Wo heute ein junger Mann oder literarischer Jesus-Mythos gilt, wurde der Öko-logos/Weltvernunft kulturgerecht zur Welt gebracht

Wer kennt nicht die Weihnachtsgeschichte? Und der naturwissenschaftlich aufgeklärte Mensch glaubt zu wissen, dass es um die später als jungfräulich ausgegebene Geburt eines gutherzigen Wanderpredigers mit Namen Jesus ging, die mehr oder weniger märchenhaft ausgeschmückt wurde. Was bei den Kritikern als Lug und Trug gilt, den christlichen Glauben nicht nur inhaltlich, sondern auch in seiner Bedeutung für das Funktionieren einer verantwortungsvoll auf kreative Gestaltung von Zukunft ausgerichtete Gesellschaft völlig grundlos macht.

Wie soll bei dem, was heute gelehrt wird, ein normal denkender Mensch auf die Idee kommen können, dass kein junger Guru, sondern das, was der Antike als Logos galt, heute als Ökologie gelehrt und danach als weltvernünftig und sinnvoll erachtet wird, genau das war, was vor 2000 Jahren (auch durch die Weihnachtsgeschichte) kulturvernünftig zur Welt gebracht/vermittelt werden musste? Was auf den ersten Blick wie eine neue weltfremde These aussieht, erweist sich aufgrund des über die sich an biblischen Aussagen abarbeitende Kritik hinausgehenden Wissens um die kulturelle Entwicklung, die Entstehung und Bedeutung der Kulttexte, das realgeschichtliche Geschehen der Zeitenwende und die kulturellen Hintergründe als Logik, die sich gegen eingefahrene Ideologien richtet.

Wie das aufgeklärte Verständnis des hinter den verschiedenen Gründergestalten stehenden und der Antike maßgebenden Logos  (jüdisch: Wort oder Weisheit), weit mehr als alle intellektuellen Forderungen oder kirchliche Predigten zum Friede zwischen den Kulturen und einer ganzheitlich-ökologische Lebensweise, Weltvernunft beitragen könnte, kann aufgrund des Kurz-schlusses heutiger Lehre nicht bedacht werden. Was den christlichen Glaube begründete und ausmacht, historisch war, wird so logischerweise als weit weniger wichtig gesehen, als der Geschmack des Glühweines auf dem Weihnachtsmarkt.

Und während daher der säkulare Westen die Religionen für das Unheil der Welt verantwortlich macht, ihm der Kult und dessen Begründung völlig Wurst sind, verharrt der Nahe Osten in mittelalterlichen Vorstellungen. Statt die Gründergestalten auf wissenschaftliche Weise als Ausdrucksweisen einer gemeinsamen und bedeutungsvollen Vernunft und Sinnhaftigkeit zu bedenken, wird in deren Namen täglich auch innerhalb einzelner Kulturen gemordet.

Niemand kann erwarten, dass allein durch die wissenschaftliche Aufklärung über das wahre Wesen der bekannten Gründergestalten als Ausdrucksweisen einer gemeinsamen Vernunft die Glaubenskämpfer ihre Waffen fallen lassen. Und auch der christlich-säkulare Westen wird sich allein durch Aufklärung über die Wurzeln seines Kultes in kreativer Vernünftigkeit, statt in einem jungen Mann oder literarischen Mythos, nicht schlagartig weltvernünftig, ökologisch verhalten, auf kreative Weise Zukunft gestalten, statt diese in kurzsichtiger Kapital- und Konsumvergötterung zu vernichten. Doch wenn in der angeblich aufgeklärten Welt die täglich gepredigte Weltvernunft so bedeutend und aus mündig-kultureller Sinnhaftigkeit/Vernünftigkeit (von Christen im Namen Jesus) besungen oder gefeiert wird, wie Mohammed im Islam. Dann können sich die Menschen auch dort auf Dauer nicht wegen der Nachkommenschaft eines zweibeinigen Propheten, der nach kritischer Koran- oder Islamforschung eine arabisch-prophetische Ausdrucksweise des christlichen Wesens (Logos) war, das in der Kirche als Gottessohn zur Welt gebracht wurde, die Köpfe einschlagen und unschuldige Menschen töten. Die „christliche“ Aufklärung ist daher die Voraussetzung zur gemeinsamen Vernunft.

Lukas:  Kultliteratur, die den Logos/die Vernunft zeitgerecht zur Welt brachte

Unabhängig von der Auswertung des geschichtlichen Wissens über den kulturgeschichtlichen Hintergrund des Christentums, den Wandel vom Mythos zum Logos in Aufklärung antiker Hochzivilisation, die im kosmischen Geschehen begründeten Vorgängerkulte, die Konversation von Römern oder Afrikanern zum Juden- und dann Christentum, die Entstehung der römischen Kirche aus konkurrierenden, in Vernunft begründeten Erkenntnisbewegungen oder der jahrhundertlangen Diskussion um das schöpferische Wesen des christlichen Kultes. Wonach dafür weder ein junger Mann, noch ein Glaubensmärchen in Frage kommen. Auch die bekannten biblischen Geschichten selbst, die die Lieferanten des jungen Heilspredigers sind und von den Kritikern als überkommene Märchen abgelehnt werden, sind Zeugen dessen, was der antiken Aufklärung als Vernunft/Logos heilig war.

Während der Johannestext in seiner am 1. Weihnachtsfeiertag gelesenen kurzen Weihnachtsgeschichte (dem Prolog) ganz deutlich sagt, dass in seiner Theologie-Erzählung die Vernunft/Logos als schöpferisches Wesen, Leben und neue Wahrheit spricht, ist darüber in der heutigen Textfassung von Lukas nichts zu lesen. Doch auch dieser Text, der in seiner allbekannten Weihnachtsgeschichte maßgebend das heutige Bild des guten Jungen prägte, den eine Hebräerin in einem Stall zur Welt bringen musste, verweist eindeutig darauf: In der gesamten Evangelienliteratur geht es um das, was der Antike als Logos galt, heute Ökologie heißt, neuzeitlicher Aufklärung als Vernunft heilig ist.

Auch für die Verfasser der Geschichten wie Lukas, die in ihrer heutigen Form dafür verantwortlich sind, dass die gesamte Forschung nur nach einem jungen Mann mit Namen Jesus fragt, war ursprünglich der Logos das christliche Wesen. Was für die Kritik nur ein literarisches Kunstwerk ist, das wie nachgewiesen von Geburt, über Wunder bis Tod und Auferstehung alten jüdischen Texten und griechischen Göttermythen  nachgestellt wurde, war unmöglich nur ein Heiligenschein, um einen Heilsprediger hochleben zu lassen. Und doch ging es so wenig um ein literarisches Scheinwesen, wie dies die für unser menschliches Dasein maßgebende natürliche Schöpfung (Evolution/Ökologie) und die darin begründete menschliche Vernunft sowie ihr kulturbedeutendes Verständnis heute ist.

Da der Lukastext von urchristlichen Marcioniten verwendet oder gar erstmals herausgegebene wurde, kann er nur von der Vernunft handeln, die dem im nun „natürlichen“ (vernünftigen, sinnvollen) Werden begründeten Denken antiker Aufklärung heilig und maßgebend war. Zwar war der Logos und damit die antike Vernunftlehre bekanntlich auch der Glaubensgrund der gesamten kirchlichen Vordenker. Doch zwingt beispielsweise gerade das heutigen Wissen um ihre „christlichen“ Kontrahenten in besonderer Weise, die in Natur/Schöpfung begründete Vernunftlehre als Wesen des neuen universal geltenden jüdischen Kultes zu bedenken. Statt gegebenes Wissen weiter zu übergehen und zu tun, wie wenn nur ein besonders schlauer Schriftgelehrter oder Wanderkyniker eine neue Sekte ausgelöst hätte, die später ihren Guru als Logos ausgab.

Kirchliche Trinität war in Vernunft begründet

Wo man einen jungen Mann an den Anfang stellt und dann in heutiger Dogmatik danach fragt, warum ein Gott seinen Sohn auf die Erde geschickt habe, was dessen Geburt, Tod und Auferstehung mit der Vergebung der Sünden zu tun habe, ist nur noch Geisterstunde. Da braucht sich niemand darüber zu wundern, dass Theologie nicht mehr als Wissenschaft, sondern als Märchenstunde betrachtet wird und Monotheismus nicht nur als gewalttägige Verabsolutierung des eigen Gottesbildes gilt, sondern vom Aber-Glaube im politischen Missbrauch reale Gewalt ausgeht. Doch auch wenn die anfänglichen Auseinandersetzungen mitunter gewalttätig waren. Die anfängliche Monotheismus-Debatte, die sich nicht nur im Marcionismus nachvollziehen lässt, kann keinen jungen Mann und dessen Gottheit zum Thema gehabt haben. Sie handelte von der Vernunft, nach der wie in heutiger Naturwissenschaft in den verschiedenen Modellen auf monistische Weise alles Werden im zusammenhängenden Weltganzen erklärt wurde. Wenn die Kirche die alten Vorstellungen nicht wie im Marcionismus oder der „gewaltigen Unterscheidung“ heutiger Aufklärung ablehnte. Sie vielmehr eine kreative Synthese suchte, wonach die Vernunftlehre als Wesenseins mit dem alten Verständnis, in der Vernunftlehre die Offenbarung/Erklärung dessen gesehen wurde, was bereits den Propheten schöpferisch wesentlich war und sein wird. Dann war dieser heilende Geist im Sinne vernünftiger kreativer Kulturentwicklung. Doch es ist mehr als absurd, den geschichtlich freigelegten  Auseinandersetzungen der ersten Jahrhunderte, aus denen letztlich auch die drei monotheistischen Religionen hervorgingen, einen jungen Mann oder einen literarischen Mythos als eine Art schöpferischen Grund des Weltganzen oder Offenbarung/Erklärung der Sinnzusammenhänge aller Kreativität unterstellen zu wollen.

