen, wie die Glaubensgesetzlichkeit der Juden oder die römischen Gottkaiser ihre Autorität als Mittler zunehmen an die Vernunft verloren und Römer zum neuen Judentum konvertierten, die Opfer an traditionelle Vorstellungen ablehnten. Da musste der Öko-logos im Erbe der alten Kulturen zum kultischen Verehrungsgegenstand werden.

Einklang von Mensch und Natur – Leben nach göttlichem Wort

Es mag sein, dass der Einklang von Mensch und Natur  beim  Leben im amerikanischen Regenwalt besondere Anforderungen an den Kult stellte. Und so sind möglicherweise die kultisch verehrten Naturgegebenheiten, die im Mittelpunt stehenden Maisgottheiten, Regengötter oder sonstige himmlische Hoheiten, die mathematisch berechnet auch für das menschliche Leben und den Kult maßgebend waren, besonders gut zu beobachten.  Aber das ganze Spiel der Kultur, selbst das bei Alt und Jung beliebte Ballspiel, bei dem heute nicht nur in der Sport-Bild junge Männer vergöttert und ihnen viel  Zeit oder  Millionen geopfert werden, diente dazu, mit altbekannten Bildern, Riten und Tanz den Menschen in der kosmischen Ordnung zu halten, die wir heute Ökologie nennen.

So wenig wie der Maisgott ein zu beweisendes oder in seiner Macht per Theodizee zu bezweifelndes Wesen war, ist es dort, wo die Welt von sog. Propheten im Zusammenspiel mit der menschlichen Kultur zunehmend in einheitlichen Modellen (monotheistisch) auch als unvorstellbar und unsagbar erklärt wurde, um einen dem Buch nach zu glaubenden Designer gegangen.  Auch dass der kreativen Macht, die alles aus sich hervorbringt in Kultnamen angesprochen und ihr menschliche Eigenschaften unterstellt wurden, selbst zur Zeitenwende, als der Kosmos, wie der Kult dann in anfänglich noch verschiedenen, ob dualistischen oder monotheistischen Vernunftmodellen erklärt wurde, ist klar, wenn man die Entwicklung aus alten Kulturen betrachtet. Was das aber mit einem jungen Mann zu tun hat, der jetzt die Funktion des Königs gehabt haben soll oder der gar als Gott auf Erden der schöpferische Grund des in Vernunft erklärten kreativen Ganzen gesehen wurde, das entbehrt jeder Grundlage. Das ließe sich nur noch nicht mal erklären, in dem die Antike auf geheimnisvolle Weise den Verstand verlor, auf nächtliche himmlische Stimmen hörte,  daher einen jungen Heilsprediger anhimmelt, sich Erkenntnisschulen (ganz verschiedenartige gnostische Bewegungen) seiner Sekte anschlossen. Auch dass  sich die Menschen später völlig unabhängig davon nur einem kirchlichen Jesus-Mythos oder einer literarischen Fiktion unterwarfen, wie die Kritik teilweise unterstellt, ist bei  Betrachtung logischer Kulturentwicklung völlig ausgeschlossen.

Funktion des sich evolutionär wandelnden Kultes in Kultur

Auch wie verfallen und abwegig, damit dringend überholungsbedürftig unser heutigen Kult(ur)verständnis ist,  wird bei Betrachtung der antiken Kulturen, wie der Maya bewusst.

Wo die Einheit des Menschen mit kosmischer Ordnung stand, gilt heute ein Aberglaube an ein vorgesetztes,  mit der Aufklärung sprachlos gewordenes Gottesbild. Dies führt  zum Gegenteil von dem führt, was er bewirken sollte. So entstand ein Glaube, der von der Kritik zu Recht für konservatives Verharren, statt kreativen Fortschritt, den Unsinn der Welt und die meisten Kriege verantwortlich gemacht wird. Der zu täglichen Morden auch innerhalb einzelner Kulturen führt.

Um jedoch nicht einfach diese heutige Glaubensvorstellungen auf den anfänglichen Kult zu übertragen, wie es nicht nur in christlicher Wissenschaft geschieht, wo dann gar ein Wanderkyniker als Gott gelten soll (damit absurderweise als wesen-tlichen Sinn- und Verehrungsgrund allen kreativen Werdens), hilft ein Blick auf fremde Modelle.