Bei der heute geltenden Heilsprediger-Hypothese hätte man sich alles Wissen über die den Sinn ihres Seins in den kreativen Weltzusammenhängen auf noch mystische Weise ausdrückenden antiken Hochkulturen, die Anfänge eines neuen, christlich Judentums im Hellenismus, die späteren Auseinandersetzungen oder auch die Konversion ganzer afrikanischer Völker zum Judentum und seiner christlichen Konkurrenz sparen können. Wenn sich beispielsweise in den ersten Jahrhunderten christlicher Rechnung äthiopische Kaiser aus philosophischen (Vernunft-) Gründen zur „einen Herrlichkeit des Himmeln und der Erde“ bekannten. Was soll es mit einem mehr oder weniger herrlichen jungen Mann und seiner Sekte zu tun haben? Wenn aus arianischen, römischen oder afrikanisch- naturvergötternden Heiden jüdische oder christlich-bildfreie Monotheisten wurden, dann ist diese Mission nicht der Überredung zur Sekte eines jungen Guru zu erklären. Dies lässt sich nur auf die im Logos/Vernunft begründete monistische Erklärung des Weltganzen in den bekannten Modellen antiker Aufkärung zurückführen. Mit missionarische Überredung zu einem fiktiven Christuswesens war kein einheitliches Weltverständnis und damit Monotheismus zu machen. Die Unterstellung, ein sich jetzt zum Paulus gewandelter Sektenbeauftragter, Konstantin oder die Kirche hätten aus machtpolitischen Gründen erst eine fiktive christologische Herrlichkeit konstruiert, schließt sich aus, wenn man in der Geschichtsrealität blättert. Die Hinwendung der Völker zum Judentum und dann dessen neuer Form lässt sich nur in der Vernunft der Zeit erklären.

Marcion: Ein vernunftbegründeter Monotheismus

An dieser Stelle kann nicht die heutige Marcionforschung ausgewertet werden. Doch sie macht mehr als klar: Bei der von der Kirche verworfenen, weil die Vorstellung des alttestamentlichen Schöpfergottes ablehnenden urchristlichen Denkweise, die bekanntlich von einem doketistischen Christus-Wesen ausging und nur noch das gelten ließ, was in der Antike als Logos gelehrt wurde, kann es dort, wo heute von Jesus geschrieben wird, nicht um einen Reformrabbi als besonders schlauen Bibelausleger gegangen sein. Ein junger Mann, der auf geheimnisvolle Weise als eine Art Gott gesehen oder hingestellt wurde, kann nicht der gewesen sein, von dem der hellenistische Lukas-Literat schrieb und der aus Traditions- bzw. Göttergläubigen neue monotheistische Verhaltenslehren machte. Gerade in Auswertung der Kritik der Kirchenväter gegenüber ihren urchristlichen Gegenspielern lässt sich das noch besser belegen, als in der Kirchengeschichte.

Der junge Mann, der in heutiger Lehre blindwütig vorausgesetzt wird und in dessen Glauben dann auch die Verfasser der wissenschaftlichen Arbeiten über den Marcionismus bleiben und ihre Leser lassen, der war unmöglich das Thema anfänglicher Theologie-Diskussion. Und wo über das Wesen des Logos und seine Stellung zur alttestamentlichen Schöpfungs- oder Schöpfergottvorstellung heiß diskutiert wurde, da ging es auch nicht um ein literarisches Konstrukt. In der gesamten anfängliche Mission und Diskussion, wie sie heute in wissenschaftlichen Arbeiten umfassend aufgearbeitet wird, kann es unmöglich um den jungen Mann mit Namen Jesus gegangen sein, von dem ständig geschrieben wird. Doch noch weniger war ein rein literarisches Konstrukt des Glaubens der Grund dieser hochtheologischen Monotheismus- bzw. Christologie-Diskussion. Bei der christliche Marcioniten allein die Vernunftlehre gelten ließen und die alten Gottes- bzw. Schöpfungsvorstellungen völlig ablehnten.

Wie für den Marcionismus, der in Ablehnung der alten Texte Herausgeber des ersten neuen Kultlese-Kanon war, der neben einem Lukastext auch Paulusbriefe enthielt, der antike Logos galt, ist bekannt. Und da ebenso bekannt ist, wie auch für die kirchlichen Kontrahenten, die trotz jetzt in natürlicher Schöpfung begründete Sinn-/Vernunftlehre (Logos) die Anerkennung der Person (Rolle/Aufgabe) der alttestamentlichen Monotheismus-Vorstellungen weiterführend war, ist es trotz des im Theologiestudium tief eingeübten Jesusbildes kaum verständlich, dass die gesamte Forschung, die die anfängliche Diskussion nachvollzieht, weiter tut, wie wenn ein arbeitsscheuer Junghandwerker der Grund der monotheistischen Auseinandersetzungen gewesen wäre.

Marcion lässt sich nur in antiker Vernunftlehre erklären

Die Ablehnung des alttestamentlichen Schöpfergottes durch den neuen Monotheismus der Marcioniten lässt sich bei Licht betrachtet, das das Denken antiker Hochzivilisation berücksichtigt und nicht nur buchstäblich in längst in ihrer Funktion erklärten Kultlesetexten blättert, nur in der antiken Vernunftlehre erklären. Es erscheint logisch, wie die Vernunftlehre antiker Aufklärung (ähnlich wie heute) das alttestamentliche Schöpfungsverständnis oder das allzu menschliche Bild eines allmächtigen und strafenden Schöpfergottes ablehnte. Wer in der Geschichte beobachtet, wie die heute polemisch als Spaghetti-Monster angeprangerte menschlich Vorstellung von dem, was für die prophetisch-monotheistischen Anfänge schöpferisch wesentlich war und sein wird, zum Gottesbild wurde. Und so zum Gegenstand unzähliger vergeblicher Beweise, vielfacher Zweifel und dann der Ablehnung einer seit neuzeitlicher Aufklärung arbeitslosen menschlichen Gottesvorstellung. Was dann zur sinnverneinenden Realsäkularisierung, Ego- oder Konsumvergötterung, ebenso wie zum Aberglaube führte. Der kann Markions Ablehnung des alten Gottesbegriffes gut verstehen. Doch ebenso ist es verständlich, dass der Marcionismus dann von Neuplatonikern, die als Kirchenväter gelten, weil sie sich mit dem Alten Testament, seinen Bildern oder Texten auf allegorische Weise auseinandersetzten, dessen Monotheismus daher anerkannten oder trotz ihrer Vernunfterklärung des Kosmos kreativ daran anknüpften, als falsch gebrandmarkt wurde.

Auch wie eine „urchristlich“ Denkweise existierte, der ein doketistisches Scheinwesen unterstellt wurde, weil es von der bildlich-volksverständlichen Ausdrucksweise des Logos in Form eines jungen Heilsprediger, dem heute die gesamte theologische Wissenschaft, wie ihre Kritiker opfern, nichts  wissen wollte, lässt sich erklären. Ebenso, wie dass dann in der Polemik von der kirchlichen Konkurrenz, die auf die menschliche Ausdrucksweise im Sinne des Alten Testamentes setzte und auch das Erbe der griechischen Göttergestalten sowie der menschlichen Gott-Kaiser aufnehmen musste, ein Scheinwesen unterstellt wurde.

Die Ausdrucksweise in geerbten Vorbildern war das Kreuz der Vernunft

Die Sünde der Väter, die Abhängigkeit von der seit Adam mit dem Geist selbstständigen Denkens, Bewusstseins und Verstand begabten Wesen von aufgebrauchten, zu Götzen gewordenen Bildern, die keine kreative Wirklichkeit mehr hatten, machte es in kultureller Entwicklung notwendig, dass die Vernunft entsprechend der Vor-bilder, im Westen als Gottessohn zur Welt gebracht werden und so dann das Kreuz tragen musste. Doch wie es eine urchristliche Denkweise gab, die Lukastexte verwendete, aber den heute genau deswegen als historisch gelehrten jungen Juden für ein doketistisches Scheinwesen gehalten hätte, ist völlig unerklärlich. Das wäre so, wie wenn wir heute Konrad Adenauer nur als Scheinwesen annehmen oder darüber diskutieren würden, ob der Führer möglicherweise gar kein irdischer Mensch gewesen wäre. Wenn sich bereits ganz am Anfang, damit noch vor der einheitlich-kirchlichen Ausdrucksweise eine doketistische Diskussion beobachten lässt, dann schließt sich dort ein zweibeiniges Wesen aus. Ebenso unerklärlich ist es daher, es weiterhin als einzig wissenschaftlich zu bezeichnen, bei dem in der Weihnachtsgeschichte ausgedrückten/zur Welt gebrachten Wesen, einen jungen Mann Names Jesus oder ein einen literarischen Mythos anzunehmen.

Vom Marcionismus selbst ist nichts schriftliches erhalten. Über Marcion oder die möglicherweise in der Gestalt eines reichen Reders so zum Ausdruck gebrachte anfängliche Denkweise, wissen wir nur etwas über Kirchenväter. Die in polemischen theologischen Abhandlungen diese den alttestamentlichen Gott ablehnende „christliche“ Lehre als Häresie verurteilten. Aber selbst wenn sich dann gar Kirchenväter wie Tertullian, aus dessen theologischen Streitschriften Adolf von Harnack erst vor wenigen Jahrzehnten Marcion aufleben ließ, als literarische Ausdrucksformen frühkirchlichen Denkens entpuppen würden, die in mittelalterlichen Mönchsschreibstuben entstanden. Die anfängliche monotheistische Diskussion um das christliche Wesen und seine Stellung gegenüber dem alttestamentlichen Schöpfergott war ebenso, wie es historischer Fakt ist, dass urchristlichen Denkweisen ein doketistisches Wesen vorgeworfen wurden, weil sie die allzu menschliche Ausdrucksweise im Stile der Vor-bilder ablehnten.

Heute wissen wir, wie das Christentum aus einer Vielzahl von sich bekämpfenden und gegenseitig der Häresie beschuldigenden Wurzeln, unzähligen Reformbewegungen und Erkenntnislehren hervorgegangen ist. Wie damit auch die Denkweise, die zur Kirche wurde, aus einer Erkenntnislehre/Gnosis hervorging, die andere dualistische, weltverneinende oder das Alte Testament ablehnende neue Lehren als falsch bezeichnete. Und in der gesamten anfänglichen Diskussion, die sich über viele Jahrhunderte auch in zum Judentum übergetretenen und die trinitarische Vorstellung ablehnende afrikanische und später arabische Denkweise beobachten lässt, kann es nur um die Vernunftlehre der Zeit gegangen sein. Das Verhältnis der monistischen Vernunftlehre zum prophetischen Monotheismus und zum alten Kult der Juden, wie Römer und unmöglich ein jungen Mann oder ein literarisches Konstrukt waren das jahrhundertelange Thema. Ein Thema, um das es nicht nur auf den bekannten Konzilen und den unzähligen teils kriegerischen Streitigkeiten in den wilden anfänglichen Jahren, sondern auch der Zuwendung nordafrikanischer Völker zum Judentum, Christentum und dann der arabisch-prophetischen Ausdrucksweise als der Gesandte „Mohammed“ ging.

Die gesamte urchristliche Diskussion verweist auf die Vernunft als christliches Wesen

Auch wenn die Forschung über Marcion und andere urchristliche Erkentnislehren noch relativ jung ist und an allen Hochschulen heute ein junger Heilsprediger gelernt und vorausgesetzt wird. Wie man im Wissen, dass es am Anfang allen Diskussionsparteien um den Logos ging, wissenschaftliche Werke über die ursprüngliche Gottesfrage, die Ablehnung der alttestamentlichen Schöpfungsvorstellung und andere christologisch-theologische Themen verfassen kann und immer nur von Jesus schreibt, wie wenn ein jungen Besserwisser der Grund der gesamten Diskussion gewesen wäre, das ist unbeschreiblich. Allein die Debatte um den Begriff des einen kreativen Gesamtgrundes bzw. Schöpfergottes im alttestamentlichen Sinne ist weder in einem jungen Mann, noch einem literarischen Scheinwesen zu begründen, sondern nur in den monistischen Vernunft-Modellen der Zeit. Und wenn Urchristen, die nicht nur Paulus- sondern Lukastexte noch vor der Kirche herausgaben vorgeworfen wurde, nur ein Scheinwesen in die Welt zu setzen, dann macht auch dies klar: Bei der anfänglichen Diskussion und dem dann späteren kirchlichen Kanon ging es weder um den, der heute als historisch gelehrt wird, noch ein literarischen Konstrukt. Im Lukastext wurde die heutiger Aufklärung heilige Vernunft auf zeit- und kulturgerechte Weise literarisch zur Welt gebracht.

Marcion, den dann die Kritiker ebenso in Frage stellen, wie manche bisher als Fakt geltende Kirchenväter, soll nicht der Zeuge sein. Doch die vielfältigen sich gegenseitig nicht nur theologisch bekämpfenden anfänglichen Bewegungen, die jahrhundertelange Kulturdiskussion über das christliche, im Zeitenwandel das monotheistische Weltverständnis, wie die davon ausgehenden Gebote erneuernde und die Göttersöhne ersetzende Wesen, seine kultur-zeitgerechte Ausdrucksweise oder seinen Bezug zu alten Vorstellungen, lässt sich nicht leugnen. Mehr noch als in der Aufarbeitung der jahrhundertelangen Christologie-Debatte (auch unter Leitung neuplatonischer Kaiser) in den dicken Büchern über das Urchristentum, wo ebenso fälschlich, wie bei den jungen Doktoranten getreu der Lehrer heute nur von jungen Juden mit Namen Jesus geschrieben wird, macht deren Marcion-Aufarbeitung aus der Kirchenväterpolemik klar: Wo heute von Jesus geschrieben wird, kann es völlig unmöglich um einen jungen Mann oder einen kirchlichen Mythos gegangen sein, den man zum Logos machte.

Nicht nur, weil keiner der anfänglichen neujüdischen/-monotheistischen Bewegungen ein junger Mann oder Mythos zu unterstellen ist. Und weil selbst in den anfänglichen Berichten über die christologischen Diskussionen nichts von einen Jesus zu lesen ist, sondern vom Wesen des Logos gesprochen wurde. Vielmehr weil die Vernunftlehre eindeutig das Thema der anfänglichen Diskussionen gewesen sein muss steht fest: Auch bei den Lieferanten des heute als historisch gelehrten lebenslustigen, mit seinen Freunden um den See Genezareth ziehenden Galiläers, wie Lukas, ging es eindeutig um das, was dem antiken Denken als Logos maßgebend war. Und dann zu einem philosophisch-monistischen Monotheismus (der im Marcionismus nachgewiesenen neuen Schöpfungs-/Gotteslehre) führte, der im Gegensatz zur Kirche die alten Vorstellungen ablehnte. Und dass es urchristliche Strömungen gab, die sich der allzu menschliche Ausdrucksweise der Weltvernunft als Gottessohn verweigerten, wie man sie im römisch-katholischen Westen als kreativ-notwendig sah, ist gar aus der Koranforschung  bekannt.

Wo Jesus steht ging es um den in Vernunft begründeten neuen Josua

Auch die wanderkynischen Josua-Propheten, die möglicherweise den Literaten jüdischer Bildung (vom Logos ausgehenden Reformern) in Antiochien oder Alexandrien die Vorlage für ihre Kult-Erzählungen lieferten, verweisen auf den Logos. Ein junger Mann wäre Denkern, denen die Vernunft heilig war und die sie als das verstanden, was den Propheten als Wort galt, jüdisch Weisheit war, in ihrem allegorischen Verständnis des Alten nie der neue Josua gewesen. Selbst heute meinungsführende Neutestamentler, die von einem weinfreudigen „Jesus der Galiläer“, damit einem Wanderkyniker ausgehen und Sonntags vom Gottessohn predigen, kann hellenistischen Juden nicht der Schwachsinn unterstellt werden: Dass das anfängliche Denken, wie es heute wissenschaftlich aufgearbeitet wird, einen jungen Mann literarisch vergötterte und dann zu allem Übel auch noch in der bekannten Form über sein Wesen als Neubegründung, ob Offenbarung oder Ablösung des alten monotheistischen Bundes gestritten haben soll, ist einfach unmöglich.

Schließlich wissen wir, wie auch die Kirchenväter den Jesus-Namen in Josua begründeten. Dass am Anfang ein junger Mann mit Namen Jesus war, der dann auf apologetische Weise zum Logos oder von seinem Sektenverfolger nach seltsamem Wandel zum Christus gemacht wurde, wovon die heutige Heilsprediger-Hypothese logischerweise ausgehen muss, schließt sich aus vielen Gründen aus. Nicht allein, mit um Reformen, einem neuen Bund/Verständnis ringenden Juden dieser Zeit, wie es von Alexandrien bekannt ist oder in Qumran ausgegraben wird, ist das unmöglich machbar. Allein das Wissen, dass der eindeutig von Vernunft ausgehende Marcionismus ein anfänglicher Verwender von Lukastexten war, stellt die allgemein gängige Hypothese von der späteren Hellenisierung, Christologisierung oder die apologetisch Erhöhung eines wunderwirkenden Heilandes, der dann auch als Logos gesehen oder verkündet worden sei, völlig auf den Kopf. Wenn eine wegen ihrer Ablehnung des Alten (statt aufgeklärten Verstand: Auferstehung) verurteile Denkweise, der nur noch der Logos galt, bereits vor der Kirche Lukas verwende, ist klar, wer das nun den christlichen Monotheismus begründende Wesen war. Ein größerer Stuss, als dem heute offengelegten anfänglichen Denken und Diskutieren blindwütig weiter einen jungen Mann oder einen rein religiös-literarischen Mythos zu unterstellen, ist kaum vorstellbar.

Wer von einem jungen Mann als christlichen Wesen ausgeht und in aufgeklärter Weise nicht mehr an Geister glaubt, für den kann es logischerweise auch nicht wirklich viel Neues gegeben haben. Doch mehr noch als bei der Kirche der in der heutigen Lehre unterstellt wird, kaum mehr als eine von einem Wanderkyniker ausgehende jüdische Sekte, ohne wirklich viel Neues gewesen zu sein, muss im Nachvollzug eines marcionitischen Urchristentums oder der bekannten urchristlichen Diskussionen ein neuer Grund hinterfragt werden. Da sich ein junger Mann oder eine Jesussekte als Neubegründung des prophetischen Monotheismus ausschließt, wird hiernach auch nicht weiter gefragt. Und wo es als Monotheismus gilt, die vorgesetzte eigene Gottesvorstellung zu verabsolutieren, wäre das sicher auch mit einer Jesussekte machbar. Doch mit dem frühchristlichen Denken, das die alten Schöpfungs- und Gottesvorstellungen völlig verneinte und nur einen völlig neuen bildlosen Monotheismus gelten ließ, ist all dies nicht zu machen. Weit besser als bei den Denkweisen, die dabei an das prophetische Weltbild anknüpften, ist bei den Ablehnern der alten Gottesvorstellungen zu beobachten, wie sich das Christentum als neuer, nun von der Vielzahl der Söhne befreiter Monotheismus aus der Vernunftlehre des antiken Monismus entwickelte. Der völlig neue Monotheismus, wie er im Denken der Marcioniten heute deutlich gemacht wird, ist unmöglich einem jungen Mann zu erklären oder einem fiktiven Mythos, den man Logos nannte. Einzig die Logos genannte Sinn- und Vernunftlehre, die heute auch als philosophischer Monotheismus bezeichnet wird, weil die Griechen dabei von Zeus als Vater alle Götter sprechend das für menschliches Verhalten maßgebende kreative Werden der Welt in umfassenden Modellen erklärten, bei denen alles logisch zusammenhängt, kommt dafür in Frage.

Die Christologie als eine Glaubenslehre anzusehen, die man dem Frieden mit Juden wegen lieber wieder zurücknehmen und Paulus ins Judentum heimholen will, all das ist mit einem das Alte geradezu ablehnenden Neu-Judentum nicht machbar. Der Kult, zu dem dann auch Römer konvertierten, kann nur dem Logos gegolten haben: Der in Natur/Schöpfung begründeten Vernunftlehre, die Reformjuden, wie Römern maßgebend und heilig war.

Paulus, wie die Evangelien sind Zeugen der Vernunft

Auch die heutige Annahme, dass die Paulustexte im Gegensatz zu den Evangelien nicht vom historischen Jesus, sondern einem christologischen oder gar kirchlichen Konstrukt handeln würden, ist hinfällig. Die Trennung zwischen einem historisch jungen Mann und hoheitlichen Wesen des Paulus oder der Kirche löst sich in Luft auf. Wenn Lukas- und Paulustexte erstmals vom Marcionismus als „Neues Testament“ auf den Markt gebracht wurden, ist der Grund von dessen Theologie genau das, was heute als Öko-logos gilt. Das Neue, das die alte Gesetzlichkeit überstieg, seine Gottes-/Schöpfungsvorstellung ablehnte, lässt sich logischerweise nur in der philosophischen Vernunftlehre, beispielsweise des Platonismus begründen, die bekanntlich ja auch in die Theologie der Paulusliteratur einfloss. Bei Licht betrachtet, sind Lukas- wie Paulustexte unterschiedliche Ausdrucksweise der Vernunft, die den Verfassern, wie dem gesamten damaligen Denken galt.