Die Maya kannten noch keine wissenschaftliche Erklärung der Welt in dem Sinne, wie sie auf unserem Kontinent im Wandel vom Mythos zum Logos erwachsen ist. So ist es verständlich, wenn sie ihre Natur-Verkörperungen, die für die das Werden und Vergehen, die gesamte Vegetation standen, verehrte. Doch dass sie ihre in der Naturverehrung in Kultfunktion genutzten Gestalten in Stein als Erklärungsgrund anbeteten. Was dann seit Laplace an Napoleon als nicht mehr notwendige gesehen, aber heute weiter als Intelligente Designer bewiesen oder kirchlich gepredigt wird. Das muss bei ernsthafter unvoreingenommener Betrachtung bezweifelt werden.

Wie auch die heute Monotheismusdebatte zeigt, wird trotz allem Wissen, dass Gottesvorstellungen, -begriffe im bildlosen prophetischen Kult verboten waren, der eigene Gott wie ein menschliches Monsterwesen als wahrer Erklärungsgrund vorausgesetzt. Daran zu glauben wird so wie selbstverständlich als christlicher Glaube gesehen. Und da selbst dann, als in antiker Aufklärung der Exilszeit nur das opferfrei verehrt werden sollten, was schöpferisch wesentlich war und sein wird (JHWH), die alten Mythen mit menschlichen Umschreibungen, Bildern und Begriffe weitergeführt wurden, wird einfach unterstell „die haben an… geglaubt“.

Doch noch weit weniger wie den Maya, ist der in Zarathustra zum Ausdruck kommenden persischen monistisch-monotheistischen Philosophie, die auf unserem Kontinent in der Exilszeit das Weltbild bilderfrei weiterformte, ein Glaube an Ahura Mazda im heutigen Sinne, als ein dann in seiner Macht zu bezweifelnder Allesmacher zu unterstellten. Und noch weit weniger haben die griechischen Philosophen, die die Welt nicht mehr im Mythos, sondern im Logos erklärten und so in ihrem philosophischen Monotheismus einen Zeus an die Spitze der Götter stellten, diese oder dann Zeus als Erklärungsgrund angenommen. Wie bei den Maya der Mais- und andere Götter kultische Naturverehrungen in menschlicher Gestalt waren, sind auch die griechischen Götter nie als eine Art menschliche Monsterwesen Erklärungsgrund gewesen.

Mit Sicherheit hätte keiner der antiken Denker die Herkunft von Herakles oder der anderen Vorbilder des dann christlichen Kult-Ausdruckes als Wanderkyniker in einer  hebräischen Handwerksfrau  begründet, Asklepios Heilstaten als psychologisch bedingte Wunder eines charismatischen Wanderpredigers. Und wer  den Lebensfluss des natürlichen Werdens  inzwischen in monistischen sinnvollen Vernunftmodellen (Logos) erklärte,  der hat Dionysos & Co. auch nicht als die großen Macher angenommen, sondern war sich über ihre kulturellen Rolle klar. Die griechischen Vor-bilder Jesus waren so wenig ein mystischer Erklärungsgrund oder zweibeinige Wesen, wie es bei David um einen Großkönig, bei Moses um einen volksbefreienden Vielschreiber oder Josua um einen kinderschlachtenden Feldherren ging. Und noch weniger war der Zeus-Pantokrator, wie er im dann götterfreien Kult als Christus galt und noch heute in der Kirche hängt oder auf den Büchern mit theologischer Darlegung der Evangelien-Literatur zu sehen ist, ein  zu glaubender Erklärungsgrund für das  Übernatürliche, gar mit zwei Beinen.

Wo ungeachtet all dieser Logik ein Wanderkyniker Namens Jesus wie ein junger Gott (was immer das ohne jegliche schöpferische Funktion auch sei) gesehen wird, hat man auch mit dem Marcionismus keine Probleme. Zwar ist bekannt , dass diese als urchristlich geltende Erkenntnislehre, die erstmals einen Kanon von Kultlestexten mit Paulusliteratur und Evangelien herausgab, allein von antiker Vernunftlehre (Logos) ausging und den alttestamentlichen Gottesbegriff völlig ablehnte. Doch dann wird getan, wie wenn selbst diese Logos-Jünger, die aus Vernunftgründen alle alten Gottesvorstellungen ablehnten und damit genau das waren, was wir heute Atheisten nennen, einen jungen Mann mit Namen Jesus einfach als Gott ausgegeben hätten.