Die kritische Forschung, die die Paulustexte aus verschiedenen urchristlichen Logos-/Erkenntnislehren ableitet, ist dann nur noch eine Ergänzung: Auch die Paulusgeschichte ist nicht wie auf biblischen Reisen vorgestellt, die Geschichte eines schnellsegelnden Wendepharisäers. Da war kein Sektenverfolger, der etwa nach einem Sturz vom Pferd die Seite wechselte, sondern ein neues in Vernunft/Logos begründetes monotheistisches Paradigma. Das dann aus der Synagoge verbannt wurde. Weswegen für einen einheitlichen Kult eine neue Kirche gebaut werden musste. Da kann kein ehemaliger Sektenverfolger Menschen rund um das Mittelmeer zur Jesus-Sekte überredet haben. Allein die unzähligen, sich gegenseitig der Häresie beschuldigenden und bekämpfenden urchristlichen Bewegungen machen dies absurd.

Letztlich ließen sich die hochtheologischen Diskussionen über das christliche Wesen oder die Ablehnung der alten Gottesvorstellungen nur darauf zurückführen: Der Wendepharisäer  wurde bei seiner missionierenden Überredung falsch verstanden. Doch das ist völliger Quatsch. So lassen sich die unzähligen heute als mehr oder weniger urchristlich anerkannten Denkweisen, die gesamten anfänglichen Auseinandersetzung zwischen alten und neuen Juden oder der arabisch-prophetischen Ausdrucksweise, ihre Gegnerschaft und Diskussion nicht begründen. Auch in der späteren Kirche gingen im Laufe der Zeit viele Wege auseinander. Doch bei Marcion, der Vielzahl urchristlicher Bewegungen, die eindeutig aus dem Wandel vom Mythos zum Logos hervorgegangen sind und der folgenden Diskussionen, sprechen wir über die Anfänge. Allein was in Nordafrika an völlig unterschiedlichen und sich bitter bekämpfenden, der später gebauten einheitlichen Kirche vorangegangenen Denkweisen vorzufinden ist und in den dicken Büchern von Herder über das Urchristentum aufaddiert wird, spricht Bände.

Die christliche Mission ging von Vernunft aus

Es gibt kaum etwas Schwachsinnigeres, als weiter zu unterstellen, das vielschichtige anfängliche Christentum, das sich gegenseitig der Häresie bezichtigte, wäre durch einen Wendepharisäer und ähnliche Überredungskünstler entstanden oder ein kirchliches Konstrukt, das einen literarischen Jesus-Mythos zum neuen wahren Gott oder der Offenbarung des Alten erhob.

Wie aber aus dem Wandel vom Mythos zum Logos vielschichtige Reformbewegungen, im Judentum, wie bei den Griechen waren, die sich kritisch und konstruktiv mit dem alten Kult auseinandersetzten, ist geschichtlich bekannt. Wer nicht einen wanderpredigenden Junghandwerker voraussetzt, sondern die geschichtliche Realität im Zeitenwandel und dabei auch hinterfragt, warum Römer dann ihren Göttern und Gottkaisern untreu wurden und zu einem neuen Judentum wechselten,  gibt es nur eine Antwort: Es war die Vernunft der Zeit, nach der bekanntlich nicht nur die kosmische, sondern auch die kulturelle Funktion der Götter erklärt und selbst von Epikur, dem Heiligen heutiger Atheisten, anerkannt wurde.

Sicher können nicht alle Denkbewegungen, denen die nun die Vernunft/der Logos zugrunde lag, als urchristlich bezeichnet werden. Noch ein lebenslang christlicher, die Vernunft (mit Sicherheit nicht den heute unterstellten jungen Mann oder Mythos) zum Kult erhebender Philosophenkaiser wie Julian, wollte wenige Jahre vor seinem Tod den traditionellen Väterkult der Götter wieder einführen. Auch wo die Vernunft galt, wie bei allen bekannten philosophischen Denkweisen, galt der Kult noch den Göttern, wurde menschlichen Bildern geopfert.

Auch im alten Judentum lässt sich eine Auseinandersetzung mit dem alten Kult beobachten. Was sonst war es, wenn bei der Qumranforschung ständig vom Wunsch und Streben nach einem „neuen Bund“ gesprochen wird? Auch wie das Judentum in ritueller versessener Gesetzlichkeit eines Tempelkultes erstarrt war, ist bekannt. Ebenso wie in der jüdischen Bildung nicht nur in Alexandrien Reformbewegungen waren, die in dem, was den Griechen als Logos galt, das verstanden, was die Propheten als Wort bezeichneten. Als hellenisierte Juden dann auch die Texte ihrer Tradition allegorisch verstanden und ins Griechische übersetzten. Wie ein junger Mann oder literarischer Mythos dann und dort Karriere gemacht, zum neuen Kultobjekt und der Offenbarung/Erklärung des Alten geworden sein haben soll, das ist ein Witz. Doch der ist heute leider einziger Gegenstand wissenschaftlicher Forschung.

Im Licht aufgeklärten, geisterfreien Denkens, liegt es auf der Hand, wie im Zeitenwandel vom Mythos zum Logos aus den alten Weltbildern eine Vielzahl von Reformbewegungen und Erkenntnislehren hervorgingen. Die daraus erwachsenen Paulusbriefe sind theologische Überlegungen eines neuen, nun von Vernunft getragenen monotheistischen Verständnis, das sich an verschiedene Denkweisen der Zeit richtete. Wie soll der Erstherausgeber des aus Lukas und Paulus bestehenden Neuen Testamentes, der die Vernunftlehre nicht nur paulinisch dem Kultgesetz der Juden, sondern dem gesamten alten Gottesverständnis entgegenstellte, einem ehemaligen plötzlich gewandelten Sektenverfolger, der jetzt auch noch eigene christologische Sache machte, aufgesessen sein?

Man sollte sich selbst auf unvoreingenommene Weise mit dem auseinandersetzen, was im Netz über Marcion und sein Apostolos von verschiedenen meist jungen Theologen zu lesen ist. Der junge Mann mit Namen Jesus, von dem getreu der Lebens- und Glaubenslehre der Lehrer dort geschrieben wird, der ist dann bei logischem Denken so wenig zu zu machen, wie ein rein literarisches Glaubenskonstrukt.

Wahre Vernunft war es, das Alte in aufgeklärte Weise weiterzuführen

Wenn, wie Matthias Klinghardt zeigt, Marcion, der laut kirchlichem Vorwurf die Texte ohne den alten Gottesbegriff und mit einem angeblich nur scheinbaren Jesuswesen wie eine Ratte zernagt habe, nicht nur ersten Herausgeber, sondern gar der erste Verwender von Paulus- und Lukastexten war. Dann war keine Ratte am Werk, sondern ging der ursprüngliche christliche Monotheismus und seine Kulttexte allein von Vernunft antiker Aufklärung aus. Dann wurden die alten Gottesbegriffe/-vorstellungen erst nach kirchlich-kreativer Synthese im aufgeklärten Verstand (Auferstehung) der geerbten Vorbilder wieder in den Kultlesetext aufgenommen.

Dies stellt jedoch nicht nur die Hypothese über die Entstehung des biblischen Kanons nach heute geltender Quellen-Theorie auf den Kopf. Die davon ausgeht, dass Worte eines jungen Mannes die mitgeschriebene Quelle war, die später in der Matthäus- oder Lukasliteratur zu einer Jesusgeschichte ausformuliert wurden. Wer die heutige Forschung ernst nimmt, egal ob Marcion der erste Herausgeber war und der Lukastext nicht von ihm zernagt, sondern später von seinen kirchlichen Gegnern geändert wurde, für den dürfte klar sein: Die Logienquelle, wie sie heute literarisch aus den Evangelientexten abgeleitet, diesen vorangestellt wird, stammt unmöglich aus den Mitschnitten eines jungen Rabbi, der für Marcion angeblich eh nur ein Scheinwesen gewesen wäre.

Wenn es  eine „Jesusbewegung“ gab, die auch für Marcioniten galt, dann waren das völlig unmöglich die Anhänger eines jungen Mannes. Es waren Jünger Josuas, lat. Jesus oder besser der für die vielfältigen Erkenntnis- und Reformbewegungen geltenden antiken Vernunftlehre, die darin den neuen Geister, Gottersbilder vertreibenden Josua sahen und ein goldenes Zeitalter: kulturellen Friede und Leben in Vernunft erhofften und das kultgerecht literarisch ausmalten. Es ist ein Wahnsinn, wie die heutige Wissenschaft ständig neue Belege lieft, dass am Anfang die Vernunft das kulturelle, theologisch-christologische Thema auch der Geschichten war. Wie es aber aufgrund des Glaubens, der alten Weltbilder, auf denen die die gesamten Lebenslehren der Lehrer gründen, auch ihre Studenten und spätere Forscher eher einen Logos als Glaubensmythos gelten lassen, als nach der antiken Vernunftlehre zu fragen.

Doch in den Evangelien sind völlig unmöglich die Schlauen Sprüche eines für seine Anhänger als Gott auf Erden geltenden Angebers aufgezeichnet und zur Jesusgeschichte ausformuliert worden. Was Paulus zu einer Christologie erwogen hätte. Vielmehr haben hellenistische Literaten die von schöpferischer Natur/Weisheit ausgehenden Lehren/Logien/Weisheitslehren zu einer Geschichte ausformuliert. So die Theologiegeschichte der Vernunft dem Evangelium auf den Kaiser entgegengestellt und im Erbe der Göttersagen die alten Kultbilder entbehrlich gemacht. Um so das zur Welt zu bringen, was auch heute allein als Ökologielehre zu abstrakt ist und ohne kulturelle Wurzel weitgehend bedeutungslos bleibt, täglich vergeblich gepredigt wird.

Wer Weltvernunft und Friede will, muss neu fragen

Auch wenn es bereits aufgrund der kulturellen Vorgeschichte oder dem hellenistischen Kontext einer Hochzivilisation in Aufklärung klar sein müsste: Am christlichen Anfang und damit auch im Neuen Testament (aber auch im Koran) kann es nur um die sich aus natürlicher Schöpfung ergebende Vernunftlehre (Logos) gegangen sein (hierzu auch: http://www.jesus-lebt-wirklich.de). In diesem Beitrag wird nicht nur deutlich gemacht, dass es den Verfassern und Herausgebern der Weihnachtsgeschichte um das ging, was die Griechen als Logos definierten, den Juden als Wort galt. Auch warum die bekannten Gründergestalten und Geschichten in der Kulturgeschichte der schöpferisch/kreativ notwendige Weg waren, lässt sich aufgrund heutigen Wissens um kulturelle Entwicklung und Kommunikation nachvollziehen.

Doch weder ein gutherziger junger Mann, noch ein Jesus-Mythos sind wissenschaftlich haltbar, wenn beispielsweise die Verfasser der Lukasliteratur mit dem Reformjudentum hellenistischer Bildung (egal ob Philo, Alexandrien oder Antiochien) zusammengebracht werden. Allein das Wissen, wie die griechische Logos-/Vernunftlehre im Reformjudentum als prophetisches Wort verstanden wurde, müsste die heutigen Hypothesen kippen. Vielmehr liegt es auf der Hand, wie in der Weihnachtsgeschichte die Vernunft kulturgerecht zur Welt gebracht werden musste, um so statt der taub gewordenen jüdischen Traditionsgesetzlichkeit die Kultrolle römischer Kaiser oder griechischer Götter einzunehmen. Genau das, was heute den Intellektuellen als Vernunft heilig ist, aber ohne aufgeklärtes kulturelles Verständnis vergeblich gepredigt wird, war der neuer Josua, lat. Jesus. Der nur in seiner kulturellen literarischen Ausdrucksweise als Christus (Weisheit als neuer Judenkönig) in der Menschheitsgeschichte messianisch wirksam war.

Die Schriftgelehrten halten ihre jeweiligen Bücher mit Kultlesetexten, in denen die kreative/schöpferische Wirklichkeit in alten Mythen zum Ausdruck gebracht wurde, für das wahre und einzige Wort. In das sie dann meist ihre Meinung hineinlesen. Und die Hochschullehrer sprechen leider weiter von einem Wanderkyniker aus Galiläa, nach dem dann ihre Schüler forschen. Daher die Frage nach dem historisch wandelnden Öko-Logos, der ja an Weihnachten auch gepredigt wird und den bereits vor Jahrzehnten zahlreiche kritische Neutestamentler als das „geschichtliche“ Wesen Jesus nachwiesen, völlig in den Wind schlagen. Doch während damals der Logos wie ein literarischer Mythos angesehen wurde, lässt sich heute der anfängliche Wandel und die davon ausgehende theologische Diskussion der Zeit nur im Wandel vom Mythos zum Logos begründen. Damit in dem, was heute als Ökologie oder Weltvernunft gilt und erneut nach kultureller Weiterentwicklung/Wandel ruft.

Auch wenn Prof. Klaus Berger theologisch kaum mehr ernst genommen wird, weil er auf leider dogmatische und damit mystische Weise an einem hoheitlichen Wesen festhält. Dann einen rein persönlichen Jesus beschreibt, der mit schöpferischer Logik nicht das Geringste am Hut hat. Er, wie seine Kollegen haben ihre Lebenswerke und ihren Glauben auf einen Wanderprediger gebaut und diesen den Studenten so fest eingeimpft, dass er als einzig wissenschaftlich erscheint. Doch wenn Berger nun seine historisch-kritischen Schüler, bei denen aufgrund ihres Studiums vom jungen Jesus und ihrer entsprechenden Forschung heute nur ein als Gottessohn gepredigter weinfreudiger Wanderkyniker aus Galiläa hinten herauskommt, im Buch als „Bibelfälscher“ beschimpft. Dann macht er selbst deutlich, dass er ihnen etwas beigebracht hat, was nicht der wahren Geschichte entspricht. Denn das schöpferische Wesen, an dem Berger als Kenner der Bibel, wie der Geschichte festhalten will, kann nur die in Schöpfung begründete Vernunft (Ökologie) gewesen sein, die der Antike (im Marcionismus wie ein neuer Gott) maßgebend war. Und die war damit auch Gegenstand der biblischen Geschichten, die aufgrund meiner unzähligen Bitten, seine Schüler den antiken Logos bedenken zu lassen, er zu lesen empfahl.

Zwar beruft sich auch Franziskus bei seiner Forderung nach ganzheitlich ökologischer Lebensweise nicht mehr aufs Buch oder einen jungen Besserwisser mit Namen Jesus, sondern auf den gegenwärtigen Öko-logos. Den sein Vorgänger und Kirchgeschichtskenner bei intellektuellen Reden als Wesen des christlichen Glaubens im Weiterdenken antiker Philosophie bezeichnete. Und dann in ihm bzw. der Ökologielehre vor dem Bundestag den Grund des Rechts zu bedenken gab. Sich dabei zurecht auf die Stoa, ebenso, wie jüdische Weisheit bezog. Solange die Kirchenführer und die Wissenschaft die Welt im Glauben an einen zu allem Übel angeblich nur als Logos hingestellten/vergötterten Wanderprediger lassen, ist alles „für die Katz“. Die Traditionsvorstellungen, nach denen ein guter Junge gilt, das schöpferische Wort nur im Buch gelesen und von Schriftgelehrter Autorität im eigenen Gutdünken ausgelegt wird, verweigern der Vernunft/Weisheit, die sich „jungfräulich“ aus natürlicher Schöpfung, incl. Kulturgeschichte ergibt, erneut die Herberge.

Oder anders: Wo die Menschen gegen heute gegebenes besseres Wissen im Glauben gelassen werden, in der von hellenistisch-jüdischen Aufklärern in den antiken Bildungsmetropolen verfassten und von Neuplatonikern zur kirchlichen Kultlese ausgewählten Weihnachtsgeschichte wäre es um die Geburt eines jungen Guru gegangen, der dann zum Mythos wurde, liegt die Hauptursache für die Unvernunft der Welt. Und noch mehr für den Missbrauch mittelalterlicher Vorstellungen, den vielbeklagten blutigen  Kampf der Kulturen, der täglich unschuldigen Menschen weltweit das Leben kostet. Der weihnachtliche Friedensruf des Papstes bleibt ebenso wie das Verlangen der Intellektuellen nach einer in Natur und Kultur begründeten Weltverbundenheit und -vernunft reiner Windhauch.

Buße: Umdenken im Glauben, geht dem Verhalten voraus

Die Welt dreht sich, wird seit Heraklit im natürlichen Fluss gesehen, den er erstmals Logos nannte, so in Vernunft begründete. Was Gestern galt, tauglich/gut war, muss neu bedacht werden. Buße: Was bereits seit dem im Nachmittelalter noch die Vernunft verdammenden Luther als Umdenken im Glauben, damit Weltbild galt, das dem Verhalten vorausgeht (und auch für die Verfasser der alten Texte ein völlig neues Kulturverständnis war) ist gefragt. Doch das ist nicht einfach. Wenn einem Pfarrer, der getreu der Lebenslehre seiner Professoren an Weihnachten die Welt im Glauben an einen gutmütigen Wanderprediger lässt, der dann gemeinsam lautstark als Wahrheit, Heiland, Friedensbringer… besungen wird, klar würde, wie er damit die mittelalterliche Glaubensvorstellungen auch bei den Nachbarn befördert. Und gleichzeitig  verhindert, dass die Vernunft und der geforderte Friede zwischen den Kulturen bedacht und mit der Zeit wahr werden kann. Wozu, wie Evolutions- und Kultur- oder Kommunikationswissenschaftler belegen, auch das bewusste gemeinsame Feiern und Singen im Namen der altbekannten Kulturbilder gehört. Müsste er dann an Weihnachten nicht kopfüber von der Kanzel springen? Wie soll ihm daher zugemutet werden, in wissenschaftlicher Konsequenz die Vernunft, die bisher als Gegner des Glaubens galt und vielfach verteufelt wurde, als Grundlage des christlichen Glaubens zu bedenken?

So wie die gesamten Kult-Geschichten, aus denen der junge Guru abgeleitet wird, handeln jedoch auch die weihnachtlichen Erzählungen von Ankündigung und Geburt des christlichen Wesens ganz eindeutig nicht von einem Wanderkyniker oder einem fiktiven Mythos. Die gesamten Geburtserzählung, von dem später mit Lukas überschriebenen volksgerecht verfassten hochtheologischen Kultlesetext, wo Embryos der Vorgängermodelle Jesus im Bauch hüpfen, der Erzengel den Judenkönig ankündigt, über den kurzen Johannesprolog, bis zur Geburtsgeschichte bei den später Islam genannten Christen ohne Gottessohn und Kreuz: Der Logos war das theologische Thema der Geschichten. Auch das, was bei den Arabern nach der Weihnachtsnacht als prophetische Rede im Koran zur Welt gebracht wurde, war das, was dem antiken Denken, den Herausgebern des Kanon, wie Koran als Logos galt. Was heute als Weltvernunft gilt, sich in Verstand aus Schöpfung/Ökologie ableitet, wurde auf verschiedene Weise jeweils kulturgerecht zum Ausdruck bzw. zur Welt gebracht. Hier waren unmöglich nur einfach Schöngeister am Werk, die einen Mythos in die Welt setzten oder zweibeinige Gründer in den Himmel heben wollten.

Lukas: Wie die Vernunft kulturgerecht zur Welt gebracht wurde

Auch wenn es fragwürdig ist, aus den Kultlesetexten der Evangelien-Geschichten ein historisches Geschehen herleiten zu wollen. Was ja auch keinen Sinn macht, solange ein junger Mann Gegenstand der Untersuchung ist und dann nur ein Mythos hinten herauskommt. Weswegen die Weihnachtsgeschichte in der aufgeklärten Theologie auch kaum mehr als historisches Geschehen gedeutet wird. Da die Texte wie Lukas mit die Grundlage für die heutige Hypothese vom Heilsprediger liefern, muss auch die Weihnachtsgeschichte beleuchtet werden. Auch ohne dass Ochs und Esel, die Weisen aus Morgenland, der Morgenstern oder die Schäfer auf dem Felde theologiegeschichtlich gedeutet werden, wird selbst hier mehr als klar: Weder ein junger Mann, noch ein fiktiver Jesus-Mythos kann das Thema der Geschichten gewesen sein, sondern das, was die antike Hochzivilisation Logos nannte, neuzeitlicher Aufklärung erneut heilig ist, heute beispielsweise Ökologie oder Weltvernunft heißt.