Bekanntlich wurden  die Christen nicht wegen eines neuen Kultes verfolgt, sondern als Atheisten, die sich dem  Kult der Götter und Kaiser, der als staatstragend gesehen wurde, verweigerten.  Doch noch weit weniger als  der späteren Kirche, die an das Testament des bildlosen prophetischen Kultes von dem, was als unvorstellbar und unsagbar, aber kreativ wesen-tlich galt und dessenn Kulttexte anknüpfte, zeigt sich im Marcionismus: Selbst wenn den alten Kulturen, die den Kosmos, dessen Kreativität und ihre Rolle dabei noch auf mythische Weise erklärten, ihre Götter als zu glaubende Begründungen oder Macher (intelligenten Designern) galten. Nach dem Wandel vom Mythos zum Logos hat es dies weder in Athen und noch weit weniger bei den Reformjuden antiker Bildung in Alexandrien oder Antiochien gegeben, die dann zur Kirche wuchsen.

Eine in Kulttexten vorgesetzte Gottesvorstellung, an die zu glauben wäre, die sich dann naturwissenschaftlich auflöst, deren Macht in Theodizee bezweifelt wird und die seit neuzeitlicher Aufklärung zum Realsäkularismus der westlichen Welt führt, die hat es an der Wurzel der Kulturen, auf die sich die monotheistischen Geschwister heute berufen, auch damit ihren Aberglaube oder mittelalterliche Vorstellungen befeuern, nicht gegeben. Vielmehr lässt sich nicht nur im Marcionismus, bei dem die Vernunft an die Stelle alter Gottheiten getreten war erkennen: Wo Jesus bzw. Josua steht, wurden die heute geltenden Gottesvorstellungen im kulturellen Wandel vertrieben.

Doch von den alten Kulturen zu lernen, bedeutet das Gegenteil von dem, was wir heut e in Abwendung von Religionen und ihren Kult-Vorstellungen beobachten. Werkzeuge, die eine Kultur ausmachen, die nicht nur bei den Maya zur Hochkultur führten, auch die griechischen Philosophen als notwendig für ein Staatswesen in menschlicher Kultur sahen, was selbst Epikur, der Schutzheilige heutiger Atheisten bedachte, über Bord zu werfen, ist keine Aufklärung. Und auch die sich dem alten Kult verweigernden Christen, die dann selbst von den Philosophenkaisern daher  als Staatsgefährung verfolgt wurden, haben bekanntlich den bildlosen Kult auf neue Beine gestellt.

Auch wenn man mit einem Hammer auch den Kopf einschlagen kann, so bedienen wir uns heute notwendiger Weise weit gefährlicher Techniken.  Wer daher die Museen besucht und den alten Hochkulturen über die Schulter schaut und denkt, dass ohne Begeisterung mündiger Menschen und die kultische Verehrung dessen was auf kreative Weise gegeben oder westentlich ist, sich der Mensch nur aufgrund humanistischer Predigten oder grüner Zweckmäßigkeit an die menschlich-ökologische Ordnung hält, für den haben die Forscher umsonst gegraben.

Und als ein noch größerer Selbstbetrug erweist es sich, die Probleme mittelalterlicher Glaubensvorstellungen in atheistischer Verneinung, mit mehr Polizei, Überwachsungskameras oder der Bewaffnung angeblich weniger islamistischer Rebellengruppen in Aleppo beseitigen zu wollen. Aufklärung ist der einzige Weg, um die heute politisch-kriminalistisch missbrauchte  Kultur-Energie, mit der sich der Aberglaube bekämpft, in dem Sinne zu gebrauchen, wie die alten Kulturen: Sich im ökologischen Gleichgewicht auf kreative Weise zu entwickeln, kulturelle Hochleistungen hervorzubringen.

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