Die Kritik ist schnell beim Kurz-schluss: Alles Lug und Trug, Märchen, mit denen ein junger Mann im Sinne der griechischen Götter als jungfräulich hingestellt oder ein reiner Glaubens-Mythos in die Welt gesetzt wurde. Doch unabhängig von der Betrachtung der kulturellen Geschichte oder der Entstehung der Texte, nach der dies unmöglich sein kann. Selbst Text wie Lukas zeigen die Halbaufklärung heutiger Hypothese. Schon ein unvoreingenommener Blick auf das, was Wiki über das Lukasevangelium sagt, müsste Licht bringen, auf den Logos als das in  kreativer Weise kulturvernünftig bebilderte Wesen verweisen. Das damit kein doketistisches Scheinwesen, sondern schöpferische Realität in menschlicher Kultur war.

Wenn schon für die Verfasser von Wikipedia, bei denen noch ein Wanderguru und seine Anhänger gilt, ein antiker Bildungsbürger im klassisch-ausgefeilten griechischen Sprachstil, ob in Antiochien oder Alexandrien den Lukastext schrieb. Damit genau dort, wo nachweislich wie bei Philo der philosophische Logos/Vernunft als das verstanden wurde, was im bildlosen Kult als Wort galt. Dann ist eigentlich alles gesagt.

So zeigt sich auch, dass es beim später Lukas genannten Verfasser nicht um den ärztlichen Freund eines angeblich jetzt sich Paulus nennenden Wendeparisäers ging, der ihn zur Sekte eines Gurus oder gar eines eigenen Glaubenskonstruktes überredete. Wer in der auf die gleichen Verfasser, wie Lukas zurückgeführten Apostelgeschichte als Paulus beschrieben wird, war ein von Vernunft ausgehendes neues bildloses Paradigma. Ein neues monotheistisches Verständnis, das nun für Juden und Griechen gleichermaßen gültig war. Was rund um das Mittelmeer zu einer Vielzahl von sich noch bekämpfenden Reformbewegungen und Erkenntnislehren führte, war eindeutig die Vernunft antiker Aufklärung. Und die liegt auch der Theologie der Briefliteratur zugrunde. Was von der  Kritik als „gefälschter Paulus“ bezeichnet wird, weil die Texte logischerweise auf frühchristliche Gnosis zurückgeführt werden, war Paulus: ein echt neues, nicht mehr von jüdischer Nationalgesetzlichkeit/Tradition, sondern in Vernunft begründetes bildloses Paradigma.

Das schöpferische Wort ist im Öko-logos lebendig

Und so ist heute wieder das schöpferische Wort, auf das sich Christen, wie Moslems berufen, nicht mehr aus Büchern, Vor-Schriften alter Gesetzlichkeit der jeweiligen Traditionslehre zu lesen ist. Es ergibt sich im Öko-logos als Weltvernunft und damit gemeinsamer kreativer Bestimmung, wie sie jeder ökologisch engagierte Zeitgenosse als selbstverständlich voraussetzt.

Der Lukas-Literatur hat in der Apostelgeschichte weder nur alte Mythen zur Verherrlichung eines jungen Mannes oder eines paulinischen Jesus-Wesens aufgewärmt. Noch sich die Geschichte nur ausgedacht. Wie das von Vernunft ausgehende neue bildlose Paradigma, das sich nachvollziehbar in vielen sich noch bitter bekämpfenden Reform-/Erkenntnisbewegungen rund um das Mittelmeer ausbreitete, die christliche Mission war, ist heute bekannt. Keine der urchristlichen Bewegungen, wie sie heute rund um das Mittelmeer beschrieben werden, ist mit einem jungen Mann oder der Überredung zu einem paulinischen Mythos zu machen.

Auch die Herleitung der Evangelien nach heutigen Entstehungstheorien verweist auf den Logos. Denn die Reden dessen, der von Mutter Kirche in griechischer Tradition als Gottessohn zur Welt gebracht wurde, waren unmöglich die Tonbandmitschnitte eines Wanderkynikers, wie er heute als historisch gelehrt wird. Wissen wir doch, dass die Quelle antiker Weisheits-logien/lehren, aus der heute die Geschichte vom jungen Wanderkyniker hergeleitet wird, die schöpferische Logik/Vernunft war. Und auch dass die Vernunftlehre, die man bereits in alter jüdischer Weisheit (David, Bethlehem) begründet sah, jetzt genau wieder in der Geschichte dort zur Welt gebracht wurde, ist logisch. Ebenso, wie dass die Vernunftlehre jetzt als jüdischer Wanderkyniker (ein Philosoph, für den allein die schöpferische Natur/Logos für sein Leben maßgebend war) in der Geschichte eines Galiläers und gleichzeitig im Erbe der jetzt in Vernunft erklärten griechischen Götter das Licht der Welt erblicken musste. Auch warum heidnsiche Festtage oder Bräuche, die der ursprünglich mythisch, dann in Vernunft/Natur erklärten Schöpfung galten, mit in das Weihnachtsgeschehen eingeflossen sind, lässt sich verstehen. All dies verweist mit auf den wahren Grund.

Selbst wenn in den anfänglichen Lukas-Texten Johannes direkt folgt. Das müsste einem aufgeklärten Menschen sagen: Die dort in der Geschichte als schöpferisches Wesen, Wahrheit oder Leben beschriebene Vernunft, die so als Wort zur Welt gebracht wurde, war auch das Lukas-Thema. Und wer weiß, was auch den aus Vernunft die Götteropfer ablehnenden und daher als Christen verfolgten Verfassern der ersten Papyri in antiker Aufklärung/Hochzivilisation galt. Der kann doch nicht allen Ernstes weiter von einem Wanderkyniker oder Jesus-Mythos ausgehen wollen.

So ist auch bekannt, dass  Kirchenväter wie Irenäus, die auf diese Texte erstmals Bezug nahmen, Logos-Lehrer waren. Genau wie die daher als Kirchenväter geltenden Neuplatoniker, die solche Text für den in der Kirche zu lesenden Kult (neben beispielsweise dem „Hirt des Hermes/der Weisheit“) auswählten. Daher ist es völlig unwissenschaftlich, die Welt weiter im Glauben an den Mythos von einem jungen Guru als maßgebenden Halbgott zu lassen.

Nicht nur, weil weder ein Reformjude, noch einer der vom götterfreien Kult begeisterten Griechen auf die absurde Idee gekommen wären, einen jungen Mann als offenbarenden Halbgott, damit ein schöpferisches Wesen hinzustellen oder an einen Mythos zu glauben. Wo inzwischen nicht nur das Werden, sondern auch der Götterkult in Vernunft erklärt wurden. Und wo gleichzeitig menschlichen Gottesbilder kritisiert wurden und man sich für den bildlos-prophetischen Kult begeisterten. Da schließt sich die Unterstellung eines jungen Mann oder Mythos völlig aus.

Allein: Warum sollte der hellenistisch-jüdische Literat, dessen Text später Lukas genannt wurde, bereits bei der Ankündigung der Schwangerschaft von verschiedenen Frauen ein an alttestamentliche Vorstellungen anknüpfendes hochtheologisches Werk verfassen, wie es heute gedeutet wird? Wenn es ihm nur darum gegangen, wäre einen jungen Mann in den Himmel zu heben, wie die Kritik unterstellt, dann hätte die theologische Literatur nicht stattgefunden. Dann hätte der hellenistische Neujunde, der dann nicht aus Vernunft, sondern einer Halluzination oder Überredung wegen konvertiert wäre, nur einfach eine jungfräuliche Geburt seines Gurus beschrieben, die den Göttern entspricht?

Und noch absurder ist die sich gegen besseres Wissen weiter haltende Unterstellung heutiger Hochschullehre, es habe sich bei dem beschriebenen christlichen Wesen um den Sohn einer junger Hebräerin gehandelt, der als Gottessohn galt oder später ausgegeben wurde. Wie sollte ein griechischer Theologie-Literat, dem wie allen damaligen theologischen Denkern der Logos heilig und maßgebend war, ein solches hochtheologisches Literaturwerk über die Schwangerschaft und Geburt eines jungen Guru als Pantokrator schreiben? Denn egal in welchen Begriffen das christliche Wesen anfänglich ausgedrückt wurde, dass es für alle Verfasser der Kulttexte und philosophisch-theologischen Denker ein schöpferisches Wesen war, ist unbestreitbar.

Die Zeit von Gottesbildern und ihrer Bezweifelung ist erneut um

Und wie sollte in Zeiten, in denen der der antike Monismus einen Monotheismus in Zeus, damit dem Vater aller Götter rational/in Vernunft erklärte, ein theologischer Denker einen jungen Mann oder Mythos im Namen des bildlosen Kultes bzw. christologischer Titeln als Wort hochleben lassen? Selbst wenn dabei von Anfang an von Jesus gesprochen worden wäre, was bekanntlich erst seit der Reformation geschah. Die die noch griechisch anklingenden schöpferischen Bezeichnungen oder Christologie-Namen einheitlich übersetzte. Den anfänglichen Denkern wäre es bekanntlich dabei um Josua, lat. Jesus gegangen. Was die Vordenker der Kirche ja auch begründen. Das christliche Wesen war für sie, wie die noch christlichen Kalife die in Schöpfung begründete Vernunft. Durch deren kulturgerechte Ausdrucksweise erwarte man ein götterfreies goldenes Zeitalter, das gelobte Land „Leben in kulturellem Friede und Vernunft“.

Wie ein griechischer Weisheitslehrer (evtl. auch Wanderkyniker), der inzwischen von den Göttern zum neuen Judentum konvertiert war, sich als sog. Gottesfürchtiger aus Vernunftgründen für den bildlosen Kult vom in Vernunft erklärten kreativen großen Ganzen begeisterte, ein theologisches Literaturwerk wie Lukas verfasste, liegt auf der Hand. Dies war kein Betrug, sondern lässt sich als kreativ vernünftiges Kult(ur)werk nachvollziehen. Ebenso, dass dieser Text dann von Neuplatonikern, die einen Kultlestext für die Kirche brauchten, der nicht nur dem Kaiserevangelium entgegenstand, sondern an das Alte Testament und die Göttersagen anknüpfte, für den Kanon aufgegriffen. Daher ging es weder beim zugrunde liegenden Öko-Logos, noch dem in menschlicher Form, im Stile eines Wanderkynikers als wahrer Gottessohn zum Ausdruck gebrachten Wesen nur um ein doketischtes Scheinwesen. Das alles war kreative Notwendigkeit, schöpferische Wirklichkeit in Kultur.

Doch den griechischen Theologie-Literaten zu unterstellen, sie hätten einen Ihresgleichen als Gottessohn ausgegeben, die Geburt eines Wanderkynikers auf hochtheologische Weise von Gabriel verkünden lassen und nach Bethlehem verlegt,  ist einfach völlig absurd. Noch unmöglicher ist es, dass es den Herausgebern der Kultlesetexte, die noch nicht von Josua, Jesus schreiben, sondern das schöpferische Wesen als Pantokrator darstellen, wie er im philosophischen Monismus als Zeus galt, um einen jungen Mann gegangen wäre. Auch dass dann in jahrhundertelanger Kulturdiskussion über das mehr oder wenig schöpferische/göttliche Wesen eines wanderkynischen Religionsrebellen, dessen Verhältnis zum Grund des Väterkultes oder einen Mythos gestritten wurde, ist völliger Schwachsinn. Das schließt sich für die hochtheologische intellektuelle Diskussion der Spätantike, die bekanntlich auch über die richtige Ausdrucksweise des Logos (damit das Weihnachtsgeschehen) stritt,  völlig aus.

Der griechische Theologie-Literat, auch wenn er noch nicht von Josua sprach, war damit ein echter Jünger Jesus/Josua. Der im bildlosen prophetischen Kult vom kreativen Ganzen für die Vertreibung der traditionellen Gottesbilder stand. Er war ein Christ, der die zum tauben Selbstzweck gewordene jüdische Gesetzlichkeit ebenso angriff, wie die traditionellen Götterbilder und Orakel in Vernunft und Weisheit erklärte. Und der diese als den neuen König der Juden, mehr als Moses sah und all das, was wir in den alten Weihnachtsliedern besingen.

Wir wissen auch, dass den hellenistischen Juden als Wort galt, was die Griechen als Vernunft/Logos bezeichneten und darin die Kreativität des Ganzen in ihren Modellen in Logik erklärten. So wenig der Verfasser im Erzengel einen besonders großen Vogel sah, ist es ihm bei den Frauen als ausdrückenden Wesen bzw. Maria um eine junge Hebräerin gegangen, die einem Handwerker einen Bangert unterschob, der dann als jungfräulicher Gottessohn und lebendiges Wort galt oder ausgegeben wurde. (Wenn an Weihnachten wieder die „wissenschaftliche“ Dokumentation gebracht wird, wie der gute Josef seine Frau so vor der Steinigung schützen wollte, werden ich mit der Axt den Kasten zerhacken.)

Und was soll Neuplatoniker, die aufgrund ihrer Ablehnung griechischer Götter sowie ihrer Anknüpfung an das Alte Testament als Kirchenväter gelten und deren christliches Wesen der Logos war, bewegt haben, neben beispielsweise dem „Hirten des Hermes“ (damit Weisheit) einen Text wie Lukas für die Kultlese auszuwählen, wenn der einen jungen Mann oder Mythos beschrieben hätte? Wie dann auch noch die Araber, die zwar eine prophetische Rede im Koran für den richtigen Weg hielten, die griechisch-römische Ausdrucksweise von Mutter Kirche ablehnten, eine junge Ehebrecherin messianisch verehrt und ihren Sohn als Logos gesehen hätten, der ihnen bekanntlich galt, ist völlig unerklärlich. Wer das weiter annimmt, der kann auch wissenschaftlich darüber forschen, ob der Wolf die Geißlein wirklich gefressen hat oder die sich in Wirklichkeit nur alle versteckt hätten.

Wo ein junger Mann oder Mythos gilt, war Vernunft in Kult(ur)form

Wer die Geschichte betrachtet und die Geschichten auch nur halbwegs ernst nimmt, der kann nicht weiter von einem jungen Mann oder Mythos ausgehen, sondern muss die dahinter stehende Vernunft bedenken. Deren Zeit-Geschichte  von Literaten, die auch das Alte Testaement als bildhaften Ausdruck lasen, in damit als erfüllt gesehenen traditionellen Geschichten beschrieben, so zur Welt gebracht wurde.

Die Vernunft war es, die die Götter verdrängte und zu ersetzen hatte. Was die verschiedenen ausdrückenden Wesen (Frauen) denen der Erzengel die Schwangerschaft ankündigte zur Welt bringen mussten, war das, was in philosophischer Lehre, bei der im Kult weiter den Göttern geopfert wurde, zu abstrakt war. Was ohne Verankerung im Kult ohne Volks-Bedeutung blieb. Wer nicht von Menschen gezeugt, aber menschlich kulturbedeutend im Sinne der Tradition ausgedrückt werden musste, war genau das, was wir heute als Ökologie bezeichnen. Auch, dass die Vernunftlehre keine Herberge fand, von jüdischer Schriftgelehrtheit ebenso abgelehnt wurde, wie von griechischer Traditionstreue, ist bekannt.

Und auch wenn der Matthäustext Bethlehem als Geburtsort den neuen Judenkönig beschreibt. Dann kann damit weder ein Wanderkyniker die Funktion des Königs gehabt haben, noch kann einem jungen Mann oder Jesus-Mythos ein königlicher Heiligenschein aufgesetzt worden sein. Vielmehr wird die Geschichte schöpferischer Vernunft/des Ökologos in Kultbedeutug beschrieben, die in jüdischer Weisheit wurzelt. Was den natur-/himmelbeobachteten hebräischen Propheten in Schöpfung begründetes Wort (hebr. auch Vernunft) war, sie in Schrift verfassten, musste auch im Erbe der in Vernunft erfüllten Götter griechisch-römisch zur Welt gebracht werden.

Weisheit im Licht der Welt kulturgerecht vermittelten

So wenig  biblische Könige wie David nach heutigen archäologischen Erkenntnissen auf Dorfhäuptlinge ohne Tempel zu reduzieren sind, sondern nach der lyrischen Personifikation jüdischer Weisheit/Wort als wahrer Judenkönig gefragt werden musst, ging es bei dem in Bethlehem geborenen, um einen jungen Mann, dessen Eltern dort unterwegs waren oder einen Mythos, dem dieser Ort nur untergeschoben wurde.

Die bekannten Weihnachtsgeschichten sind weder reine „Glaubenswahrheiten“, noch kann diesen heute hochtheologisch gedeuteten Erzählungen unterstellt werden, beispielsweise durch die in mehreren Schritten beim Lukastext vom Erzengel angekündigte Schwangerschaft verschiedener Frauen, nur einen jungen Guru im Stile der Götter als jungfräulich ausgegeben zu haben. Diese Kritik greift viel zu kurz, kann allein mit Blick auf die theologische Schilderung des Lukastextes nicht sein und noch weniger im Kontext allen weiteren Wissens. Es geht hier eindeutig um eine geschichtliche Schilderung über das christliche Wesen, das jedoch in den Augen der theologischen Literaten, wie ihrer späteren Herausgeber, kein junger Wanderprediger war, wie er heute als historisch untersucht wird. Das Thema war der dem antiken Denken heilige Öko-Logos, aus dem auch heutige Weltvernunft abgeleitet wird. Nur der sagte, was jetzt statt Orakel und Nationalgesetzlichkeit recht oder schöpferisch geboten und was den Alten schöpferisch wesent-lich war und sein wird. Was sich so in Vernunft erklärte/offenbarte.

Was sich allein im Lukastext zeigt, wurde durch die theologische Wissenschaft nach Herausgabe der drei Jesus-Bücher Benedikts XVI. bestätigt. Denn während die Dogmatiker dem Kirchengeschichtskenner beipflichteten, haben ihm andere Wissenschaftler vorgeworfen, er hätte sich bei der Beschreibung des hoheitlichen Wesens, seinem philosophischen Logos, nur an den biblischen Jesus gehalten. Damit haben sie selbst bestätigt, dass der historische junge Mann, dessen mangelnde kritische Hinterfragung sie dem Kirchenoberhaupt vorwarfen, weil auch er die Welt im Glauben seiner Kindheit und Lebenslehre lässt, ein Hirngespinst von Halbaufklärung ist. Und auf was sonst als den heute lebendigen Öko-logos, den sein Vorgänger als christliches Wesen im Weiterdenken griechischer Philosophie bezeichnete, beruft sich Franziskus, wenn er in Enzyklika und auf Reisen unter dem Beifall aller Welt eine ganzheitliche ökologische Lebensweise als Voraussetzung für die gemeinsame Zukunft fordert?

Aufklärung ist Voraussetzung für Vernunft und Friede

Gerade auch die verschiedenen Geburtsgeschichten machen klar, wie es ein Kurz-schluss ist, wenn einfach voraugessetzt wird, was den jungen Theologen im buchstäblich-biblischen Verständnis wie das 1×1 beigebracht wird, damit Gegenstand der Wissenschaft ist und Glaubensgrund sein soll. Denn heute müsste bekannt sein, dass es historisch, wie biblisch, nicht um einen jungen Heilsprediger mit dem zufälligen Allerweltsnamen Jesus ging. Der war weder bei Lukas, bei Johannes, noch in sonstigen Texten oder den noch christlichen Kalifen das Thema, die den prophetischen Weg wählten. So machen gerade die Geburtsgeschichten deutlich, wie vielmehr das, was uns als Öko-logos gilt (was an Weihnachten auch als davon ausgehende Weltvernunft/-friede ohne Kulturaufkärung vergeblich gepredigt wird), von Mutter Kirche im Erbe der hellenistischen Göttersöhne, ebenso wie in Neubegründung der allegorisch verstandenen jüdischen Mythen, in menschlichem Format zur Welt gebracht werden musste.

Wie damit der philosophische Logos als lebendiges Wort/Sinn des Ganzen nicht nur in der kurzen Weihnachtsgeschichte des Johannesprologes das Thema war, sondern im gesamten Neuen Testament. Bekannntlich auch bei allen anfänglichen, inzwischen als christliche anerkannten Reformbewegungen, die sich noch gegenseitig Häresie vorwarfen und bekämpften. Allein weil die in Natur/Schöpfung begründete Vernunft/Logos das Thema aller hellenistisch-jüdischen, wie neuplatonischen Denker war, die beim Schmieden einer einheitlichen Kirche als deren Väter aus einer Vielzahl neuer Kultlesetexte auch einen Text wie Lukas auswählten. Als sie im Westen einen Ersatz für die – längst in Vernunft erklärten – Göttersöhne zur Welt bringen mussten. Um das, was (ähnlich wie in heutiger politischer/ökologischer Lehre) bei den noch göttertreuen Philosophen nur abstrakte Lehre war, kulturbedeutend zu machen. Was im bildlosen jüdischen Kult als Wort, Weisheit und den Griechen als Logos galt, heute Weltvernunft oder Ökologie heißt, war kult(ur)gerecht zum Ausdruck/zur Welt zu bringen.

Womit nebenbei auch die Sache mit der Jungfräulichkeit geklärt ist: Denn die Vernunft, die den anfänglichen Denkern als Offenbarung dessen galt, was den Vätern heilig, schöpferisch wesen-tlich war und sein wird, in den verschiendenen griechischen Lehren wie der Stoa als Logos sagte, was geboten war. Die war so wenige wie das, was heute als Ökologie maßgebend ist, von Menschen gezeugt. Nur der Ausdruck war menschliche Sache.

Und wer sich von der Forschung über den Ursprung des Koran in syro-aramäischen und damit urchristlichen Denken leiten lässt, dem wird klar, wie die Vernunft, an der es uns heute fehlt, weil die Glaubenslehrer in Vorstellungen verhaftet sind, die im vernunftfremden Mittelalter tauglich waren, in der Spätantike verschiedene Weg nehmen musste. Auch dass anfängliche Denker, die in der damaligen Chrstologie-Kulturdiskussion die Ausdrucksweise der Vernunft als Gottessohn und dessen Kreuz ablehnten und in Anknüpfung an Zarathustra oder die biblischen Propheten einen Mohammed sprechen ließen. Doch weder im Westen, noch bei den Arabern ging es nur um die Lehren junger Männer oder Glaubensmythen. Die Hoffnung auf ein „gelobtes Land“, eine im neuen Josua, lat. Jesus oder dem Koran nach in Isa begründete goldene Zeit, an der die Kalifen, wie kirchliche Vordenkern arbeiten wollen, galt eindeutig dem Logos: Der die alten Orakel erklärenden Vernunft, die die alten Geister vertrieb, in historischer Wirklichkeit echt ein neuer Josua oder Christus (Weisheit) war und im Erbe der Tradition als Gottessohn oder prophetische Rede zur Welt gebracht wurde. Es ist ein Wahnsinn, wie die heutige Wissenschaft bestätigt, dass den anfänglichen Denkern gemeinsam der Logos maßgebend war, als der auch der Isa/Jesus des Koran gegolten hätte und wie dann weiter von ein junger Mann oder Mythos vorausgesetzt wird.

Wer in Büchern wie „Der frühe Islam“ blättert und sich die gemeinsame Geschichte von Islam und Kirche bzw. Koran und Kanon ebenso vor Augen führt, wie die anfänglichen theologischen Diskussionen, für den steht es außer Frage: Diesen Denkern ging es dabei weder um einen jungen Mann, noch einen Christus- oder Jesus-Mythos, sondern den Logos, der heute Vernunft heißt, sich aus Ökologie ergibt.

Doch solange die heutige Wissenschaft sich und die Welt im Glauben lässt, es wäre am Anfang um junge Männer oder Mythen gegangen, wird an Weihnachten vergeblich Friede und Weltvernunft gepredigt. Auf Ostern und Weihnachten – ein zeitgemäßes aufgeklärtes Verständnis des alten Kulturgutes und dessen zeitgemäßer Ausdrucksweise und Bedeutung – müssen wir noch warten.

Aktueller Anlass:

Wie auf der Homepage wwww.jesus-lebt-wirklich.de unter „Koran: Ökologos“ beschrieben, war es das Buch „Streit um den Koran“ über den Standpunkt des Sprachwissenschaftlers mit dem Pseudonym Christoph Luxenberg, das mir vor wenigen Monaten erneut deutlich machte, was auch von vielen kritischen Forschern belegt wird. Wie sich der Islam vom Christentum abspaltete und andere Wege ging. Luxenberg zeig auf, wie zwar auch im Koran die Geburt des als Wort/Logos gesehenen Isa der Kirche beschrieben und mit der längsten, die kreative Ordnung der Sterne und damit schöpferische Weisheit am deutlichsten zum Ausdruck bringenden Winternacht in Verbindung gebracht wird. (Wobei die Wintersonnenwende sicherlich eh der beste Zeitpunkt ist, um die in Schöpfung begründete Vernunft zu feiern.)

Auch wie der Christus den Vätern des Islam galt, jedoch die Menschwerdung dieses Logos dort durch den Koran gegeben war, wird beschrieben: „Nicht das Jesuskind ist in dieser Nacht des Morgensternes geboren – der Koran ist in der Nacht herabgekommen“, so der Schluss des Sprachwissenschaftlers.

Und wer aufgrund vieler weiter Fakten ständig belegt, dass am christlichen Anfang kein junger Mann oder Jesus-Mythos stand, sondern vielmehr das, was uns heute als Vernunft oder Ökologos heilig und damit kein Hirngespinst des Glaubens ist. Für den ergibt sich so ein plausibles Bild der gemeinsamen Geschichte und Geistesgrundlage genau in dem, was heute meist vergeblich politisch auf Weltkonferenzen oder an Weihnachten in der Kirche gepredigt wird. Eine vergebliche politisch-ökologische Forderung oder kirchliche Predigt, solange man sich dort der Aufkärung verweigert, sich und die Welt im Glauben an einen Guru lässt.

Wer zufällig das nächste Buch aufschlägt, wo auf intellektuelle Weise „Connectedness“ bzw. Weltverbundenheit oder -vernunft auf modern-monistische Weise in Natur begründet und beschworen wird, dem kommt das alles aus der Antike bekannt vor. Und wenn sich die modernen Wissenschaftler dabei auf den antiken Logosbegriff berufen, der kurz vorher als das in Kirche oder Koran zum Ausdruck gebrachte Wesen deutlich wurde, dann ist alles gesagt. Doch ohne kulturelle Aufklärung, die im Christentum beginnen muss, bleibt der politische, humanistische oder ökologische „Schrei nach Vernunft und Friede“ (ein weiteres Kapitel auf der Homepage) völlig vergebens.

Zu den Überlegungen zur Weihnachtsgeschichte hat aktuell auch „Das Erbe des Heidentums“ beigetragen. Während jedoch Harald Specht nur erneut nachweist, wie die gesamte Jesusgeschichte, von Geburt, Wirken, Tod und Auferstehung den verschiedenen Göttersagen nachgestellt ist, wurde dann unter http://www.jesus-lebt-wirklich.de deutlich gemacht, warum es kulturvernünftige Kreativität in Kulturentwicklung war, das Erbe anzutreten, als im Wandel vom Mythos zum Logos die Göttersagen als erfüllt gesehen, der alte Kult und seine Figuren in Vernunft erklärt wurden.

Neben dem zufälligen ersten Schritten zum Blog war auch eine Diskussion unter „Radikalkritik.de“ sowie in Folge Lukas der aktuelle Anlass. Und als dann bei der erneuten Auseinandersetzung mit heutiger Auswertung des urchristlichen Marcionismus klar wurde, dass Lukas-, wie auch Paulustexte erstmals als „Neues Testament“ von einem Denken herausgegeben wurden, für das allein die Vernunftlehre maßgebend war, kann es keine Zweifel mehr geben: Wo von Jesus gesprochen wurde, ging es um eine Vernunft, die sich heute aus Ökologie ableitet.

Weihnachten:

War Geburt Jesus Christus und was sonst noch besungen wird.

Weil die Ausdrucksweise, wie wir sie in der Weihnachtsgeschichte kennen, die Voraussetzung für die kulturelle Entwicklung, die Ablösung verfallener kultureller jüdischer Gesetzlichkeit, wie griechisch-römischer Götter und des Kaiserkultes, damit gelebte kreative Vernunft/Weisheit in Kultur und neuer Josua war.

Im Licht evolutionärer kultureller Entwicklung und heutigen Wissens über kollektive Kommunikation betrachtet, haben die hellenistischen Literaten wie Lukas, ebenso wie ihre römisch-katholischen Herausgeber den Weg gebahnt, der bis zur neuzeitlichen Aufklärung getragen hat und nun ein aufgeklärtes Verständnis ermöglicht.

Wer will der Evolution ihren kreativen/göttlichen Weg vorschreiben? Weder die Verfasser der Kulttexte, noch die kirchlichen Herausgeber wussten, dass die im Zuge der Völkerwanderung notwendige gemeinsame Vermittlung, die Verdammung der philosophischen Götter und auch kulturelle Verfehlungen wieder zu einem vernunftlosen Mittelalter führen würden. Bei dem der Kultlesetext dann als wahre Geschichte gegen verfallene Ablass- und weitere Irrlehren einer selbstherrlichen Kirche gestellt werden musste.

Und noch weniger konnten die anfänglichen Denker ahnen, dass Texte, die ganz eindeutig den heute wieder geltenden Öko-logos als die beschriebene Kulturgestalt vorstellen und auf verschiedene Weise über ein neues schöpferisches Wesen berichten, 2000 Jahre später von Wissenschaftlern als Beleg für einen Wanderkyniker Namens Jesus gelesen werden.Doch Weihnachten und Neujahr kommt immer wieder, die Welt dreht sich weiter. Die Aufgabe der Wissenschaft ist Aufklärung über die wahren gemeinsamen Wurzeln der verschiedenen Kulturen. Die Aufgabe der Seelsorger wird es sein, für eine der jeweiligen Kultur-/Volkspsyche gerechte Ausdrucksweise zu sorgen. Um im gemeinsamen Beten und Singen begeistert von der seit dem Sternenstaub wissenschaftlich zu beobachtende Kreativität aus kulturvernünftigen Gründen zu danken. So in mündiger Selbstverant-wort-ung Vernunft und Friede zur Welt zu bringen.

 

 

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